Forum: Wirtschaft
Gesetzeslücke: Amazon beschäftigt massenhaft Arbeitslose ohne Vergütung

Eine Gesetzeslücke macht es möglich: Amazon beschäftigt nach Informationen des SPIEGEL Tausende Arbeitslose, die zuvor eine sogenannte "Maßnahme zur Aktivierung und berufliche Eingliederung" absolvieren müssen. Die Arbeitsagentur spricht von einem Fehler, "der korrigiert werden muss".

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inci 27.11.2011, 17:22
110. oooo

Zitat von citizen_kane
Grundlage unselbständiger Arbeit ist in einer Marktwirtschaft immer noch ein Arbeits(!)vertrag. Und Amazon kann hier schon gleich überhaupt nichts an Arbeit fordern, weil Amazon die Leute gar nicht bezahlt. Ein Staat der Privat(!)unternehmern die Lohnkosten bezahlt! Das ist eine Pervertierung der Idee der Marktwirtschaft, die Sie hier vermeintlich so hochhalten.
was mich wundert ist, daß dieses "unternehmensmodell" innnerhalb der EU-staaten nicht heftigst kritisiert wird. denn ich kann mir vorstellen, daß dieses geschäftsgebaren gegen eine ganze reihe EU-richtlinien- und verordnungen verstößt.

seltsam, daß man da so gar nichts hört. oder kann es sein, daß D innerhalb der EU wegen dieser praktiken schon unter beschuss steht, aber zur ablenkung des volkes hier reihenweise neonazis aus den bäumen fallen?

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Achim 27.11.2011, 17:26
111. Amazone

Man kann Amazon ganz einfach so nutzen:

Nach Büchern recherchieren (früher brauchte man dafür den "Katalog lieferbarer Bücher" und musste seinem Buchhändler über die Schulter gucken), und dann mit Verlag, ISBN und allem anderem zum Buchhändler seines Vertrauens gehen.

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zynik 27.11.2011, 17:26
112. jepp

Zitat von servadbogdanov
Wieso Fehler? Jetzt bin ich aber irritiert. Ist nicht der Masterplan hinter Hartz IV grade, dass marktwirtschaftliche Regeln außer Kraft gesetzt werden und der Staat Menschen in Billigarbeitsverhältnisse nötigt und wir die Unternehmen dann subventionieren? Warum also die Aufregung? Läuft doch alles nach Plan. Und der schöne Nebeneffekt: Die Politstatisten können so auf unsere Kosten die Statistik aufhübschen und unsere Honeckeraltlast als Arbeitsplatzschafferin feiern. Alles im Lot würde ich sagen.
Genau so ist es. Schon sehr irritierend, dass sich diese Realität nur noch nicht bis in diverse Redaktionstuben herumgesprochen hat. Aber ok, selbst dort "beschäftigt" man lieber 3 Praktikanten statt einem Festangestellten.

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saddamatus 27.11.2011, 17:32
113. Assi bei Heidelberger Prof?

Zitat von whocaresbutyou
... wo im Einzelhandel ordentlich angestellte Aushilfen zu außertariflichen Hungerlöhnen im Weihnachtsgeschäft noch 70 Wochenstunden leisten müssen, damit die mit den "Großen" mithalten können...
Das müssen die tun, weil Sie gegen staats-Subventionierte Unternehmen wie Amazon und die Kurierunternehmen antreten.


Zitat von whocaresbutyou
Otto Normalverbraucher hat in der Regel weder Zeit noch Geld für sowas übrig. Da wird soziale Verantwortung mangels Masse schnell zum Eigentor.
Weil er bei einem Unternehmen arbeitet, welches nicht die schwindende Gruppe der steuerzahlenden, ehrbar Arbeitenden ausplündert, wie die hier zu sehenden Beispiele?

Zitat von whocaresbutyou
Amazon spart mir in der Woche zwei bis drei Stunden Zeit und Nerven, die ich bei meiner Familie besser investieren kann. Dass dafür eventuell ein Arbeitsloser, der von meinen Steuern unterstützt wird, an weihnachten mal ein paar Kartons packen muss, macht mir da keine schlaflose Nacht.
Noch mehr freut es Sie vermutlich, dass die gesamte Gemeinschaft ihr persönliches Plaisier finanziert, sogar die hier:

Zitat von whocaresbutyou
wo im Einzelhandel ordentlich angestellte Aushilfen zu außertariflichen Hungerlöhnen im Weihnachtsgeschäft noch 70 Wochenstunden leisten müssen
Nur: Warum sollten nur Sie davon profitieren? Warum nicht alle Arbeitsplätze in Deutschland aus Steuergeldern finanzieren? Ihrer Logik nach würden wir doch alle davon profitieren!

So ein Arbeitsloser als kostenloser Chauffeur würde mir auch gefallen, damit würde ich bei meinen Offlinekäufen auch locker 2-3 Stunden sparen können. Ob Sie mir Ihren kostenlosen Amazon-Sklaven hin und wieder ausleihen könnten?

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MatzeH 27.11.2011, 17:37
114. Genau...

