Forum: Wirtschaft
Gesetzeslücke: Amazon beschäftigt massenhaft Arbeitslose ohne Vergütung

Eine Gesetzeslücke macht es möglich: Amazon beschäftigt nach Informationen des SPIEGEL Tausende Arbeitslose, die zuvor eine sogenannte "Maßnahme zur Aktivierung und berufliche Eingliederung" absolvieren müssen. Die Arbeitsagentur spricht von einem Fehler, "der korrigiert werden muss".

Seite 10 von 29
Mr. XXX 27.11.2011, 16:41
90. Dumme Frage...

Zitat von whocaresbutyou
jopp... und? Also verleiht die BAA Arbeitskräfte an Amazon, die können flexibler arbeiten, billiger anbieten, der Kunde spart Geld und trägt die Kosten dafür über die Steuer.
Wo sparen Sie Geld? Sind etwa die Marktpreise nach Einführung von nicht entlohnten Arbeitskräften gesunken?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seraphan 27.11.2011, 16:45
91. Normal

Zitat von sysop
Eine Gesetzeslücke macht es möglich: Amazon beschäftigt nach Informationen des SPIEGEL Tausende Arbeitslose, die zuvor eine sogenannte "Maßnahme zur Aktivierung und berufliche Eingliederung" absolvieren müssen. Die Arbeitsagentur spricht von einem Fehler, "der korrigiert werden muss".
Ich sehe grundsätzlich erstmal kein Problem hier. Es wäre ein schlechter Unternehmer, wer diesen Vorteil nicht nutzen würde. Schließlich ist Amazon primär seinen Aktionären das bestmögliche Betriebsergebnis schuldig.

Wenn also hier jemand zu kritisieren wäre, wäre es der Gesetzgeber oder das Arbeitsamt. Es ist schließlich das Arbeitsamt, das diese Maßnahme anbietet, Anträge genehmigt und durchsetzt. Es ist für die Arbeitsämter einfach ein Erfolg, offiziell sagen zu können, dass die Arbeitslosenquote vor Weihnachten um soundsoviel gefallen ist.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Wayne88 27.11.2011, 16:49
92. xxx

Zitat von brasilpe
"Lücke im Sozialgesetzbuch." Wofür bekommen die hochbezahlten Beamten im Bundesarbeitsministerium eigentlich ihr Geld? Sie sind zu dämlich, die Lücke im Vorhinein zu erkennen.
Die kennen die Lücken ganz genau, die haben die ja schließlich mit voller Absicht geschaffen. Dafür gibt es Parteispenden, BEraterverträge und ähnliche Scherze, um Parlamentarier zum Produzieren derartiger Gesetzeslücken zu motivieren.

Wenn es nicht als Aufforderung zur Straftat mißverstanden werden könnte, würde ich den Betroffenen einfach raten, möglichst viele möglichst teure Wertgegenstände beim Verpacken aus Versehen fallen zu lassen.

Zitat von Simax
Der deutsche Sozialstaat lädt zum Mißbrauch ein und wundert sich dann .... Was ist passiert - es wimmelt von angeblich drangsalierten Migrantinnen. ...
Erstaunlich. Dies ist ein Thread über den systematischen Mißbrauch von Arbeitslosen als kostenlose Zwangsarbeiter durch Großunternehmen. Und Sie faseln hier von Sozialmißbrauch durch Migrantenfrauen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
BlakesWort 27.11.2011, 16:49
93. Nur Amazon? Haha...

Warum wird hier nur Amazon genannt? Schauen Sie sich die meisten großen Unternehmen an, da sind diese Praktiken schon lange geduldet, hauptsache die Leute fallen aus der Statistik raus. Der Staat bezuschusst die Unternehmen, damit diese noch höhere Gewinne einfahren können und nennt dieses alimentierte Lohndumping auf Kosten der Allgemeinheit sozialverträglich.
Ursprünglich war die Idee dahinter, Leute über Praktika in die Berufe zu bringen. Aber bei Arbeiten, die eben keiner großen Einarbeitungszeit bedürfen, kann man nach Lust und Laune ausbeuten. Ein Mitforist hat es gut beschrieben: Lagertätigkeit, fünf Minuten Einweisung, fertig ist der Lack. Genauso ist es bei Callcentern. Kurze Schulung, dann wird man ins kalte Wasser geworfen, nach ein paar Stunden hat man es drauf oder kann gehen. Das sind Arbeitsplätze, in denen sich niemand entbehrlich machen kann, weil so ziemlich jeder Mensch diese Arbeiten verrichten kann (natürlich gibt es auch außerordentlich gute Lageristen oder Callcenter-Agents, das soll nicht verschwiegen bleiben.)

Schlimm nur, der Staat und die Ämter wissen das, aber solange sie nur ihre Zahlen erfüllen müssen, ist denen jedes Mittel recht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
whocaresbutyou 27.11.2011, 16:49
94. Titel aberkannt

Zitat von citizen_kane
In einer Marktwirtschaft kostet Arbeitskraft Geld. Die gibt es nicht umsonst. Unternehmer schenken uns auch nicht ihre Waren und Dienstleistungen.
Aber sie stellt sie billiger her, liefern sie uns kostenlos und in Rekordzeit... woran ja nicht nur die bösen Aktionäre verdienen, sondern auch der Kunde.

