Forum: Wirtschaft
Gesetzeslücke: Amazon beschäftigt massenhaft Arbeitslose ohne Vergütung

Eine Gesetzeslücke macht es möglich: Amazon beschäftigt nach Informationen des SPIEGEL Tausende Arbeitslose, die zuvor eine sogenannte "Maßnahme zur Aktivierung und berufliche Eingliederung" absolvieren müssen. Die Arbeitsagentur spricht von einem Fehler, "der korrigiert werden muss".

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heisenberg 27.11.2011, 21:26
190. Wann kommt die Topliste....

Zitat von inci
hier noch ein paar beispiele für ihre negativliste: KiK H&M fast alle baumärkte lidl für ihre positivliste fällt mir auf anhieb nur ein unternehmen ein dm ich denke, in diesem fall ist das durchaus als schwarzarbeit zu werten. meiner meinung nach könnte jeder, der die geschichte gelesen hat, den oder die artikel ausdrucken, und an den zoll senden. verbunden mit einer strafanzeige wg. schwarzarbeit und hinterziehung von sozialabgaben.


Bravo!
So etwas lese ich gerne.
Dies Firmen sollten anprangern werden.
Am besten in Leuchtschrift an jeder Wand.

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rabula_raser 27.11.2011, 21:36
191. Geistig-moralische Wende und Agenda 2010

Wir stehen bei diesen fantastischen Reformen der deutschen Gesellschaft vor ein und demselben Phänomen: Der Spaltung unserer Gesellschaft in die "haves" und die "have nots", also in die "winner" und in die "looser". Frei nach der klassischen deutschen Herrenmenschenphilosophie, macht sich der Starke den Schwachen zu nutze und der Schwache bekommt immer das seine, so wie es das heutige Sklaven- und Erpresserlohnsystems der neuen Herrschaften mit dem Verfügungsrecht über die alles bewegenden Kapitalvermögen es gebietet.

Wir können noch Jahrzehnte über dieses neue deutsche Ghetto- und Zwangsarbeitssystem diskutieren. Der eigentliche Kern mit dem wir konfrontiert sind, ist der neue Nazistaat, der nicht nur die wirtschaftliche Ausplünderungssysteme des Hartz-Systems geschaffen hat. Wir stehen ihm auch gegenüber, wenn wir die einschlägigen Urteile des BAG in den vergangenen 25 Jahre analysieren.

Wer aber will in Deutschland im JAHRE 2011 schon hinsehen, wie mitten in den Neuen Eliten, mitten in der Neuen Sozialen Marktwirtschaft - also mitten unter uns, die neue Viper der Herrenmenschen schlüpft, die sich in den Besitz von Menschen bringen, um sie genau so auszusaugen, wie es die alten Nazis zwischen 1935 und 1945 praktiziert hatten, als sich auch kein Widerstand und kein Protest erhoben hatte.

Die Bösartigkeit dieser Bösartigkeit liegt aber darin, dass - wie uns das Jahr 1945 gelehrt hat - die schweigende Mehrheit mit all ihren Toten, Erschlagenen und Abgeschlachteten in ihren eigenen Familien zu der Einsicht gezwungen werden, was für einem System der Schande sie mit ihrer Willfährigkeit und all ihrem Schweigen so begeistert zur Hand gegangen sind.

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MatzeH 27.11.2011, 21:44
192. Sei es drum

Zitat von Nania
[...] ... Buchhändler wurden aber nicht durch Leihbibliotheken in die Pleite getrieben und das Kino auch nicht durch VHS-Kassetten.
Niemand, ich am allerwenigsten, möchte den Fortschritt aufhalten. Das ist unsinnig und würde nicht weiter helfen.

Zitat von Nania
Ich möchte nur als Kunde nicht 20 Euro mehr für miserablen Service zahlen. Nein, danke.
Da wird Ihnen jeder zustimmen. Aber sind das nicht Allgemeinplätze, die von dem eigentlichen Thema ablenken?

