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"Glühende Landschaften": Landesagrarminister Habeck rechnet mit heftigen Einbußen dur
DPA

Schleswig-Holsteins Landwirtschaftsminister Habeck befürchtet massive Ernteausfälle durch die Hitzewelle. Der Grünen-Chef spricht von einem Seuchenjahr - und schlägt eine radikale Lösung vor.

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hassowa 23.07.2018, 08:16
1. Interessante Headline

Ich wusste gar nicht, dass Grün*innen auch rechnen können...

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hans_von_hier 23.07.2018, 08:23
2. Wieder im Regulierungswahn?

Das reguliert sich doch selbst. Weniger Ertrag wird durch steigende Nachfrage und demnach höheren Preisen ausgeglichen.
Wenn der Futterzukauf im Vergleich zum Viehertrag zu teuer wird, wird die Anzahl des Vieh welches man durch Zukauf füttert reduziert.
Wozu braucht man da den Habeck, außer um die Lebensmittelpreise künstlich in die Höhe zu treiben?

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herbert_humboldt 23.07.2018, 08:33
3. Der Mann hat Potential

Endlich wieder Leute, die Ideen haben. Die größten Feinde und Skeptiker einer nachhaltigen Erneuerung im Agrarsektor werden allerdings die Landwirte selbst sein, da sie seit Jahrzehnten von der Agrarlobby als Bauernopfer und Abnehmer von Betriebsmitteln instrumentalisiert wurden und bei jeder Veränderung Verrat am Bauernstand wittern. Da ist noch viel Aufklärung nötig. Wenn die Landwirte jedoch ihre eigentliche Macht in einen konstruktiven Prozess hin zu mehr Nachhaltigkeit und Resilienz mit einbringen, sehen der DBV, der Industrieverband Agrar usw ziemlich schnell alt aus, da sie den Landwirten eigentlich nichts zu bieten haben.

Von daher freue ich mich als Landwirt sehr über Politiker/innen, die den Ernst der Lage begriffen haben und ein echtes Interesse an den vielfältigen Chancen der deutschen Landwirtschaft haben.

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thomasb1312 23.07.2018, 08:36
4. Die Verbotspartei mal wieder

Soso, die Trockenheit in manchen Gegenden liegt also an der Massentierhaltung.- Schuld sind also wir, weil wir zu viele Steaks essen. Selten so gelacht. Hier werden mal wieder Wetterkapriolen ideologisch ausgenutzt weil es gerade in den Kram passt. Veggie-Day durch die Hintertür.

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tipsylaird 23.07.2018, 08:36
5. Subsistenzwirtschaft

Habecks Vorschlag ist nicht nur radikal, er ist sogar radikal bescheuert. Unser gesamter Wohlstand basiert auf dem Prinzip von Arbeitsteilung und Spezialisierung. Bauern nur so viel Vieh zu gestatten, wie sie vom eigenen Land ernähren können, läuft im Endeffekt darauf hinaus, dass wir nur noch Pullover tragen dürfen, die wir mit von eigenen Schafen selbst geschorenen Wolle handgewebt und mit natürlichen Farben aus Eigenproduktion gefärbt haben. Es ist sicher richtig, Maßnahmen zu fördern, die die Planzenproduktion gegenüber der Tierhaltung lukrativer machen, aber die Spezialisierung in Frage zu stellen kann niemals eine intelligente Lösung sein.

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Goldwin 23.07.2018, 08:37
6.

Sehr geehrter Herr Habeck,

zu Ihren Vorschläge ein paar Anregungen von mir:

- Wir haben genügend Flächen um alle unsere Tiere zu ernähren. Zumindest war das so, bevor (getrieben von den Grünen) das EEG mit einer massiven Förderung für nachwachsende Rohstoffe in Biogasanlagen kam. Mittlerweile gehen gerade in Schleswig Holstein nicht unerhebliche Mengen des feldaufwuchses zur Stromerzeugung in Biogasanlagen. An und für sich muss das nichts schlimmes sein, aber bitte dann nicht hier mit so eine Doppelmoral kommen.

