Forum: Wirtschaft
Geschäftsmodell: Deutsche Post will auch künftig Daten an Parteien vermieten
DPA

CDU und FDP haben im Wahlkampf Adressdaten genutzt, die von einer Post-Tochter kamen. Der Konzern sieht darin nach SPIEGEL-Informationen kein Problem. Die Praxis existiere schließlich auf Wunsch der Politik.

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steinbock8 06.04.2018, 19:29
10. Die Politik

Erzählt uns immer etwas von Datenschutz und ist am Handel mit unseren Daten beteiligt der Bürger wird nicht mehr gefragt eigeninteresse vor Interesse der Allgemeinheit

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comtom 06.04.2018, 19:33
11. Erstens

regt sich hier keiner so auf wie bei Facebook und Co. Zum anderen ist es auch nicht verwunderlich. Wir leben nun mal in der hoch geliebten Leistungsgesellschaft die Geld- und Machtgeil ist.. Also ist es nicht so verwunderlich, dass die einen das verkaufen was andere haben wollen. Hier sind dann nicht nur die Post, sondern in erster Linie solche datenschutzverachtenden Parteien wie CDU/FDP an den Pranger zu stellen.
Aber es wurde ja diese Parteien gewählt was ein Armutszeugnis der Wähler ist.

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Take it or leave it 06.04.2018, 19:46
12. Andere Prioritäten

Zitat von demiurg666
Weil habe ich unterschrieben das meine Daten genutzt werden? Darf ich auch die Daten von Postmanagern sammeln, aussetzen und "vermieten"? Ich sehe das als viel größere Problem als was Facebook macht, Facebook sagt mir zumindest dass sie meine Daten anderweitig nutzen.
Facebook wird angegangen, weil es u.a. ein Forum der Meinungsvielfalt ist und hier die Möglichkeit besteht, uneingeschränkt zu diskutieren (bzw. bestand, bis zu dem Gesetz dieses saarländischen Männleins). Die Weitergabe von Daten durch FB ist hier natürlich ein willkommener Anlass, den Konzern erneut zu attackieren.
Die Post ist diesbzgl. eher uninteressant.

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interessierter Laie 06.04.2018, 19:53
13. @bammbamm

vielleicht weil es nicht dasselbe ist. Die Daten, die Facebook rausgegeben hat sind personenbezogene Daten. Sie unterfallen damit dem Datenschutz. Und sie sind dazu geeignet, Sie als Bürger ganz individuell und direkt anzusprechen oder mit "alternativen Fakten" zu bombardieren. Hingegen sind die Daten der Post nicht auf Einzelne bezogen. Es sind aggregierte Daten, die nur insoweit einen Rückschluss zulassen, als ich sagen kann, als Bewohner von Königstein im Taunus wählen Sie mit 60 Prozent Wahrscheinlichkeit liberal oder konservativ interessieren sich mit 30 Prozent Wahrscheinlichkeit für Golf, haben mit 80 Prozent ein Haushaltseinkommen von über 100.000 Euro, fahren zu 50 Prozent ein Oberklasseauto als Drittwagen und so weiter... Es ist also eine Zusammenfassung verschiedener Statistiken.

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M. Vikings 06.04.2018, 20:49
14. Das ist wirklich übel.

Zitat von tommix68
Zitat: Vielmehr kommen alle den Parteien zur Verfügung gestellten Adressen aus frei zugänglichen Quellen, wie etwa vom Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg oder von Einwohnermel :Zitat Ende. Was erlauben sich die Behörden unsere Daten, die zwangsweise erhoben werden, zu veräußern? Wo bleibt da der vielgepriesene Datenschutz?!
Ich hatte nach zwei Umzügen plötzlich wieder Leute an der Backe
denen ich nichts Schulde,
mit denen ich nichts mehr zu tun haben wollte.

Das Einwohnermeldeamt hat denen
meine neue Adresse für 10 Euro verkauft.
Ich hätte dem Einwohnermeldeamt das x-fache gegeben,
wenn sie es nicht gemacht hätten.

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meier12 06.04.2018, 21:11
15.

Fein, wir haben wieder die Stufe der Verharmlosung erreicht. Die Post - und alle anderen Adresshändler wie Schober etc. - tun das, weil es doch eigentlich irgendwie erlaubt ist. Nur Einwohnermeldeämter verkaufen allenfalls Adressen, das Matchen mit weiteren Datensätzen wie Erkenntnissen über Verbrauchergewohnheiten (Cookieauswertung der Deutschen Post), Bankverhalten (die Post arbeitet zufällig mit den Adressunternehmen der Banken und Sparkassen zusammen) und anderen netten Erkenntnissen aus dem Leben der Betroffenen erledigen Anbieter wie die Deutsche Post. Man bekommt keinen Werbemüll, weil das EMA eine Anschrift verkauft hat, sondern weil die Datensätze zusammengeworfen werden, bis ein gläserner, keineswegs in einer anonymen "Mikrozelle" hausender Mensch sichtbar wird. Es ist kein Scherz, die Deutsche Post weiß, was wir alle gestern im Internet getan haben. Ich wiederhole das Zitat von der Homepage der Deutschen Post im Bereich Adressverkauf: Mit "Echt-Merkmalen, die personenscharf abgegrenzt sind, lassen sich Zielgruppen noch präziser selektieren....". Echt-Merkmale (also was wir gestern im Internet getan haben und vielleicht Infos von der Hausbank über das Kreditverhalten), die personenscharf zugeordnet werden können. So kann und muss man das verstehen. Das die Deutsche Post und hinter ihr sicherlich andere Adressanbieter wie Schober das jetzt wieder verniedlichen und zur Normalität wie das Rausbringen des Biomülls machen, ist ganz bös. Kein Bürger, keine Bürgerin möchte, dass die Daten, die man in einem Vertragsverhältnis oder über das Einwohnermeldeamt angibt, zusamengeführt und zu einer Art öffentlich zugänglicher Personenakte gemacht werden. Dieses Datenmatching muss schleunigst verboten werden. Gerade weil jeder Hansi, der ein Gewerbe angemeldet hat, darauf zugreifen darf.