Zitat von Nania
[...]Dazu gehören bestimmte Kleidungsstücke, Schmuck und Sachen, für die man in Spezialgeschäfte muss, die gar nicht in jedem Ort vorhanden sind.
Wahrscheinlich muss ich Sie nicht darauf hinweisen, aber in der großen weiten Internetwelt gibt es auch noch andere Anbieter, die solche Sachen verschicken. Vor allem, weil Amazon ja vielen solcher Händler eine Plattform bietet, nur um an deren Umsätzen auch noch partizipieren zu können. ich selbst habe vielfach bei Amazon nach Produkten geschaut und die dann direkt bei den entsprechenden Händlern gekauft.

Und auch die viel zitierten Läden um die Ecke bieten mittlerweile Versandservices an, ohne dass man eine Firma, die sich vielleicht nicht einwandfrei verhält, unterstützen muss.

Zitat von Nania
Der Versandhandel wird sich nicht mehr bekämpfen lassen. Aber er wird auch nicht für den Niedergang des Einzelhandels sorgen.
Ja, das ist ein Allgemeinplatz... siehe oben.

Zitat von Nania
Boykottaufrufe lösen im Übrigen weder das Problem, noch sind sie ernsthaft sinnvoll.
Nein, es ist einfacher, sich bequem zurückzulehnen und zu sagen, man könne ja eh nichts tun. Es ist einfach, so weiter zu machen, wie bisher. Sie haben ja selbst geschildert, wie schwierig es für Sie ist, etwas an Ihrem Verhalten zu ändern.

Und ich habe mit Sicherheit nicht zum Boykott aufgerufen, sondern nur an die Verantwortung der Verbraucher erinnert.

Zitat von Nania
Hier IN DIESEM SPEZIELLEN PUNKT muss aber der Staat eingreifen. Denn weder ist Amazon das einzige Unternehmen, das so was macht, noch ist es illegal. Erst wenn es illegal ist, ist es wirklich verwerflich - oder wenn es sich in einer rechtlichen Grauzone bewegt. Beides ist nicht der Fall.
Immer wieder der Ruf nach dem Staat. Da 'muss aber der Staat eingreifen' ist ein simples Abwälzen der Verantwortung auf 'den Staat'. In meiner, von liberalen Gedanken geprägten Welt möchte ich so wenig Staat wie möglich haben. Das setzt aber verantwortungsbewusstes Handeln der Bürger voraus. Und das setzt auch voraus, dass derjenige, der sich nicht verantwortungsbewusst verhält, entsprechende Nachteile spürt.

Zitat von Nania
Da kann man auch dazu aufrufen, Supermärkte zu boykottieren, weil sie die kleinen Läden in die Pleite treiben.
Es ist ja nicht mein Ziel, die kleinen Läden zu erhalten. Das hat mit meiner Argumentation rein gar nichts zu tun. Da haben Sie mich wahrscheinlich falsch verstanden - ob bewusst oder unbewusst lasse ich einmal dahin gestellt.

Ziel sollte es doch sein, die Unternehmen zu einem angemessenen Verhalten gegenüber Ihren Mitarbeitern zu zwingen. Und es gibt durchaus Supermärkte, die sich einwandfrei verhalten. Es gibt durchaus kleinere Läden, die sich nicht einwandfrei verhalten.

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stormy_weather 27.11.2011, 21:53
193. .

Zitat von cosmos
Amazon ist ein US-Konzern mit einer Hire and Fire-Kultur. Und der deutsche Staat unterstützt das ( auch jeder Kunde, der dort etwas bestellt ). Das ist der eigentliche Skandal! Amazon testet die Grenzen aus und hat die JobCenter fest im Griff.
Irrtum! Nicht Amazon teset die Grenzen aus, sondern die Grenzen sind politisch gewollt so geschaffen, dass Konzerne wie Amazon sich in Deutschland wohl fühlen. Das nennt sich Standortvorteil.

