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Globale Untersuchung: Fast die Hälfte aller Kohlekraftwerke macht Verluste
DPA

Sie bilden das Rückgrat der globalen Stromerzeugung, aber für ihre Betreiber werden Kohlekraftwerke zum Risiko: Laut einer Studie schreiben Tausende Meiler rote Zahlen, die bald in die Milliarden gehen könnten - das betrifft auch RWE.

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dirkcoe 30.11.2018, 09:03
1. Erstaunliche Zahlen

Sollten diese so zutreffen, dann kommt automatisch die Frage zu den Alternativen. Ich glaube kaum, dass bis 2040 alle Kohlekraftwerke durch erneuerbare Energien zu ersetzen sind.

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spon_2999637 30.11.2018, 09:10
2. Mit anderen Worten....

"Der Kohleausstieg gefährdet Arbeitsplätze" ist gelogen, die sind ohnehin bald großteils weg und die Aussage ist eher "Wir wollen mehr Subventionen!"

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Kritischer Geist III 30.11.2018, 09:18
3. Wie geht denn das?

Beim Hambi hammse uns doch noch erzaehlt ein Kohleausstieg wuerde 30 Milliarden kosten und jetzt kommt der Spiegel und sagt "In ein paar Jahren schreiben die nur noch Rote zahlen"
Naja sei es drum, solange die Mafia nicht auf Idee kommt sich vom Steuerzahler retten zu lassen, koennen die von mir aus doch Verluste machen.

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holger.becker 30.11.2018, 09:32
4. Politik muss Hürden abbauen, damit's nicht zu teuer wird

Im Artikel sind vier ernstzunehmende Hürden für die Transition in eine volkswirtschaftlich sinnvolle Energieversorgung genannt. Da muss die Politik ansetzen:
1.) Lobbyismus: Einfach nicht mehr auf die rückwärtsgewandte Kohlelobby hören.
2.) Erhalt von Arbeitsplätzen: Endlich mal begreifen, dass in den Alternativen zukunftsfähige Jobs entstehen. Der Wandel muss von der Politik aktiv gestaltet und organisiert werden.
3.) Speichermöglichkeiten: Ja, das stimmt. Es muss auf fluktuierende Einspeisung und die sog. Dunkelflaute reagiert werden können. Damit das passiert, müssen sinnvolle Rahmenbedingungen für die Investition in und den Betrieb von notwendiger Infrastruktur geschaffen werden.
4.) siehe 3.)

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fleischwurstfachvorleger 30.11.2018, 09:36
5. RWE der Wohltäter

Nein, wer hätte das gedacht, nämlich dass Laschet so daneben liegt.

Es kommt natürlich überhaupt nicht in Frage, dass auch nur ein Cent Steuergeld an RWE und Konsorten geht, wenn sie ihre Verlustbringer frühzeitig abschalten und sich aus dem Braunkohleabbau verabschieden.

Im Gegenzug fordern wir auch nicht die 8 Milliarden, die sich RWE sparen wird, indem sie ihre Kohlekraftwerke nicht mehr betrieben, auch nicht ein.


Die Regierung fordern wir auf, den Fuß von der Bremse zu nehmen, was den Ausbau von erneuerbarer Energie betrifft und massiv in den weiteren Netzausbau zu investieren. Regionale Blockkraftwerke sind besonders zu fördern.


Weiterhin sollten die Industrieunternehmen, die heute zur Gänze oder teilweise von der EEG-Umlage befreit sind, stärker an dieser Umlage beteiligt werden, damit die Motivation zur Verschwendung von Energie wegfällt.


Politiker sei angeraten, nicht mehr so lange "tote Pferde" zu reiten und Versicherungen, Banken und andere Großkonzerne an der Modernisierung zu hindern, sondern Politik für die Zukunft und zum Nutzen der Bürger dieses Staates zu machen.

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oldman2016 30.11.2018, 09:41
6. Eine Frage des Preises

Die Stromerzeugung hat einen betriebswirtschaftlichen und einen volkswirtschaftlichen Preis. Der volkswirtschaftliche Preis, sind bei Kernkraftwerken z. B. die Lagerkosten viele tausend Jahr. Die volkswirtschaftlichen Kosten für Kohlekraftwerke sind u. a. die Folgekosten für die Quecksilberemissionen. Die volkswirtschaftlichen Schäden der Kohleverstromung sind wegen der Klimaerwärmung und daraus resultierender Zunahme von Extremwetterlagen seriös überhaupt nicht zu beziffern. Ich lehne daher die Subventionierung von Strukturmaßnahmen in den Braunkohlerevieren aus Steuermitteln aus voller Überzeugung ab. Das Geld ist besser in Entwicklung und Bau von Speichertechnologien für erneuerbare Energien angelegt.

