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Gerechtigkeit: Sozialverband warnt vor Armut und Ausgrenzung
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Immer mehr Restesammler, immer niedrige Altersrenten: Der Sozialverband Deutschland befürchtet zunehmende Armut und soziale Spannungen. Verbandspräsident Bauer mahnt: "Um unseren Staat ist es nicht gut bestellt."

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rageagainstthemachine 04.11.2015, 16:19
40.

Zitat von Katzazi
Das mit dem Rentenrisiko stimmt sicherlich. Und auch ich bin mir nicht sicher, wie ich, wenn ich einmal in dem Alter bin, über die Runden kommen werde, schließlich kommt erst einmal der Berg der Babyboomer vor mir. Was danach noch "überig" ist und worin es sich für mich zu investieren/sparen lohnen würde ist für mich kaum absehbar. ABER nichts desto trotz deht es derzeit der Rentengeneration so gut, wie es selten einer Rentengeneration gegangen ist. Viel mehr ist derzeit ein Ungleichgewicht für die Jüngeren (wozu ich mich auch nicht mehr ganz zähle) zu spüren. Auch dazu gab es mehrere Artikel bei Spiegel. Das ist zwar in anderen Ländern noch viel drastischer, als in Deutschland, aber das macht es nicht besser. Eine stärkere Orientierung in die Richtung macht also auf jeden Fall Sinn.
Sicher ist, wenn Sie nur über ein durchschnittliches Einkommen verfügen (u. diese "durchschnittl." Zahlen enthalten ja auch Spitzeneinkommen, die Mehrheit wird noch einiges darunter liegen), erwartet Sie Grundsicherung & Alterarmut.
Da braucht man sich gar keinen Illusionen hinzugeben.

"Investieren" kann man mit so einem Einkommen auch nicht, denn es bleibt i.d.R. nix übrig. Selbst wenn, "sparen" können Sie vergessen, Zinsen wird es in diesem Finanzsystem nicht mehr geben (vielleicht im nächsten......). Sie könnten höchstens "spielen, also entweder Lotto, an der Börse oder einem anderen Casino.

Wenn Sie also nicht so überdurchnittl. verdienen, so dass Sie in etwas grösseres, werthaltiges wie eine Immobilie investieren können, lassen Sie es ruhig angehen. Solange das geht, "investieren" Sie in sich, u. wenn tatsächl. ein paar Euro fuffzich "über" sein sollten, hauen Sie die auf den Kopf. Vermeiden Sie es, im sich immer schneller drehenden Hamsterrädchen mithalten zu wollen u. sich jagen zu lassen.
Das bringt Ihnen für später genau so viel, wie sich ein paar Kröten vom Mund abgespart zu haben. Nichts.

Verbessern wird sich an der Situation nämlich künftig genau Null, im Gegenteil. Je eher man das erkennt und der Realität ins Auge blickt, um so besser.

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wut62 04.11.2015, 16:25
41. Den heutigen Rentnern geht es gut?

Na, da sollte man mal mit einigen Märchen aufräumen. Ein Rentner erhält zur Zeit 47% seines letzten Bruttogehalts, im Jahr 2030 nur noch 40%. Wenn ein Arbeitnehmer ein Bruttogehalt von z.B. 3000 € erhält, würde er eine Rente von etwa 1350 € brutto erhalten. Davon gehen zur Zeit 11% Krankenkassenbeitrag ab, es verbleiben 1201 € vor Steuern!!!!. Also weit entfernt davon, seinen Lebensstandard zu halten zu können. ich habe das Gefühl, dass viele Mitbürger Renten und Pensionen durcheinander werfen. Ein Bekannter von mir, erhält als Feuerwehrmann mehr als 2000 € brutto + Beihilfe.
Die Renten sind seit dem Jahr 2000 um durchschnittlich 16,95% gestiegen, die Inflation betrug dagegen im gleichen Zeitraum um 24,1 %. Der Pflegebeitrag muss der Rentner seit geraumer Zeit alleine bezahlen. Das war ein Sozialabbau in einer unverständlichen Höhe fast ausschließlich unter einer Rot/Grün Regierung.
Nun kam die private Altersvorsorge ins Spiel, an der sich der Staat unverfroren bedient hat. Für eine abgeschlossene Direktversicherung mussten ab 2000 plötzlich der halbe KK-Beitrag und ab 2004 der volle KK-Beitrag abgeführt werden. Bei einer 100.000 € Altersvorsorge wurden dann ca. 18.000 € gestohlen und das mit steigender Tendenz durch die bevorstehenden KK Erhöhungen. Privatversicherungen sind davon nicht betroffen. Die Umverteilung on unten nach oben geht weiter. Der erste Schritt, diese Erhöhungen wieder für Arbeitnehmer und Rentner zu korrigieren, wäre die Rückkehr zu einer paritätischen Beitragszahlung. Wenn die Politik diesen Schritt nicht einleitet, wissen wir, wohin die Reise geht.

