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Gesetzliche Krankenversicherung: Immer mehr Versicherte schulden Kassen Beiträge
DPA

Die Zahl der Bürger ohne Krankenversicherung sinkt - doch die scheinbar positive Entwicklung hat auch ihre Kehrseite: Immer mehr Versicherte können ihre Beiträge nicht zahlen. Einem Zeitungsbericht zufolge stiegen die Außenstände in einem Jahr um 55 Prozent.

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hesse 21.08.2012, 11:57
90. Ja, ja. bei den Schweizern und....

Zitat von philantrophy
Dort ist zwar die Mehrwertsteuer bei 25 %, aber hieraus wird die Krankenversicherung aller Bürger finanziert! Bei uns wird neben der Mehrwertsteuer von 19 % ein Beitrag von 15 % für die Gesundheitsversorgung fällig.
Dänen muß jeder in die gesetzliche Krankenversicherung einzahlen. Ist bei uns alternativlos nicht möglich, weil dann die Beamten als Privatversicherte ihre Krankenkassen-Beiträge nicht mehr dem Steuerzahler aufs Auge drücken könnten. Prima, nicht ?

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warndtbewohner 21.08.2012, 11:58
91. Ja,

Zitat von spon-facebook-10000198664
....ich pflichte beobachter999 voll und ganz bei. Wie soll jemand, der seine KV oder KfZ-Steuer oä. nicht bezahlen kann, auch noch Mahngebühren, Strafzulagen und sonstige von erfinderischen Beamten kreierte Grausamkeiten bezahlen können, wenn sie schon nicht in der Lage sind, die ursprünglich geforderte Summe aufzutreiben. Da werden Menschen mit finanziellen Problemen zu Kriminellen gemacht......ist das im Sinn der Allgemeinheit? - ganz zu schweigen von dem Individuum? Oder anders ausgedrückt: Die Würde des Menschen ist von Staats wegen antastbar....


Menschen werden kriminalisiert und stigmatisiert obwohl sie vielfach nichts für ihr Schicksal können. War doch mit Hartz IV genau so, es passt zusammen. Dank an unsere gewählten Volksvertreter..

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Berliner42 21.08.2012, 11:58
92. k.T.

Zitat von halsbeißer
Die Krankenkassenbeiträge müssen ja auch noch verdient werden, nochmal 330 Euro, 520 Euro, weitgehend unabhängig vom tatsächlichen Einkommen. Das ist Wahnsinn. Wollen die um jeden Preis abhängige Lohnverhältnisse bewahren, weil sie Angst vor der Verselbstständlichung der Menschen haben?
Die Vermutung liegt nahe. Einem durchschittlichen SPD-Politiker sind alle Selbständigen per se suspekt. Der sieht darin automatisch Besserverdiener, die man hart anfassen muß.

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Klopsdrops 21.08.2012, 11:59
93.

Zitat von Berliner42
Der "normal arbeitende Bürger" zahlt aber mitunter auch nur homöopathische Beiträge, während man bei Selbständigen (und auch freiwillig versicherten Ehefrauen) mit mindestens 330 € zulangt.
Der Arbeitnehmer zahlt auch den gesamten Beitrag, genau so wie es bei Selbständigen auch der Fall ist. Augenscheinlich zahlt der Arbeitgeber im Falle eines Arbeitnehmers ja die Hälfte, aber real muss der Arbeitnehmer diesen Anteil ja sowieso auch durch seine eigene Arbeitskraft erstmal selbst erwirtschaften, bevor der Arbeitgeber diesen vom Arbeitnehmer erwirtschafteten Anteil zur Krankenversicherung bezahlen kann.

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Galik 21.08.2012, 12:03
94. Mal ein Beispiel aus dem Leben

Ich bin Student, inzwischen über 25 und damit versicherungspflichtig. Die letzten 2 Jahre war ich im Ausland (wo keine Versicherungspflicht besteht) und aus finanziellen Gründen nicht versichert. Jetzt bin ich ieder in Deutschland, möchte mich versichern und bekomme daraufhin mitgeteilt, dass ich mich rückwirkend versichern muss. Insgesamt soll ich etwa 1600€ nachzahlen und natürlich zusätzlich meinen Beitrag von 76€ monatlich bezahlen. Bitte... wie soll ich das machen? Mit Wohnung, Verpflegung, GEZ, usw. komme ich selbst mit Job neben dem Studium so grade hin. Wenn ich nicht zahle, dann kommen Strafen auf mich zu und der Schuldenberg wird noch größer. Aber wo soll ich sonst sparen? Bei der Wohnung sicher nicht, sonst sitze ich bald auf der Straße. Mein Studium ist nächstes Jahr beendet, aber bis dahin muss ich mich irgendwie durchbeißen.

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xenoxx 21.08.2012, 12:04
95. Nicht immer EU

Zitat von ego_me_absolvo
Die sog. "EU" hält es für wichtiger, im Bundesland Berlin eine Seilbahnverordnung durchzusetzen, die armen Kindlein mit einer Rolltreppenkinderwagenverordnung zu schützen und harmlose Glühbirnen durch Quecksilberbomben zu ersetzen. Mit wirklichen Problemen wollen diese Wolkenkuckucksheimer nix zu tun haben. Lobbypolitik ist schon anstrengend genug....
Schon richtig! Es gibt beklagenswerte Fehlleistungen der EU. Dennoch: all das hat nichts mit dem deutschen Krankenkassensystem zu tun. In anderen EU-Ländern gibt es andere - vielleicht sogar bessere - Krankenversicherungssysteme. Hier wäre es angezeigt, wenn die deutsche Regierung - und nicht die EU!! - ihre Hausaufgaben machen würde.

