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Germania: Experte hält Krise für existenzbedrohend
DPA

Hohe Kerosinpreise, ein schwacher Euro und die massive Konkurrenz haben die Fluggesellschaft Germania in eine tiefe Krise gestürzt. Luftfahrt-Experte Heinrich Großbongardt zweifelt sogar, ob die Airline "den Sommer noch erleben wird".

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lg73 09.01.2019, 15:06
1. Ryanairisierung

Mit der Öffnung des deutschen Marktes für Billigheimer wie Ryanair, die auf Arbeitnehmerrechte pfeifen und deshalb schön billig sind, ist es sehr schwer für eine kleine "ordentliche" Airline zu überleben. Ryanair hat das Rennen um die niedrigsten Standards eröffnet, und wenn dann die Konkurrenz erst einmal verschwunden ist, wird auch Ryanair die Preise anheben. Das passiert eben wenn der Verbraucher nur auf den Preis schaut, dann geht es halt in Zukunft mit Ryanair in die Ferien, mit nur 15 kg Gepäck und alles kostet extra. TUIfly wird auch irgendwann verschwinden. Das zeigt wie wichtig es eigentlich wäre, EU-weit einheitliche Standards zu haben und Lohn- und Steuerdumping z.B. durch die Iren zu verhindern.

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skygirl 09.01.2019, 15:41
2. und das...

..obwohl doch eigentlich die böse VC und UFO am Untergang der Germania arbeiten (gerne auch im Auftrag der Konkurrenz)...so zumindest die vom Management verbreitete Legende unter den Mitarbeitern. Ende vergangenen Jahres hat die Firma dazu eigens ein Video publiziert, dass für Belustigung gesorgt hat.
(zur Erklärung: bekennende Gewerkschafter werden von diesem Unternehmen auch gerne mal einfach entlassen, daher gibt es auch keine Freiwilligen die sich dort als Tarifkommission outen).

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see_baer 09.01.2019, 15:44
3. Muß eigentlich jeder dreimal in den Urlaub fliegen?

Wohin der Preisdruck führt sieht man hier:

https://de.wikipedia.org/wiki/Aloha-Airlines-Flug_243

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skygirl 09.01.2019, 16:36
4. nun ja...

Zitat von see_baer
Wohin der Preisdruck führt sieht man hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Aloha-Airlines-Flug_243
ein Unfall der letztendlich auf Materialermüdung durch Korrosion an einem zu diesem Zeitpunkt 19 Jahre alten Flugzeug (das quasi dauerhaft dem Inselklima ausgesetzt war) zurückzuführen ist und vor über 30 Jahren im hawaiischen Luftraum geschah, hat ja wohl kaum etwas mit der Diskussion um Misswirtschaft bei einer deutschen Airline im Jahr 2019 zu tun. Der amerikanische Markt war zwar damals bereit liberalisiert, aber man hat Aloha nicht vorgeworfen aus Wettbewerbsgründen bei der Wartung geschlampt zu haben.

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syracusa 09.01.2019, 17:02
5.

Zitat von lg73
Mit der Öffnung des deutschen Marktes für Billigheimer
Es gibt keinen deutschen Markt, sondern nur den der EU. Aber ansonsten haben Sie recht: Wettbwerb zwischen Unternehmen muss über Leistung und Effizienz stattfinden, nicht aber über Sozial-, Lohn- und Steuerdumping.

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voneisenstein 09.01.2019, 17:06
6. self-fulfilling prophecy

Man muss kein "Luftfahrtexperte" sein, um vorhersehen zu können, dass eine offenkundig seit Jahren defizitäre Fluggesellschaft ohne tragfähiges Geschäftsmodell irgendwann in die Knie geht. Insbesondere, wenn diese Fluggesellschaft, die ihr Hauptgeschäft im Sommer macht, mit einem großen Minus in den nachfrageschwachen Winter geht und keine Reserven oder Geldgeber mehr hat.
Wobei ich mich natürlich auch frage, warum das Management der Germania diese sonderbare Pressemeldung überhaupt veröffentlicht hat, tritt sie damit die Lawine (verunsicherte Kunden -> ausbleibende Buchungen -> noch größeres Liquiditätsproblem) doch erst richtig los.

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kindchen 09.01.2019, 17:24
7. Germania?

Ist das nicht die Fluggesellschaft, wo Piloten dafür bezahlen mußten, um fliegen zu dürfen? Also darum wäre es nicht schade ...

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-126717948.html

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kindchen 09.01.2019, 17:30
8.

Zitat von lg73
Mit der Öffnung des deutschen Marktes für Billigheimer wie Ryanair, die auf Arbeitnehmerrechte pfeifen und deshalb schön billig sind, ist es sehr schwer für eine kleine "ordentliche" Airline zu überleben.
Die Arbeitsbedingungen bei Ryanair sind besser als bei Germania. Ryanair bezahlt seine Piloten vielleicht nicht besonders gut, aber immer noch besser als Germania, wo Piloten auch schon mal dafür bezahlen mußten, um fliegen zu dürfen (http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-126717948.html). Und wenn der Markt für deutsche Fluggesellschaften im Ausland geöffnet werden soll (eine der Nischen, in denen Germania lebt), muß das auf Gegenseitigkeit beruhen. Ohne eine solche Öffnung hätte eh die Lufthansa de facto das Monopol in Deutschland, dann wären die Chancen für Germania auch nicht besser.

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allessollanderswerden 09.01.2019, 19:43
9. Ein scharfer Blick.......

Fliegen mi der Germania war OK. Da wird es immer ein paar Menschen gebe, die nicht zufrieden waren. Und natürlich hat die Serviceleistung auch nichts mit den aktuellen Problemen zu tun. Die Scheinwerfer sollten wohl besser auf den "Besitzer", Herrn Karsten Balke gerichtet werden. Da gibt es ja schon den einen oder anderen Artikel zu den Problemen des Managements. Oder darf man schon Mißmanagement sagen?

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