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GfK-Umfrage: Deutsche ignorieren Gefahr fallender Preise
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Die Inflation ist so gering wie lange nicht, Experten wie IWF-Chefin Lagarde warnen gar vor Deflation. Doch den Deutschen ist das egal: Laut einer GfK-Umfrage für SPIEGEL ONLINE fürchten sie fallende Preise nicht. Dabei zeigt das Beispiel Schweiz, dass die Gefahr real ist.

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Humboldt 25.02.2014, 16:20
170. Nicht ganz!

Zitat von Odde23
Die Deutschen werden seit über einem Jahrzehnt durch sinkende Reallöhne belastet, da Steuern und Abgaben sowie Preise deutlich schneller steigen als das Einkommen. Steigt das Einkommen dann einmal wie die Preise, haben sie dank der kalten Progression dennoch netto weniger oder gerade mal gleich viel in der Börse. Das diese Leute sinkende Preise nicht fürchten ist wenig .....
Sehe ich im Prinzip genauso, wenn das kleine Problem nicht wäre, dass bei flächendeckend fallenden Preisen das Konsumverhalten der Verbraucher sich ändert (warten auf noch günstiger) und die Unternehmen wiederum Investitionen zurückstellen. Das kann dann schnell zu einer Spirale nach unten werden mit vermehrter Arbeitslosigkeit und Lohnkürzungen ohne wirkliche Eingreifmöglichkeit der Zentralbank (wenn man bereits nahe 0 % Zinsen ist).

Japan befindet sich schon fast 20 Jahre in diesem Teufelskreis!

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ProDe 25.02.2014, 16:24
171. In DE haben wir damit keine Erfahrung - mit Inflation schon

und Japan ist weit weg.
Dass Deflation schwieriger zu überstehen ist wie Inflation wissen die Wenigsten. Und in DE wird ja gerade eine Billig-Kultur und das "Sparen" massiv gefördert.
Wenn schon der IWF hier mahnend den Finger hebt, dass ist die Lage eher kritischer als man es zugibt.

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nixkapital 25.02.2014, 16:24
172. ...

Zitat von derhummerunddiehummerin
Was für eine kranke, kapitalistische Denke, dass alles immer teurer werden muss, dass immer Wachstum her muss. Das kann nur nach hinten losgehen. Und ich lebe noch um die 60 Jahre. Ich könnte echt abkotzen!
...tja, irgendwann kommt der "Re-Set". Dann geht's wieder von vorne los. Das ist "systemisch" :-)

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Xangod 25.02.2014, 16:25
173. Wer es glaubt, wird selig!

Zitat von Zaphod
Der schöne Euro-DM-Vergleich hinkt langsam. Wenn sich in 14 Jahren die Preise teilweise knapp verdoppelt haben, so ist das keine allzu große Steigerung. Im Übrigen sind die Preise bei großen Ausgabenblöcken recht konstant geblieben.
Wenn sich die Preise in 14 Jahren verdoppeln, dann bedeuted das aber rein rechnerisch eine Preisteigerung von durchschnittlich mehr als 5%. Also deutlich mehr, als die Zahlen mit denen wir verarscht und enteignet werden. Und die tolle "Deflation" im Moment liegt nur an den fallenden Spritpreisen und die haben wohl mit dem Iran zu tun. Also sollten wir uns freuen und meintwegen die paar Euritos mehr im Portemonnaie sinnlos verprassen. Vielleicht sind sie bald gar nichts mehr wert...

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!Obacht! 25.02.2014, 16:26
174.

Zitat von Oberleerer
Das mit dem Computer ist ja mal ein dämlicher Vergleich. Wer alte Vobis-Prospekte kennt, vor 30 Jahren kostete ein aktueller PC 1.500-3.500DM. So viel hat sich da wohl kaum geändert. Wenn man an die Kaufkraft von damals denkt, könnte man nur noch heulen. Wieso soll ich auf niedrige Preise verzichten, damit eine kleiner Teil der Industrie Preisdumping im Ausland betreiben kann? Zumindest tröstet mich, daß niedirige Preise jeden Fortschritt ersticken.
Mit diesem "Computer" konnten Sie gerade mal Tetris spielen. Heute bekommen Sie für 500 € (=1.000 DM) ein Gerät mit dem Sie den Kosmos bereisen könnten. Und wie lange haben Sie vor 30 Jahren für 1.500 DM gearbeitet? Und wie lange heute für 500 €?