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Deify 21.08.2012, 12:04
96. krank,

das ganze "Gesundheitswesen", aber das wissen alle. Es KÖNNTE fairer, besser laufen, aber die Arbeit will man sich nicht machen und da sind auch noch die Lobbyisten davor. Noch immer scheint der Glaube zu bestehen, man könne dem kleinen Mann nicht nur ungeniert, sondern auch immer und immer wieder in die oft leeren Taschen greifen. Denken macht Arbeit, könnte Wählerstimmen kosten - aber auch welche - andere - bringen!!! Schon allein die Höhe der Beiträge für nahezu keine Leistung bei den Ärzten. Ich darf als Freiwillig Pflichtversicherte (schon dieser Widerspruch in sich!) einen enormen und wesentlich höheren Beitrag auf meine kleine Rente zahlen, weil angeblich drei Monate fehlen. Auch bei uns gab es Zeiten, da hat das Geld nich tmal zum Leben gereicht, da war eine Krankenversicherung nicht drin; Arztbesuche aber auch nicht. Der Gipfel der Perfidie ist allerdings, für Zeiten, in denen man nicht versichert war, also auch keine Kosten verursacht hat, nachträglich zahlen zu sollen. Wie schon jemand schrieb: Allein eine Pflicht zu etwas erhöht nicht automatisch die finanziellen Möglichkeiten.

Privatisierung führt zu noch höheren Belastungen, das sieht man z. B. den Krankenhäusern und einfach allem, was nicht mehr in Staatshand liegt, obwohl es dem Volk gehört hat. Private denken nur und nur an Profit, das kann nicht in unserem Sinne sein. Beiträge für jeden, der Geld verdient bei sehr viel höherer Bemessungsgrenze oder der Wahl der freiwilligen Versicherung oder eben auch ganz ohne und dann auf Rechnung.

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naklar? 21.08.2012, 12:06
97. System "Angst"

Ja so funktioniert es hier im Westen.

Nicht, daß genügend Geld im System für alle wäre. Nein, die Schein-Eliten verteilen dies nur noch an eine gewisse Prozentzahl von Bürgern. H4 ist sehr gut geeignet um den Druck aufrechtzuhalten.

Am unteren Rand droht H4, Zeitarbeit oder sonstige prekäre Beschäftigung. Ein Aufstieg von unten nach oben durch allein fleißige Selbstständigkeit ist eigentlich nicht vorgesehen.

Die richtigen Netzwerke (Zirkel) und Papa_Mama sind wieder genauso wichtig wie schon im Mittelalter.

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papayu 21.08.2012, 12:07
98. Also Leute, jetzt seid doch mal ehrlich!!

Wer wollte denn all diese Versicherung? Ihr wolltet sie !!!
Renten-, Kranken-, Unfall-,Alters-,Klageversicherungen. Gegen alles seid ihr versichert!
Ja, da hat sich im Lauf der Jahrzehnte einen riesiger Haufen Verwaltungsangestellte angehaeuft. Die Manager dieser Vorsorgevereine stecken sich den grossen Zaster in die Tasche und wenn einer nach 20Jahren Einzahlung nicht mehr finanziell kann. wird der Arbeitslose rausgeschmissen, gepfaendet usw!!
Ist ja so einfach, bei jedem Wehwehchen oder gelben Schein zum Arzt zu gehen, schliesslich hat man ja Beitraege bezahlt. Oder Vollkaskoversicherung fuer nen tollen Schlitten! Totalschaden und schon hat man mit kleiner Draufzahlung einen Neuen.
Wie wunderbar waere das Autofahren ohne jegliche Versicherung?!!! Da koennte man direkt den Ramsauer abschaffen.

Meine Beitraege fuer die Kranken- und Altersvorsorge werden mit automatisch abgezogen, obwohl hier im Ausland weder das eine noch das andere anerkannt wird. Mit fast 74 Jahren zahle ich noch Altervorsorgebeitraege. Solidarisch eben!!!

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David Soulomon 21.08.2012, 12:10
99. Staatlich legitimierte Halsabschneider

ich bin aus meiner letzten Selbstständigkeit mit einigen Beiträgen im Rückstand. Nun sollte ich eine Art Schuldanerkenntnis mit Ratenzahlungsvereinbarung unterschreiben, in der ein Zinsdienst von 5 Prozent pro Monat(!) draufgeschlagen wird. Das würde einem Zinsaufschlag von 60% p.a. entsprechen. Auf Nachfrage bei der Krankenkasse, hiess es, "so steht es im Gesetz". Auf eigene Recherche hin, fand ich heraus, dass die Kassen zu einem derartigen Zins zwar legitimiert, aber nicht gesetzlich verpflichtet sind.
Wir haben es hier also mit 2 Unglaublichkeiten zu tun: zum einen, dass der Gesetzgeber den Kassen derartigen Spielraum lässt und zum anderen, dass die Kassen diesen schamlos ausnutzen. Für mich hätte dass bedeutet, dass ich bei einer Abzahlungsrate von 170 Euro/Monat die ersten 2 Jahre nur die Zinsen beglichen hätte. Für derartige Raffgier habe ich nur den Mittelfinger übrig und den kann man mir nicht wegpfänden!

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