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Geräte-Verschleiß: Wege aus der Wegwerfgesellschaft
REUTERS

Bauen Firmen Produkte, die planmäßig kaputtgehen? Deutsche Forscher sind diesem Verdacht erstmals systematisch nachgegangen. Hier sind ihre Ergebnisse.

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reiisa 13.02.2016, 13:35
90. Intensivnutzung

Bei mir gingen kurz nach der Garantiezeit, bzw. weit vor dem erwarteten Nutzungsende folgende Geräte kaputt: PC-Drucker, TV-Gerät, Wascharmatur, elektr. Mauerkasten für Dunstabzug und Beleuchtung Badezimmerspiegel. Ärgerlich ist dann immer die Anrufung des Handwerkers bzw. Kundendienstes. Den Herrschaften habe ich folgendes mit auf den Weg gegeben: Die Neuteile werde so intensiv nutzen, das die erwartete Gesamtnutzung in Stunden vor Ablauf der Garantie erreicht ist. Geht das Gerät dann kaputt, bekomme ich eben kostenlos ein neues. MfG reiisa

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delusionist 13.02.2016, 13:35
91. Thema Drucker

Es gibt immer wieder Beispiele, die gegen geplanten Verschleiß sprechen. Mein HP PSC 1410, 2006 für 80? gekauft, ist heute immer noch in Benutzung. Das Gerät, durch das ich es 2011 ersetzen wollte, ist hingegen von Beginn an fehlerhaft gewesen und hat bald einen neuen Besitzer gefunden. Dieser Drucker hat jetzt Bleiberecht auf Lebenszeit.

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j.schiffmann 13.02.2016, 13:36
92. ...

Zitat von Hilfskraft
Wenn jeder bis zu seinem Lebensende mit dem selben Kühlschrank hantieren würde, müssten Kühlschrankfabriken dicht machen. Adios Arbeitsplätze, wo auch immer. Würden Kühlschrankfabriken nur von den nachwachsenden Generationen Kühlschrankbenötiger existieren können? Die Dinger und alle anderen müssen kaputt gehen.
Psssst, mein Kühlschrank ist fast 50 Jahre alt! War noch ein kleines Kind, als den meine Eltern bekommen haben - hat sicher einen ganz schlimmen Stromverbrauch, aber so lange der noch läuft...

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OskarVernon 13.02.2016, 13:36
93.

Zitat von dasistdasende
Ein Vergleich der Lebenszeit von Geräten aus den 70er 80er etc mit heute wäre interessant gewesen. Aber die Ergebnisse möchte die Wirtschaft sicherlich nicht sehen.
Die Wirtschaft kennt die Ergebnisse - aber auch ihre Kundschaft; und tut gut daran, deren Wünsche zu erfüllen statt teure Spitzenprodukte herzustellen, die niemand kauft: Die nämlich sind zum Minderheitenprogramm geworden - und das liegt nicht an "der Wirtschaft".

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NAL 13.02.2016, 13:41
94. Man sollte den halbjährlichen oder jährlichen

Generationswechsel bei Electronic Geräten verbieten. Hier sollten mindesten 3 Jahre zwischen den Modelllinien eingeschoben werden. Der Unsinn alle halben Jahre ein neues Smartphone (vorzugsweise aber nicht nur Android) dem Kunden aufzudrängeln sollte schon fast als Strafwürdig behandelt werden. Die Geräte müssen auch über einen Zeitraum von 4-5 Jahren mit Updates und Upgrades des Betriebssystems versorgt werden. Mein erstes Android Handy (und auch mein letztes) war nach einem halben Jahr aus der Versorgung genommen worden. Das ist schon kriminell.

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M. Michaelis 13.02.2016, 13:41
95.

Es gibt in einer Ökonomie keine Alternative zum Wachstum.

Langlebige Geräte sind sehr viel teuerer sein, da ihr Deckungsbeitrag über die ganze Nutzungsdauer reichen muss, ausserdem müssen Ersatzteile lange und damit teuer vorgehalten werden, es darf zudem keine technische Weiterentwicklung geben.

Ausserdem kann ein Unternehmen das langlebige Massenbedarfsartikel herstellt nur überleben, wenn es immer neue Märkte erschliesst.

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derschnaufer 13.02.2016, 13:42
96.