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lupo44 04.11.2015, 16:29
42. es ist ein Versagen der Regierung .....

bei diesen Thema schwillt einen der Kamm.Wir die wir 45 Jahre und mehr gearbeitet haben für dieses Land (unser Land) werden tatsächlich immer Ärmer.Vorsorge war das große Thema-oder die Renten sind sicher!!!! Herr Dragi mit Europa hat die Zinsen auf erspartes Geld soweit gekürzt das es überhaupt kei Sinn mehr macht das Geld auf der Bank zu lassen.Lebensversicherungen als Vorsorge -soweit runter das man fast weniger rausbekommt als man eingezahlt hat 25 Jahre. Strompreise steigen ,wie überhaupt Energiepreise,Krankenversicherungsbeiträge Steigen,preiswerter Wohnraum wird immer knapper.
Die Altersarmut wächst immer weiter.Jede 6.Familie lebt in Deutschland in Armut,jedes 5.Kind auch.Was ist das für eine Perspektive?Wir haben Deutschland augebaut für kommende Generationen,für unsere Kinder und Enkel.Statt dessen wir d alles kaputt gespart. Schulen und öffentliche Gebäude sind in einen desolaten Zustand. Es stimmt nicht in Deutschland. Der soziale Frieden ist gefährdet. Uns wird immer erzählt Deutschland ist ein reiches Land.Aber die Bevölkerung hat davon nichts.Wir verteilen diesen Reichtum in der Welt.Dafür haben wir internationale Anerkennung für die Großzügigkeit.
Da fällt einen die Griechenlandkrise ein ,die Ukraine krise die Piratenjagd in Afrika,das Truppenkontigent im Balkan und jetzt noch die Flüchtlingskrise.Die wird uns dieses Jahr 10 Milliarden kosten. Und wir wissen nicht bis heute wie lange diese Hilfe andauern wird. Es ist wirklich nicht einfach als Deutscher im letzten Lebnsabschnitt das alles noch zu verstehen mit dem entsprechenden Verständnis.

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böseronkel 04.11.2015, 16:41
43.

Zitat von james-100
Menschen der unteren Schichten, die hier teilweise 45 Jahre und länger geschuftet haben, interessieren die Deutschen und auch dieser Regierung nicht.
Wenn "die da oben" die regelmäßig bekannt gemachten durchschnittlichen Renten zur Kenntnis nehmen würden, könnte niemand mehr von den reichen Land Deutschland faseln. Es ist auch wenig hilfreich die sich rasend ausbreitende Altersarmut einfach zu ignorieren und an der beschlossenen kontinuierlichen Rentenkürzung festzuhalten sowie die Ansparungen der Jungen einfach in die Taschen des Geldadels maschmeyern.

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wut62 04.11.2015, 16:42
44. Wunderbar beschrieben. Vielen Dank lupo44

Ich denke, unsere beiden Leserbriefe haben treffend die Entwicklung und die Situation der heutigen und der zukünftigen Rentner beschrieben. Wer dies liest und einer Prüfung unterzieht, muss zwangsläufig zu dem Ergebnis kommen, dass die Warnung des Sozialverbandes richtig ist.

ich hoffe, dass mehr und mehr Bürger in Zukunft den Durchblick bekommen. Hoffen wir!

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bristolbay 04.11.2015, 16:45
45. Etwas muss falsch sein

