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Glücksspiel: Ex-Mitarbeiter der Deutschen Bank zockte mit Kundengeldern
DPA

Er verlor Kundengelder beim Glücksspiel: Über dreieinhalb Jahre lang soll ein Bankberater insgesamt 8,4 Millionen Euro abgezweigt haben. Nun wird dem Mann der Prozess gemacht. Doch auch seinem damaligen Arbeitgeber, der Deutschen Bank, drohen unangenehme Fragen.

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Benjowi 12.08.2013, 19:48
1. Unterschiedliche Maßstäbe...

Zitat von sysop
Er verlor Kundengelder beim Glücksspiel: Über dreieinhalb Jahre lang soll ein Bankberater insgesamt 8,4 Millionen Euro abgezweigt haben. Nun wird dem Mann der Prozess gemacht. Doch auch seinem damaligen Arbeitgeber, der Deutschen Bank, drohen unangenehme Fragen.
Nicht, dass 8,4 Millionen Euro kein Geld wären, aber erstaunlich ist doch, dass der Mann deswegen vor Gericht kommt. Seine Kollegen in den Bankvorständen haben letztlich auf ähnliche Art und Weise ca. 70 Milliarden (!) Euro an Steuergeldern verzockt, ohne dass auch nur ein Hahn, geschweige denn ein Staatsanwalt danach krähen würde.

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Oscar Madison 12.08.2013, 20:44
2. wenn das ihr Geld gewesen wäre

würden sie nicht so ein Zeug schreiben. Und auch in diesem Fall ist die Deutsche Bank schuld. Na klar, was sonst. Verantwortung für sein eigenes Handeln zu übernehmen, scheint nicht mehr modern zu sein. Mal sind es dir schlechten Kinderstuben, mal Gewalt der Eltern, nun zur Abwechslung mal der Arbeitgeber.

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TS_Alien 12.08.2013, 20:46
3. .

Offensichtlich gibt es keine Kontrollmechanismen bei der Bank, denn die sollten zeitnah Alarm schlagen. Vielleicht sollte ich anfangen, meine Kontoauszüge genauer zu studieren. Bisher habe ich mir nur die Einzelposten angeschaut und darauf vertraut, dass die Bank zumindest korrekt addieren und subtrahieren kann. Kontrolle ist besser.

Spielsucht ist mittlerweile eine beliebte Strategie bei Angeklagten in Gelddelikten. Dem würde ich nicht so viel Glauben schenken. In einigen Fällen dürfte das Geld im Ausland auf einem Konto warten. Welcher Spielsüchtige spielt NKL? Da fehlt doch der bei Spielsüchtigen vorhandene "Reiz".

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mischpot 12.08.2013, 20:51
4. Das der Dieb der 4 Millionen stielt frei rumläuft

zeigt, dass in Deutschland alles möglich ist. Überfallen Sie eine Bank stehlen 4 Millionen, beteuern das Sie eine schwere Kindheit hatten, Drogen nahmen, schon in früher Kindheit unter Spielsucht litten, weil Ihr toter Vater trank und Sie schlug, danach nur das Ziel hatten Bankster zu werden, dort allerdings unschuldig weil es sich so anbat rückfällig wurden und zugriffen 4 Millionen verzockten (allerdings nicht nachweisbar) sich weil der Schwindel aufflog einen Job als Samariter suchten und heute als gesunder Mann den Betrogenen mitteilen dass es ihnen unendlich leid tut.
....Und morgen liebe Kinder ein anderes Märchen...

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hjcatlaw 12.08.2013, 21:03
5. Die Verteidigungsstrategie

des Herrn L. ist beachtlich - die boese, menschenverachtende Bank ist Schuld - eigene Verantwortung fuer das kriminelle Handeln? Offenbar Fehlanzeige. Unrechtsbewusstsein? Tendiert augenscheinlich gegen Null. Warum auch nicht? Der gute Mann war ja auch - shocking! - spielsuechtig. Wenn dem Herrn darueberhinaus sein Job so wenig zusagte ("massive Schuldgefuehle gegenueber den Kunden"), warum hat er diesen nicht aufgekuendigt? Ja, und ueberhaupt, die Sache mit den Kontrollmechanismen. Die haben eben total versagt - anderenfalls haette sich Herr L. natuerlich fraglos total rechtskonform verhalten! Fazit: Herr L. ist vollumfaenglich freizusprechen! Du meine Guete! Fuer wie dumm haelt die Verteidigung eigentlich das urteilende Gericht!?

