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Gewinnrückgang: Bund fordert Überprüfung von Bahn-Rabatten
DPA

Die Bahn wirbt mit zahlreichen Rabatten um Kunden. Offenbar lassen sich damit aber die Kosten nicht decken. Der Bahn-Beauftragte der Regierung will das System nun prüfen lassen.

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tillmatic 15.09.2018, 11:24
1. Wo ist da die Logik??

"Womöglich profitierten von Sparpreisen und Sonderrabatten nur wenige, während die Mehrheit dafür einen höheren Normalpreis zahlen müsse, sagte der parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Ferlemann, weiter."

Wenn nur wenige von Sparpreisen und Rabatten profitieren und die Mehrheit einen höheren Normalpreis zahlt. Können a) die Rabatte und Sparpreise ja nicht das Problem sein und b) müßte der Gewinn steigen. Auf jeden Fall auf der Einnahmenseite. Also sind wohl eher die Kosten das Problem.

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The Restless 15.09.2018, 11:32
2. Super Sparpreise ...

... bekommt man doch nur in Zügen, die andernfalls halb leer fahren würden. Ich fahre gelegentlich mit solchen Preisen, dann zu unattraktiven Zeiten (Abfahrt um 6 Uhr morgens oder Ankunft um 22 Uhr abends). Würden diese Sparpreise abgeschafft, dann würde ich zu normalen Zeiten fahren wollen, wenn die Züge bereits gut ausgelastet sind. Die Bahn hätte dann Probleme, zu solchen Zeiten genug Kapazitäten anzubieten. Ich glaube also nicht, dass ein Abschaffen dieser Sparpreise wirklich kostensparend wäre.

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Hans-WilhelmBerghoff 15.09.2018, 11:33
3. Absurde Preispreizung

Derzeit kann man eine Fahrkarte für denselben Zug und dieselbe Strecke für Preise von 19,99€ bis über 600€ erwerben, ohne dass man den Preisunterschied beim Reisen ernsthaft spürt - nachdem die 1.-Klasse-Sitze näher zusammengerückt wurden und häufig keinen Ausblick durch Fenster mehr gewähren.
Auf manchen Strecken reist man nur deshalb billiger, weil man bestimmte Unterwegsbahnhöfe nicht zum Ein- oder Auststeigen benutzt.
Sinnvoll wären 3 Tarifstufen: 100%, 75% (Kostendeckung), 50% (Sozialtarife, Sondertarife und Aktionen). Die Sozialtarife würden durch stattliche Zuschüsse auf Kostendeckung gebracht.
Wenn die Bahn FLIXtrain Konkurrenz machen will, dann sollte sie dafür gesonderte, weniger komfortable Züge einsetzen. Davon gibt es ja im IC-Verkehr genügend.
Reisen muss wieder einen Wert haben, damit mit Bedacht gereist wird.

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oldman2016 15.09.2018, 11:44
4. Einnahmen gesunken?

Zitat: "Im Fernverkehr steigen die Passagierzahlen zwar, aber die Gewinne sinken." Die Frage stellt sich zunächst ob mit den Passagierzahlen, auch die Einnahmen (Umsätze) gestiegen sind oder nicht. Zur Gewinn- und Verlustrechnung müssen auch die Ausgaben einbezogen werden. Was der CDU Politiker sagt, ist im Grunde genommen nichtssagend.

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investor3000 15.09.2018, 11:45
5.

Preisfindung in einem Unternehmen, sollte nicht von der CSU/CDU nicht staatlich vorgegeben werden. So etwas hatten wir schon in der DDR und es funktionierte nicht. Es ist durchaus sinnvoll leere Plätze noch mit Preisnachlass zu verkaufen, um überhaupt noch Umsatz zu generieren. Gerade das "südlich" geführte Verkehrsministerium handelt ausschließlich zum Wohle unserer Autoindustrie. Solange die Bahn für Ihre eigene Infrastruktur aufkommen muss wird sie immer rumdümpeln, so wie gewollt. Beispiel? Garmisch hat einen Autobahnanschluss, München hat keinen Zug-Hochgeschwindigkeitsanschluss.

