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Gesundheitssystem Deutschland: Es droht der Ausgabenkollaps
DPA

Mehr Reformen gab es nie im Gesundheitssystem. Doch sie machen es teurer, statt besser. Ökonomen warnen vor dem bösen Erwachen - und der Zwist für eine neue Koalition ist vorprogrammiert.

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kuac 28.09.2017, 10:30
10.

Zitat von max-mustermann
Schäuble weiß nicht wohin mit all seinen sprudelnden Steuermilliarden aber bei der Krankenversorgung der eigenen Bevölkerung wird wieder geknausert bis zum erbrechen. Ja ja aber Deutschland geht es gut, ja ne is klar.
Schäuble weiß das schon. Die schwarze Null!
Wieoso soll man immer mehr Geld für die Pharmaindustrie, Ärzte und Medizinunternehmer bereitstellen? Auch diese müssen lernen, das Gewinne nicht in den Himmel wachsen kann. Also, besser haushalten.

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ExigeCup260 28.09.2017, 10:30
11.

Ärztemangel auf dem Land: Wozu gibt es die Kassenärztliche Vereinigung? Wenn die das nicht geregelt bekommt (ohne zusätzliche Finanzzuwendungen) gehört sie abgeschafft und dei Verteilung der Ärzte muss vom Gesetzgeber geregelt werden.
Krankenhäuser, die keine Spezialisierung haben und in einzelnen Bereichen zu geringe Fallzahlen, gehören geschlossen. Im Gegenzug muss das Notarzt und Rettungswesen ausgebaut werden, so dass Personen schnell in die spezialisierten Kliniken transportiert werden können. Ich habe im erweiterten Bekanntenkreis selbst mitbekommen, wie jemand mit einem Herzinfarkt erst in das örtliche Krankenhaus gekommen ist, man dort überfordert war und die Person beim Transport in ein fähiges Krankenhaus gestorben ist. Da hat man viel Zeit verschwendet.
Apotheken gehören liberalisiert. Die meisten Medikamente werden nicht mehr vor Ort zusammengemixt, sondern sind fertig abgepackt erhältlich. Da braucht man keinen Pharmazeuten, der die Kasse bedient und einem die Packunsgbeilage vorliest.
Zudem sollten die Leistungen aus der gesetzlichen Krankenkasse klar definiert werden, so dass es keine Scharlatanerie bei Zusatzleistungen gibt, speziell im Bereich der Zahnversorgung. Da wissen die Patienten oft gar nicht, wieviel Spielraum ein Zahnarzt hat, Leistungen als notwendig einzustufen und als Kassenleistung abzurechnen (dann allerdings nicht mit einem Hebesatz versehen).
Dass niedergelassene Ärzte vornehmlich unternehmerisch denken und weniger zum Wohle des Patienten ist systembedingt, dass kann an den Ärzten gar nicht verübeln, auch wenn es da natürlich auch skrupellose Abzockerärzte gibt. Nicht umsonst setzen Praxen Optimierungssoftware ein, um eine Behandlung unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten maximal erfolgreich durchzuführen.
Ich fürchte, am Ende werden abhängig Beschäftigte weiterhin dazu verdammt, immer mehr Geld in das System zu pumpen.
Übrigens: Wer meint, er wäre mit einer billigen Privatversicherung und privaten Zusatzversicherungen besonders gut aufgestellt, sollte sich mal mit Krankenhausärzten unterhalten. Da hält sich die Begeisterung über Patienten mit irgendwelchen Zusatzversicherungen in Grenzen, da die oft besonders fordernd auftreten (gilt nicht für Patienten mit teuren All-Inclusive-Privatversicherungen).

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mc_os 28.09.2017, 10:31
12. Jeder weiß,

... wie krank das GKV-System ist.
Beispiel:
Ein sehr gut verdiender AN/in, privat versichert - ebenso die beiden Kinder. Ehepartner/in gesetzlich versichert. Monatliche Beiträge 1250 Euro total (880E + 370E).

Und nun wird danach gerufen (zB in jeden Beitrag von HJTenhagen zum Thema) die PKV abzuschaffen.
Folge im Beispiel:
Es wird nur noch ein Höchstbeiträg gezahlt = 370 Euro und alle sind mitversichert!
Das kann nicht funktionieren!

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kalim.karemi 28.09.2017, 10:32
13. @mr Bounz

Wenn Sie bitte noch kurz die Erklärung mitliefern, was die pkv mit den Kosten des Gesundheitssystems zu tun haben? Erhellen Sie uns.

