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Gesetzliche Krankenversicherung: Immer mehr Versicherte schulden Kassen Beiträge
DPA

Die Zahl der Bürger ohne Krankenversicherung sinkt - doch die scheinbar positive Entwicklung hat auch ihre Kehrseite: Immer mehr Versicherte können ihre Beiträge nicht zahlen. Einem Zeitungsbericht zufolge stiegen die Außenstände in einem Jahr um 55 Prozent.

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Blindleistungsträger 21.08.2012, 21:01
140. Ich verstehe es

Zitat von Demokrit
Selbständige die mehr verdienen wie die fast 2000 Euro, werden nachträglich zur Kasse gebeten, rückwirkend werden die Beiträge angepasst und angehoben. Stellt sich aber heraus, das Jahr ist schlecht gelaufen, werden die Beiträge nicht angepasst. Tja Pech gehabt..dumm gelaufen. Ich verstehe nun wirklich nicht, wieso die Beitrage zur Krankenkassen nicht dem realen Gewinn angepasst werden können. Ein fiktives Einkommen als Grundlage zu nehmen ist doch realitätsfremd.
Wenn man von Selbstständigen einen prozentualen Beitrag von ihren Einnahmen verlangt, erhält man Zustände, die denen von Griechenland und Italien ähneln. Da gäbe es dann nach einer Weile eine Menge von "bettelarmen" Selbständigen mit Jahreseinkommen zum Totlachen und einer dicken Yacht im Hafen. Es ist doch allgemein bekannt, dass Selbständige die Möglichkeit haben, sich mehr oder weniger arm zu rechnen. Und dass die meisten keine großen Hemmungen haben, von diesen Möglichkeiten Gebrauch zu machen, ist doch auch keine neue Erkenntnis.

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John2k 22.08.2012, 08:07
141. ...

Zitat von Klopsdrops
Aber dieses Problem wird durch einen baldigen Finanzmarktzusammenbruch und ein Setzen des ganzen Systems auf NULL sowieso erstmal wieder entschärft.
Sachwerte werden also auch neu aufgeteilt? Sorry dass ich Ihnen diese Illusion nehmen muss, aber schauen sie sich einfach nur die größten Unternehmen an. Diese werden auch weiterhin existieren. Investoren werden auch weiterhin die meisten Immobilien gehören. Nichts wird sich ändern, außer das Zeichen hinter dem Bezahlmittel. Am Anfang wird es eventuell etwas gerechter zugehen. Die Elite wird aber schon dafür sorgen, dass ihre Sklaven nicht davonlaufen und plötzlich wirklich freie Entscheidungen treffen können, die sich nicht nur um Iphone oder Samsung Galaxy drehen.

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u.loose 22.08.2012, 08:42
142. Das hat die KBW Ulla doch prima eingefädelt

Das eigentliche Problem der GKV samt ihrer Zahler ist sehr leicht beim wahren Namen zu nennen: Umverteilung.

Seit Ullas Glanzleistung kann ja jeder selber feststellen, wie viel er für sich selbst, also für sein Versicherungsrisiko, zahlt und wie viel seines Beitrags umverteilt wird. Um es kurz zu machen - aus dem Topf der von den Einzahlungen gefüllt wird, bekommt die eigentliche Krankenkasse ca. 100 Euro pro Nase. Wer mehr zahlen muss, wird zur Umverteilung verdonnert.

Darum übrigens auch der Sinneswandel der Krankenkassen: Früher warb man um junge Gutverdiener, möglichst Single, heute nimmt jede Krankenkasse am liebsten Kinderreiche, Einkommen völlig egal.

Soll heißen - die meisten säumigen Zahler könnten einen Beitrag der ihrem eigene Risiko entspricht durchaus bezahlen - an den Rand des Ruins treibt diese säumigen Zahler die Umverteilungsorgie des Systems! Besonders natürlich die "freiwilligen" Mitglieder, denen von KBW Ulla aus dogmatischen Gründen erheblich schlechtere Konditionen zugestanden werden. Lohnfortzahlung im Krankheitsfall muss z.B. extra versichert werden und zu Rentenzeiten sind alle Einkünfte GKV-pflichtig...

Darüber hinaus haben natürlich Viele auch selber Schuld. Wer will, kann sich jederzeit einen Tarif in der PKV aussuchen, der wirklich NUR eine Versicherung darstellt, die das absichert, was die persönliche Leistungsfähigkeit übersteigt. Zu nennen wäre da z.B. ein Hausarztmodell mit 1000 Euro Selbstbehalt. Das größte Risiko wäre, einmal auf einen Urlaub verzichten zu müssen. Kostenpunkt - etwas über 100 Euro pro Monat...

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u.loose 22.08.2012, 08:45
143. Sie mögen recht haben...