Zitat von Achim
Man kann Amazon ganz einfach so nutzen: Nach Büchern recherchieren (früher brauchte man dafür den "Katalog lieferbarer Bücher" und musste seinem Buchhändler über die Schulter gucken), und dann mit Verlag, ISBN und allem anderem zum Buchhändler seines Vertrauens gehen.
... so ist es. Aber das ist ja vielen auch schon zu viel, wenn ich einige Kommentare hier im Forum richtig interpretiere. Aber sich dann über die unhaltbaren Zustände und immer wieder über 'die Politik' und 'die bösen Firmen' beschweren.

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saddamatus 27.11.2011, 17:42
115. Muhuhua

Zitat von whocaresbutyou
Sind sie gestiegen? Wenn ja warum und wie stark? Haben sie da tiefere Einsichten und Zahlen, die sie belegen können oder muss mir da ihre Meinung genügen? Na dann ist doch alles klar. Who cares, but you... Schönes Wochenende. ;o)
Sie haben eine substanzlose Behauptung aufgestellt und wurden gebeten, das zu belegen. Uns allen soll Ihre "Meinung" genügen. Fragt doch jemand nach, kommt so eine merkbefreite Antwort.

Damit ist wirklich alles klar. No reason to care about you at all.

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whocaresbutyou 27.11.2011, 17:42
116. Titel aberkannt

Zitat von citizen_kane
Grundlage unselbständiger Arbeit ist in einer Marktwirtschaft immer noch ein Arbeits(!)vertrag. Und Amazon kann hier schon gleich überhaupt nichts an Arbeit fordern, weil Amazon die Leute gar nicht bezahlt. Ein Staat der Privat(!)unternehmern die Lohnkosten bezahlt! Das ist eine Pervertierung der Idee der Marktwirtschaft, die Sie hier vermeintlich so hochhalten.
... ich sprach eigentlich vom Staat, der einem Anspruchsteller Unterstützung gewährt, ohne dafür eine definierte Gegenleistung zu bekommen.

ABM-Maßnahmen und dergleichen (egal wie sinnvoll die im Einzelne sein mögen oder auch nicht) unterliegen keinerlei Arbeitsverträgen, sondern sind über Gesetze geregelt und der Staat erwartet hier (völlig zurecht) eine gewisse Kooperation.

Wenn ein in der Region ansässiges Großunternehmen innerhalb dieser Gesetze im Saisongeschäft wegen Leistungen anfragt und die örtliche BAA da mitspielt, sollte man den Hebel nicht beim Unternehmen ansetzen, sondern bei den Gesetzen, die diesen Mist ermöglichen. Aber da scheint mir wenig Leidensdruck zu herrschen...

Möglicherweise kann der ein oder andere ja auch mal tatsächlich fest dort unterkommen, denn das Regelvolumen wir Amazon wohl kaum mit wöchentlich wechselndem Leihpersonal abarbeiten.

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hördochauf 27.11.2011, 17:43
117. Gute Frage!

Zitat von inci
was mich wundert ist, daß dieses "unternehmensmodell" innnerhalb der EU-staaten nicht heftigst kritisiert wird. denn ich kann mir vorstellen, daß dieses geschäftsgebaren gegen eine ganze reihe EU-richtlinien- und verordnungen verstößt. seltsam, daß man da so gar nichts hört. oder kann es sein, daß D innerhalb der EU wegen dieser praktiken schon unter beschuss steht, aber zur ablenkung des volkes hier reihenweise neonazis aus den bäumen fallen?
Bekannt ist ja schon, dass die deutsche Lohnentwicklung den 'EU-Partnern' ein Dorn im Auge ist - und dies sogar öffentlich(!) geäußert wurde.

Manche Punkte bieten eigentlich Angriffsfäche genug:

Der Unterschied zwischen 'Strafe' und 'Sanktion' bedarf z.B. bei der Zwangsarbeitsdefinition schon ausgefuchste Juristen um eine Rechtfertigung zu konstruieren... aber was solls...

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umbhaki 27.11.2011, 17:44
118. Man sollte es ihnen schriftlich geben

Zitat von Originalaufnahme
Ich WAR mal ein guter Amazon-Kunde, seit der Wikileaks-Aktion nicht mehr. Unabhängig davon, wie man zu Wikileaks steht, hat Amazon bereits damals bewiesen, was man dort von einer freiheitlichen und gerechten Gesellschaft hält. Die Sklavenhaltung der "Mitarbeiter" passt da leider nur zu gut ins Konzept dieses Konzerns. Eine E-Mail genügt übrigens, um sich von diesem Laden abzumelden. Und wem das zu aufwendig ist, braucht einfach nichts mehr zu bestellen und Punkt.
Schriftlich mit Begründung abmelden und Löschung aller persönlichen Daten einfordern ist sicher der bessere Weg. Habe ich seinerzeit auch so gemacht. Jetzt hoffe ich, dass die auch wirklich alles von mir gelöscht haben; geschrieben haben sie es mir …

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wb99 27.11.2011, 17:46
119. .

Zitat von dirk.kunkel.ronnenberg
Ein Argument der Befürworter der Ansiedlung von Amazon sind die zu schaffenden Arbeitsplätze. Angesichts dieser Meldung wird man sich das doch jedoch nochmal genau überlegen müssen.
Jetzt mal Butter bei die Fische: Warum? Und zwar bitte mit Argumenten, wenns geht.

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