Forum: Wirtschaft
Gesetzliche Krankenversicherung: Immer mehr Versicherte schulden Kassen Beiträge
DPA

Die Zahl der Bürger ohne Krankenversicherung sinkt - doch die scheinbar positive Entwicklung hat auch ihre Kehrseite: Immer mehr Versicherte können ihre Beiträge nicht zahlen. Einem Zeitungsbericht zufolge stiegen die Außenstände in einem Jahr um 55 Prozent.

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Americanet 21.08.2012, 11:38
70.

Zitat von Demokrit
Selbständige die mehr verdienen wie die fast 2000 Euro, werden nachträglich zur Kasse gebeten, rückwirkend werden die Beiträge angepasst und angehoben. Stellt sich aber heraus, das Jahr ist schlecht gelaufen, werden die Beiträge nicht angepasst. Tja Pech gehabt..dumm gelaufen. Ich verstehe nun wirklich nicht, wieso die Beitrage zur Krankenkassen nicht dem realen Gewinn angepasst werden können. Ein fiktives Einkommen als Grundlage zu nehmen ist doch realitätsfremd.
Genau so ist es. Ich würde sogar sagen, die Krankenkassen verhindern mit ihren unverschämten Beitragssätzen, dass viele Menschen den Sprung in die Selbständigkeit wagen. Dieses so vielgelobte System hilft zwar jedem, der gerne mal eine Bachblüten- oder Musiktherapie machen möchte, verhindert aber auf der anderen Seite, dass Menschen motiviert selbständig arbeiten.

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halsbeißer 21.08.2012, 11:38
71. Politik und Wirklichkeit

Hier haben ja schon viele das Wesentliche kurz und gut zusammengefasst, siehe Schreiber "optional" et al. Dank dafür, dem gibt es wenig hinzu zu fügen.
Was diese Sozialversicherungswelt an Jobs kostet stellt sich offensichtlich kein Politiker vor. Man hat eine tragfähiges Unternehmen als Selbstständiger, bei dem die Einnahmen gut ausreichen würden um davon zu leben,- aber nein. Die Krankenkassenbeiträge müssen ja auch noch verdient werden, nochmal 330 Euro, 520 Euro, weitgehend unabhängig vom tatsächlichen Einkommen. Das ist Wahnsinn. Wollen die um jeden Preis abhängige Lohnverhältnisse bewahren, weil sie Angst vor der Verselbstständlichung der Menschen haben? Gebt den Menschen erstmal die Chance auf eigenen Beinen zu stehen und sich selbst zu versorgen, bevor das Solidarprinzip greift und man für die Allgemeinheit mittut!

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s-n-a-f-u 21.08.2012, 11:39
72.

Zitat von Indigo76
Die Krankenkassenbeiträge von ALG I und II - Empfängern werden vom Staat entrichtet. Wie kann es dann sein, dass Arbeitslose bei den Zahlungen säumig werden?
Wahrscheinlich ist hier die Rede von den Zusatzbeiträgen einiger Krankenkassen und die werden in der Regel nicht vom Jobcenter übernommen. Bei ALG2 liegt man unter der Pfändungsgrenze, also dürfte auch eine Zwangsvollstreckung wenig erfolgversprechend sein. Auf den Kosten bleiben die Kassen dann erstmal sitzen. Diese Thematik zeigt wieder mal, dass beim Gesetzgeber kaum Sachverstand vorhanden ist.

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Klopsdrops 21.08.2012, 11:39
73.

