Forum: Wirtschaft
Gesetzliche Krankenversicherung: Immer mehr Versicherte schulden Kassen Beiträge
DPA

Die Zahl der Bürger ohne Krankenversicherung sinkt - doch die scheinbar positive Entwicklung hat auch ihre Kehrseite: Immer mehr Versicherte können ihre Beiträge nicht zahlen. Einem Zeitungsbericht zufolge stiegen die Außenstände in einem Jahr um 55 Prozent.

Seite 7 von 17
kritiker111 21.08.2012, 11:26
60. Ist das ein Wunder?

So unverschämt wie dank "Neuregelung" der Bundesregierung die Krankenversicherer nun abzocken können?

Vierhundert-Euro-Mini-Jobs, da werden pauschal vom Arbeitgeber ein paar mickrige Euro ins Sozialsystem eingezahlt - und damit ist die Krankenversicherung auch bezahlt.
Für die Hartz IV Empfänger hat die Bundesregierung die Zahlung an die Krankenversicherer deutlich reduziert!

Aber aus paritätischen Gründen müssen Geringverdiener, egal ob angestellt, selbständig oder schon in Rente die Versicherung nach einem ficktiven "Mindesteinkommen" zahlen! Das macht dann schon deutlich mehrr aus, als die immer propagierten 15,5 Prozent.

Wer nicht fast sein ganzes leben in der gesetzlichen KV war, der bekommt noch einmal einen deftigen Zuschlag auf den Beitrag!

Und die Rentner zahlen die vollen Versicherungsbeiträge, obwohl sie nicht einmal Krankengeld beziehen!

Das alles nennt sich dann paritätisch oder sozial ausgewogen - und ähnliches mehr, was man auch unter "Selbstbeweihräucherung" verbuchen kann!

Und... wer mit seinen Beiträgen in Rückstand gerät, dem werden 60%

in Worten: sechzig Prozent

auf die rückständigen Beiträge als Verzugszinsen aufgeschlagen, damit man aus der Schuldenfalle Krankenversicherung nie mehr heraus kommt!

Langsam aber sicher ein Fallfür unsere Verfassungsschützer, denn hier wird sehr eindeutig abgezockt und Wucher unter dem Deckmäntelchen der Parität und Solidarität getrieben!

Nein, ich bin selbst nicht betroffen, erlebe aber genig davon in meinem Umfeld mit!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ego_me_absolvo 21.08.2012, 11:28
61. Es weist den Weg!

Zitat von stefansaa
Das Dänische Steuersystem ist in der Tat besser. Jedoch kann dieses System nicht 1:1 auf Deutschland projiziert werden. Die Volkswirtschaftlichen Unterschiede (Alterspyramide, Bevölkerungsanzahl, Einwanderer etc. Wohlfahrtsstaat usw. usf) sich zu stark unterscheiden. Das System würde hier nicht funktionieren.
Auch wenn es nicht 1:1 umzusetzen ist so zeigt es doch, dass es anders und leistungsfähig geht, wenn die Systematik der Finanzierung (in DK durch das Steueraufkommen) stimmig ist. Daran klemmt es in D jedoch gewaltig. Genau so wie die Finanzierung der Rente wird auch dereinst die Finanzierung der KV durch Steueraufkommen sichergestellt werden müssen. Im Ergebnis hat dies den Charakter einer Grundversorgung, aber Chefarztbehandlung war noch nie von der GKV bezahlt. Die privaten Versicherer lassen sich da sicher was einfallen...
Deutschen Politikern fehlt aber zu einer solchen Innovation sowohl Intelligenz als auch Mut und der Fleiß, sich damit ernsthaft und niveauvoll zu beschäftigen. Man pflegt doch lieber die Pfründenquellen und kultiviert das Treiben in der Lobby, ganz nach dem Motto: erst komme ich, dann komme nochmal ich, dann kommt der Misthaufen, dann kommt nix und dann -vielleicht irgendwann mal- das Staatsvolk. Wenn da man nicht noch was dazwischenkömmt...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Klopsdrops 21.08.2012, 11:29
62.

Zitat von ego_me_absolvo
Die sog. "EU" hält es für wichtiger, im Bundesland Berlin eine Seilbahnverordnung durchzusetzen, die armen Kindlein mit einer Rolltreppenkinderwagenverordnung zu schützen und harmlose Glühbirnen durch Quecksilberbomben zu ersetzen. Mit wirklichen Problemen wollen diese Wolkenkuckucksheimer nix zu tun haben. Lobbypolitik ist schon anstrengend genug....
Die EU kann sich nur mit den Problemen beschäftigen, die die Nationalstaaten ihnen zugestehen. Und die Nationalstaaten (allen voran Deutschland) schieben halt nunmal nur solche Sachen wie Seilbahnen in Großstädten, Glühbirnen und andere Pillepalle an die EU ab.
Wirklich wichtige Probleme wollen die Nationalstaaten lieber selber vermurksen. Aber wie man an Ihrem Beispiel sieht, funktioniert anscheinend die Strategie, für den Fall des Scheiterns trotzdem die EU als Sündenbock vorzuschieben, obwohl die auf dem Gebiet garnix entscheiden kann.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
lanre 21.08.2012, 11:29
63.