Zitat von Blindleistungsträger
Wenn man von Selbstständigen einen prozentualen Beitrag von ihren Einnahmen verlangt, erhält man Zustände, die denen von Griechenland und Italien ähneln. Da gäbe es dann nach einer Weile eine Menge von "bettelarmen" Selbständigen mit Jahreseinkommen zum Totlachen und einer dicken Yacht im Hafen. Es ist doch allgemein bekannt, dass Selbständige die Möglichkeit haben, sich mehr oder weniger arm zu rechnen. Und dass die meisten keine großen Hemmungen haben, von diesen Möglichkeiten Gebrauch zu machen, ist doch auch keine neue Erkenntnis.
Dem aber dadurch begegnen zu wollen, einen Grundbeitrag zu nehmen, der zu fünf Teilen Umverteilung und einem Teil Versicherungsrisiko besteht, führt eben zur Unbezahlbarkeit.

Man sollte also die Umverteilungskomponente ausklammern und den Mindestbeitrag auf 150 Euro pro Nase festlegen. Das ist für jede Versicherung ein kostendeckender Beitrag und jedes Mehr ist reine Abzocke.

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John2k 22.08.2012, 08:49
144. ...

Zitat von Berliner42
Der "normal arbeitende Bürger" zahlt aber mitunter auch nur homöopathische Beiträge, während man bei Selbständigen (und auch freiwillig versicherten Ehefrauen) mit mindestens 330 € zulangt.
Naja, Sie vergessen den Arbeitgeberanteil. Dieser wird ihnen von Anfang an vorenthalten um die Rentensprüche zu senken. Damit sind wir dann auch je nach Gehalt bei mindestens 500€, wogegen ihre 330€ lächerlich wirken.

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wasnyxq 22.08.2012, 09:56
145.

Zitat von TeslaTraX
wie können denn arbeitslose nicht zahlen ? das übernimmt doch die arbeitsagentur, oder? alg2 empfänger sind doch auch versichert, aber verarmte Personen zahlen die Beiträge nicht ? Verstehe ich nicht so ganz, in welchen fällen das so eintreten kann...
Nur, wenn Sie im Leistungsbezug sind. Wenn man sich nur "arbeitssuchend", aber nicht "arbeitslos" meldet, ist man verpflichtet, sich freiwillig zu versichern und die Einkommensfiktion geht dann von etwa 1.800,- € aus. Sie zahlen also 350,- € für eine Leistung die Sie weder gewünscht noch bestellt haben, geschweige denn in Anspruch nehmen könnten.
Sollten Sie das nicht leisten können: die Beitragsrückstände werden mit 5% pro Monat Säumniszuschlag belegt, verdoppeln sich also alle 14 Monate. In sofern sind die im Artikel genannten 55% Anstieg noch niedrig.

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NochNeMeinung 22.08.2012, 09:59
146. Unsystematik

Das ganze Steuer- und Sozialsystem ist inzwischen völlig schief. Es gibt beispielsweise Leute, die als Selbständige mit H4 aufstocken müssen, dennoch auf ihr Einkommen auch noch Steuern zahlen und gleichzeitig "Schulden" bei der Krankenversicherung anhäufen, weil sie kein Geld für die Beiträge übrig haben, die vom Jobcenter der Höhe nach nicht anerkannt werden.

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CMDR 22.08.2012, 10:05
147. Berechnungsverfahren

Die Berechnungsverfahren wurden noch gar nicht thematisiert.

Denn die Beiträge zur freiwilligen GKV werden leider nach dem "Gesamtbetrag der Einkünfte", und nicht dem "zu versteuernden Einkommen" ermittelt. Diese Werte können erheblich voneinander abweichen.

Das ist m. E. eine unangemessene Benachteiligung. Selbst das Finanzamt erlaubt es, bestimmte Postionen vom Einkommen abzusetzen, die GKV nicht.

Hier herrscht dringender Reformbedarf.

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wasnyxq 22.08.2012, 10:06
148.

Zitat von berni-t
Wie sonst kann man als Ursache für die steigenden säumigen Beitragszahler Ula Schmidt angeben, die 2007 das Pflichtsystem eingeführt hat. Ich mag sie bei Leibe nicht, aber die Gründe für das jetzige Problem sind vielfältig: keine Lust etwas zu Zahlen und kein Geld mehr, um die zwei wichtigste Gründe zu nennen.
NUN MAL HALBLANG! Hier werden volle Beiträge fällig gestellt für eine Leistung, die weder bestellt oder gewünscht wurde. Vor allem aber kann und darf der Zahlungspflichtige diese Leistung nicht in Anspruch nehmen, obwohl er die Rechnung bekommt, und es wird ihm ein Mindesteinkommen herbeifiktioniert, das 1/3 aller "freiwillig Versicherten" nicht mal erreicht.

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wasnyxq 22.08.2012, 10:11
149.

Zitat von stevie76
wobei, in den satzungen der krankenversicherungen steht auch, dass auf ausstehende beiträge verzichtet werden kann, wenn das eintreiben beim schuldner zu unbilliger härte führen kann. das hätte spon thematisieren können.
Auf dem Ohr sind die taub. Die Richtlinien des Spitzenverbands werden bewusst nicht umgesetzt oder durch künstlichen Personalmangel in den entsprechenden Abteilungen unterlaufen. Ergebnis: die Kommunikation mit den GKV scheitert in fast allen Fällen. Irgendwann kennt man den "Mann vom Hauptzollamt", der sich alle 4 Monate die Unterschrift unter die "fruchtlose Pfändung" abholt und geht in die Insolvenz.

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