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kimba_2014 25.02.2014, 16:29
175.

Zitat von sysop
Die Inflation ist so gering wie lange nicht, Experten wie IWF-Chefin Lagarde warnen gar vor Deflation. Doch den Deutschen ist das egal: Laut einer GfK-Umfrage für SPIEGEL ONLINE fürchten sie fallende Preise nicht. Dabei zeigt das Beispiel Schweiz, dass die Gefahr real ist.
Was nützt es, wenn Flatscreens oder Fernreisen billiger werden, aber Nahrungsmittel und Strom viel teurer?
Dann kann man statistisch eine Deflation herausrechnen, im Geldbeutel bleibt für den Normalverdiener aber trotzdem immer weniger für seinen Lohn.
Mag sein, dass gewisse Bereiche im High-Tech oder Luxusbereich deflationäre Tendenzen aufweisen, alltagliche, lebenswichtige Dinge wie Nahrung, Strom und Benzin werden aber sicher nicht billiger, im Gegenteil.
Jede Hausfrau wird das bestätigen können.

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pontifactus 25.02.2014, 16:31
176. wer ist "Deutsche"?

ich habe nicht vwl oder bwl studiert aber ich bin nicht blöd.

wenn die preise fallen, haben die menschen mehr geld übrig für sachen, die sie sich sonst nicht leisten könnten. kurbelt sowas nicht den binnenmarkt an? ist das nicht gut für arbeitsplätze. handwerker könnten bezahlt werden. eine reise kann dann in die usa und nicht auf malle gebucht werden usw.

inflation entzieht doch geld den menschen, sie können sich immer weniger leisten.
warum ist deflation also schlecht? ist sie schlecht für die wirtschaft aber gut für den verbraucher? oder ist sie einfach nur schlecht?

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retrograd 25.02.2014, 16:31
177.

Zitat von Oberleerer
Das mit dem Computer ist ja mal ein dämlicher Vergleich. Wer alte Vobis-Prospekte kennt, vor 30 Jahren kostete ein aktueller PC 1.500-3.500DM. So viel hat sich da wohl kaum geändert. Wenn man an die Kaufkraft von damals denkt, könnte man nur noch heulen.
Nun vor 30 Jahren schrieb man das Jahr 1984. Da waren PC's gerade mal ein paar Jahre alt und spielten im Heimbereich überhaupt keine Rolle, da viel zu teuer. Wenn dann ging das wohl schon eher in Richtung 3.500 DM, aber ohne Bildschirm und Laufwerk. Bei den Löhnen und Gehältern damals ... ein ganz schöner Batzen Geld

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muellerthomas 25.02.2014, 16:31
178.

Zitat von Tron3000
Also wenn mein Lohn in den letzten 10 Jahren um 30% sinkt, ist das wirtschaftlich voll in Ordnung. Die Deflation der Löhne ist also gewünscht..
Sagt Frau Lagarde doch gar nicht, im Gegenteil. Die Inflation in Deutschland sollte durch kräftigere Lohnerhöhungen moderat steigen.

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Atheist_Crusader 25.02.2014, 16:31
179.

Zitat von sysop
Die Inflation ist so gering wie lange nicht, Experten wie IWF-Chefin Lagarde warnen gar vor Deflation. Doch den Deutschen ist das egal: Laut einer GfK-Umfrage für SPIEGEL ONLINE fürchten sie fallende Preise nicht.
Öhm, naja, ist das ein Wunder? Bei dem was der Normalbürger heute noch in der Tasche hat, klingen fallende Preise genau wie die Nachricht auf die man gewartet hat - langfristige Konsequenzen hin oder her.

Und mal abgesehen davon, dass dem Durchschnittsbürger die Gefahren von Deflation oft nicht klar sind... über die Entwicklung einer Deflation hat er ungefähr so viel Kontrolle wie über die Entwicklung der Strompreise oder die nächste Gehaltserhöhung.

Es ist also ein Problem, dass viele nicht verstehen bzw. als Problem sehen und dem gegenüber sie ohnehin machtlos wären. Warum sollten sie sich dann noch unnötig Angst machen?

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