Forum: Wirtschaft
Gesetzliche Krankenversicherung: Immer mehr Versicherte schulden Kassen Beiträge
DPA

Die Zahl der Bürger ohne Krankenversicherung sinkt - doch die scheinbar positive Entwicklung hat auch ihre Kehrseite: Immer mehr Versicherte können ihre Beiträge nicht zahlen. Einem Zeitungsbericht zufolge stiegen die Außenstände in einem Jahr um 55 Prozent.

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Traumflug 21.08.2012, 10:43
40.

Zitat von Indigo76
Die Krankenkassenbeiträge von ALG I und II - Empfängern werden vom Staat entrichtet. Wie kann es dann sein, dass Arbeitslose bei den Zahlungen säumig werden?
Im Beitrag geht es nicht um Arbeitslose, sonderun um (selbstständige) Geringverdiener. ALG II beinhaltet Wohnung, € 375.- zum leben und eben die Krankenversicherung. Berechnet wird die Zuzahlung zum Einkommen jedoch nur nach Wohnung und diesen € 375.-. Erwirtschaftet man nun ein wenig mehr, z.B. Wohnungskosten und € 450,-, fällt man aus der ALG II-Zuzahlung raus. Eine Differenz von € 75,- reicht aber vorne und hinten nicht, einen Krankenkassenbeitrag zu bezahlen, denn der liegt eher bei € 300,- aufwärts.

Da ist einfach eine erhebliche Lücke im System und ich kann solchen Leuten nur raten, den Gewinn der selbstständigen Tätigkeit etwas zu reduzieren, um wieder ALG II-Zuzahler zu werden. Und wenn es nur 5 Euro Zuzahlung pro Monat sind. Denn dann ist die Krankenkasse wieder gratis dabei. Auch, wenn die für diese Zuzahlung einzureichenden Unterlagen deutlich aufwendiger als eine Steuererklärung sind.

So ist das eben. Selbst für Leute, die nur alle 10 Jahre einen Arzt sehen, ist die Krankenversicherung inzwischen ein grösserer Posten als die Wohnungsmiete. Die Politiker haben das so eingefädelt, also sollen sie sich nicht beschweren.

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toledo 21.08.2012, 10:44
41. ...

Wenn man berücksichtigt, dass eine durchschnittliche Ortskrankenkasse knapp 50% Beitragzahler hat (und sich über diesen hohen Wert freuen darf) wird klar, dass diese Umsonstversicherei ihre Grenzen hat.
Es kann auch schlichtweg rein rechnerisch nicht aufgehen, dass Beitragssätze immer noch am Einkommen festgemacht werden und Angehörige des Beitragszahlers mal eben umsonst versichert sind.

Vermutlich ist die Leistung für alle aus Steuermitteln (unter Erhöhung entsprechender Streuern natürlich..) die beste Lösung.
5,6 oder 7% einer Art Mehrwertsteuer Zwei für medizinische Leistungen und gut ist.

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x33o 21.08.2012, 10:47
42. CDU - eine geistige Offenbarung

Zitat von sysop
Der CDU-Politiker Jens Spahn forderte der Zeitung zufolge, Selbständige mit geringem Einkommen bei den Krankenkassenbeiträgen zu entlasten. Es liege "nicht in unserem Interesse, dass man Kioskbesitzer und andere Kleinunternehmer in Zahlungsprobleme treibt", sagte er.
Interessante Frage Herr Spahn: " Wer zahlt dann die fehlenden Beiträge? "

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kado1 21.08.2012, 10:48
43. Schon dafür reicht es bei vielen nicht

Zitat von beobachter999
Wenn man jemanden zwingt Geld auszugeben das er nicht hat, bekommt er es dann nicht durch Zauberhand auf das Konto? Und Strafaufschläge weil man etwas nicht bezahlen kann sind doch auch toll, dadurch hat man doch automatisch das Geld, oder? Scheinbar hat niemand unseren Politikern erklärt das die hohen durchschnittlichen Einkommen von Selbstständigen keinesfalls das vorhandene Minimum darstellen. Liegt vermutlich auch daran das diese Damen und Herren eher mit Ma..... verkehren als mit mir.
Sollen dann diese Leute auch noch für die EU-Mrd -Geschenke, mit dem ESM-Knechtschaftsvertrag für Banken fremder Staaten noch haften? Es kommen ganz bittere Zeiten mit der Sch-Eurorettung,
die nie gelingen kann, allein die Banken der GIPS-Länder haben 9,2 Bill. Schulden, bekommen unbegrenzten Zugriff.

