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"Geplanter Verschleiß": Apple und Samsung müssen in Italien Millionenstrafen zahlen
REUTERS

Apple und Samsung sollen die Leistung älterer Geräte gezielt gedrosselt haben. Die italienische Kartellbehörde fordert deshalb Zahlungen in Millionenhöhe. Apple muss doppelt so viel zahlen wie Samsung.

quark2@mailinator.com 24.10.2018, 19:20
1.

Tja, geschlossene Betriebssysteme und automatische Updates sind einfach eine unschlagbare Kombination. Statt das die Hersteller diese Drosselung einfach als Option angeboten und ggf. an die tatsächliche Akkuperformance gekoppelt hätten ...

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zeichenkette 24.10.2018, 20:45
2. Naja

Mittlerweile kann man die automatische Drosselung bei schwachem Akku bei iPhones abschalten. Und siehe da, die Dinger schalten sich dann unvermittelt aus, wenn der nach einigen Jahren ausgelutschte Akku bei Belastungsspitzendie Spannung nicht mehr aufrechterhalten kann. Andere Hersteller zucken dann mit den Schultern, dafür wird man dann nicht bestraft. Hätte Apple wohl besser auch so gemacht.

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doktor MZ 24.10.2018, 21:34
3. Re: Naja

Man kann auch einfach ein durchdachtes Produkt kaufen, dessen Akku man tauschen kann. Dann hat der Hersteller auch keinen Vorwand mehr, mich zu betrügen und heimlich mein Telefon auszubremsen...

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mark-hochreiter 24.10.2018, 22:38
4.

So recht verstehe ich die Aufregung nicht. Geplante Obsoleszenz ist doch mittlerweile ein fester Bestandteil des Wirtschaftsgeschehens. Bei der Glühbirne wusste es jeder, gemacht wurde aber nichts. Bei Alltagsgegenständen wundert man sich auch, warum die Sachen nicht halten. Ich bringe meinen Fön regelmäßig in eine bekannte Drogeriekette zurück, weil das Kaputtgehen, Teil des Geräts zu sein scheint. Bei Autos gab es die Abwrackprämie, weil unsichere Autos ungeschickt wären. Und bei Digitalen Endgeräten gibt es die schwerer nachzuweisende geplante Softwareobsoleszenz. Das alte Gerät, das eigentlich noch voll funktionsfähig ist, kommt mit den unglaublichen technischen Neuerungen in der digitalen Welt nicht mehr mit. Wer’s glaubt wird selig. Und wer sich ordentlich regelmäßig Neues kauft, der merkts ja auch gar nicht. Also... kaufen marsch marsch!

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Racer2017 25.10.2018, 00:53
5. Bitte richtig recherchieren

Apple hat mitnichten primär die Geschwindigkeit gedrosselt, sondern die Leistungsaufnahme begrenzt, um die Geräte vor Abstürzen zu schützen, was auch reproduzierbar ist.

Apple wird hier bestraft, weil sie die Lebensdauer älterer Geräte verlängert haben. Witz.

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p.u. baer 25.10.2018, 05:02
6. Keine Akku-Wechselmöglichkei sollte bestraft werden

Mit einer Strafgebühr und/ oder Warnhinweis sollten Geräte belegt werden, deren Akku man nicht einfach wechseln kann. Es ist ein Unding, dass es kaum noch solche Mobiltelefone gibt, sondern nur noch diese Einweg-Geräte.

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felisconcolor 25.10.2018, 18:19
7. Nur mal

Zitat von p.u. baer
Mit einer Strafgebühr und/ oder Warnhinweis sollten Geräte belegt werden, deren Akku man nicht einfach wechseln kann. Es ist ein Unding, dass es kaum noch solche Mobiltelefone gibt, sondern nur noch diese Einweg-Geräte.
so nachgefragt. Nehmen wir mal an Apple würde sein IPhone umbauen das JEDER den Akku wechseln könnte. (man kann durchaus den Akku im Apple Store tauschen lassen, ist dann nagelneu garantiert von Apple und mit Garantie) Und wie man seine Kunden kennt (und die diversen Anbieter) wird dann das günstigste gekauft was man auf einschlägigen Plattformen kaufen kann. Wie wir auch wissen (aus dem Laptop- und Handy Geschäft) ist die Chance das man einen minderwertigen Nachbau oder gar ein gefälschtes Produkt erhält ziemlich groß. An wen wird sich der Nutzer jetzt wenden wenn mit dem Akku / Handy was nicht stimmt? Genau an Apple, die sollen es dann richten. Wenn ich Apple wäre hätte ich da auch keine Lust zu. Und wie gesagt man kann wenn man denn will sich einen Original Akku bei Apple einbauen lassen. Man hat keine Arbeit damit keine abgebrochenen Haltenasen am Akkufach etc. mit Garantie. Was will man eigentlich mehr?

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wgschmidt 26.10.2018, 10:15
8. Wunderbar! Dieser Thread wird lang.

