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Gesetzesreform: Staat streckt Unterhalt für 714.000 Kinder vor
DPA

Viele Alleinerziehende bekommen von ihrem Ex-Partner keinen Unterhalt fürs Kind. Seit einer Gesetzesreform im Jahr 2017 springt der Staat immer öfter ein - bekommt das Geld aber später nur selten zurück.

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cto74 17.07.2018, 11:48
150. Genau!

Zitat von anders_denker
und ein Verlust der Ansprüche aus Sozialversicherungen wie rente etc. helfen. Etwaige private Versicherungsleistungen etc. bis dahin mit Auszahlungssperren versehen.
Genau. Oder der Bau einer Mauer um die Nichtzahler herum. Oder der Aufbau von Selbstschussanlagen, wenn sie trotzdem vor dem Staat fliehen wollen. Vielleicht könnte man auch über eine Beugehaft nachdenken, z.B. in Bautzen.

Auch nichtzahlende Angehörige von Kindern besitzen Grundrechte. Schon mal gehört: Grundrechte? Gibt's online. Im Artikel steht, dass bei den meisten nichts zu holen ist. Und wo nichts ist, da hat er Kaiser sein Recht verloren. Es ist nur gut und richtig, dass dann die Allgemeinheit einspringt. Das tut sie auch in allen anderen ähnlich gelagerten Fällen, z.B. Langzeitarbitslosigkeit oder Arbeitsunfähigkeit.

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pittiken 17.07.2018, 11:48
151.

Zitat von Polemski
Welchen Anteil wollen Sie denn geltend machen, wenn Sie sogar schon selbst schreiben, dass Sie Ihre Kinder nicht überwiegend erzogen haben?
Wer geschieden wird, muss vorher den Versorgungsausgleich machen. Und bei diesem werden sämtliche Rentenpunkte geteilt und die Hälfte wird dem anderen Partner zugesprochen. Und die Mütterrentenpunkte gehören dazu.

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pebcak 17.07.2018, 11:49
152.

Zitat von Manuel R.
...nicht reichen. Zunächst halten wird mal fest, dass der MINDESTunterhalt (Zahlbetrag) in der untersten Einkommensstufe des Unterhaltspflichtigen aktuell wie folgt betragen: 251€ (0-5 Jahre), 302€ (6-11 J.) und 370€ (12-17 J.). Dazu kommt beim Unterhaltsempfänger noch das Kindergeld von 194€ je Kind.
Wenn Sie wirklich soviel zahlen, sollten Sie eigentlich auch wissen, dass bei Unterhaltsberechnung das hälftige Kindergeld abgezogen wird. 97€ gehören abgezogen.

Btw. wäre ich kinderlos würden mir 1 1/2 Zimmer reichen. Mit meinem pubertierenden Sprößling benötige ich 3 Zimmer. Mehrkosten ca. 400€. Und haben sie einen Jugendlichen mal ernährt? Ein Heuschreckenschwarm ist nichts dagegen, 3x im Jahr neueinkleiden wegen Wachstumsschüben kommt dann auch noch dazu.

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Plasmabruzzler 17.07.2018, 11:57
153.

Zitat von Das dazu
Da schreiben Sie leichtfertig von gesicherten finanziellen Verhältnissen. Noch nie mit Kindern geschieden worden, was?
Das ist eine ganz einfache Rechnung: wenn während der Partnerschaft (oder Ehe) genug Geld für beide und das/die Kind(er) da ist, wird auch nach der Trennung in der Summe genug Geld da sein. Wer ohne gesicherte finanzielle Situation (ob als Partnerschaft oder Ehe oder eben auch allein) Kinder in die Welt setzt und dann von der Gesellschaft erwartet, dass diese für den Unterhalt aufkommt, handelt verantwortungslos und ich frage mich, welche Werte dem Kind damit mitgegeben werden. Ein Kind bedeutet ja auch eine finanzielle Belastung. Das mag man diskutieren können, aber dies ist nun einmal der status quo.

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pittiken 17.07.2018, 12:11
154.

Zitat von dasfred
finanziell sicher die Aufgabe der Kindeserziehung wahrnehmen kann, ohne auf Lust und Laune des getrennten Partners angewiesen zu sein. Das Kindeswohl muss immer an erster Stelle stehen. Wenn der leistungsfähige Part nicht zu seiner Pflicht herangezogen wird, weil die Verantwortlichen ihrer Pflicht nicht nachkommen, das Geld einzutreiben, dann sind eben diese Behörden neu zu strukturieren. Finanzämter lassen sich ja auch nicht damit abspeisen, dass der Steuerschuldner gerade nicht gewillt ist, seiner Steuerpflicht nachzukommen. In diesem Fall arbeitet die Bürokratie schließlich äußerst effizient. Allerdings würde ich mir in vielen Fällen, zum Wohle der Kinder, wünschen, dass die Erziehungsberechtigten eine finanzielle Betreuung zur Seite gestellt bekommen, damit nicht der Kindesunterhalt für eigenes Vergnügen verbraten wird. Beispiele gibt es zuhauf.
Die Betreuerindustrie bei Pflegebedüftigen sind da keine guten Vorbilder.

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moeh1 17.07.2018, 12:23
155. Unterhalt

Warum soll jemand auch für seine Plagen zahlen wenn dies die Allgemeinheit übernimmt. Wer solche Gesetze macht wie die SPD muss damit rechnen dass sie ausgenützt werden.