Ich bin Jahrgang 1948, habe studiert und in meinem Berufsleben nicht schlecht verdient. In vielen Jahren lag ich immer über der Beitragsbemessungsgrenze, habe aber auch Zeiten von Arbeitslosengeld gehabt.
Meine Rente ist angesichts dessen, was ich eingezahlt habe, ausreichend.
Gehe ich aber mal tiefer in die Berechnung der Rente, dann sehe ich, wie man die Bevölkerung ausgenommen hat. Wurde vor 40 Jahren propagiert, sich fortzubilden, dann sehe ich heute, dass hier eine gewaltige Lücke für die Rentenberechnung entstanden ist und ich mein Studium teuer erkauft habe .
Ohne dieses Studium wäre ich aber nicht in die Situation guter Gehälter gekommen.
Wenn also "meine" Generation schon nicht mit der Rente klarkommt, und diese Generation hat nicht die Nachteile der heutigen Generation-Praktikum, dann muss ich schon für die nächsten Generationen richtige Sorge haben.
Grund liegt einzig und allein in der Politik. Alle Wahlversprechen, die aus dem Steueraufkommen zu finanzieren sind, wurden und werden in die Rentenkasse gelegt, die Finanzierung der Einheit und die Integration der Russlanddeutschen mit höherem Rentenanspruch als deutsche Einzahler, alles finanziert aus der Rentenkasse.
Man müsste der Politik die Hoheit über die Rentenkasse nehmen.
Alle Parteien, egal ob mit einem "sozialen" oder "christlichen" Vorzeichen haben sich an den Rentenkassen versündigt. Aber denen kann das egal sein, sitzen sie doch wie die Beamten auf gut alimentierten Polstersitzen.

Was ist aus Deutschland geworden?

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ichsagemal 04.11.2015, 16:51
46.

...es ist nach wie vor das Ergebnis der Politik der GroKo, dass die Schere ungehemmt immer weiter auseinander driftet. Es muss doch zum Brandsatz werden, wenn einige wenige immer unendlich reicher werden und andere immer weiter abrutschen. Die GroKo könnte dank ihrer Mehrheit eine temporäre Sonderabgabe für sehr hohe Einkommen beschließen. Tut sie aber nicht, sondern duckt sich weg und wundert sich dann noch, dass bestimmte Spektren Zulauf erhalten.

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willibaldus 04.11.2015, 17:13
47. Da erinnere ich mich an eine

Diskussion im Fernsehen, Mitte der 90ger glaube ich.
Da war ein Fachmann der Demoskopie zu Worte gekommen, der eine Gefahr für den Generationenvertrag kommen sah, rein Aufgrund der Bevölkerungsentwickelung. Eine Moderatorin hielt das für weit hergeholten Alarmismus und fragte dann ernsthaft, wie wahrscheinlich denn das Eintreffen dieser Horrorszenarien sei. Die Antwort war darauf: Wenn alles so weitergeht wie die letzten 30 Jahre und äussere Faktoren wie Einwanderung konstant bleiben, 100%, also unausweichlich, worauf der Moderatorin und einigen anderen der Unterkiefer nach unten klappte.
Wie kann das sein, das so viele Leute auch mit guter Bildung, scheinbar nicht die geistigen Voraussetzungen haben, die Auswirkungen von einfachen Zahlen auf die Gesellschaft bzw die Zukunft abzuschätzen?
Fast wie beim Klima, die Zahlen sind da, Voraussagen werden immer genauer, allein all zu Viele können oder wollen nicht begreifen, dass daraus in Zukunft Konsequenzen erwachsen, unausweichlich.

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yvowald@freenet.de 04.11.2015, 17:28
48. Wie die Rufer in der Wüste

Auch der Sozialverband Deutschlands gehört zu den "Rufern in der Wüste", aber deren Rufe verhallen unerhört.
Es führt kein Weg an dem Schweizer Altersrentenmodell vorbei.
Dort zahlen bekanntlich alle Bürgerinnen und Bürger (dort: Eidgenossinnen und Eidgenossen) in die Rentenkasse ein, und zwar einen geringen Prozentsatz von allen Einkünften.
Und am Ende erhalten auch alle Schweizerinnen und Schweizer eine gesetzliche Altersrente, allerdings nach oben "gedeckelt".
Dennoch scheinen alle Eidgenossinnen und Eidgenossen zufrieden mit diesem Rentensystem.
Und hierzulande?
Immer gibt es - zu Recht - Klagen, weil "den letzten die Hunde beißen", wie es so schön heißt.
Die Kleinrentnerinnen und Kleinrentner werden am Ende kaum noch etwas zum Leben haben, während sich die Großverdiener aus allem heraushalten dürfen.
Ein Skandal für einen "Sozialstaat" wie die BRD!

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competa1 04.11.2015, 17:35
49. Bei vielen..

Zitat von trader_07
Bei vielen wären problemlos 150 Euro pro Monat zur Altersvorsorge übrig, wenn sie einfach auf die Schachtel Zigaretten am Tag verzichten würden.
..wäre auch wieder problemlos ein Spitzensteuersatz von 52% möglich.Dann gäbe es wenigsten wieder eine gefühlte Gerechtigkeit!

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