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xcountzerox 12.08.2013, 21:07
6. kontrolle auch in den casinos

gestern abend unterhielten sich die croupiers einer hamburger spielbank über genau diesen fall. der man und seine spielsucht waren seit jahren dort bestens bekannt. die summen, die er über jahre einsätzte waren enorm. man hat ihn im vollen bewusstsein seiner krakheit immer weiterspielen lassen.

die vom betreibenden staat und den casinos behauptete kontrolle und angebliche massnahmen gegen spielsucht sind nichts als ein reines alibi.

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FreakmasterJ 12.08.2013, 21:08
7. Genaugenommen hat er ja nichts Schlimmes gemacht...

... ich meine, hätte er beim Glückspiel gewonnen, hätte er das Geld bestimmt auch zurückgezahlt. So gesehen muss er jetzt leider -da er grossen Mist gebaut hat, die Verantwortung übernehmen, mit seinem Privatvermögen haften und womöglich in den Knast.

Genaugenommen machen die Banken und Bankster tagtäglich an sich nichts Anderes, ausser... sie verzocken das Geld ihrer gutgläubigen Kunden an der Börse, verdienen zudem an den Provisionen und wälzen die Verantwortung über die Verluste auf die Kunden ab, statt mit ihrem Privatvermögen und mit ihrer beruflichen Karriere dafür zu haften, geschweige denn, dass sie strafrechtliche Konsequenzen zu befürchten hätten!!

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Afrojüdischer_Sozi-Sinti 12.08.2013, 21:12
8. nun

Zitat von Oscar Madison
würden sie nicht so ein Zeug schreiben. Und auch in diesem Fall ist die Deutsche Bank schuld. Na klar, was sonst. Verantwortung für sein eigenes Handeln zu übernehmen, scheint nicht mehr modern zu sein. Mal sind es dir schlechten Kinderstuben, mal Gewalt der Eltern, nun zur Abwechslung mal der Arbeitgeber.
Es ist vielmehr das Gegenteil der Fall. Eigenverantwortung ist was schönes. Aber sie ist wie alles in unserer Gesellschaft auch eine Frage des Geldes. Hat man viel Geld, so kann man sich leichter aus der Verantwortung ziehen, hat man wenig oder garnix wird man für alles Verantwortlich gemacht. Es dominiert die Vorstellung, das jemand mit viel Geld das auch sicher auf ehrliche Weise verdient hat, und jemand mit wenig einfach nur zu faul ist. Wer arm ist, gilt als Abschaum, wer reich ist gilt als "Leistungsträger". Und alles dazwischen glaubt tatsächlich mit letzteren in einem Boot zu sitzen, und erstere "durchzufüttern". Nunja, besonders in Deutschland hat der Selbstbetrug der Mittelschicht eine traurige Tradition. Bis es wieder knallt.

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singpat 12.08.2013, 21:13
9. Lesen hilft

Zitat von TS_Alien
Offensichtlich gibt es keine Kontrollmechanismen bei der Bank, denn die sollten zeitnah Alarm schlagen. Vielleicht sollte ich anfangen, meine Kontoauszüge genauer zu studieren. Bisher habe ich mir nur die Einzelposten angeschaut und darauf vertraut, dass die Bank zumindest korrekt addieren und subtrahieren kann. Kontrolle ist besser. .
Im Artikel steht: "Laut Staatsanwalt ließ er sich Bargeld von Kunden auszahlen und steckte vereinbarte Investitionen in die eigene Tasche." D.h. die Kunden haben ihm das Geld anvertraut und er hat es veruntreut. Aber sobald es um eine Bank geht, kann nur die Bank Schuld sein, gelle.

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