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Gesetzeslücke: Amazon beschäftigt massenhaft Arbeitslose ohne Vergütung

Eine Gesetzeslücke macht es möglich: Amazon beschäftigt nach Informationen des SPIEGEL Tausende Arbeitslose, die zuvor eine sogenannte "Maßnahme zur Aktivierung und berufliche Eingliederung" absolvieren müssen. Die Arbeitsagentur spricht von einem Fehler, "der korrigiert werden muss".

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senfdazu 30.11.2011, 07:34
280. Die privaten Arbeitsvermittler...

Zitat von pittiken
Der Forst hat Recht. Das ist politisch so gewollt. Normal ist, der ARbeitslose fängt bei einem Unternehmen an, hat mit diesem eine Probearbeitszeit (bis zu 6 Monate, ist von Branche zu Branche verschieden) vereinbart, ist von der ARbeitslosenkasse abgemeldet. Während dieser Zeit wieder er von der Firma bezahlt. Hat der ehemalige Arbeitslose die Probezeit bestanden, dann ist der Arbeitsvertrag unbefristet. Es gibt natürlich auch noch die befristete Arbeitsvertragsgestaltung. Was jetzt läuft, ist tatsächlich politisch so gewollt. Weil der "faule" Arbeitsloe ja erst einmal ans Arbeiten gewöhnt werden muss, absolviert er eine Trainingszeit. Dies kann bis zu 4 Wochen dauern. In dieser Zeit ist der Arbeitslose weiter arbeitslos, bekommt sein Arbeitslosengeld weiter bezahlt von der Arbeitslosenkasse. Und er ist nicht über die Berufsgenossenschaft versichert. Für mich ist das politisch gewollte Schwarzarbeit, wo der Beitragszahler und die Gesellschaft beschissen werden und wofür der Arbeitslose noch nicht einmal kann. Das einzige was er machen muss, ist beim Arbeitsamt die Meldung der Trainingszeit. (Mein Mann sollte auch so etwas mitmachen. Er hat dankend abgelehnt. Dank einer ordentlichen Arbeitsamtmitarbeiterin hatte er keine Sanktionen zu befürchten.) Dieses Trainingsgedöns wird auch gern durch private Arbeitsvermittler, die mit Firmen zusammenarbeiten, praktiziert.
...und Schulungsveranstalter sind meist Organisationen, die von Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden betrieben werden...und die verdienen nicht schlecht daran !!!

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-mowgli- 30.11.2011, 10:19
281. ...

Zitat von senfdazu
...und Schulungsveranstalter sind meist Organisationen, die von Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden betrieben werden...und die verdienen nicht schlecht daran !!!
Soweit ich hier richtig informiert bin, ist dieser Verdienst gestaffelt.
Der größte Teil soll erst dann fließen, wenn der erfolgreich Vermittelte länger als sechs Monate im Unternehmen beschäftigt ist.
Das empfinde ich als sinnvoll, auch wenn es in diesem Bereich trotzdem Missbrauchsmöglichkeiten gibt.

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SI_BO 30.11.2011, 17:16
282. ...

Zitat von WHO23
Sie werden ja auch bezahlt für Ihre arbeit, oder? Aber Sie finden es gut wenn AG nichts für Arbeit bezahlen müssen? Wenn der Job da 3 Monate hing, warum haben Sie ihn nicht "freiwillig" angenommen? Ihr Chef ist jetzt aber nicht Ihr Chef, im 400 € Job?
Als gutes Beispiel hätte er ihn für lau machen sollen.
Aber, es ist ja einfach immer nur von anderen zu fordern und sich selbst als überaus arbeitsam und genügsam darzustellen. Gibt ein gutes Gefühl, denke ich mal.

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Sideshow-Bob 30.11.2011, 22:33
283. EmmaSohn

Zitat von lordix
Was wollt ihr denn? Mag sein das es vllt. nicht dazu gedacht wahr, aber ich sehe jeden Monat immerwieder auf´s neue was ich an Steuern zahlen muss... Es war eine Umfrage in den Medien dort wurden Langzeitarbeitslose gefragt ob sie denn nicht Arbeiten wollen. NEIN[......] Wenn ich über Bsp. 2 Jahre arbeitslos wäre, dann würde ich mich freuen wenn mir eine Firma wie Amazon die möglichkeit gibt mich zu beweisen.
Zum einen besteht ein Unterschied zwischen dem was man sagt und zu dem was man denkt oder fühlt, und zum anderen kann man sogar ganz gut erklären, warum es Langzeitarbeitslose gibt, die solche Aussagen tätigen, die Ursache dafür steckt nämlich in jedem von uns...

Nehmen wir mal an, nur so als Beispiel, jemand wird nach 20 Jahren Erwerbstätigkeit von heute auf morgen arbeitslos. Voller Elan und Tatendrang versucht dieser Jemand wieder Arbeit zu finden und denkt sich, dass man ihn aufgrund der langjährigen Berufserfahrung wohl kaum ablehnen kann. Die Realität sieht in seinem Fall leider anders aus.

Er schreibt ein Bewerbung nach der anderen, leider erfolglos, weil sich neben seiner Berufserfahrung auch eine Menge Alter angehäuft hat, was ihn für die meisten Arbeitgeber unattraktiv macht. Nach einiger Zeit vergeblicher Bewerbungsversuchen drängt ihn das Arbeitsamt dazu sich auf Stellen zu bewerben, die nicht seiner Qualifikation entsprechen und der immer noch motivierte Arbeitnehmer sieht darin ein Chance seine "wahren" Qualitäten dem zukünftigen Arbeitgeber zeigen zu können. Der hat aber gar kein Interesse daran und entlässt den Arbeitnehmer wieder in die Arbeitslosigkeit, weil kommen jüngere Arbeitskräfte aus Absurdistan....außerdem existiert ja ein Parallel-Arbeitsmarkt aus billigen Arbeitskräften, der gefördert vom Staat stets Nachschub liefert.

Irgendwann kann(!) es passieren, dass der Arbeitnehmer so dermaßen frustriert ist, dass ihn die Demütigung, nicht mehr gewollt zu werden regelrecht krank werden lässt. In diesem Zustand höchster kognitiver Dissonanz, kann es passieren, dass der Arbeitnehmer das einzige Element entfernt, das er selbst beeinflussen kann und das dieses unerträgliche krankmachende Gefühl in ihm hervorruft. In dem Fall passt er einfach sein Denken, seine Wünsche an dem an, was er maximal erreichen kann: er "will" langzeitarbeitslos sein.

Und jetzt stellen Sie sich mal vor, der Langzeitarbeitslose wäre in Wirklichkeit ein Heranwachsender, der in seiner Umwelt nichts anderes kennt und erfährt, als gelebtes Aussichtslosigkeit.

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