Zitat von sysop
Die Zahl der Bürger ohne Krankenversicherung sinkt - doch die scheinbar positive Entwicklung hat auch ihre Kehrseite: Immer mehr Versicherte können ihre Beiträge nicht zahlen. Einem Zeitungsbericht zufolge stiegen die Außenstände in einem Jahr um 55 Prozent.
Auch wenn sowohl das Einheits- als auch das Mehrkassensystem Vor-und Nachteile haben bin ich doch stark für eine Einheitskasse, welche die Grundversorgung übernimmt. Sollte man weitere Leistungen benötigen können diese dann über eine Zusatzversicherung abgedeckt werden. Ich denke über die Jahre wird es sich in diese Richtung entwickeln. Wie viel Geld so ein System spart ist dabei allerdings fraglich...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Raith 21.08.2012, 11:30
64.

Zitat von TeslaTraX
wie können denn arbeitslose nicht zahlen ? das übernimmt doch die arbeitsagentur, oder? alg2 empfänger sind doch auch versichert, aber verarmte Personen zahlen die Beiträge nicht ? Verstehe ich nicht so ganz, in welchen fällen das so eintreten kann...
ja die arbeitsagentur übernimmt zwar die normalen beiträge, aba hier sind wohl eher die zusatzbeiträge gemeint, di eviele kassen erheben.
z.b. DAK 8€ im monat, is net viel, aber für so manchen heisst 8€ 2-3tage essen, und nur hungern um das zu bezahle, kann man keinem zumuten

Beitrag melden Antworten / Zitieren
mischamai 21.08.2012, 11:32
65. es wird immer schlimmer werden

im Umfeld kenne ich immer mehr kleine Betriebe deren Einkünfte immer weiter sinken,alles bei steigenden Beiträgen und Kosten.Hier solche kleinen Betriebe zu kriminalisieren ist sicher der falsche Weg.Viele der Foristen verstehen einfach nicht wie hart das Geschäft der Selbstständigkeit ist.Es wird immer schlimmer und man sollte solche Leute nicht alleine lassen und Wege der Entlastung finden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Klopsdrops 21.08.2012, 11:32
66.

Zitat von Indigo76
Alles richtig. Im Artikel stehen unter anderm aber AUCH Arbeitslose. Und nur darauf bezog sich mein Kommentar. Mir ist bewusst, dass es sich dabei nur um einen einzigen Satz im ganzen Artikel handelt, aber man muss auch den GANZEN Artikel lesen, um ihn KOMPLETT zu verstehen!
Also ich weiß bei der Frage nicht wirklich bescheid, aber überweist denn das Arbeitsamt (oder wer auch immer) denn den Krankenversicherungsbeitrag nicht direkt an die Versicherung? Wie kann denn dann ein Arbeitsloser die Bezahlung seiner Krankenversicherung verschlampen? Das geht doch wohl nur, wenn er zwar arbeitslos ist, sich aber nicht offiziell arbeitslos gemeldet hat und demzufolge sowieso kein Arbeitslosengeld bekommt. Oder wo ist da mein Denkfehler?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
numey 21.08.2012, 11:34
67. optional

dieses Schulden-Mimimi hat nicht zufällig was damit zu tun, dass neulich gefordert wurde, die Praxisgebühr abzuschaffen, da die Kassen prall gefüllt seien?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
beobachter999 21.08.2012, 11:35
68. Sie kapieren es nicht?

Zitat von anders_denker
Bitte die Gelder einfach eintreiben - mit jedem möglichen mittel.
Sie reden nicht von Leuten die nicht zahlen wollen, sondern nicht können. Und gesetzlich gezwungen sind etwas zu tun was sie eben nicht bezahlen können.

Was erhoffen sie sich also von ihrer Vorstellung?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ego_me_absolvo 21.08.2012, 11:35
69. Eine Grundsatzfrage!

Zitat von kritiker111
So unverschämt wie dank "Neuregelung" der Bundesregierung die Krankenversicherer nun abzocken können? Vierhundert-Euro-Mini-Jobs, da werden pauschal vom Arbeitgeber ein paar mickrige Euro ins Sozialsystem eingezahlt - und damit ist die Krankenversicherung auch bezahlt. Für die Hartz IV Empfänger hat die Bundesregierung die Zahlung an die Krankenversicherer deutlich reduziert! Aber aus paritätischen Gründen müssen Geringverdiener, egal ob angestellt, selbständig oder schon in Rente die Versicherung nach einem ficktiven "Mindesteinkommen" zahlen! Das macht dann schon deutlich mehrr aus, als die immer propagierten 15,5 Prozent. Wer nicht fast sein ganzes leben in der gesetzlichen KV war, der bekommt noch einmal einen deftigen Zuschlag auf den Beitrag! Und die Rentner zahlen die vollen Versicherungsbeiträge, obwohl sie nicht einmal Krankengeld beziehen! Das alles nennt sich dann paritätisch oder sozial ausgewogen - und ähnliches mehr, was man auch unter "Selbstbeweihräucherung" verbuchen kann! Und... wer mit seinen Beiträgen in Rückstand gerät, dem werden 60% in Worten: sechzig Prozent auf die rückständigen Beiträge als Verzugszinsen aufgeschlagen, damit man aus der Schuldenfalle Krankenversicherung nie mehr heraus kommt! Langsam aber sicher ein Fallfür unsere Verfassungsschützer, denn hier wird sehr eindeutig abgezockt und Wucher unter dem Deckmäntelchen der Parität und Solidarität getrieben! Nein, ich bin selbst nicht betroffen, erlebe aber genig davon in meinem Umfeld mit!
Es stellt sich grundsätzlich die Frage nach der Legitimität eines Systems, dem ich mich nur durch Selbsttötung oder Auswanderung entziehen kann. Das hat mit der Würde des Menschen wohl nix zu tun, denn die ist ja, wie uns die Politruks täglich zeigen, antastbar und der reinen Willkür der gerade Herrschenden unterworfen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 7 von 17