Forum: Wirtschaft
Globale Wirtschaftskrise: Die Folgen der falschen Therapie
REUTERS

Das Börsenbeben zeigt: Der Glaube an die Wirksamkeit staatlicher Eingriffe schwindet. Mit immer größeren Geldspritzen haben Politik und Notenbanken wenig erreicht - und dafür neue Probleme geschaffen.

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curiosus_ 21.02.2016, 17:55
1. Dass die alten Rezepte ...

Zitat von Henrik Müller
Die Zinsen liegen nahe Null, zum Teil sogar im negativen Bereich, das gab es noch nie. Die Notenbanken in den reichen Ländern haben so viele Wertpapiere vom Markt gekauft, dass sich ihre Bilanzen beispiellos aufgebläht haben. Vielerorts haben die Staatsschuldenberge schwindelnde Höhen angenommen, die nun die Spielräume für weitere defizitfinanzierte Konjunkturprogramme verengen. Erreicht haben die Notenbanker und Regierungen mit diesem Großeinsatz nicht so viel wie erhofft: Eine kräftige und dauerhafte Belebung der Wirtschaft hat nicht stattgefunden. Investiert wird wenig, der Produktivitätsfortschritt ist fast zum Stillstand gekommen. Kurz: Die überstimulierte Weltwirtschaft reagiert kaum noch auf die Therapie. Die derzeitige Standardantwort von Wirtschaftspolitikern und Ökonomen lautet: mehr vom Gleichen - wenn viel nicht hilft, ist mehr auf jeden Fall besser. Die Strafgebühr auf Zentralbankeinlagen ("negative Zinsen") könnte noch mal angehoben werden.
... nicht wirken, auch nicht in verschärfter Form, dürfte jedem halbwegs intelligenten Beobachter klar sein. Da genügt ein kurzer Blick auf Japan.

Was bleibt noch: Kompletter Zugriff auf das gesamte Geld, d.h. Abschaffung des Bargeldes. Die Diskussion findet ja bereits statt, ein weiterer Schritt in die Planwirtschaft. Dann kann man jegliches Geld-Vermögen mit negativen Zinsen in beliebiger Höhe belegen.

Das ist nur eine Fortschreibung bisher schon unwirksamer Maßnahmen und hilft sicher auch nicht.

Wozu gibt es die Volkswirtschaftslehre? Da würde ich mir jetzt mal Lösungsansätze erwarten. Oder zumindest die offene Diskussion von neuen Ansätzen.

Pustekuchen, die absolute Nullnummer. In ihrer derzeitigen Verfasstheit ist diese „Wissenschaft“ so unnötig wie ein Kropf. Wo bleibt die fundierte Analyse, wo bleiben die in großen Kollaborationen aufgestellten Modelle?

Ein Großteil der Weltbevölkerung vegetiert in Armut, auch in den hochentwickelten Regionen geht die Schere zwischen dem Mittelstand und den Reichen immer weiter auf.

Es gäbe also genügend zu tun (Arbeit) um die Lebensbedingungen des größten Teils der Menschheit zu verbessern, und es gibt auch ausreichend Ressourcen (Arbeitskräfte ohne ausreichend Arbeit, know how) dafür. Wo liegt der Hemmschuh?

Beim Ligo-Experiment zum Gravitationswellennachweis arbeiten Hunderte von Wissenschaftlern zusammen, die diesbezügliche Veröffentlichung zählt 133 beteiligte Institutionen und 1011 Autoren auf. Am CERN bei Genf arbeiten 3200 Mitarbeiter.

Und die Ökonomie forscht noch so wie im 19. Jahrhundert, mit „Top“ oder „Star“ – Ökonomen. Dabei ist der Forschungsgegenstand sicher nicht weniger komplex wie der Gravitationswellennachweis oder z.B. die Klimamodellierung.

Ein Armutszeugnis. Was ich mir nur dadurch erklären kann, dass die Eliten, die vom Status Quo profitieren, kein Interesse an einer Änderung haben. Die leben sehr gut damit. Ein Paradigmenwechsel bedeutet nun mal Machtverlust für das Alte. Und kommt deshalb erst wenn der Leidensdruck hoch genug ist.

So weit sind wir wohl noch nicht.

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karend 21.02.2016, 18:05
2. .

"Die Eurozone steht auf rissigem Fundament."

Rissig? Die €-Zone ähnelt einem Schweizer Käse. Aber manche lernen erst und ändern erst dann etwas, wenn gleiche Situationen immer und immer wieder eintreffen.