@ all diejenigen, die glauben, das sei schlechte Politik: Nein, das ist genau die Politik, die man machen wollte und immer noch will, Politik zu Gunsten der Wirtschaft und Finanz.

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mixolydisch 27.11.2011, 22:07
194. Wer hat uns verraten...

Zitat von Bergkamener
Es fiel auf, weil ein Arbeitsloser sich mit Öffentlichkeit und mit Hilfe des Erwerbslosen Forum gegen diese Praxis gewehrt hat. Ich war einer der Teilnehmer einer Infoveranstaltung bei AMAZON Werne am 27.09.2011. Hier hieß es jeder Bezieher von ALG1 und ALG2 muß zunächst ein unentgeltliches Praktikum absolvieren. Jeder, Qualifikation, Dauer Arbeitslosigkeit usw. egal, Hauptsache ALG1 oder ALG2. Befristeter Vertrag bis 31.12.2011. Also habe ich es im Erwerbslosenforum veröffentlicht und nach und nach, zunächst am ca. 09.10.2011 und dann nochmal am 25.-27.10.2011 Presse, Fernsehsender und viele weitere Institutionen per E-Mail mit "Beweisen" angeschrieben.
Es sollte auch nicht unerwähnt bleiben, dass der Kreis Unna wozu Werne gehört, und das angrenzenden Dortmund, wo auch "Reklame" für Amazon gemacht wurde - beide von der SPD regiert werden.

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inci 27.11.2011, 22:11
195. oooo

Zitat von heisenberg
Bravo! So etwas lese ich gerne. Dies Firmen sollten anprangern werden. Am besten in Leuchtschrift an jeder Wand.
nein, pranger fände ich übertrieben. aber wenn, wie immer behauptet, der kunde könig sei und auch mittels kaufentscheidung macht ausüben könne, dann sollte man bestimme läden und/oder produkte einfach mal eine weile boykottieren.

was mich regelmäßig aufregt, ist, das in deutschland riesige wellen von den bessermenschen geschlagen werden, und man prangert dann medienwirksam mit seiner eigenen NGO (bei der man in der regel zu recht auskömmlichen einkommen angestellt ist) z.b. KiK an, wegen der menschenverachtenden produktionsweisen vor ort an.

wenn es aber darum geht, menschenverachtenden zuständen zu hause mal den garaus zu machen, kommt in der regel irgendein geschwurbel, schlecht bezahlte arbeit wäre besser als keine. gerne auch im kontext mit den armen, die trotz armut immer noch so gastfreundlich und "authentisch" seien.

da kommt mir regelmäßig das kotzen.

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stormy_weather 27.11.2011, 22:15
196. eine win-win Situation

Zitat von Obi-Wan-Kenobi
Interessanter wäre doch die Frage, wieviele 1000, 10000, 100000 "Praktikanten" werden so Monat für Monat in Deutschland beschäftigt (nicht nur bei Amazon) und wieviel Gehaltskosten lassen sich die Unternehmer somit von den Steuerzahlern finanzieren?
Die Aufstocker müssen ihr Einkommen mit bis zu 80% versteuern. Also für den Staat ist es keineswegs ein reines Verlustgeschäft.

Der Knackpunkt: Durch die Argen/Hartz-IV hat man ein Reserveheer an Billiarbeitern aufgebaut, fast so wie in China durch die Wanderarbeiter. Sie sind flexibel (müssen es sein, weil ihre Bezüge sonst gekürzt werden), können also kurfristig bzw. für kurze Perioden eingestellt werden, ohne jedes Arbeitnehmerrecht.

Mit diesem Arrangement dient die Politik der Wirtschaft hervorragend, und etwas anderes hat die Politik von CDU/CSU/FDP nicht vor. Es ist ein Irrtum zu behaupten, die Politik sei schlecht, wäre gescheitert, im Gegenteil, auf der neoliberalen Agenda ist das Ziel Billiglohnland erreicht. Über Mindest[hunger]löhne zu faseln ist reines Affentheater zur Beruhigung des Volkes.

