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Geschäftsmodell: Deutsche Post will auch künftig Daten an Parteien vermieten
DPA

CDU und FDP haben im Wahlkampf Adressdaten genutzt, die von einer Post-Tochter kamen. Der Konzern sieht darin nach SPIEGEL-Informationen kein Problem. Die Praxis existiere schließlich auf Wunsch der Politik.

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naeggha 07.04.2018, 07:10
20. ich möchte mal wissen

welcher Algorithmus meine Wahlabsichten ausspucken kann. ich weiß aktuell nicht mal selbst, wem ich meine Stimmen geben werde. Und selbst WENN: Was würde sich dadurch denn für mich ändern? Wahlwerbung landet ohnehin von jeder Partei im Briefkasten.

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Peinerin 07.04.2018, 08:04
21. Deutsche Post

Ich finde das Vorgehen der Adressenweitergabe - Verkauf ungeheuerlich und habe mich diesbezüglich unter der E-Mail
datenschutz@postdirekt.de um die Auflistung meiner gesammelten Daten gewendet nur bisher keine Antwort zu meiner Anfrage erhalten.
Wo bleibt da der Datenschutz ?
Alles heimliches Vorgehen über meinen Kopf hinweg. Auch politisch fühle ich mich immer gläserner und schutzlos ausgeliefert.

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hei-nun 07.04.2018, 08:06
22. Nicht wie Facebook !

Zitat von interessierter Laie
vielleicht weil es nicht dasselbe ist. Die Daten, die Facebook rausgegeben hat sind personenbezogene Daten. Sie unterfallen damit dem Datenschutz. Und sie sind dazu geeignet, Sie als Bürger ganz individuell und direkt anzusprechen oder mit "alternativen Fakten" zu bombardieren. Hingegen sind die Daten der Post nicht auf Einzelne bezogen. Es sind aggregierte Daten, die nur insoweit einen Rückschluss zulassen, als ich sagen kann, als Bewohner von Königstein im Taunus wählen Sie mit 60 Prozent Wahrscheinlichkeit liberal oder konservativ interessieren sich mit 30 Prozent Wahrscheinlichkeit für Golf, haben mit 80 Prozent ein Haushaltseinkommen von über 100.000 Euro, fahren zu 50 Prozent ein Oberklasseauto als Drittwagen und so weiter... Es ist also eine Zusammenfassung verschiedener Statistiken.
Glückwunsch - einer der wenigen korrekten Kommentare, aus denen hervorgeht, dass der Facebook-Daten-Skandal eine ganz andere Qualität hat als die Datenweitergabe von Deutsche Post direkt, von der keine personenbezogenen Daten übermittelt wurden ! Die Tochter der Deutschen Post hat z.B. als Geschäftszweck das Aktualisieren aller Adressen in Deutschland (welche Straßen mit welchen Hausnummern gibt es in welcher Stad). Daher kommen auch unsere Navigations-Daten ! Wenn daraus unkritische anonymisierte Ableitungen getroffen werden, dann frage ich mich, was das den Parteien helfen soll ! Die Autoren der vielen Aufreger-Kommentare hier hätte sich mit diesem unproblematischen Thema vorher beschäftigen sollen !

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maphry 07.04.2018, 08:25
23. Es braucht gar keine individuellen Informationen

Geh jeder mal in einem Nachbarstadtteil durch die Strassen und schätze was jemand relativ verdient der im Haus A wohnt gegenüber Haus B. Denkt jemand das er das abschätzen kann? Klar werden die meisten sagen. Das eine ist Hochhaus, das eine Einfamilienhaus, das eine hat Garten, das andere nicht. Diese Information reicht alleine, um mit anderen statistischen Daten (Verdienst in einzelnen Stadtteilen einer Stadt, relative Parteiaffinität über Stadtteile hinweg, Art von angesiedelten Supermärkten in den Strassen etc.) sehr genau zu bestimmen was jemand in Wohnung xy verdient. Und dazu braucht man Null individuelle Information. Es wird hier so getan als ob es Rocket-Science wäre, oder als ob die Post dafür irgendetwas illegales gemacht haben muss (heisst nicht das sie es nicht getan hat, nur es ist halt nicht notwendig). Mit sehr sehr vielen freien Informationen, genug programmier und vor allem Statistikkenntnissen, kann man extrem viel erfahren. Nennt sich Datenwissenschaft, ein Begriff womit viele nichts anfangen können. Dafür braucht es keine Statistiker, sei es Physiker, physikalische Geowissenschaftler, teilweise auch Sozialwissenschaftler o.ä. das ist lange Alltag. Nur wendet man es hier halt auf Orts- und Wirtschaftsdaten an, anstatt auf die Natur.
Statistik ist etwas, womit sich halt nur wenige Menschen auf der Strasse auskennen, und der Mensch hat ein extrem schlechtes Gefühl dafür. Es beruht auf Annahmen, die man clever wählen muss, aber von dem ausgehend, ist das wirklich kein großes Problem was dort gemacht wurde. Man kann es gut und schlecht machen, klar, aber dafür (und vor allem fürs Erfassen und Standardisieren der öffentlichen Daten, damit man überhaupt die Informationen nutzen kann und was die Haupt Arbeit ist) wird das Unternehmen dann ja bezahlt.
Hier sind doch viele Menschen reichlich naiv. Der Unterschied zu Facebook ist, dass dort Daten weitergegeben wurden die nicht zwingend öffentlich waren und ja, das auf individueller und nicht zusammengefasster ebene. Da gibt es einen sehr großen Unterschied.

