Forum: Wirtschaft
Globalisierung in Gefahr: Die Logik des Handelskriegs nimmt ihren Lauf
AP

Handelskriege folgen ihrer eigenen Logik. Was Donald Trump angefangen hat, kann leicht zu einer Spirale der Eskalation führen.

Seite 1 von 7
Reinhold Schramm 15.07.2018, 08:31
1. China widerspricht Vorwürfen zu Fragen des geistigen Eigentums

Das chinesische Außenministerium sagte am Freitag, dass Chinas Haltung zur Achtung und zum Schutz der Rechte an geistigem Eigentum (IPR) ernst sei und die Aktionen effektiv seien, und bezeichnete die US-Behauptungen über den sogenannten IPR-Diebstahl durch China als grundlos. „In den vergangenen Monaten haben die USA China wiederholt beschuldigt, Rechte am geistigen Eigentum zu stehlen, aber sie waren nie in der Lage, starke Beweise zu liefern“, sagte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Hua Chunying.

Laut einem Bericht der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) im Jahr 2017 überschritt die Zahl der Patentanmeldungen, die beim chinesischen Staatlichen Amt für geistiges Eigentum eingereicht wurden, 1,3 Millionen, was weltweit die meisten in sieben aufeinander folgenden Jahren waren. Unterdessen beliefen sich Chinas externe Zahlungen für geistige Eigentumsrechte im Jahr 2017 auf 28,6 Milliarden US-Dollar, wobei das Defizit 20 Milliarden US-Dollar überstieg und die Zahlung für die Nutzung geistigen Eigentums der USA im Jahresvergleich um 14 Prozent stieg. Diese Zahlen und Fakten widerlegten die US-Behauptungen über den sogenannten IPR-Diebstahl durch China.

„Innovation und geistiges Eigentum sind keineswegs ausschließliche 'Patente' der Vereinigten Staaten. Die Nutzung von IPR und die Förderung des wirtschaftlichen und sozialen Fortschritts sind auch keine ausschließlichen Rechte der Vereinigten Staaten“, sagte Hua. „Innovation und geistiges Eigentum sollten dem Fortschritt und dem Wohlergehen der gesamten Menschheit dienen und sollten nicht zu einem Werkzeug für die Vereinigten Staaten werden, um die Entwicklung anderer Länder zu unterdrücken und ihr Eigeninteresse zu wahren“, sagte Hua.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
herbert 15.07.2018, 08:33
2. Nicht nur auf Trump zeigen

die EU ist voll mit satten Zöllen. Da wird jede Menge blockiert und abgeschirmt.
Dazu hat die EU einen Boss Juncker, der völlig falsch auf diesem Posten ist und nur Klamauk macht.

Trump sagt: Liebe EU schafft die Zölle ab !
Also EU macht das doch und alles ist ok.

Zudem werden viele Waren für Deutsche und Eu Bürger billiger.

So einfach kann Wirtschaft und Handel sein !

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Denken2018 15.07.2018, 08:38
3.

zum Kommentar:
"Aber Handelskriege folgen ihrer eigenen Mechanik. Nicht nur der US-Präsident, auch andere Akteure haben Interessen. Ihre Motive können sich wiederum im Laufe der Auseinandersetzung ändern."

Das Athen-Prinzip: Eine antike Schrift erklärt Trumps Verhalten besser als viele Analysen. Hier zum Nachlesen:

https://www.focus.de/finanzen/experten/handelskrieg-das-athen-prinzip-eine-antike-schrift-erklaert-trumps-verhalten-besser-als-viele-analysen_id_9244770.html

Hier ein kleiner Auszug:

Machtbewusst tritt US-Präsident Trump auf. Scheinbar ohne Rücksicht will er seine Positionen durchsetzen. Schon das antike Athen berauschte sich an seiner Macht. Der Melierdialog von Thukydides ist Erklärung von Trumps Verhalten und Warnung zugleich.

In der Tat ist die Verhandlungsstrategie der Amerikaner mit ihren Handelspartnern so, als wäre sie den Athenern abgeschaut (eine eingehende Thukydides-Lektüre des US-Präsidenten ist allerdings äußerst unwahrscheinlich). Man nimmt sich die Gegner (die meist bis dahin noch gar nicht wussten, dass sie Gegner sind) einzeln vor, denn einzeln sind sie alle schwächer als die großen USA (das mächtige Athen). Im nächsten Schritt verdeutlicht man ihnen, dass der Überlegene mit dem Unterlegenen im Grunde machen kann, was er will. Es wird das Vernichtungspotenzial gezeigt. Und der logische Schluss aus der asymmetrischen Machtverteilung lautet, dass die Annahme der gestellten Bedingungen (und sei es die Knechtschaft) immer noch besser ist als die alternative, d.h. die Auslöschung des Gegners. Denn der Verlust von Freiheit und Vermögen ist in der Logik des Stärkeren immer noch besser als der Tod. Und hat der Stärkere erst einmal diese Strategie gewählt, kann er nicht mehr von ihr lassen, denn eine Drohung, die sich als leer erweist, unterminiert die ganze Logik der Stärke. Er muss seine Drohungen wahr machen und den Krieg bis zum bitteren Ende durchziehen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Harald Schmitt 15.07.2018, 08:39
4. Toll geschrieben