Haften könnten die Politiker, die uns das angetan haben, die schanzen sich aber jetzt noch ca, 18000 Euro im Jahr mehr Bezüge zu, Bundespr.
Sehen denn so wenige, wo es in D überall an Geld fehlt, dann wollen Grössenwahnsinnige noch die halbe EU finanzieren.
Gelesen hatte ich auch, 200 000 Haushalten wurde in D der Strom abgeklemmt. Was glaubt man denn womit die EU finanziert werden muss? Höhere MWSt, u.v.m. was dem kleinen Mann besonders trifft.

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ego_me_absolvo 21.08.2012, 10:49
44.

Zitat von xenoxx
Na ja - die EU ist gewiss an mancher Fehlentwicklung beteiligt. Aber was die EU mit den verschiedenen Krankenkassensystemen der einzelnen Länder zu tun haben soll, erschliesst sich mir nicht.
Die sog. "EU" hält es für wichtiger, im Bundesland Berlin eine Seilbahnverordnung durchzusetzen, die armen Kindlein mit einer Rolltreppenkinderwagenverordnung zu schützen und harmlose Glühbirnen durch Quecksilberbomben zu ersetzen. Mit wirklichen Problemen wollen diese Wolkenkuckucksheimer nix zu tun haben. Lobbypolitik ist schon anstrengend genug....

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tobiash 21.08.2012, 10:53
45. Völlig...

Zitat von ego_me_absolvo
Ein von den ach so armen Kassen aufgeblasener Popanz! Wenn ein zwischenzeitlich unversicherter in seine letzte Kasse zurück will – oder muss- bekommt er als erstes ALLE seit Beginn der Zwangsversicherungspflicht für ihn theoretisch aufgelaufenen Beiträge aufgebrummt, oft fünfstellige Summen. Und so lange diese Pseudo-Rückstände nicht bezahlt sind, erhält er –bestenfalls- den Minimalversicherungs“schutz“ der Notfallmedizin. Die Kasse macht, per Gesetz ermächtigt, einen Rückkehrer zum Schuldner und treibt ihn auch ohne Rücksicht in die Insolvenz. In der Zeit des nicht-versichert-seins hat dieser Rückkehrer aber keine Leistungen in Anspruch genommen (und auch nicht können, er war ja nicht versichert). Was bei unseren diätetisierten Pfründenpolitikern nie verstanden wurde ist die Tatsache, dass es Menschen gibt, die ihr Geld brauchen, um davon zu essen und zu wohnen. Krank ist man vielleicht zweimal im Jahr, aber wohnen muss man täglich und Essen tut auch Not. Aber wer sich, wie unsere gewählten Abgeordneten, um seine eigene KV keine Gedanken machen muss, dem ist das Schicksal und die oft bittere Not der „Nicht-zahlen-Könner“ sowas von Mumpe...Irgendwann wird den Herrschaften hoffentlich die Laterne aufgehen...
falsch! Die gesetzliche Krankenversicherung lebt eben nicht nur von kranken Beitragszahlern, sondern auch von den Gesunden! Und wer sich in die private KKV verabschiedet, der verabschiedet sich aus der Solidargemeinschaft! Ansonsten würde es in der gesetzlichen KK von armen Kranken wimmeln und in der privaten KK von reichen Gesunden.
Die Entscheidung trifft jeder selbst; es wird niemand gezwungen, die Solidargemeinschaft zu verlassen, dafür gibt es die frewillige gesetzliche KKV . Wer aber meint, die gesetzliche KK bietet zu wenig Leistung bei zu hohen Beiträgen, der sollte sein Gehirn einschalten und ein klein wenig in die Zukunft schauen! Letztendlich muss jeder die Entscheidung selbst treffen, mit ALLEN vor und Nachteilen!

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_sct_ 21.08.2012, 10:56
46. Bedarfsgemeinschaftler, Scheinselbstständige, Kleinunternehmer...

Am meisten trifft es Mitglieder einer Bedarfsgemeinschaft, Kleinunternehmer und Scheinselbstständige. Arbeitslose sind in der Regel über H4 KV-versichert. Aus Erfahrung kann ich daher nur jedem Kleinunternehmer raten das Unternehmen/Scheinselbstständigkeit besser aufzugeben und H4 zu beantragen. Mitglieder einer Bedarfsgemeinschaft sind gezwungen auszuziehen um sich nicht zu ruinieren.
Meine Freundin war zehn Jahre als Dozentin - scheinselbstständig - beschäftigt. Es war ein langer Weg und viel Überzeugungsarbeit notwendig sie dazu zu bringen damit aufzuhören. In den Ferien musste sie sogar GKV-beiträge zahlen obwohl sie gar nichts verdiente. Hinzu kam, daß sie sowohl die eigenen als auch die sog. Arbeitgeberbeiträge zahlen mußte, also die vollen 14%. Dabei wurde ihr unterstellt daß sie 1900€ verdient. Aufs Jahr gerechnet hat sie dadurch etwa 600€ im Monat verdient. Dann leiber gar nicht arbeiten, den Kiosk zu machen, den Dozentenjob sausen lassen und die Kinderbetreuung aufgeben. Wenn man erst einmal den Schritt gemacht hat findet man auch wieder was neues.

