Forum: Wirtschaft
Geräumtes Protestcamp in Frankfurt: Occupy wird unsichtbar
REUTERS

Mit dem Protestcamp in Frankfurt verliert die Occupy-Bewegung ein zentrales Symbol: Ihr utopischer Kleinstaat im Zentrum des Kapitalismus ist im Müll erstickt. Doch der Protest war nicht umsonst. Die Demonstranten haben eine wichtige Debatte angeregt - und erschließen für diese schon neue Plattformen.

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shokaku 07.08.2012, 11:06
60. Hier könnte ein Titel stehen

Zitat von restauradores
Genau so können sie sich auch die Frage stellen wo die grössere Unterstützung der Widerstandskämpfer im dritten Reich war!
Yo, unter diesem Quervergleich macht es der gemeine Occupier nicht.

Zitat von restauradores
Ist das wirklich ihr einziges und abschliessendes Argument? Nicht das Thema, das Anliegen ist falsch, sondern die Ohnmacht des Rests, das wegschauen und die Opportunisten, die sich lieber tagtäglich danach trachten von dem korrupten, maroden Kuchen auch ihr persönliches kleines Stückchen abzubekommen.
Der grösste Teil der Menschheit hat halt ein Leben.

Wer wirklich glaubt mit dem Ansatz

"Wir sind mit der Gesamtsituation unzufrieden, macht mal anders, dann kommen wir eventuell auch wieder aus der Schmollecke raus"

irgendetwas bewegt, dem ist nicht zu helfen.

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Ungustl 07.08.2012, 11:06
61. Kapitalisten demonstrieren gegen Kapitalismus

"So endet die Revolution - auf einem niedergetrampelten Rasen voller Müll."

Das erinnert an Woodstock, und wie´s dort ausgeschaut hat. Das Lustige an solchen Protestformen ist ja ihr Ursprung, die 68er Generation und ihre Kapitalismus-Kritik -ein Paradoxon, bedenkt man, dass diese Generation dermaßen im Luxus und Überfluss lebt, wie nie eine andere zuvor (und nach ihr, wenn das so weitergeht mit dem Finanzieren fremder Staaten). Gerechter ist die Welt durch ihren Einfluss nicht geworden, obwohl oder gerade weil diese Generation in allen Schlüsselpositionen, von der Politik, über die Medien und Wissenschaften bis hinauf in die Wirtschaft und Finanzindustrie sitzt?

Wieso erkennen die Kinder der 68er nicht den Irrtum ihrer Eltern? Oder wollen die auch nur schnorren, solange noch was da ist vom Kuchen?

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Der Pinscher 07.08.2012, 11:07
62. Leider falsch, ...

Zitat von regensommer
Ich frage mich, wie kann man sich an Müll derart aufregen? Das ganze wird weggeräumt und fertig.
... Regensommer. Mit dieser Maxime befinden Sie sich nämlich in direkter Nachbarschaft zu denjenigen, die Sie (zurecht) kritisieren. Im Falle der hochspekulativen Finanzgeschäfte wie auch hier im Occupy-Lager gilt bzw. galt tatsächlich Ihr o. a. Credo: "Wir verbocken etwas, haften aber nicht für die Folgen."

"Das ganze wird weggeräumt und fertig" - Dieser Satz hätte auch vom Vorstandsvorsitzenden der Barclays Bank kommen können.

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restauradores 07.08.2012, 11:07
63. Nicht alles über ein Kamm...

Zitat von Herr Hold
Die Unterstützung durch die Gesellschaft war nun mal nicht da, weil wohl offensichtlich viele Leute diese Bewegung nicht unterstützen, eben nicht 99%. Es "meckern eben nicht alle und verdammen das Finanzsystem". Ich bezweifle auch, dass ein Mensch, der bei einer Bank arbeitet, nichts besseres zu tun hat, als anderen "eine Messer direkt in den Arm zu stechen".
"Alle" - stand in Anführungsstrichen, bedeutet "allgemein" und bezieht sich auch auf die EUR-Rettung, Gelder an GR, E, P, etc., und hier meckert nahezu jeder. Viele verstehen aber nicht wie das Banken- und Finanzsystem darin steckt.
Messer... - war eine Kritik an einen Grossteil der Bevölkerung, die die Auswirkungen dieses Finanzsystems wohl ERST DANN merken würde, wenn sie DIREKT verletzt werden würden!
Banker/Protest - in erster Linie richtet sich der Protest gegen das System, nicht gegen einzelne Personen. Der Bankangestellte am Schalter handelt wohl kaum mit Spekulationsobjekten, Leerverkäufen, etc. Man kann aber nicht vor der Bürotür von jedem einzelnen Verantwortlichen Demonstrieren, also allgemein vor der Tür.
Differenzieren ist eine Kunst! Pauschalisieren ist hier populistischer, argumentsloser und egoistischer, egozentrischer Machterhalt!

