Forum: Wirtschaft
Gesundheit am Arbeitsplatz: Wer krank zur Arbeit geht, schadet der Firma

Drei von vier Angestellten schleppen sich zur Arbeit, auch wenn sie krank sind. Die wenigsten schickt der Chef wieder nach Hause. Jetzt zeigt eine Studie: Wer ins Büro geht, statt zu Hause zu bleiben, schadet nicht nur sich selbst, sondern auch der Firma.

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ammoniak 07.06.2011, 11:23
1. Zu Hause?

Ein Angestellter *darf* nicht zu Hause bleiben wenn er krank ist. Er darf zum Arzt gehen. Praktisch bedeutet das oft genug, er darf sich von Arzt zu Arzt schleppen, weil ihn keiner behandeln will. Diese Demütigung ist eben nicht besonders attraktiv im Vergleich zu einem bequemen Bürosessel.

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enemenemopel 07.06.2011, 11:29
2. Text ist fertig, bitte online stellen!

Meist liegt die Entscheidung ob arbeiten oder auskurieren doch nicht beim Arbeitnehmer.
In meiner (ehemaligen - Gott sei Dank!) Firma hatte man mit einer Krankmeldung, egal aus welchem Grund, ganz schlechte Karten. Und nach wie vor wird den alten Kollegen dort, wenn sie krank geschrieben waren, das Leben gehörig schwer gemacht.

Ich musste, nach 9 Jahren ohne Fehltag, wegen einer Gürtelrose 1 Woche zu hause bleiben. 14 Tage später war ich wegen einer anderen (konstuierten) Geschichte raus. Zufall?

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recharge 07.06.2011, 11:29
3. Mitarbeiter?

Interessant, dass hier nicht auch auf die Gefährdung der Mitarbeiter eingangen wird. Ich hatte schon des öfteren 3-4 Tage nachdem mein Kollege krank (hier grippaler Infekt) ins Büro gekommen ist, mit den gleichen Krankheitssymptomen zu kämpfen.

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scharfrichter1 07.06.2011, 11:34
4. niedrige Kosten!

..darauf kommt es an. Niedrige Kosten bei der Produktion, beim Materialeinsatz, beim Kostenfaktor Mensch. Kostensenkung beim betriebswirtschaftlichen Faktor "Arbeitnehmer". Das ist bekannt. Was ist also schlimm daran, dessen Gesundheit auszuschöüfen bis zum Ende? Anders gesehen: Was ist zu bemängeln daran, sich zu verkaufen für materiellen Anreiz? Dass man menschlich verkümmert? Die Seele leidet?

Nur eines: (so wird der Eindruck erweckt) Nämlich, dass man damit dann auch noch der Firma schadet.. die Kosten erhöhen sich ja leider, die Gewinnmarge wird enger.

Und wieder andererseits: Nur wenige Menschen suchen neue Wege entsagen dann den ach so gewohnten Bequemlichkeiten um ihrer selbst willen wie plan-be.de oder ohne-moss-nichts-los.de

Vielleicht bekommt ja doch jeder das, was er mit hevorruft: Die eigne Krankheit, die Krankheit der Firma, das gesundheitliche Siechen eine Gesellschaft. Spätrömische Dekandenz?

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karsten281 07.06.2011, 11:39
5. Eigenmeldung

Hier ist in vielen Betrieben die "Eigenmeldung" eine gängige Sache. Sehr vereinfacht heißt das, daß man einige Male pro Jahr bis zu drei Tage ohne ärztliche Bescheinigung zu Hause bleiben kann. Wenn man also den typischen grippalen Infekt hat, züchtet man den nicht erst noch schön hoch, indem man sich zum Arzt schleppt, um sich Arzt bescheinigen zu lassen, daß man den _wirklich_ hat, anstatt sich gleich ins Bett zu hauen. Ja, Mißbrauch kommt natürlich vor, und bei Verdacht darauf kann Angestellten das Recht zur Eigenmeldung entzogen werden. In unserem Unternehmen liegt der Krankenstand übrigens bei 3,2%.

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merapi22 07.06.2011, 11:46
6. Willkommen im Spiegel-Forum!

Zitat von recharge
Interessant, dass hier nicht auch auf die Gefährdung der Mitarbeiter eingangen wird. Ich hatte schon des öfteren 3-4 Tage nachdem mein Kollege krank (hier grippaler Infekt) ins Büro gekommen ist, mit den gleichen Krankheitssymptomen zu kämpfen.
Kenne da jemanden, die 2 Jobs nacheinander eingebüst hatte, nur weil sie im Winter wegen gesundheitlicher Einschränkungen krank war. Nun ist sie in dem Alter über 50, wo sie sowieso kein AG mehr einstellen will. Also bekommt sie H4 und muss sich die damit verbundenen Zwänge gefallen lassen.

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Zyniker2008 07.06.2011, 11:48
7.

Mit einem kurzen Blick in aktuellen Stellenanzeigen lässt sich feststellen, dass Firmen mitnichten dazulernen, und einen Teufel für ihre Angestellten tun. Im Gegenteil: man entfernt alle Angestellten aus der Firma, ersetzt sie durch Zeitarbeiter, die man sofort loswerden kann sobald sie krank sind, und schon ist das Problem von ganz allein erledigt. Wer interessiert sich denn noch für "seine" Mitarbeiter? Können nicht viele Firmen sein, wenn 90% der Stellenanzeigen von Zeitarbeitsfirmen inseriert werden.

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lmra 07.06.2011, 11:58
8. dass sich...

viele leute sich wegen eines kleinen Schnüfflers morgens schon krankmelden, ist ein viel größeres "Risiko" für ein Unternehmen als der engagierte Mitarbeiter, der auch mal bei sub-optimaler Gesundheit ins Büro kommt.
Leider sind heutzutage viele Leute so in ihrem Anspruchsdenken (Mehr Urlaub? Steht mir zu! Gehaltserhöhung? Mein gutes Recht! Etc) gefangen, dass sie jede Ausrede gerne nutzen, um mal schön zu "schwänzen". Viele Menschen sind schon zu echten Weicheiern geworden, dabei sind über 10 Tage Urlaub, Krankenversicherung etc doch echter Luxus. Und mir ist klar, dass das jetzt einigen im Forum nicht passt, na dann viel Spass beim beschweren!
Wären alle Leute engagiert bei der Arbeit, müsste es solche lächerlichen Artikel gar nicht geben.

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Libita 07.06.2011, 12:05
9. Urlaub ist notwendig

Zitat von lmra
dabei sind über 10 Tage Urlaub, Krankenversicherung etc doch echter Luxus
Das ist, soweit ich mich erinnere, Unfug. Ein Mensch kann innerhalb eines Urlaubs oft nur dann richtig abschalten, wenn dieser länger als zwei Wochen dauert (Quelle: Privatgespräche mit Psychologen). Schon deshalb reichen weniger als 10 Tage nicht aus.

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