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nebenjobber 21.08.2012, 10:57
47. falsch

Zitat von berns
Wer 2 Krankenkassenbeiträge nicht bezahlen kann, dem werden nicht "die Leistungen gekürzt", sondern dem wird gekündigt! Deshalb sind nach wie vor über 400.000 Menschen in Deutschland ohne jede Krankenversicherung.
mit Einführung der Krankenversichwerungspflicht ist das nicht mehr möglich. Sie dürfen lediglich in eine Art Basistarif eingestuft werden, der zumindest notwendige medizinische Behandlungen erstattet.

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bleifuß 21.08.2012, 11:00
48.

Zitat von sysop
Die Zahl der Bürger ohne Krankenversicherung sinkt - doch die scheinbar positive Entwicklung hat auch ihre Kehrseite: Immer mehr Versicherte können ihre Beiträge nicht zahlen. Einem Zeitungsbericht zufolge stiegen die Außenstände in einem Jahr um 55 Prozent.
Schafft doch endlich das Billaterale Abkommen mit Fremdstaaten ab, welche nicht die selben Leistungen erbringen wie Deutschland und senkt endlich die Beiträge !!

Bilaterale Abkommen (TK)

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olli0816 21.08.2012, 11:00
49. Eine besorgniserregende Entwicklung

Zitat von sysop
Die Zahl der Bürger ohne Krankenversicherung sinkt - doch die scheinbar positive Entwicklung hat auch ihre Kehrseite: Immer mehr Versicherte können ihre Beiträge nicht zahlen. Einem Zeitungsbericht zufolge stiegen die Außenstände in einem Jahr um 55 Prozent.
Was einige Forenteilnehmer hier nicht sehen wollen: Es geht um die Leute, die nicht so viel verdienen, dass sie sich die Krankenkasse leisten können.

Ich finde es auch nicht wirklich förderlich, so tolle Ratschläge zu geben wie "Dann soll sich derjenige sein Geschäftsmodell überdenken".

Ab einem bestimmten Alter ist es sehr schwer, wieder etwas vernünftiges zu finden. Einziger Ausweg ist dann häufig eine selbstständige Tätigkeit. Damit kann versucht werden, zumindest seinen Lebensunterhalt zu erwirtschaften. Natürlich ist das nicht optimal, besonders wenn derjenige keine Krankenversicherung zahlen kann. Ab 2013 kommt die Zwangsrentneversicherung dazu und dann werden sich viele in die Privatinsolvenz oder H4 verabschieden. Die Möglichkeit, sich selber zu finanzieren wird durch die - überhöhten - Zwangsabgaben zunichte gemacht. Diese Entwicklung ist absehbar.

Dazu kommen dann noch die erhöhten Gebühren bei Nichtbezahlung. Wenn jemand z.B. 1.000 EURO/Monat verdient, muß er über 350 EURO Krankenkasse bezahlen. Das ist für einen kleinen Selbstständigen nicht zu stemmen, da er ansonsten mit dem Restbetrag nicht seine sonstigen Kosten bestreiten kann. Ein Arbeitnehmer, der das verdient, wird dagegen für weniger Geld versichert und sein Arbeitgeber bezahlt die Hälfte mit. Beides nicht üppig. Wenn die Rentenversicherung 2013 dazu kommt, kann sich derjenige ein Zelt kaufen und von Brot und Wasser leben. Mehr dürfte nicht drin sein.

Die zusätzlichen Strafen wie Verzugszinsen, Zwangsbebühren etc. führen weiter in Richtung Armutsfalle. Das geht sogar soweit, dass Leute inhaftiert werden können, um sich Gedanken machen zu können, warum sie die Beiträge nicht zahlen. Das passiert tatsächlich in der Realität und wird sich zukünftig häufen.

Das ganze Gebilde wird sich in die Richtung entwickeln, dass wir mehr H4-Empfänger bekommen, die keine Perspektive im Leben mehr sehen. Auf dem ersten Arbeitsmarkt gibts kaum Chancen und die Möglichkeit zum selbständigen Erwerb - auch wenns nicht viel ist - bleibt den Leuten verwehrt. Von daher sind Meldungen wie "Fast alle haben jetzt eine Krankebnversicherung" gut und schön, aber eigentlich ein Rückschritt, da wir damit Menschen in H4 und gleichzeitig in die Perspektivlosigkeit zwingen. Vielleicht ein guter Nährboden für mehr Schwarzarbeit?

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