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Neapolitaner 30.11.2018, 09:43
7. Logikproblem

Zitat aus dem Artikel: "Sollte RWE seine Kraftwerke im Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen stilllegen, anstatt sie weiter zu betreiben, könne der Konzern Verluste in Höhe von mehr als acht Milliarden Dollar vermeiden, heißt es in der Studie. " Wie erzeugt RWE Strom? Im Wesentlichen mit Kohle. Woher kam in den schwachen Novembertagen (mit gerade einmal 1 GW Durchschnittsleistung aus Windstrom) die Stromerzeugung? Zu >95% aus Kohle/Atomkraftwerken. Und dann sollen RWEs Kohlekraftwerke stillgelegt werden? Weil es für den Konzern "günstiger" ist? Weil die Emissionskosten steigen? Nein! Statt dessen, und das steht im Artikel nicht, werden die Stromkosten für die Verbraucher noch (viel) mehr steigen. Insbesondere dann, wenn sich RWE tatsächlich aus der Stromerzeugung zurückziehen und künftig alternative Geschäftsfelder (welche?) bedienen würde. Vllt. als Softwarekonzern für Energieprogramme. Da könnte RWE "zu 100% grün" werden. Vllt. schön für RWE. Dass man sich in Deutschland damit ins Knie schießt, auf die Idee kommt wohl niemand.

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christian-h 30.11.2018, 09:44
8. Beitrag

Zitat von
"Die Kosten für Erneuerbare fallen so stark, dass sie in einigen Weltregionen sogar schon existierende Kohlekraftwerke verdrängen können", sagte Sebastian Ljungwaldh, einer der Studienautoren, dem SPIEGEL.
Dieser Vergleich ist einfach nur Unsinn und zeigt eben auch, das die macher dieser Studie keine Ahnung von der Sicherstellung der Stromversorgung haben.

Kohlekraftwerke sind regelbare Kraftwerke und können den Strom bedarfsgerecht bereitstellen.

Ein 1GW Kohlekraftwerk mit einer Volllaststundenzahl von 7.000 kann
im Jahr 7.000GWh Strom erzeugen und unabhängig von Tages- oder Jahreszeit dem Verbraucher zur Verfügung stellen.

Ein 1GW PV Parkt ist zwar im Bau günstiger, hat aber in Deutschland nur eine Volllaststundenzahl von 950 und kann somit nur 950GWh im Jahr Strom erzeugen und auch nur dann bereitstellen, wenn es hell ist. Dabei ist die Höhe dieser Bereitstellung abhängig von der Helligkeit und nicht vom Bedarf.
Ähnliches gilt für die Windkraft, je nach Standort liegt der Volllaststundenbereich bei 1.300 - 2.700 Stunden, was eine Strommenge von 1.300GWh - 2.700GWh entspricht.
Aber auch hier ist es so, das sich die Strombereitstellung nicht nach dem Bedarf richtet, sondern nach der Windgeschwindigkeit.

Um ein 1GW Kohlekraft tatsächlich in Strommenge und bedarfsgerechter Bereitstellung zu ersetzen wären etwa 2,5GW WK Leistung und 2,5GW PV Leistung notwenig plus Tag/Nacht und saisonale Speicher (Batterie/PSKW/Ptx) .
Damit wäre dieses System in Summe aber wieder teurer wie das Kohlekraftwerk.

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Andraax 30.11.2018, 09:51
9. Wichtige Organisation

Eine Organisation, die den Klimawandel aus ökonomischer Sicht betrachtet ist unverzichtbar, damit klar wird die ökologische Revolution ist nicht "linksgrüne" Traumtänzerei sondern ökonomisch geboten. Denn die Schäden des Klimawandels werden uns weit teurer zu stehen kommen als alle Maßnahmen gegen den Klimawandel. Selbiges mit der Kernkraft: die Folge-Kosten selbst ohne GAU sind immens für viele Generationen. Auch hier ist der Ausstieg ökonomisch geboten.

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