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e.pudles 15.09.2018, 11:46
6. Als gutes Beispiel kann ich immer nur wieder

die Schweiz bringen. Klar auch die SBB (Schweizerische Bundes Bahnen) haben Probleme und sind kein Unternehmen, welches Profit macht. Doch im Verhältnis zur DB ist das Defizit um einiges kleiner. Und die Tarif Politik ist in der Schweiz ganz einfach. Man kauft ein Ticket und steigt in den Zug ein zu der Zeit wo man Lust hat zu fahren. Überlegt man es sich früher oder später zu fahren "no problem" man fährt einfach dann wenn man will. Es gibt im Prinzip nur zwei Vergünstigungen, nämlich das Halbtax Abo für etwas über 170 Franken pro Jahr, wo man jeses Ticket dann zum halben Tarifpreis kauft. Oder das GA General Abonnemet, für knappe 5000.-- Franken. Damit fährt man so viel, so oft wohin man will und hat bereits bezahlt. Zudem sind mit diesem Abo die meisten Städtischen ÖV inbegriffen. Dann gibt es noch die Möglichkeit nach 09.00Uhr zu fahren, das ist etwas günstiger. Simpel und einfach, man verbringt nicht Stunden vor dem PC um einen günstigeren Tarif raus zu suchen und zu fahren wann es die DB will und nicht wann ich will. Und die Pünktlichkeit ist bei knapp über 96%. Vielleicht sollten sich die DB Verantwortlichen mal den denen der SBB in Verbindung setzten und nachfragen wie man so etwas erreicht.

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kleinsteminderheit 15.09.2018, 11:48
7. Unseriös

Die Preispolitik der Bahn wirkt zunehmend unseriös. Wenn ein Unternehmen das gleiche Produkt mit dem Listenpreis und Nachlässen von bis zu 80% verkauft, braucht es sich nicht zu wundern, wenn der Normalpreis nur noch die Ausnahme für Dumme und Eilige ist. Dass sich so ein Rabattdschungel nicht mehr steuern lässt und in Folge die Kostendeckung leidet ist BWL Grundwissen.

Tatsache ist, dass die Bahn zu bestimmten Zeiten und auf einigen Strecken nicht in der Lage ist, den Bedarf abzudecken.

Statt undurchsichtiger Rabattangebote sollte die Bahn zunächst die Kapazitäten schaffen um den tatsächlichen Bedarf von Fernreisenden besser abzudecken und dadurch mehr Geschäft zu machen.

Dazu Bahncard, Minigruppe , ein Meilensystem und einen niedrigeren aber verbindlichen Regelpreis. Mehr braucht es nicht.

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53er 15.09.2018, 11:49
8.

Zitat von tillmatic
"Womöglich profitierten von Sparpreisen und Sonderrabatten nur wenige, während die Mehrheit dafür einen höheren Normalpreis zahlen müsse, sagte der parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Ferlemann, weiter." Wenn nur wenige von Sparpreisen und Rabatten profitieren und die Mehrheit einen höheren Normalpreis zahlt. Können a) die Rabatte und Sparpreise ja nicht das Problem sein und b) müßte der Gewinn steigen. Auf jeden Fall auf der Einnahmenseite. Also sind wohl eher die Kosten das Problem.
Schon mal drüber nachgedacht, dass dann die Mehrheit den Wenigen die Preise subventioniert und das dann für die Bahn zur Kostendeckung immer noch nicht reicht? Methode Ryanair läßt grüßen und schönes Wochenende.

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thoms1957 15.09.2018, 11:51
9. Andere Verkehrspolitik ist dringend nötig

Seit vielen Jahren wird die Bahn von verantwortlichen Üolitikern vor allem aus der CSU aufs buchstäbliche Abstellgleis geschoben. Im Verkehrsministerium setzt man ganz beharrlich und konsequent auf die Privatisierung des Bundesfernstraßennetzes. Die privaten Betreiber erhalten dann die Mautgebühren. Da stört die Bahn natürlich, denn jeder Bahnfahrer ist ein potentieller Mautkunde weniger. Um die Bahn zusätzlich zu schwächen, fördern die verantwortlichen Politiker die Konkurrenz durch Fernbusse - die müssen zurzeit noch keine Maut zahlen. Warum wohl? Ist die Leistung und das Image der Bahn dann demnächst auf 3. Welt Niveau herunter gewirtschaftet, wird man von interessierter neoliberaler Seite wieder energisch die Privatisierung der Bahn fordern. Die Schulden bleiben dann natürlich beim Steuerzahler, der außerdem mindestens noch eine ordentliche Infrastruktur finanzieren soll. Aber vielleicht dient ja Argentienien als Vorbild: Dort wurde die Bahn Anfang der 90er an die Busunternehmen verkauft bzw. verscherbelt. In der Folge wurden die meisten Strecken natürlich eingestellt und vor allem die innerstädtischen Grundstücke der Bahn mit großen Gewinnen verkauft. In den folgenden 20 Jahren wurde die Restbahn von ihren privaten Besitzern derart weiter herunter gewirtschaftet - u. a. gab es schwere Unfälle, so dass die Bahn seit einigen Jahren zug um zug wieder verstaatlicht werden muss. Wodurch natürlich die privaten Investoren eine drohende Insolvenz umgehen konnten. An alle Neoliberalen: Diese Art von "Verkehrspolitik" wollen wir nicht!!

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