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greentiger 27.11.2011, 22:21
197. Schön wärs ja

Zitat von waldemar.l.
...für einen Schmarrn, ich bestelle alles über meine Buchläden und wenn ich vormittags bestelle kann ich es meist abends abholen, so einfach ist es. Ich bestelle nur Büche die ich lesen möchte, da brauche ich kein Amazon dazu.
Wenn das wirklich so wäre, würde ich nicht schon seit Mitte der 1980er Jahre meine Fachbücher bestellen müssen, früher per Telefon in Cambridge, heute halt über Amazon. Ausserdem gibt es da noch das Problem mit den E-Books.

Die heimischen Buchgeschäfte enttäuschen mich seit langer Zeit immer mehr. Sie haben zwei Probleme: Mangelnde Flexibilität und die abnehmende Zahl an Lesern qualitativ hochwertiger Bücher.

Das zweite Problem führte ja letztendlich zum Siegeszug von Unternehmen, wie Thalia, Hugendubel, Weltbild, etc. und ist wohl ein Problem der neuen Medienwelt. Laut diverser Untersuchungen und auch eigener Erfahrungen in meinem Umfeld, bevorzugen besonders jüngere Leute immer mehr elektronische Bücher, statt jene auf "toten Bäumen" gedruckten.

Das erste Problem haben sich viele Buchhändler aber selber zuzuschreiben. Wenn man englischsprachige Fachliteratur benötigt, und diese teilweise erst einmal zur Ansicht im Buchhandel bestellen möchte (die von mir benötigten Bücher liegen alle in der Preisklasse 50-200 Euro je Buch, daher möchte ich durch Ansicht sicherstellen, dass ich das richtige Buch kaufe), wird das meist recht kompliziert und langwierig.

Ein seit vielen Jahren immer mehr angewandtes Verfahren ist "Printing on Demand" für Fachbücher, also ein Ausdruck auf Anforderung. SO etwas ging über Englische Buchhändler schon in den 1980er Jahren schnell und unkompliziert, während es in Deutschland damit immer wieder Probleme gab.

Oft habe ich den Eindruck, dass manche Buchhandlungen von mir erwarten, dass ich mich ihren Vorstellungen vom Buchkauf anpasse - sorry, ich zahle viel Geld dafür, will also, dass allesmeinen Vorstellungen entsprechend abgehandelt wird.

Wer nicht mir der Zeit geht, der geht mit der Zeit.

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Bergkamener 27.11.2011, 22:36
198. Danke.

Zitat von saddamatus
Erstmal mein Glückwunsch zum Mut zur Notwehr und zu der erfolgreichen Öffentlichkeitsarbeit. Und dennoch hat die Behörde Druckmittel wie Leistungskürzung eingesetzt? )

Ich hatte einen Stellenvorschlag mit 30% Sanktionsandrohung.

In Werne wurden 2011 von 1794 befristeten Beschäftigten 1629 Stellen subventioniert. Für die zweiwöchige Maßnahme zahlte die Arbeitsagentur je 400 Euro.
Quelle:
http://www.derwesten.de/wirtschaft/s...id6080175.html


Meiner meinung nach muß hier der Gesetzgeber etwas ändern, damit Unternehmen wie Amazon es erst gar nicht ausnutzen können.

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nixblicker.st 27.11.2011, 22:49
199. ohne Vergütung= Arbeitssklaven

Es geht doch nix über günstiges Personal...
Naja, die betroffenen Arbeitslose, die für Lau bei Amazon gearbeiten haben, haben sicher noch Glück gehabt, dass sie nicht noch was dafür bezahlen müssen...
...moderne Zeiten halt, oder Logik des Kapitalismus...
Und wenn's dann schlechte Kritiken hagelt, wird halt ein bischen rumgesülzt, und fertig ist die Laube...

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