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ansv 07.04.2018, 09:00
24.

Zitat von M. Vikings
Das Einwohnermeldeamt hat denen meine neue Adresse für 10 Euro verkauft. Ich hätte dem Einwohnermeldeamt das x-fache gegeben, wenn sie es nicht gemacht hätten.
Das kostet gar nichts - maximal eine Briefmarke. Googeln Sie "Widerspruch Datenweitergabe Musterbrief" - ausdrucken, ausfüllen und an Ihre Gemeine schicken.

Und Ihnen vielen Dank für die Erinnerung - das wollte ich längst getan haben.

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M. Vikings 07.04.2018, 09:45
25. Ja seit ca. ein/zwei Jahren ist das möglich.

Zitat von ansv
Das kostet gar nichts - maximal eine Briefmarke. Googeln Sie "Widerspruch Datenweitergabe Musterbrief" - ausdrucken, ausfüllen und an Ihre Gemeine schicken. Und Ihnen vielen Dank für die Erinnerung - das wollte ich längst getan haben.
Was schätzen Sie wieviel % der Bürger das wissen?
Deshalb ist es gut das Sie den Weg hier erwähnen.
Das hätte ich eigentlich schon machen müssen.

Trotzdem ist das natürlich eine ausgemachte Schweinerei,
normalerweise sollte die Gemeinde mich fragen,
wenn sie meine Daten weitergeben will.
So ist der Weg einfach unredlich,
man rechnet mit dem Unwissen oder der Inaktivität der Bürger.

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isikat 07.04.2018, 09:49
26. Die Post verkauft auch Daten

aus Adressbeständen der hauseigenen Brief- und Paketsparte. Obwohl das offiziell verboten ist. Definitiv. Das habe ich nach meinem letzten Umzug gemerkt. Außer der Post (Nachsendeauftrag) hatte NIEMAND meine neue Adresse. Und dennoch erhielt ich ein paar Tage nach Einzug direkt an die neue Anschrift adressierte Werbebriefe. Noch dazu von Firmen, mit denen mich überhaupt nichts verband. Das hat mir zu denken gegeben und sehr geärgert. Außer meiner Anschrift kann jedoch von mir überhaupt gar nichts ermittelt werden. Ich habe keine Zeitungen abonniert und achte sehr darauf, was ich mir liefern lasse und von wem. Man kann höchstens noch vermuten, dass ich Tiere habe. Daraus lassen sich keinerlei persönlichen Rückschlüsse ziehen. Ansonsten kaufe ich Produkte immer noch im Einzelhandel und zahle bar. Ich besitze auch keinen Smart-TV und keine vernetzten Geräte und fahre ein Auto mit wenig Elektronik. Ich schätze meine Privatsphäre, die geht nämlich niemanden etwas an und schon gar nicht die Politik. Einzig und allein der Brandmelder liegt mir im Magen, der Mietern aufgezwungen wurde, wahrscheinlich nicht ohne Grund. Und das Smartphone, das jedoch kaum genutzt wird und hauptsächlich für Nofälle unterwegs gedacht ist. Ich kann auch nicht verstehen, dass Menschen sich freiwillig so durchsichtig machen, obwohl sie wissen, dass wir praktisch keinen Datenschutz mehr haben - nicht mal bei unseren Bankkonten, was früher undenkbar war.

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clkr 09.04.2018, 13:59
27. Vor der vorletzten Bundestagswahl ...

...fand sich in allen Briefkästen eines hiesigen "polizeibekannten Objekts", also einer dieser von Zahnärzten und Apothekern finanzierten Silos fürs Prekariat ein edel aufgemachtes Brieflein, in der der BuWiMi "Brühwürstle" (ja genau, der mit dem Blick fürs Weinköniginnendecolleté) die neufeudalen Verdienste seines Klüngelklubs anpries.

Die Deutschsprachigen bzw. Wahlberechtigten der Adressaten schienen seine Botschaft richtig verstanden zu haben, in den Folgetagen war der Eingangsbereich mit den zertretenen, mit Schuhabdrücken verzierte zerrissene Inhalt der zerknüllt herumliegenden Kuverts bedeckt. Ich mußte lachen, als mir einer davon berichtete, weil ich ahnte, daß die sich - mit genügend Geld läßt sich alles, auch Unzweckmäßiges, kaufen - von der Post diese Adressen hatten andrehen lassen, aber die Parteien werden nun mal aus Steuern finanziert und aus steuerbegünstigten Spenden, letztlich also vom Steuerzahler. Und da hört der Spaß auf. Wenigstens war es mir eine Genugtuung, daß diese Wichtel erst mal aus dem Bundestag flogen.

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Hans58 09.04.2018, 17:54
28.

Zitat von steinbock8
Die Politik Erzählt uns immer etwas von Datenschutz und ist am Handel mit unseren Daten beteiligt der Bürger wird nicht mehr gefragt eigeninteresse vor Interesse der Allgemeinheit
Datenschutz betrifft den einzelnen Bürger, dessen Daten zu schützen sind.

Was die Post und andere legale "Datenverkäufer" machen, erfolgt in anonymisierte Form, die keine Rückschlüsse auf ein Individuum zulassen.

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Hans58 09.04.2018, 17:58
29.

Zitat von isikat
Die Post verkauft auch Daten aus Adressbeständen der hauseigenen Brief- und Paketsparte. Obwohl das offiziell verboten ist. Definitiv.
Welches Gesetz verbietet der Post explizit diesen Handel?

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