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Gesetzentwurf: Altmaier erspart Immobilienbesitzern Klimaschutzmaßnahmen
DPA

Billiger Bauen oder besserer Klimaschutz? Wirtschaftsminister Altmaier entscheidet sich nach SPIEGEL-Informationen für ersteres. In einem neuen Gesetzentwurf stehen keine weiteren Isolierungspflichten.

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go-west 31.05.2019, 19:00
20. Viele Menschen

machen sich offensichtlich keine Gedanken darüber, wie sie ihr Haus in einigen Jahrzehnten überhaupt heizen wollen. Fossile Brennstoffe werden irgendwann nicht mehr verfügbar sein, Ökostrom ist zu wertvoll um ihn in einem schlecht isolierten Haus zum Heizen zu verschleudern. Abgesehen davon wollen die gleichen Menschen oft weder Windräder noch Stromtrassen in der Nachbarschaft. JEDES Haus muß langfristig ein Niedrigenergiehaus werden. Gegebenenfalls mit entsprechenden steuerlichen Subventionen.

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box-horn 31.05.2019, 19:09
21. gegen ISO-Wahnsinn

Es bestehen schon jetzt enorme Isolierungs-Vorschriften für Neubauten, die teilweise tolle Blüten hervorbringen, wie Schimmelbildung, der nur durch Zwangsbelüftung abgeholfen werden kann. Darüberhinaus sind diese Iso-Platten nicht nur hässlich, sondern in Produktion und Entsorgung umweltschädlich, und dazwischen sicherheitstechnisch bedenklich weil leicht entflammbar. Und Stromsparen? Unsere tolle neue Haustechnik braucht für die Steuerung strom- und rohstofffressende Sensor- und Rechentechnik. Mehr davon brauchen wir wirklich nicht, da hat Altmaier recht.

Viele Altbauten brauchen übrigens nicht isoliert zu werden. Die Wände sind bereits sehr dick. Dazu kommt das weit bessere Raumklima. Und bezüglich der Fenster besinnt man sich wieder auf Doppelfenster, die über den Wärmeschutz hinaus Anforderungen des Denkmalschutzes entgegenkommen.

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flaffi 31.05.2019, 19:12
22. Da hat er ausnahmsweise

mal völlig recht. Diese Styroporverpackungen bringen nichts, sind der kostenpflichtige Sondermüll von übermorgen und schaufeln nur Zwangsgelder in die Taschen von Herstellern und Handwerkern.
Es gibt wirklich inzwischen genug Beispiele für solche Fehlgeschichten. Viele Versprechungen, nix gehalten. Musterbeispiel Schornsteinfeger und Abschaffung des Meisterzwangs. Eine Reihe von neuen Verordnungen und ihren desaströsen Folgen fãllt den armen Leuten immer erst auf, wenn was repariert werden soll.

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guidomuc 31.05.2019, 19:20
23. Im Prinzip wäre das gerecht...

Zitat von smartphone
...auf meine Grundsttück stehen 30 große Bäume die jede Menge CO2 binden---bekomme ich Geld ausbezahlt ??
...allerdings nur solange, wie die Bäume auch leben. Sobald sie sterben oder aus anderen Gründen gefällt werden, gelangt das gespeicherte CO2 wieder in die Umwelt durch Verrottung. Sie müssten dann zahlen, oder Ihre Kinder oder Enkel ;-) Aber bis dahin sind wir alle schlauer...

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anark 31.05.2019, 19:20
24.

Es bestreitet niemand, dass energetische Maßnahmen bei Gebäuden durchaus Sinn haben. Als zertifizierter Energieberater kann ich seit einigen Jahren keinem Immobilienbesitzer reinen Gewissens eine umfangreiche energetische Sanierung mehr empfehlen, die Diskrepanz zwischen dem finanziellen Aufwand und dem daraus resultierenden Ertrag ist beim besten Willen nicht schönzureden. Der größte Effekt liegt in einem gigantischen Beschäftigungsprogramm für diverse Beamten und weltfremde Theoretiker.

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guidomuc 31.05.2019, 19:21
25. Klüger???

Zitat von hredinger
...Übrigens, ich habe trotzdem die Grünen gewählt, in der Hoffnung, dass auch die noch klüger werden.
Das können Sie vergessen, die glauben heute noch, dass es das Waldsterben vor fast 40 Jahren in der kolportierten Dramatik gegeben hat.

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syracusa 31.05.2019, 19:48
26. Möchtegernbesserwisser allerorten

Wenn man sich die Beiträge hier im Forum so durchliest, kommt man vor Fremdschämen gar nicht mehr mit. Da tummeln sich selbsternannte "Experten", die bar jeder Ahnung den dümmsten Unsinn verzapfen, und es besser wissen wollen als alle Fachleute. Als Physiker und Architekt kann ich allen vernunftbegabten Mitlesern versichern, dass eine ordentlich eingebaute Dämmung weder zu Durchfeuchtungen führt, noch zu irgendwelchen anderen Unannehmlichkeiten außer einer angenehm temperierten Wohnung. Im Neubau verursacht eine angemessene Dämmung keine gravierenden Mehrkosten, und insbesondere stehen die Dämmvorschriften in keinem nennenswerten Zusammenhang mit den hohen deutschen Baukosten. Im Bestandsbau rechnet sich eine nachträgliche Dämmung in der Regel nur dann, wenn die Fassade sowieso erneuert werden muss.