Zitat von der_gehetzte
...die sinkende Geburtenrate - von Jahr zu Jahr gibts hier neue Negativrekorde zu vermelden. Aber der Politik ist dieses Problem anscheinend nicht wichtig genug, um es endlich mal anzugehen. Weil man durch kurzfristige Maßnahmen auf Wählerstimmen hoffen kann. Ein Problem, dessen Lösung sich erst in mehren Jahrzehnten bezahlt macht ist schlicht nicht attraktiv für die Politik - daran kann sich schließlich niemand profilieren. Dabei ist die sinkende Geburtenrate eines der größten Probleme die Deutschland hat. Und die Politik schaut dem seit Jahrzehnten tatenlos zu.
Das dachte ich früher auch mal, stimmt aber nicht wirklich. Deutschlands Wirtschaft wächst Jahr für Jahr und auch die Produktivität (sehr wichtig!), d.h. der Kuchen wird insgesamt immer größer. Gleichzeitig sinkt aber durch die niedrige Geburtenrate langfristig die Bevölkerungszahl, d.h. eine immer kleiner werdende Bevölkerung kann sich einen immer größeren Kuchen teilen. Im Klartext heißt das logischerweise, dass für jeden am Ende immer mehr übrig bleibt (im Durchschnitt!). Das einzige Problem dabei ist die Verteilungsfrage. Wie verteilt man diesen immer größer werdenden Kuchen auf die immer kleiner werdende Bevölkerung.
Aber dieses Problem wird durch einen baldigen Finanzmarktzusammenbruch und ein Setzen des ganzen Systems auf NULL sowieso erstmal wieder entschärft.

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Berliner42 21.08.2012, 11:40
74. k.T.

Zitat von rob72
Ich kenne alleine 2 Fälle die bis heute nicht krankenversichert sind, weil sie sich die absurden Strafzahlungen nicht leisten können. Nämlich einfach in die Kasse zurück geht nicht, für jeden Monat in dem man nicht versichert war muss man Strafzahlungen leisten und da kommen schnell ein paar Tausend Euro zusammen.
Es ist sogar noch idiotischer. Für jeden Monat, den man nicht versichert war, bekommt man 10% Strafaufschlag auf den zukünftigen Beitrag. Es ist doch völlilg klar, daß man da irgendwann einfach nicht mehr in die Kasse kann.

Es ist einfach unglaublich, was für eine Idiotie Frau Ulla Schmidt sich da ausgedacht hat.

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Indigo76 21.08.2012, 11:42
75.

Zitat von Raith
ja die arbeitsagentur übernimmt zwar die normalen beiträge, aba hier sind wohl eher die zusatzbeiträge gemeint, di eviele kassen erheben. z.b. DAK 8€ im monat, is net viel, aber für so manchen heisst 8€ 2-3tage essen, und nur hungern um das zu bezahle, kann man keinem zumuten
Ich möchte wirklich nicht wie der unsägliche Sarrazin klingen, aber jemand, der es sich leisten kann zu rauchen, der kann auch 8€ im Monat für seine Gesundheit aufbringen. Der Rückkehrschluss wäre dann nämlich, dass einem arbeitslosen Raucher die Zerstörung seiner Gesundheit wichtiger ist als die Erhaltung - sojemand braucht auch keine Krankenversicherung. Natürlich gibt es auch arbeitslose Nichtraucher. Aber die müssten rein rechnerisch ein paar Euronen übrig haben.

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vincent1958 21.08.2012, 11:42
76. Nur..