Da muss man in einem derart komplexen Gefüge die Rechnung auch mal über drei Ecken ausdehnen, satt immer nur 1+1 zusammenzuzählen und den sozial Empörten zu geben.

Im Übrigen kann man in einer Marktwirtschaft normalerweise für gezahltes Geld auch Arbeit erwarten. Wie unsozial...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
metaller16 27.11.2011, 16:49
95. Amazon 5 Points

Alles halb so wild. Andere Firmen lassen auch Leute umsonst arbeiten. Berlin ist voll von solchen Arbeitgebern. Und Schlupflöcher nutzt jede Firma (je größer um so mehr).
Ich finde Amazon gut. Neue oder gebrauchte Bücher zum guten Preis. Schneller und kostenfreier Versand.
Zugegeben für den lokalen Buchhandel eher suboptimal. Aber daran haben sie auch z.T. selbst schuld mit gelangweiltem oder nicht freundlichem "Fachpersonal" (Weltbild, Dussmann).
Ich werde weiterhin bei Amazon bestellen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
inci 27.11.2011, 16:52
96. oooo

Zitat von kp86368
Hier gibt es zudem das Gerücht, das AMAZON sich nur angesiedelt hat weil der Leiter des Jobcenter Augsburg versprochen hat, das sie genug Arbeitskräfte zugeführt bekommen werden. Nun wird alles zu sogenannten Informationsveranstaltungen eingeladen, was gerade noch laufen bzw. kriechen kann. Und wer nicht beim 1. Mal verpflichtet werden konnte bzw. von AMAZON sogar nicht eingestellt wurde, dem folgen bis zu 4-5 Einladungen zu immer den gleichen Veranstaltungen.
wenn das stimmen sollte, folgt amazon den wirtschaftlichem beispiel von firmen, die während der nazizeit mit "fremdarbeitern" fette geschäfte gemacht haben. von flick wird kolportiert, daß er am ende des krieges völlig fertig war, weil er nur noch 70 millionen besaß. es wurde übrigens nie geklärt, ob er damit reichsmark, dollars, pfund oder schweizer franken gemeint hat.

wie wird man amazon in der zeitgeschichte in ein paar jahrzehnten bewerten? wird man über amazon berichten, daß beim wirtschaftsverbrecherprozess in davos auf der anklagebank saß? wie viele andere wirtschaftsverbrecher auch? ich glaube, mir gehte die phantasie durch.

natürlich wird amazon ehrungen über ehrungen für sein "nachhaltiges" geschäftsmodell einfahren. wenn man den angestellten keine löhne zahlt, und die weiter arbeitslosengelder bekommen, konsumieren die weniger, und reduzieren den co2-ausstoß.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
richie 27.11.2011, 16:56
97. ...

Zitat von Mustermann
Komisch der Nobelpreisträger und Wirtschaftswissenschaftler sieht das im Gespräch mit Stefan Fuchs anders.
Wie kommen Sie darauf, dass James K. Galbraith Nobelpreisträger sein soll?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
inci 27.11.2011, 16:57
98. oooo

Zitat von -mowgli-
Nach den zahlreichen Schilderungen der Betroffenen handelt es sich bei Amazon um ein Scheinpraktikum, da hier die selben Arbeiten im selben Umfang wie von normalen Angestellten durchgeführt werden. Das Arbeitsgericht hat hier das letzte Wort und entscheidet über die Entlohnung. Allerdings müssen hier die Betroffenen tätig werden und klagen. Auch die Sozialversicherungsträger sollten hier ein Interesse haben. Sofern hier nämlich mit System Versicherungsbeiträge "eingespart" wurden, kann es als Belohnung auch noch ein Bußgeld für Amazon geben.

im grunde genommen agiert das jobcenter (und damit die bundesanstalt für arbeit) als erfüllungsgehilfe zu schwarzarbeit, lohnsteuerhinterziehung, und hinterziehung von sozialbeiträgen.

krankenkassen und rentenversicherung sollten hier mal agieren und die BA und amazon verklagen.

ich glaube, es würde schon reichen, wenn irgend einer aufgrund der berichterstattung eine anzeige beim zoll loslässt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
citizen_kane 27.11.2011, 16:59
99. @whocaresbutyou

Zitat von whocaresbutyou
Im Übrigen kann man in einer Marktwirtschaft normalerweise für gezahltes Geld auch Arbeit erwarten. Wie unsozial...
Grundlage unselbständiger Arbeit ist in einer Marktwirtschaft immer noch ein Arbeits(!)vertrag.

Und Amazon kann hier schon gleich überhaupt nichts an Arbeit fordern, weil Amazon die Leute gar nicht bezahlt.

Ein Staat der Privat(!)unternehmern die Lohnkosten bezahlt! Das ist eine Pervertierung der Idee der Marktwirtschaft, die Sie hier vermeintlich so hochhalten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 10 von 29