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grabenkaempfer 17.07.2018, 12:24
156.

Zitat von misterknowitall2
Wie wäre es mit einem Umzug? 3 Stunden ÖPNV ist zu viel. Außerdem könnte er 180 € den Monat sparen. Und bei 1500 € pro Monat und 500 € Warmmiete bleiben satte 1000 € zum Leben. Manch einer wäre glücklich über so viel Geld. Es ist nur würdig und recht, dass er davon einen satten Anteil seinem Kind zukommen lässt. Und die 150 € sollten auch kein Problem darstellen. Haben sie in ihre Aufstellung was vergessen? So steht ihr Bekannter doch eigentlich gut da.
Wieder so eine Blitzbirne mit dem Umzugsvorschlag. Wo kommt das Geld für den Umzug her, gibt es eine Wohnung die bezahlbar ist ....
Außerdem falsch gerechnet: Die Miete wird vom Selbstbehalt abgerechnet also bleiben 580€ übrig, dann sieht die Angelegenheit für den Zahler schon mal richtig schlecht aus.
Gerade in diesen Einkommensbereichen lohnt es sich dann kaum noch arbeiten zu gehen, weil einem nichts bleibt.

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g_bec 17.07.2018, 12:44
157. Ach je

Zitat von chris4you
etwas interessantes: Eine Forsa-Studie im Auftrag des BMFSFJ aus dem Jahr 2002 ergab tatsächlich: 53 Prozent der unterhaltsberechtigten Väter erhielten damals den Unterhalt nicht wie festgelegt von der Mutter. Bei den Müttern waren es zum gleichen Zeitpunkt 30 Prozent. )... Interessant wäre eine Statistik, weswegen der Unterhaltspflicht nicht nachgekommen werden kann (was nach Unterhaltszahlungen vom Gehalt noch übrig bleibt, z. B.), das würde die Situation etwas erhellen. Diese Statisiken scheint es wohl nicht zu geben, Gründe?
Nun ja. Sie dürfen bei aller Verachtung für die nicht zahlenden 53% der Frauen natürlich außer Acht lassen, wie das Verhältnis unterhaltspflichtiger Vater zu unterhaltspflichtiger Mutter ist. Dann könnte sich das schon etwas relativieren, da in D doch oft noch das "Ideal" des jagenden Papas und der gluckenden Mutter verbreitet ist.

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dasfred 17.07.2018, 12:46
158. Zu Nr. 155 pittiken

Auch wenn die Betreuungsindustrie schlimme Auswüchse zeigt, wenn eine alleinerziehende Mutter in meiner Nachbarschaft stöhnt, dass sie leider nicht selbst drehen oder stopfen kann und desshalb jeden Morgen zwei Schachteln Zigaretten für Zehn Euro kaufen muss, dann kann sich jeder ausrechnen, dass die 300,-Euro im Monat vom Kindesunterhalt abgehen. Dann muss man natürlich zur Tafel, damit das Kind was zu Essen bekommt. Einer anderen Frau mit drei Kindern wollte die ARGE zumuten, nachdem das jüngste Kind ins Kindergartenalter kam, einen Job aufzunehmen. Zum Glück fand sich kurzfristig ein Beschäler, der für ein viertes Kind gesorgt hat. Der ist zwar auch schon wieder weg und langzeitarbeitslos, aber die Mutter bleibt erstmal amtlicherseits von der Aufforderung zur Erwerbstätigkeit verschont. Allerdings durfte sie endlich in eine lange gewünschte größere Wohnung ziehen. Für diese Fälle sollte eine Betreuung eingerichtet werden, damit die Kinder nicht zum Eigennutz in die Welt gesetzt werden.

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g_bec 17.07.2018, 12:52
159. Oh doch.

Zitat von Manuel R.
...nicht reichen. Zunächst halten wird mal fest, dass der MINDESTunterhalt (Zahlbetrag) in der untersten Einkommensstufe des Unterhaltspflichtigen aktuell wie folgt betragen: 251€ (0-5 Jahre), 302€ (6-11 J.) und 370€ (12-17 J.). Dazu kommt beim Unterhaltsempfänger noch das Kindergeld von 194€ je Kind. In Summe sind das für EIN Kind je nach Alter also schon mal zwischen 445€ und 564€. Das ist eine Stange Geld. Mir kann niemand erzählen, dass in "nicht getrennten" Familien jeden Monat um 500€ für EIN Kind ausgegeben werden. Und jetzt komm mir bloß keiner mit "...alleine die Hälfte der Miete sind ja schon...". Das ist Schwachsinn.
Oh doch, das mit den "500 EUR pro Kind" kann ich Ihnen ganz genau erzählen.
Und ja, für eine Wohnung ohne Kinderzimmer ist oft wirklich nur die Hälfte der Kosten nötig. Von den Nebenkosten bei Strom und Gas wollen wir gar nicht erst anfangen, über die Wasserkosten decken wir den Mantel des Schweigens. Dann haben die Kinder aber noch nichts gegessen, keine Klamotten, kein Bett, keinen Schrank keinen Stuhl.
Zum Artikel selber: Das große Problem ist in meinen Augen nicht die Zahlung des Vorschusses sondern die Leichtigkeit, mit der sich Unterhaltspflichtige aus der Verantwortung stehlen können. Unter tatkräftiger Mithilfe der Anwälte. Wenn die "Asylindustrie" ein vermeintlich großes Problem ist, dieses hier ist noch viel größer.

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