Forum: Wirtschaft
Gescheiterte Finanzminister: Nach sanieren kommt blamieren
DPA

Nach mehr als 40 Jahren will Wolfgang Schäuble endlich einen Haushalt ohne Neuverschuldung schaffen. Ein Blick zurück zeigt, wie viele von Schäubles Vorgängern dasselbe Ziel hatten - und warum sie immer wieder scheiterten.

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muellerthomas 11.09.2014, 09:52
30.

Zitat von Dengar
Selbstredend nicht. Aber als Sparminister in die Geschichte eingehen zu wollen, dabei unsere Infrastruktur vor die Hunde gehenzulassen, während im Gegenzug unsere Kanzlerette mal enpassant 500.000.000 Euronen in der Ukraine versenkt, ist ja wohl nur noch als Volksverarschung aufzufassen. Oder nicht?
Ja, absolut. Wenn ich die Investitionen runterfahre, kann man natürlich schnell "sparen", langfristig ist das aber sicher teurer und eine wirklich Belastung für die kommenenden Generationen (im Gegensatz zu etwas mehr Schulden z unter 1% Zins).

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lalito 11.09.2014, 09:56
31. 0 %

Was ist das eigentlich für eine Schnappsidee, bei null Prozent Zinsen und Topbonität keine Schulden für Zukunftsinvestitionen zu machen? Und wem genau nützt das wohl?

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sarang he 11.09.2014, 10:00
32. Nachhaltig

die Neuverschuldung kann man nur bremsen, wenn man an die für die Politik "unangenehmen" Themen angeht.

Meine Vorschläge:
- Politiker und Beamte haben kostendeckende Beiträge für ihre Altersversorgung zu leisten - würde ca. 50 Mrd. Euro pro Jahr (Stand 2013) bringen.
- eine nachhaltige Verwaltungsreform inkl. Entrümpelung von Vorschriften und Regelungen - würde noch mal zu mindestens 50 Mrd. Euro p.a. Kosteneinsparungen führen.

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muellerthomas 11.09.2014, 10:15
33.

Zitat von Dengar
In der AfD sitzen genau die Leute, die uns den ganzen Mist erst eingebrockt haben: Nämlich "Ökonomen". Das kann Gabriel dann genau so gut (oder schlecht).
:-)
Nicht nur irgendwelche Ökonomen, sondern genau die, die seit jeher Lohnzurückhaltung, möglichst flexible Arbeitsmärkte, Rückzug des Staates etc. predigen. Wirtschaftlicher Liberalismus gepaart mit sozialpolitischem Konservatismus.

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mc.meyerman 11.09.2014, 10:16
34. Kosten der Finanzkrise

Mich hat der Blick auf die Grafik schon überrascht. Welch Riesenprojekt die Einheit mitsamt der Folgekosten war, das kann man sich irgendwo noch vorstellen. Der Anstieg der Staatsschulden in den Folgejahren der Einheit war dann auch recht steil. Aber verglichen mit den Folgen der Finanzkrise 2008 relativiert sich das ganz dann. Diese Grafik verdeutlicht zumindest mir erst vollkommen, was die andauernd in den Medien genannten Milliarden zur Abfederung der Folgen des Zockens einiger Finanzjongleure (!!!) im Vergleich bedeuten!

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curiosus_ 11.09.2014, 10:17
35. Geht’s etwas konkreter?

Zitat von Dengar
In der AfD sitzen genau die Leute, die uns den ganzen Mist erst eingebrockt haben: Nämlich "Ökonomen".
Wer aus der AfD hat uns was eingebrockt? Welcher Ökonom (egal ob in der AfD oder nicht) hat uns was eingebrockt?

Eingebrockt haben uns den € die Politiker. Und die suchen sich die „Ökonomen“, die ihnen nach dem Mund reden. Und das war kein ökonomisches Projekt, sondern ein politisches („stirbt der €, stirbt Europa“).

In der Ökonomie geht es um knallharte wirtschaftliche Interessen, da kommt die wissenschaftliche Seriosität oft unter die Räder. Was aber nicht heißen kann, dass das Kind mit dem Bade ausgeschüttet wird und ökonomisches Dilettantentum als Maß aller Dinge gilt.

Ganz im Gegenteil – um die Spreu vom Weizen zu trennen (und nicht den Lobbyisten hilflos ausgeliefert zu sein) muss z.B. der Finanzminister zumindest eine fundierte wirtschaftliche Beurteilungskompetenz aufweisen.

Ihren Ansatz „Ignoranz ist die beste Qualifikation“ halte ich zumindest für fragwürdig.

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curiosus_ 11.09.2014, 10:31
36. Na ja,

Zitat von muellerthomas
Ja, absolut. Wenn ich die Investitionen runterfahre, kann man natürlich schnell "sparen", langfristig ist das aber sicher teurer und eine wirklich Belastung für die kommenenden Generationen (im Gegensatz zu etwas mehr Schulden z unter 1% Zins).
jeder Häuslebauer weiß, dass „etwas mehr Schulden unter 1% Zins“ bei einem zukünftigen Zinsanstieg ganz schnell in die Insolvenz führen kann.

Oder andersrum – jede heutige Investition auf Pump bedeutet zukünftigen Investitionsverzicht (sofern die Schulden nicht ins Unendliche wachsen sollen).

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Strichnid 11.09.2014, 10:39
37. ...

Da in unserem derzeitigen Finanzierungssystem der Wirtschaft nur durch die Erzeugung neuer Schulden auch neue Vermögen und Wachstum enstehen, kann es gar nicht anders sein, als dass alle Wirtschaftsteilnehmer - die Staaten eingeschlossen, ständig mehr Schulden aufnehmen müssen.

Andernfalls hat man - wie derzeit sichtbar - Stagnation.

Und die Infrastruktur verfällt. Es gibt kaum eine dämlichere Politik. Schulden sind nur Zahlen, geduldige Bits und Bytes. Sie sind beim nächsten Crash weg. Schulen und Straßen aber sind real, sie bleiben bestehen, auch durch Crashs hindurch.

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kimmberlie67 11.09.2014, 10:40
38. Das ist den Politikern doch völlig

Egal,denn ihre Renten sind sicher.
Hat ja der kleine aus Hessen immer wieder zu besten gegeben.
Nur der doofe Michel hatte gedacht er meint seine Rente.

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curiosus_ 11.09.2014, 10:42
39. Ihre These

Zitat von lalito
Was ist das eigentlich für eine Schnappsidee, bei null Prozent Zinsen und Topbonität keine Schulden für Zukunftsinvestitionen zu machen?
Gilt nur dann, wenn bei der Nachfolgenden Umschuldung entweder weiterhin 0% Zins verfügbar ist oder der Kredit komplett getilgt werden kann.

0% Zinsen für alle Zeiten ist völlig utopisch, und Tilgen bedeutet Haushaltsüberschuss.

Wenn also die Schulden nicht ins unendliche wachsen sollen muss irgendwann mal zumindest auf neue Schulden verzichtet werden, das ist simple Mathematik. Will man ein Anstieg relativ zum BIP vermeiden dürfen die Schulden nur analog zum prozentualen BIP-Anstieg wachsen. Was aber bedeuten würde, dass in guten Zeiten (BIP wächst stark) viele Schulden gemacht werden und in schlechten wenige bis keine. Bei fallendem BIP müssten sogar Schulden abgebaut werden.

Nachhaltigkeit sieht anders aus.

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