Zitat von Traumflug
Im Beitrag geht es nicht um Arbeitslose, sonderun um (selbstständige) Geringverdiener. ALG II beinhaltet Wohnung, € 375.- zum leben und eben die Krankenversicherung. Berechnet wird die Zuzahlung zum Einkommen jedoch nur nach Wohnung und diesen € 375.-. Erwirtschaftet man nun ein wenig mehr, z.B. Wohnungskosten und € 450,-, fällt man aus der ALG II-Zuzahlung raus. Eine Differenz von € 75,- reicht aber vorne und hinten nicht, einen Krankenkassenbeitrag zu bezahlen, denn der liegt eher bei € 300,- aufwärts. Da ist einfach eine erhebliche Lücke im System und ich kann solchen Leuten nur raten, den Gewinn der selbstständigen Tätigkeit etwas zu reduzieren, um wieder ALG II-Zuzahler zu werden. Und wenn es nur 5 Euro Zuzahlung pro Monat sind. Denn dann ist die Krankenkasse wieder gratis dabei. Auch, wenn die für diese Zuzahlung einzureichenden Unterlagen deutlich aufwendiger als eine Steuererklärung sind. So ist das eben. Selbst für Leute, die nur alle 10 Jahre einen Arzt sehen, ist die Krankenversicherung inzwischen ein grösserer Posten als die Wohnungsmiete. Die Politiker haben das so eingefädelt, also sollen sie sich nicht beschweren.
..alle 10 Jahre zum Arzt?Also bei den horrenden GKV Beiträgen(trotz Millarden Rücklagen)gehe ich wg.jedem "Furz"zum Arzt.Wer von mir Geld bekommt soll dafür auch "leisten"!

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Berliner42 21.08.2012, 11:42
77. k.T.

Zitat von anders_denker
Bitte die Gelder einfach eintreiben - mit jedem möglichen mittel.
Der "normal arbeitende Bürger" zahlt aber mitunter auch nur homöopathische Beiträge, während man bei Selbständigen (und auch freiwillig versicherten Ehefrauen) mit mindestens 330 € zulangt.

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ego_me_absolvo 21.08.2012, 11:43
78.

Zitat von Klopsdrops
Die EU kann sich nur mit den Problemen beschäftigen, die die Nationalstaaten ihnen zugestehen. Und die Nationalstaaten (allen voran Deutschland) schieben halt nunmal nur solche Sachen wie Seilbahnen in Großstädten, Glühbirnen und andere Pillepalle an die EU ab. Wirklich wichtige Probleme wollen die Nationalstaaten lieber selber vermurksen. Aber wie man an Ihrem Beispiel sieht, funktioniert anscheinend die Strategie, für den Fall des Scheiterns trotzdem die EU als Sündenbock vorzuschieben, obwohl die auf dem Gebiet garnix entscheiden kann.
Die sogenannte "EU" nimmt sich in eigener, verworren-verquaster Rechtsschöpfung immer mehr Gebiete vor, in denen sie 'eigentlich' nix zu suchen hätte. Wichtigen Sachen geht sie aus dem Wege. Es wird offenkundig in solch einem Fehlverhalten, dass für die sog. "EU" der Mensch völlig irrelevant ist und dem eigentlichen Ziel nur im Wege steht und Wahrhaftigkeit und Ehrlichkeit schon zweimal kein Maßstab ist, Stichwort "Lügen-Juncker".

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beobachter999 21.08.2012, 11:43
79. Oh ja,

Zitat von Peter_Leipzig
Das ist aber komisch, meine Barmer GEK zahlte mir die zuviel gezahlten Beiträge nach Einreichung des Steuerbescheides zurück. Zum eigentlichen Thema: Wenn Kosten für die Krankenkassen nicht bezahlt werden können, dann kann man entweder sein Geschäftsmodell überdenken und etwas an der Situation ändern, oder weitere Schulden bis zur Privatinsolvenz ansammeln. Bei der 2. Möglichkeit zahlen dann alle anderen dafür mit. Leider stehen beide Möglichkeiten oft in einem Zusammenhang. Schönen Tag
Da ist aber jemand ganz "tough", wollen wir mal hoffen das er sein Geschäftsmodell immer Top hält. Und nicht krank wird, nicht alt oder sonst etwas passiert. Natürlich ist er auch spitzenmäßig ausgebildet, wird gesucht wie ein kleiner Kreuzer und ist absolut flexibel.

Ach wenn doch nur alle so toll wären wie sie!

Leider werden viele in eine Selbstständigkeit gezwungen und einen Job zu finden wenn eine Pfändung läuft ist ja auch nicht gerade leicht.

Aber was solls, über andere den Stab zu brechen ist ja gerade in solchen Foren unheimlich leicht.

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