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kurschi 28.09.2017, 10:33
14. Versicherungsleistungen vs. Versicherungsbeitrag

Es sollten abgesehen von der Familienversicherung auch alle, die nie einzahlten, keine Leistungen mehr erhalten. Diese müssten aus dem Steuersäckel finanziert werden und nicht durch die ständig weiter schrumpfende Solidargemeinschaft.
Durch die ständig wachsende Zahl prekärer Beschäftigungen wird auch von dieser Seite keine ausreichende Beiträge erziehlt werden können.

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Berliner42 28.09.2017, 10:33
15.

Zitat von Mr Bounz
1. die Private Krankenversicherung beenden und ALLE in das solidarische Gesundheitssystem einzahlen lassen. 2. Hokus Pokus wie Globulie, Heilpraktiker und anderen teuren Blödsinn aus dem Leistungskatalog streichen! 3. Ausnahmsweise mal KEINEN CDU oder FDP Gesundheitsminister bestellen, die hören einfach zu sehr auf Lobbyeinflüsterungen!
Nichts davon hat mit den genannten Problemen zu tun oder würde irgendwas daran ändern.

Und ürbigens: Es war Frau Schmidt von der SPD, die uns mit dem Gesundheitsfonds ein bürokratisches Monster geschafften hat, dem wir viele neue Probleme verdanken.

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demokrit2012 28.09.2017, 10:34
16. Schließe mich Mr.Bounz an

Die eigentlich Probleme liegen in der Ungleichheit der Versicherungen und dem Lobbyismus, der Milliarden in den Taschen der Pharmakonzerne verschwinden läßt.
- eine gesetzlich vorgeschriebene Krankenversicherung für alle
- private Versicherungen nur noch als freiwillige Zusatzversicherung
- Aufhebung der Bemessungsgrenzen (aktuell massive Ungerechtigkeiten), bei gleichzeitiger Senkung des Beitragssatzes
- wesentlich bei der Gesetzesfindung und Geldverteilung sollten unabhängige Ärzte mehr eingebunden und der medizinische Sinn betrachtet werden.

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Berliner42 28.09.2017, 10:36
17.

Zitat von bluebill
Es ist ein riesiger Fehler, das Gesundheitswesen in großen Teilen dem freien Markt zu überlassen. Dann kommt naturgemäß ein profitorientiertes Unternehmensgeflecht heraus. Die Folgen : Gute Versorgung gibt es nur noch da, wo sie Gewinn abwirft, in unprofitablen Regionen wird sie zurückgefahren.
Das ist mal wieder in so vieler Hinsicht falsch. Ohne Profitorientierung wird's teuer. Das ist immer und überall so. Es gibt dann auch keine unprofitablen Regionen. Angebot und Nachfrage gleichen sich aus.

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CancunMM 28.09.2017, 10:36
18.

Zitat von bluebill
Es ist ein riesiger Fehler, das Gesundheitswesen in großen Teilen dem freien Markt zu überlassen. Dann kommt naturgemäß ein profitorientiertes Unternehmensgeflecht heraus. Die Folgen : Gute Versorgung gibt es nur noch da, wo sie Gewinn abwirft, in unprofitablen Regionen wird sie zurückgefahren. So ähnlich wie der privatisierte Nahverkehr. In ländlichen Gegenden ist das faktisch ein Rückschritt. Der nächste Arzt ist 30 km entfernt, das nächste Krankenhaus 60 km. Wer älter ist oder chronisch krank, der muss entweder in die (überteuerten) Metropolen ziehen oder viel Auto fahren. Wer einen Unfall hat oder einen Herzinfarkt, hat schlechte Karten. Schon weil die Krankenhäuser praktisch nur noch aus gewinnträchtigen Fachabteilungen bestehen, das nächste in Frage kommende Haus ist u.U. Stunden entfernt. - Ich glaube nicht, dass das unbedingt eine Verbesserung bedeutet, außer man hat eine sehr eingeengte, neoliberal-kapitalhörige Weltsicht.
Aber das nicht jedes Haus alles machen kann war doch gewollt. Siehe Qualitätsmanement. Nur noch der, der eine Operation häufig macht, darf sie auch anbieten. Und das Streichen von Betten wegen Überkapazitäten ist auch so gewollt.

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rips55 28.09.2017, 10:37
19. Medikamentenpreise deckeln

Statt permanent die Kosten der stationären Krankenpflege und -versorgung zu drücken, zu Lasten des Pflegepersonals und der Hygiene in den Kliniken, muss endlich Schluss sein mit den Spekulationsgewinnen der Pharmaindustrie. Preistreiberei durch künstliche Verknappung von Wirkstoffen und Medikamenten ist kriminell und der wahre Preistreiber im Gesundheitssystem.

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