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SmallSmurf 07.08.2012, 11:14
64. <eom/>

Gerade wenn das Auge der Öffentlichkeit auf einen gerichtet ist, sollte man sich doch glaubwürdig repräsentieren.

Das hat man in Frankfurt aber nicht geschafft.

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JerryFletcher 07.08.2012, 11:16
65. Gutes Zeichen

Also es war ein gutes Zeichen unserer Demokratie, dass man diesen Protest solang gestattete. Eine Demonstration einer Minderheit solange zu gestatten, das macht deutlich, dass in Deutschland Meinugsfreiheit und -vielfalt herrscht.

Dass das ganze aber auch nicht ewig dauern kann ist doch klar. Occupy hatte seine Chance, leider nur keine Antworten und nun auch weniger Unterstützer. Trotzdem war es die ersten Wochen eine gute Sache.
Der Staat hatte sich hier sehr souverän verhalten, die angegriffene Finanzwelt ebenso.

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rettungsschirm 07.08.2012, 11:16
66. Die Macht der Banken!

Zitat von sysop
Mit dem Protestcamp in Frankfurt verliert die Occupy-Bewegung ein zentrales Symbol: Ihr utopischer Kleinstaat im Zentrum des Kapitalismus ist im Müll erstickt. Doch der Protest war nicht umsonst. Die Demonstranten haben eine wichtige Debatte angeregt - und erschließen für diese schon neue Plattformen.
Ich bin zwar grds. auch für eine Beschränkung der Macht der Banken aaaber: Im Vergleich zu diesem Camp sehen die Lobbies der Banken einfach viel besser aus! Auch gewinnt doch ein höherer Banker in feinem Tuch jeden Vergleich mit einem dieser Campzottels! Und wenn die EZB jetzt dafür sorgt, dass die Anlage vor ihrer Haustür wieder adrett gepflegt erscheint, lasse ich bis zur nächsten Bankenrettung (also abgesehen von den permanenten Massnahmen wie dem Fluten mit Geld, Ankauf von Staatsanleihen, etc), nochmal mit mir über die Beschränkung der Bankenmacht reden.

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Dr. Fuzzi 07.08.2012, 11:19
67. Och Joh!

Zitat von HaioForler
Sieht huebsch aus da. Wieviel % der dort Sitzenden bestanden eigentlich noch aus Protestlern?
Meines Wissens waren es noch 3 ständige "Protest-Bewohner" des Camps. Das jedenfalls wurde vor ein paar Wochen mal in der Hessenschau so berichtet.

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Maynemeinung 07.08.2012, 11:19
68. Jetzt kriegen die 99% ihr Recht!

Zitat von restauradores
Wenn ich mit einem berechtigten Anliegen, von gesamtgesellschaftlichen Interesse, vertrieben werde, dann mache ich den Herren der Obrigkeit nicht auch noch den Platz sauber. (...)
Wie sagt man noch: wenn das Wörtchen wenn nicht wär'...

Das "gesamtgesellschaftliche Interesse" mögen die Camper, sofern sie in der Lage waren, Wörter mit mehr als fünf Silben unfallfrei auszusprechen, für sich reklamiert haben. Aber die Gesamtgesellschaft hat ihnen 'was gehustet.

Die (von Occupy ruinierte) Grünanlage in Frankfurt gehört eben nicht "den Herren der Obrigkeit", wie Sie hier phantasieren - sondern den Menschen in Frankfurt (im Soziologendeutsch: die Gesamtgesellschaft). Und die haben von selbsternannten und -gerechten Aktivisten so richtig die Nase voll. Zu 99%!

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restauradores 07.08.2012, 11:24
69. Habe noch nie gesehen,

Zitat von Der Pinscher
... Regensommer. Mit dieser Maxime befinden Sie sich nämlich in direkter Nachbarschaft zu denjenigen, die Sie (zurecht) kritisieren. Im Falle der hochspekulativen Finanzgeschäfte wie auch hier im Occupy-Lager gilt bzw. galt tatsächlich Ihr o. a. Credo: "Wir verbocken etwas, haften aber nicht für die Folgen." "Das ganze wird weggeräumt und fertig" - Dieser Satz hätte auch vom Vorstandsvorsitzenden der Barclays Bank kommen können.
dass Demos gegen Castor-Transporte aufräumen mussten? Plakate bei Wahlkämpfen werden auch von unseren Steuergeldern an die Parteien entfernt!
Es ist typisch "deutsch" sich mehr über den Gartenzwerg im Nachbargarten aufzuregen als die Freiheit ihn aufstellen zu dürfen zu loben!

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