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Circular 21.02.2016, 18:13
3. Wenn man jetzt die Staaten zu Grabe tragen will

sollte man auch einmal über Alternativen nachdenken. Die dürfte künftig nicht mehr aus Nationalstaaten mit räumlichen Grenzen und immobilem eigentum bestehen, sondern aus clanartigen Strukturen, die sich amöbenhaft durch die Gegend bewegen.

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sag-geschwind 21.02.2016, 18:16
4. Ideologisch bedingt

Die Ratlosigkeit ist durch ideologische Scheuklappen verursacht. Der Autor kommt vorsichtshalber nichtmal drauf.
Aber die Lösung der Krise hieße, Nachfrage stärken, also Löhne hoch, damit kann gekauft werden, damit kann wieder gewinnbringend investiert werden.
Die Ideologie sagt aber, wegen der Globalisierung müssten die Löhne unter die Chinesischen oder die in Bangladesh gedrückt werden, damit D-Land Exportmacht No. 1 bleiben kann. Dazu wird das Land an den Rand des Bürgerkriegs manövriert. Die Lohnarbeiter sollen die Party zahlen. Dass die Chinesen aber auch abwerten können wird verdrängt. Deutsche Ökonomen postulieren bildlich gesprochen, dass die Erde eine Scheibe ist, und wer dagegen redet wird von den Meinungsführern ausgeschlossen und wahlweise lächerlich gemacht.

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laberbacke08/15 21.02.2016, 18:17
5. Loesung

Eine Loesung oder auch nur ein Ansatz einer Loesung vermisse ich im Artikel.

Viel schlimmer als der Verlust des Glaubens in die Regierungen seitens der Buerger ist meiner Meinung nach aber die Tatsache, dass Regierungen sich immer mehr der Wirtschaft unterordnen. Eine Regierung muss fuer das Volk arbeiten und nicht fuer ein paar wenige, die ihr sagen was sie tun (und lassen soll). Leider haben sich zu viele Regierungen nach 2007/8 darauf beschraenkt das zu machen was ihnen Banker und Oekonomen als richtig verkauft haben anstatt das zu machen was zwar kurzfristig schmerzhaft gewesen waere aber heute bereits Fruechte tragen wuerde

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jufo 21.02.2016, 18:18
6. ist das nicht natürlich?

Frage an den Autor: ist es so, dass wirtschaftliches Wachstum mit steigender Verschuldung einhergehen muss? Ist dann nicht ein Ende zwingend vorgegeben? Sind wir Global an diesem Punkt angekommen?
gibt es historische Parallelen wie die dreißiger Jahre? Sind neue globale Kriege notwendig um einen "Reset" zu ermöglichen? Ich gehe dann mal Abendbrot essen

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lalito 21.02.2016, 18:18
7. Soweit sind wir? schon längst.

Zitat von curiosus_
. . . Ein Armutszeugnis. Was ich mir nur dadurch erklären kann, dass die Eliten, die vom Status Quo profitieren, kein Interesse an einer Änderung haben. Die leben sehr gut damit. Ein Paradigmenwechsel bedeutet nun mal Machtverlust für das Alte. Und kommt deshalb erst wenn der Leidensdruck hoch genug ist. So weit sind wir wohl noch nicht.
Stimmt, die Eliten leiden nicht nie nimmer - die restlichen 90% leben lediglich vom Tag zum nächsten Tag, mehr schlecht als recht.

Die leidige Geschichte vom verputzten Kuchen und dem einen Stück und die Krümel um das sich die neun Verbliebenen alternativlos streiten . . .

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pusterino 21.02.2016, 18:36
8. Unglaublich

Ein Großteil des Vermögens in den Händen einiger weniger, Löhne auf Niedrigstniveau, prekäre Beschäftigung aller Orten, Abgaben auf Einkommen aus Arbeit auf höchsten Niveaus, implizite Steuerlast von oberhalb 70% .....und dann konsumiert der einfache Pöbel einfach nicht.....was erlauben sich Struuunz?

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event.staller 21.02.2016, 18:52
9. Dem alten Wachstum-Wahn abschwören.

Es ist Gier, die Börsen-Kurse samt größenwahnsinnige Wachstum-Erwartungen in windige Höhen treibt. Künstlich erzeugte Binnen-Nachfrage löst schon gar nicht das Problem. Es gilt die bewährte Hausfrauen-Regel: Nur sich das leisten, was mit dem bezahlt werden kann, das ich habe. Soll heißen: Sparsamer mit den Zukunfts-Möglichkeiten umgehen.

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