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sailor_84 06.04.2018, 21:29
16. Auskünfte aus dem Melderegister

Auskünfte aus dem Melderegister an Private zum Zwecke der Werbung und/oder des Adresshandels sind künftig nur noch zulässig, wenn die Bürgerin und der Bürger vorher in die Übermittlung ihrer Meldedaten für diese Zwecke eingewilligt haben. Diese Einwilligung muss gegenüber Privaten ausdrücklich erklärt werden. Es besteht auch die Möglichkeit, bei der Meldebehörde eine Erklärung darüber abzugeben, dass die eigenen Daten zum Zwecke der Werbung und/oder des Adresshandels an Private herausgegeben werden dürfen. Diese Einwilligung bleibt bis zu ihrem Widerruf bestehen und muss nach einem Umzug nicht erneut abgegeben werden. Wurde keine Einwilligung erklärt, darf die Meldebehörde die Meldedaten nicht zum Zwecke der Werbung und/oder des Adresshandels herausgeben.

Außerdem dürfen Daten, die für Zwecke der gewerbsmäßigen Anschriftenermittlung durch eine Melderegisterauskunft erhoben worden sind, vom Datenempfänger nicht wiederverwendet werden (Verbot des Datenpooling). Die zweckwidrige Verwendung von zweckgebundenen Melderegisterauskünften bzw. die Wiederverwendung der Daten kann mit einem Bußgeld geahndet werden.

(Quelle. https://www.arnsberg.de/buerger/produkte/buergerdienste/buerger-service/stadtbuero/bundesmeldegesetz.php)

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Zukunft3.0 06.04.2018, 22:29
17.

Eine Frechheit. Man kann nur noch mit dem Kopf schütteln zu welchen Mitteln die Politik im Wahlkampf greift. So was soll legal sein? Diese Machenschaften sind nichts anderes als bei Facebook. Wer im Glashaus Sitz sollte nicht mit Steinen werfen.

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bammbamm 07.04.2018, 04:01
18. @interessierter Laie

Zitat von interessierter Laie
vielleicht weil es nicht dasselbe ist. Die Daten, die Facebook rausgegeben hat sind personenbezogene Daten. Sie unterfallen damit dem Datenschutz. Und sie sind dazu geeignet, Sie als Bürger ganz individuell und direkt anzusprechen oder mit "alternativen Fakten" zu bombardieren. Hingegen sind die Daten der Post nicht auf Einzelne bezogen. Es sind aggregierte Daten, die nur insoweit einen Rückschluss zulassen, als ich sagen kann, als Bewohner von Königstein im Taunus wählen Sie mit 60 Prozent Wahrscheinlichkeit liberal oder konservativ interessieren sich mit 30 Prozent Wahrscheinlichkeit für Golf, haben mit 80 Prozent ein Haushaltseinkommen von über 100.000 Euro, fahren zu 50 Prozent ein Oberklasseauto als Drittwagen und so weiter... Es ist also eine Zusammenfassung verschiedener Statistiken.
Das stimmt so leider nicht. Die Datensätze sind auf Adressen bezogen, wer also nicht in einem Mehrfamilienhaus wohnt für den ist der Datensatz nahezu genauso individuell wie bei einem Facebook Account. In vielerlei Hinsicht ist es sogar genauer weil hier nicht Daten einer virtuellen Darstellung eines Menschen verkauft werden sondern Daten die der Realität entsprechen. Und wer glaubt man kann anhand von Post und Paketen die man kriegt nicht ein sehr genaues Profil erstellen der irrt. Und hier kommt das nächste Problem, Facebook kann man aktiv vermeiden, da ich aber als Empfänger in den wenigsten Fällen Einfluss darauf habe von wem zugestellt wird habe ich keine Möglichkeit dieses Daten sammeln zu unterbinden. Also haben wir unterm Strich Datensätze die reale Kaufgewohnheiten, Kreditwürdigkeit, Alter usw analysieren können die zusätzlich, im Gegensatz zu Facebook, ohne jede Einwilligung des Betroffenen oder vernünftige Möglichkeiten dies zu verhindern gesammelt und verkauft werden.

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Hinrich Rohleder 07.04.2018, 07:08
19. Einwohnermeldeamt??

Warum sollte die Post den Umweg über das Einwohnermeldeamt gehen, wenn ihr fast sämtlicher Schriftverkehr mit allen Adressen und Geschäftsverbindungen täglich durch die Hände geht? Wie soll so Datenschutz in Deutschland glaubwürdig vertreten werden?

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