Für die hohen Baukosten in Deutschland ist zuallererst die künstliche Verknappung von Bauland durch Kommunen verantwortlich und die dadurch in Gang gesetzte Spekulation mit Bauland. Der zweite wesentliche Grund ist der extrem niedrige Industrialisierungsgrad der deutschen Baubranche. Die ist im Wesentlichen noch nach mittelalterlichen Zunftregeln organisiert.

In Skandinavien und in den Niederlanden wird sehr viel billiger als in Deutschland gebaut, und dort wird eher noch mehr als bei uns üblich gedämmt.

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viceman 31.05.2019, 19:49
27. der schreiberling hat

möglicherweise wenig Ahnung von Neubau in Deutschland. Ich empfehle ihm mal den Selbstversuch! die aktuellen Vorschriften sind wohl nicht schon streng genug? was soll dieser Schwachsinn mit Dämmung auf Teufel komm raus denn überhaupt ? wenn ich mich in Europa umschaue, kommt mir oft der Gedanke, das wir deutschen wohl die winzigsten Deppen sind, die Wände und Fenster /Türen entsprechend gestalten...

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tinnytim 31.05.2019, 19:53
28. Einfältigkeit

Zitat von guidomuc
Das können Sie vergessen, die glauben heute noch, dass es das Waldsterben vor fast 40 Jahren in der kolportierten Dramatik gegeben hat.
Und Sie glauben heute noch, dass nichts zur Verhinderung dieses Waldsterbens unternommen wurde.
Googlen Sie mal 'Rauchgasentschwefelungsanlagen', 'PKW-Katalysatoren' und 'Waldkalkung'

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Haarfoen 31.05.2019, 19:56
29.

Zitat von box-horn
Es bestehen schon jetzt enorme Isolierungs-Vorschriften für Neubauten, die teilweise tolle Blüten hervorbringen, wie Schimmelbildung, der nur durch Zwangsbelüftung abgeholfen werden kann. Darüberhinaus sind diese Iso-Platten nicht nur hässlich, sondern in Produktion und Entsorgung umweltschädlich, und dazwischen sicherheitstechnisch bedenklich weil leicht entflammbar. Und Stromsparen? Unsere tolle neue Haustechnik braucht für die Steuerung strom- und rohstofffressende Sensor- und Rechentechnik. Mehr davon brauchen wir wirklich nicht, da hat Altmaier recht. Viele Altbauten brauchen übrigens nicht isoliert zu werden. Die Wände sind bereits sehr dick. Dazu kommt das weit bessere Raumklima. Und bezüglich der Fenster besinnt man sich wieder auf Doppelfenster, die über den Wärmeschutz hinaus Anforderungen des Denkmalschutzes entgegenkommen.
Hier wird einiges durcheinandergebracht. Ich bin selbst in der Branche.

Bei Neubauten gibt es absolut kein Argument, einen hohen Standard gesetzlich vorzuschreiben. Faktisch kosten höhere Dämmstärken so gut wie kein Geld. Schwierig wird die Dämmerei bei dem aktuellen "Toscana- Stil" bei dem die Häuser mit Firlefanz, Vorbauten und schwierigen Verschneidungen ausgestattet werden: Für diesen Blödsinn scheint genug Geld da zu sein. Die Ausführungen zu den "Iso-Platten" und dem angeblichen Schimmel kommentiere ich nicht und verweise auf jede Menge Alternativprodukte und ein gesundes Wohnklima in einem hoch gedämmten Haus. Wir brauchen grundsätzlich einfache, hoch gedämmte Häuser mit einem Maximalanteil von Kollektorfläche auf dem Dach, vorwiegend aus pflanzlichen Stoffen (Entzug von verrottender Bio-Masse aus der CO²- Bilanz), nach Möglichkeit mit kleinen oder minimalistischen Kellern (Beton maximal CO²- intensiv). Um dem Klima- Armageddon entgegentreten zu können, braucht es einen anderen Baustil. Die Vorschläge aus dem Bauministerium sind einfallslos und ungenügend. Herr Altmaier versteht die Brisanz notwendigen Handels nicht, da folgt er seiner Partei.

Betreffend der Altbauten ist eine sehr differenzierte Betrachtungsweise notwendig. Die historistischen Gebäude stehen gar nicht schlecht da, die Altvorderen waren nicht dumm und haben nicht verschwendet, so wie wir. Die 50-er und 60-er Jahre- Bauten eigenen sich teils hervorragend zur nachträglichen Dämmung, wie von vielen Genossenschaften bewiesen. Es wird nicht nur weniger verbraucht, es steigt auch die Behaglichkeit. Ein Alptraum sind beispielsweise Gebäude aus den 70-er Jahren.

Verheerend war die Politik der EVU über Jahrzehnte. Ich habe einige Blockheizkraftwerke gebaut, es war stets ein Krieg und die Politik war immer auf der Seite der EVU. Gerade hier haben wir hohe Umspannverluste und ineffiziente Systeme. Es stellt sich dann eben die Frage, wie wir intelligent schlecht gedämmte Gebäude versorgen wollen. Die Speicherung von regenerativer Energie mit, in oder durch Häuser wird ein weiteres Thema sein. Hier gibt es viele gute Ansätze, doch unser wirtschaftliches Handeln und die Politik sind dominiert von einem Thema: Profit, Profit und noch einmal Profit. Mit dieser Priorität werden wir aber die Probleme nicht lösen.

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