Zitat von mark-hochreiter
So recht verstehe ich die Aufregung nicht. Geplante Obsoleszenz ist doch mittlerweile ein fester Bestandteil des Wirtschaftsgeschehens. Bei der Glühbirne wusste es jeder, gemacht wurde aber nichts. Bei Alltagsgegenständen wundert man sich auch, warum die Sachen nicht halten. Ich bringe meinen Fön regelmäßig in eine bekannte Drogeriekette zurück, weil das Kaputtgehen, Teil des Geräts zu sein scheint. Bei Autos gab es die Abwrackprämie, weil unsichere Autos ungeschickt wären. Und bei Digitalen Endgeräten gibt es die schwerer nachzuweisende geplante Softwareobsoleszenz. Das alte Gerät, das eigentlich noch voll funktionsfähig ist, kommt mit den unglaublichen technischen Neuerungen in der digitalen Welt nicht mehr mit. Wer’s glaubt wird selig. Und wer sich ordentlich regelmäßig Neues kauft, der merkts ja auch gar nicht. Also... kaufen marsch marsch!
Alle Obsoleszenziker kommen aus ihren Löchern.

Jeder erwähnt das Phoebus-Kartell, das durchgesetzt hat, daß Standardglühbirnen "nur" 1000 Stunden halten sollen, aber keiner schreibt dazu, daß das günstig nicht nur für die Industrie, sondern auch für den Verbraucher war, weil solche Glühbirnen nämlich fürs gleiche Licht weniger Strom brauchten (oder beim gleichen Strom mehr Licht gaben), so daß die Bilanz für den Verbraucher letztlich positiv war.

Jeder nennt die Oral-B-Zahnbürste, bei der man angeblich den Akku nicht wechseln kann. Ich denke jeden Morgen und jeden Abend daran, wenn ich mir die Zähne putze mit meiner Oral-B-Zahnbürst, an der ich den Akku bereits gewechselt habe (was ganz leicht war).

In der Tat sind bei aktuellen Handies die Akkus fest verbaut, was mir nicht gefällt. Die Verbraucher wollen das aber so. Geräte mit festverbautem Akku sind aus konstruktiven Gründen dünner als welche mit wechselbarem Akku, außerdem halten sie Wasser besser aus als welche mit wechselbarem Akku. Das wollen die Leute unbedingt, also müssen sie in Kauf nehmen, daß man den Akku nicht wechseln kann.

Man könnte (und sollte vielleicht auch) auf solche Geräte eine Sonderabgabe Elektroschrott draufschlagen (vielleicht 30 Euro?) -- aber ich bin davon überzeugt, daß hinreichend viele Nutzer eine solche Abgabe für das "elegantere" Gerät gern bezahlen werden.

Tja, wenn man näher hinschaut, sind manche Dinge in Wirklichkeit anders, als sie beim oberflächlichen Hinschauen schienen.

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mark-hochreiter 26.10.2018, 13:42
9.

Zitat von wgschmidt
Alle Obsoleszenziker kommen aus ihren Löchern. Jeder erwähnt das Phoebus-Kartell, das durchgesetzt hat, daß Standardglühbirnen "nur" 1000 Stunden halten sollen, aber keiner schreibt dazu, daß das günstig nicht nur für die Industrie, sondern auch für den Verbraucher war, weil solche Glühbirnen nämlich fürs gleiche Licht weniger Strom brauchten (oder beim gleichen Strom mehr Licht gaben), so daß die Bilanz für den Verbraucher letztlich positiv war. Jeder nennt die Oral-B-Zahnbürste, bei der man angeblich den Akku nicht wechseln kann. Ich denke jeden Morgen und jeden Abend daran, wenn ich mir die Zähne putze mit meiner Oral-B-Zahnbürst, an der ich den Akku bereits gewechselt habe (was ganz leicht war). In der Tat sind bei aktuellen Handies die Akkus fest verbaut, was mir nicht gefällt. Die Verbraucher wollen das aber so. Geräte mit festverbautem Akku sind aus konstruktiven Gründen dünner als welche mit wechselbarem Akku, außerdem halten sie Wasser besser aus als welche mit wechselbarem Akku. Das wollen die Leute unbedingt, also müssen sie in Kauf nehmen, daß man den Akku nicht wechseln kann. Man könnte (und sollte vielleicht auch) auf solche Geräte eine Sonderabgabe Elektroschrott draufschlagen (vielleicht 30 Euro?) -- aber ich bin davon überzeugt, daß hinreichend viele Nutzer eine solche Abgabe für das "elegantere" Gerät gern bezahlen werden. Tja, wenn man näher hinschaut, sind manche Dinge in Wirklichkeit anders, als sie beim oberflächlichen Hinschauen schienen.
Es ist doch interessant, dass einem beim Thema geplante Obsoleszenz nur Industrie und Verbraucher als Akteure einfallen. Es geht dabei aber eben auch um Müll, der in die Umwelt gelangt. Es ist mir relativ wurscht, ob ich im Jahr 10 oder 20 Euro mehr ausgebe, weil ich kaputte Glübirnen früher austauschen muss als nötig. Mittlerweile gibt es aber ganze Industriezweige, die nahezu ausschließlich für eine kurze Verwendung der Produkte produzieren, wie z.B. Primark. Dass der Mensch mittlerweile neben anderen Verdauungsresten auch kleine Plastikkügelchen ausscheidet, liegt nicht unwesentlich an der ignoranten Haltung gegenüber unseren Herstellungs- und Konsumpraktiken.

Auch interessant finde ich, dass sich alle auf den Akku von Smartphones kaprizieren. Daher zitiere ich gern nochmal den Text:

„Ermittlungen hatten laut der Behörde ergeben, dass sich Apple und Samsung "unlauterer Geschäftspraktiken" schuldig gemacht hätten. Updates von Betriebssystemen verursachten demnach "schwerwiegende Fehlfunktionen" und "reduzierten die Leistung deutlich". So seien die Kunden gedrängt worden, schneller neue Geräte zu kaufen.“

In diesem Sinne.

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