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Gescheiterte Fusion von Kaiser's Tengelmann: Schuld hat diesmal wirklich der Chef
DPA

Tausende Mitarbeiter müssen die Folgen der geplatzten Übernahme von Kaiser's Tengelmann ausbaden. Wie es weitergeht? Soll ein Spitzentreffen klären. Für Branchenkennern steht der Schuldige an der Misere fest.

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Aberlour A ' Bunadh 22.09.2016, 18:38
40. Nahdistanz?

Zitat von Der Resignierte
genau, das sagen sie richtig, gute filialenstandorte werden ausgebaut, schlechte zugemacht. egal von welcehm unternehmen, edeka oder tengelmann. das gilt auch für die kaufleute, die sie anführen. wenn ich eine edeka fliliale habe und tengelmann in der nähe, sehe ich zu das ich beide bekomme und eine wird dann zugemacht. besser, als das rewe die bekommt und mir weiterhin konkurenz macht. was sie von sich gegeben, ist das eines gläubigers des kapitalismus und blauäugig. Und bevor sie antworten und meinen kommentar runtermachen, überlegen sie einfach, was sie machen würden, wenn sie eigentümer einer edeka filiale wären und eine von tengelmann in der nähe hätten. aber seien sie ehrlich zu sich selbst.
Ich halte mich eigentlich nicht für blauäugig dem Kapitalismus gegenüber. Ich kritisiere nur, wenn Kartellbehörden immer an der falschen Stelle ihre (schlechten) Zähne zeigen müssen. Aus wichtigtuerischen Gründen. Es ist ja gerade die größte Fusion der deutschen Konzerngeschichte durch die Presse gegangen. Hier entsteht eine wettbewerblich bedenkliche Marktmacht sogar im Weltmaßstab. Hier könnten die (deutschen) Kartellbehörden ja mal zeigen, was sie für ganze Kerle sind. Aber wissen sie was passieren wird? Gar nichts. Auf der anderen Seite geht es hier um ca. 450 Filialen - größtenteils im Großraum Berlin und München - einer Supermarktkette, die die allermeisten Bundesbürger noch nie in ihrem Leben zu Gesicht bekommen haben. Ausgerechnet in einem Marktsegment, in der ein wichtiger Discounter bei vielen Produkten eine Preisführerschaft in einem oligopolistischen Markt inne hat, die Wettbewerbskeule herauszuholen, finde ich unangemessen. Zumal sich gezeigt hat, dass Discounter und Supermärkte, die häufig nur einen Steinwurf voneinander entfernst sind, sich überraschend gut hinsichtlich der verschiedenen Konsumentensegmente ergänzen. Voraussetzung ist natürlich ein jeweils "gut geführter" Laden. Das beantwortet hoffentlich auch Ihre letzte Frage.

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the_master 22.09.2016, 18:43
41. Stimmt nicht

Zitat von Flari
Sie verstehen die Bewertungskriterien von solchen Handelsunternehmen nicht. Eine gut laufende Aldi-Filiale kann einen fiktiven Wert von zig Millionen darstellen, selbst wenn das Gebäude gemietet ist und die Einrichtung keine 500.000,- gekostet hat. Sollte diese Filliale allerdings geschlossen werden, vielleicht weil der Vermieter den Vertrag nicht verlängert, wird daraus ggf. sogar ein negativer Wert. Man betrachte nur, was ruckzuck aus den fiktiven Schleckermilliarden wurde, als die Kette dichtmachen musste.
Das sind keine fiktiven Beträge. Es gilt in der Buchhaltung bei den Filialen als Sachvermögen Anschaffungskostenrestriktion: Mehr als die Herstellungskosten sind die Dinger nicht wert.

Die Herren Albrecht haben tatsächlich so viel verdient. Weniger wegen der Marge, sondern einfach auf Grund der Menge. Pro Artikel verdienen sie sehr wenige, aber dafür schlagen die eben auch ständig die gesamten Vorräte um.

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the_master 22.09.2016, 18:45
42. Schlecker

Schlecker hatte vor der Insolvenz jahrelang hohe Verluste gemacht. Aber weil keine Bilanz veröffentlicht wurde, wusste das keiner.

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jupp78 22.09.2016, 19:14
43.

Zitat von Aberlour A ' Bunadh
Ich kritisiere nur, wenn Kartellbehörden immer an der falschen Stelle ihre (schlechten) Zähne zeigen müssen. Aus wichtigtuerischen Gründen.
Die Argumentation, wie "jemand anders ist aber noch schneller gefahren und darum gehört mein Geschwindigkeitsverstoß nicht bestraft" ist nicht zielführend.
Warum müssen die unbedingt an den Marktführer verkauft werden?
Da kann und sollte die Kartellbehörde sich einschalten. Wächst ein Unternehmen aus sich heraus, dann sind die Möglichkeiten gering, aber so ein Kauf muss nicht sein.

Von welchem Discounter Sie sich dann auslassen, das ist allerdings nicht ganz nachvollziehbar und was das mit der Geschichte hier zu tun hat, ebenfalls nicht.

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steinbock8 22.09.2016, 21:03
44. wenn das stimmt

entwickelt sich die ganze Geschichte zu einem wirtschaftskrimi wobei Herr Gabriel nicht unerheblich involviert ist dazu kommt die Frage der Leistung und Gegenleistung

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ugroeschel 23.09.2016, 02:28
45. Es gibt noch Optionen

Unrentable Filialen sollten zügig geschlossen werden. Einen Teilverkauf von Filialen in Bayern an die Migros Gruppe und Edeka sollte man prüfen. Tengelmann hat nicht mehr das Einkaufsvolumen wie es die großen Händler wie Edeka haben. Man könnte das gesamte Sortiment von der Edeka beziehen. Bis zur endgültigen Klärung werden die Filialen von Tengelmann weiter betrieben.

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parismatique 23.09.2016, 09:17
46. ...es hätte in den Ohren dröhnen müssen...

St. Gallen: Alarmglocken!
McKinsey: Sturmglocken!

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neu-stuttgarter 23.09.2016, 10:22
47.

Wie kann man Karl-Erivan nur als ausgefuchsten Handelsexperten betiteln?
Die Kette wurde von seinem Vater in den Wirtschaftswunderjahren groß gemacht. Schon unter seiner Ägide Ende der Neunziger begannen die Probleme bei Kaisers-Tengelmann, in den Nullerjahren dann auch bei Plus.

Die einzige Antwort, die mittlerweile am Ruder stehende der Sohnemann darauf gefunden hat, war verkaufen (Plus, Takko) und schließen (Wissoll). Tengelmann verdient sein Geld nur mit den Tochtergesellschaften, bei denen aus Mülheim nicht reinregiert wird (Obi, Kik, Tedi).
Der Bruder hat es übrigens auch nicht besser gemacht, unter seiner Führung ging das Nordamerika Geschäft (The Great Atlantik & Pacific Tea Company), einer der größten Einzelhändler in den USA, in die Insolvenz.

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