aber wo ist der Gegenentwurf dazu? Trump in den Hintern kriechen und alles akzeptieren?
Zölle senken aber das stand schon in TTIP und das wollte Trump ja auch nicht also was soll man sonst tun, sich von dem Typen auf der NAse rumtanzen lassen damit er wieder gewählt wird wegen seinen grandiosen erfolgen?
Wenn das Schule macht haben wir bald nur noch solche Vollhonks und einer drückt dann auch mal auf den roten Knopf.
Der kennt weder Freund noch Feind, für ihn sind alles Rivalen die man unterwerfen muss. Man sollte Eignungstest für Politiker und Präsidentschaftskandidaten einführen!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
burlei 15.07.2018, 08:40
5. Dieses Szenario geht davon aus, ...

... dass auch weiterhin die Warenströme in gleicher Weise fließen. Was aber nun, wenn andere Handelspartner für Produkte gesucht werden? China macht es ja schon vor, indem es einen großen Teil seines Soja-Bedarfs in Brasilien deckt. Die USA werden feststellen, dass das Ausland nicht brav seine Produktion in die USA verlagern, sondern dass der Handel mit der Welt langsam versiegt. Auch die EU wird ihren ihren Bedarf an Gütern, die bisher aus den USA kamen, woanders decken. Die Einnahmen aus Zöllen steigen dann zwar nicht ganz so toll, aber der Warenstrom wird weiter fließen. Nur um die USA wird er einen Bogen schlagen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Teigkonaut 15.07.2018, 08:50
6. Bilanz nicht so eindeutig

Die Globalisierung hat sicher zu einem Preisdruck auf den Märkten geführt. Davon profitieren einerseits Verbraucher und Unternehmer, die günstiger einkaufen. Andererseits hat das auch zu einer Verlagerung von Arbeitsplätzen in Billiglohnländer und zu einem Druck auf die Löhne in den Industrieländern geführt. Schließlich sollte man in einer Bilanz auch berücksichtigen, dass der globale Wettbewerb multinationale Unternehmen stärkt, die die Vorteile für sich nutzen und damit die Sozialsysteme kannibalisieren.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
optophon 15.07.2018, 08:51
7. komische rechnung...

...die davon ausgeht, das der handel auf dem niveau bleibt, wie er heute ist und fröhlich so weiter geht. dies wird aber nicht der fall sein. zum schluß bricht die produktion ein und wir alle schauen betröppelt aus der wäsche. die eu sollte mal anfangen, firmen wie facebook, apple, google und co. vernünftig zu besteuern und alle nationalen fiskalischen geschenke (niederlande, luxemburg, irland et.) an großkonzerne unterbinden.

leider aber ist diese europäische union eine lame duck.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
thequickeningishappening 15.07.2018, 08:56
8. Das Ganze wird in Einem Crash enden

Mit oder Ohne Handelskrieg. Zwei Szenarien: 1. Eskalation zum heißen Krieg (Das war's dann) oder 2. Ein Wirtschaftscrash mit Reset. Die Rechnung über Mehreinnahmen Der EU durch Eigendynamik bei Tit for Tat Verschärfung des Konflikts war wohl sarkastisch gemeint ? Alle Parameter sind Ein Spiegelbild Der Situation in Den 30er Jahren Des letzten Jahrhunderts!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ayee 15.07.2018, 08:57
9. USA kann sich gerne aus der Globalisierung verabschieden

Wenn sich einzelne Nationalstaaten aus der Globalisierung verabschieden wollen, ihr Problem. China hat gar kein Interesse daran, die gleichen Maßnahmen aus dem Nichts auch für andere Staaten aufzurufen. Die USA kann sich also gerne zurückziehen und denken, dass man die gleichen Produkte auch im Inland produzieren kann... mal eben so... auf die Schnelle. Wenn dann klar wird, dass das doch alles ziemlich blöd für die amerikanischen Verbraucher ist, spätestens dann wird Trump zum Teufel gejagt... und die negativen Folgen werden noch weiter nach hängen. Also, bitte keine Panik angesichts Trump. Amerika hat global nicht mehr den Stellenwert, den sie vor 20 oder mehr Jahren mal hatten. Und Trump tut wirklich alles dafür, den Stellenwert weiter zu verringern... dauerhaft. Bei Trump sollte man einfach gucken, was er macht, dann entsprechend durch Taten reagieren und ihn ansonsten links liegen lassen. Reden mit ihm ist ja ohnehin sinnlos.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 7