- Ein guter Freund von mir bewirtschaftet in Rheinland-Pfalz einen (konventionellen) Betrieb. Er berichtet mir immer, dass er nahezu sein komplettes Stroh an Biobetriebe verkauft. Diese haben aufgrund der schlechten Getreideerträge nicht genügend Stroh für ihre Tiere...

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skr72 23.07.2018, 08:39
7. Ausggerechnet die Bauern jammern über den Klimawandel

an dieser Stelle sollte doch erwähnt werden, dass die Landwirtschaft, ebenso wie der Verkehr, zu der wahnsinnigen CO2 Emission in D einen enormen Anteil trägt. Anders als in der Stromwirtschaft wurde in der Landwirtschaft, ebenso wie im Verkehr, Null-Komma-Null unternommen um diese einzudämmen.

Da wagen diese Herren also auch noch über die Klimawandel zu jammern? Ja geht's noch? Das wäre das gleiche, wenn sich der VW Chef über zu hohe Autoabgase beschweren würde. Übrigens: Ich wähle die Grünen, weil diese den Mut haben die wirklichen Probleme in diesem Land nicht nur anzusprechen und diese auch zu lösen, und nicht wie andere Parteien nur ständig Sündenböcke benennen, um von der eigenen Schuld abzulenken. Das neue Führungsduo finde ich sehr sympathisch und auch in der Lage Grüne Themen zu plazieren.

Die Grünen sind die Einzigen, die sich um unsere Zukunft kümmern. Wie man als junger Mensch überhaupt daran denken kann eine andere Partei zu wählen ist mir rätselhaft. Ich möchte an dieser Stelle an die schreckliche Putin-Partei erinnern, welche ja den Klimawandel als Erfindung der Chinesen ansieht. Das sind wahre Helden-gibt es ein Problem, dann verstecken sie sich und glauben lieber an den Osterhasen. Schrecklich, nur noch schrecklich.

Liebe Bauern: Ihr müsst euch ändern....

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soisses1 23.07.2018, 08:39
8. Der

Verdacht, dass ein Jahr wie dieses wohl sehr gelegen kommt, um die Vorstellungen einer grüneren Landwirtschaft umzusetzen, drängt sich auf. Allerdings fällt deswegen kein Tropfen Wasser mehr vom Himmel. Die Probleme der Landwirtschaft sind bei solchen klimatischen Verhältnissen deutlich komplexer und vielfältiger, als nur die Gülle auf den Feldern und das Nitrat im Boden. Sehr wahrscheinlich sind das sogar die kleineren Themen. Also, wie schaut es damit aus: Ernteausfälle, Borkenkäfer, Veränderungen in der Kulturlandschaft, Vegetation, die länger als nur ein Jahr stehen soll, Wasser- und Grundwasservorkommen, was ist sinnvoll, künftig noch anzubauen, Erosionsschutz etc? Das wäre mir ehrlich gesagt, die Gülle erst einmal noch ziemlich gleichgültig.

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doc_x 23.07.2018, 08:39
9. Klassische Viehhaltung hat keine Zukunft!

"Die Agrarsubventionen würde Habeck dabei nicht erhöhen, sondern bei etwa 350 Milliarden Euro EU-weit pro Förderperiode bleiben."
... haben sich die Autoren dabei um eine Kommastelle geirrt? 35 Mrd. dürften eher hinkommen (D hat letztes Jahr 6,5 Mrd. € bekommen und stellt etwa 1/6 der EU-Bürger).

Ansonsten:
Die Zukunft liegt in Kunstfleisch, entweder aus pflanzlichen Rohstoffen gewonnen, alternativ aus (Muskel-)Stammzellen in Bioreaktoren herangezüchtet. Aus Gründen des Klimaschutzes, des Flächenverbrauchs sowie des Tierwohls sind solche neuen Wege zumindest global betrachtet zwingend. Die "Wirtschaftswoche" hatte hier unlängst eine ganz ausgezeichnete Dokumentation im Netz.
Es wurden und werden beim Kunstfleisch sehr rasch gewaltige Fortschritte erzielt, qualitativ wie preislich. Es sind bereits diverse Start-Ups, teilweise mit hohen Millionenbeträgen finanziert, unterwegs.

Doch dieser künftige Multimilliarden-Markt wird hierzulande mal wieder verschlafen. Man kann sich ja so schön auf den Subventionen ausruhen ...

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