Mein PC habe ich jetzt 12 Jahre und er tut es noch. Mein Röhrenfernseher hatte ich über 20 Jahre ehe er den Geist aufgab.Kühlschrank, Waschmaschine, ich hatte nie Probleme damit. Bin auch froh darüber. Vielleicht auch Glück und alles Mittwochsgeräte gewesen.

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eggshen 13.02.2016, 13:43
97. Wegwerfwahnsinn...

...
Um den Wegwerfwahnsinn zu stoppen, müssten allerdings nicht nur die Politiker umdenken, sondern auch die Produzenten und Konsumenten. Es bräuchte mutige Gesetze, die den Kauf langlebigerer Produkte attraktiver machen; Konzerne, die auf einen Teil ihrer Profite verzichten und langlebige Geräte bauen; und Verbraucher, die nicht jedem neuen Techniktrend hinterherlaufen.
...

Hört sich für mich nach technikfeindlichem, pädagogisierendem Sozialismus an. Eine kritische Auseinandersetzung mit den o.g. Ausführungen würde den Rahmen sprengen.
Bliebe allenfalls anzumerken, daß auch früher (als bekanntlich alles besser war...) Kram kaputtgegegangen ist. Im Unterschied zu heute waren Konsumprodukte gemessen am Einkommen viel teurer und daneben war D noch nicht so ein Hochlohnland. Da lohnte es sich eben noch, das Pferdefuhrwerk, den Volksempfänger oder den HP-Potatojet zu reparieren.

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mimas101 13.02.2016, 13:43
98. Hmm

auch wenn der vorzeitige Verschleiß nicht geplant sein sollte so existiert er doch. Und zwar aus einigen Begleit-Umständen hergeleitet (am Bsp eines TVs, läßt sich auch auf andere Elektrogeräte pp über tragen):
1. Im Reparaturfall gibt es so gut wie keine Ersatzteile (Ausnahme Küchengeräte, da so es eine EWG-Ersatzteilgarantierichtlinie für 8 Jahre Vorrat geben).
2. Bau der Geräte so das eine Reparatur teurer ist als ein Neugerät (z.B. mein BR-Player: Platine mit der Bestückungsseite nach unten eingebaut und alles dann versiegelt damit nur keine Reparatur möglich ist),
3. Man kann schlecht reparieren wenn diverse Elektrohersteller weder Schaltpläne herausgeben noch Reparaturmaterialien.
4. Es gibt keine Modularisierung wo man ein Feature aufpeppen oder ersetzen könnte. Sprich will man mehr heißt das kompletter Neukauf anstelle für ein paar Märker eine Extra-Platine ins Gerät zu schieben.
5. Fehlende Zukunftsfähigkeit - sprich das Gerät ist nicht für Neuerungen ausgelegt (z.B. neue Bediensoftware fürs TV pp). Auch hier gilt: Kein Support nach einem Jahr aber kaufe dafür neu.
6. Überteuerte Ersatzteilpreise (System Apfel).
7. Kühlschränke z.B. schlechte Kabelführungen zur Türe wo ein vorzeitiger Kabelbruch nicht ausgeschlossen werden kann. Natürlich gibt es dann schon lange keine Ersatzteile mehr.
pp.

Die Angabe der Nutzungsdauer - jo mei, wenn der TV-Hersteller nach einem Jahr keine Software-Updates mehr bringt (und Smart wegen nicht mehr laufender Updates dahinkümmert, s. Philips) dann kann die noch so lang sein wie sie will.

Das Problem: Die Börsen und Investoren wollen Verkaufseinheiten zählen, mit Steck-Modulen und Ersatzteilen läßt sich sowas nicht verwirklichen.
Also wird etwas anders getrickst damit er Rubel rollt.
Und eine Bevorratung mit Modulen, Erweiterungen pp kostet extra Geld

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M. Michaelis 13.02.2016, 13:43
99.

Zitat von rommers
Mein Vorschlag wäre, nicht nur den Energieverbrauch, sondern auch die Haltbarkeit mit Sterne oder Buchstaben zu kennzeichnen.
Die Haltbarkeit kann immer Vorhinein nicht ermittelt werden.

Ausserdem gibt es da einen Zielkonflikt. Solange die technische Weiterentwicklung neue Geräte mit weniger Energiebedarf auf den Markt bringen, führt die lange Haltbarkeit dazu dass die älteren mit höherem Verbrauch noch sehr lange laufen.

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