Forum: Wirtschaft
GM-Chef Wagoner: Tricky Rick wurtschelt sich durch

GM braucht nur ein paar Steuer-Milliarden, dann wird alles wieder gut - mit dieser frohen Botschaft geht Rick Wagoner hausieren. Doch sein ewiger Optimismus ist zunehmend grotesk. Politiker und Investoren sollten dem Konzernchef kein Wort mehr glauben.

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volkmargrombein 18.02.2009, 18:18
1. GM-Chef Wagoner: Tricky Rick wurtschelt sich durch

Zitat von sysop
GM braucht nur ein paar Steuer-Milliarden, dann wird alles wieder gut - mit dieser frohen Botschaft geht Rick Wagoner hausieren. Doch sein ewiger Optimismus ist zunehmend grotesk. Politiker und Investoren sollten dem Konzernchef kein Wort mehr glauben.
Die einen mögen es "ewigen Optimismus" nennen, andere haben eher den Eindruck, dass Wagoner krank ist. Ein Top-Manager, für den er sich hält - und wahrscheinlich nur er - muss krankhaft an Realitätsverlust leiden. Das bedeutet aber, dass seine Vorstandskollegen und der Aufsichtsrat eben so unfähig sind. Leider gibt es von diesen Figuren viele, viel zu viele, wie wir fast im Stundentakt beobachten müssen.

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bipolar84 18.02.2009, 18:45
2. Rationalisierung

Das Konzept von GM sieht vor rund 40 bis 50.000 Stellen abzubauen. Finde ich gut, dabei sollte man dort anfangen, wo das Problem begraben liegt. Ein Autokonzern sollte nicht die Leute feuern, die die Autos bauen und damit die nicht zu vernachlässigende Einnahmequelle des Konzerns bilden (für die BWL'er unter uns, die jetzt nicht mitkommen: Autos), sondern die Verantwortlichen des jahrelangen Missmanagements. Allen voran den seit einem halben Jahrhundert an der Spitze sitzenden Harvard-Business-School-Absolventen Rick Wagoner. Wenn man da nur lernt in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage Leute zu feuern, bedarf es meiner Meinung nach keinen MBA.

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Realo 18.02.2009, 18:46
3. ???

Was soll man zu dem Artikel sagen ?

Ich kenne den man viel zu wenig, also kann ich mir
kein Urteil erlauben.

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inci 18.02.2009, 18:46
4. Bitte geben Sie einen Titel für den Beitrag an!

Zitat von volkmargrombein
Die einen mögen es "ewigen Optimismus" nennen, andere haben eher den Eindruck, dass Wagoner krank ist. Ein Top-Manager, für den er sich hält - und wahrscheinlich nur er - muss krankhaft an Realitätsverlust leiden. Das bedeutet aber, dass seine Vorstandskollegen und der Aufsichtsrat eben so unfähig sind. Leider gibt es von diesen Figuren viele, viel zu viele, wie wir fast im Stundentakt beobachten müssen.
ich würde es auch nicht als "krank", sondern eher als ausgekocht bezeichnen. hier steht im vordergrund weder GM, noch eine interessante und innovative produktlinie, sondern einzig und allein das persönliche portfolio von herrn wagoner.

daß nicht nur GM zigtausende autos auf halde stehen hat, konnte in zeiten des großen weltweiten schneeballsystem vernachlässigt werden. den umsatz hat man mit den autobanken gemacht, und solange es genug swaps, swops und drops zum verschieben gab, war die reale produktion vollkommen uninteressant. ich gehe davon aus, daß auf GM das gleiche wie auf siemens zutriftt, der man nachsagt, sie sei eine investmentbank mit angeschlossener werkhalle.

und es war auch kein "fehlendes" oder "mangelndes" umweltbewußtsein, daß innovativere motoren und autos verhindert hat. ich halte jede wette, daß bei GM unter dem strich mehr analysten als entwickler angestellt waren.

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audax 18.02.2009, 19:07
5. Ausgekocht und eingegerbt!

Zitat von inci
ich würde es auch nicht als "krank", sondern eher als ausgekocht bezeichnen. und es war auch kein "fehlendes" oder "mangelndes" umweltbewußtsein, daß innovativere motoren und autos verhindert hat. ich halte jede wette, daß bei GM unter dem strich mehr analysten als entwickler angestellt waren.
Diese Wette gewinnen Sie bestimmt!
Ich sah Herrn Wagoner persönlich auf der "Automesse" in São Paulo in den siebziger Jahren, er war damals Boss bei GM do Brasil, als er strahlend stolz das "neueste" "OPALA" Modell vorstellte! (Opel Rekord Modell 1968) !!!!!!
Opala bedeutet auf brasilianisch "Opal" (wie der Edelstein). Hehehe! Was haben wir alle gelacht! Und der doofe Brasilianer fuhr geschlagene 18 Jahre lang mit alten Opelmodellen durch die Strassen.
Und wie wird aus einem angeblich hochintelligenten Harvard-Absolventen ein ausgekochter Manager? Setxen Sie sich doch mal in einen Firmenjet...da wollen Sie auch nie mehr Holzklasse fliegen! Darum gehts nämlich!

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Michael Giertz 18.02.2009, 19:08
6. Zu teuer, zu aufgeblähter Markt, falsche Ansätze

Zitat von sysop
GM braucht nur ein paar Steuer-Milliarden, dann wird alles wieder gut - mit dieser frohen Botschaft geht Rick Wagoner hausieren. Doch sein ewiger Optimismus ist zunehmend grotesk. Politiker und Investoren sollten dem Konzernchef kein Wort mehr glauben.

Ich nenn' es "Verblendung". Der Mann glaubt vermutlich wirklich, was er da von sich gibt. Dass aber GM (wie eigentlich nahezu alle Autokonzerne auf dieser Welt) einfach viel zu lange auf künstlich aufgeblähten Märkten existiert haben und auch noch Strukturprobleme aufweisen, wird halt ignoriert.

Sind wir doch ehrlich: wie viele von denen, mit höherem Einkommen, hätten 2, 3 oder mehr PKW in der Garage stehen, gäbe es Leasing und Nullfinanzierung nicht? Überhaupt erschließt es sich mir nicht ganz, warum eine Familie, in der nur eine Person erwerbstätig ist, zwei oder mehr PKW benötigt. Sollte da nicht einer ausreichend sein?

Lange Rede, kurzer Sinn: Wenn der Mr. Wagoner glaubt, man könne mal eben ein paar Milliarden vom Staat "pumpen", und alles wird wieder gut, glaubt er den selbstgefälschten Statistiken oder weiß es einfach nicht besser. Was jetzt passiert, ist ein GESUNDSCHRUMPFEN des Marktes, d.h. die längst überfällige Bereinigung findet statt. Jetzt werden KFZ eben länger gefahren und lieber repariert, statt durch Neuwagen ersetzt.

Mein Vorschlag hier: lassen wir ein paar Marken sterben. Am liebsten jene, die das Maß für die Dinge verloren haben, und 30.000 Euro für einen Familienwagen (ohne Extras!) verlangen, statt wie diverse Konkurrenten aus dem Osten. Dass man auch einen passablen Familienwagen für weniger als 12.000 Euro produzieren und anbieten kann, ist bereits bewiesen worden.

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Michael KaiRo 18.02.2009, 19:32
7. Wie list der Umkehrschluss?

Zitat von sysop
GM braucht nur ein paar Steuer-Milliarden, dann wird alles wieder gut - mit dieser frohen Botschaft geht Rick Wagoner hausieren. Doch sein ewiger Optimismus ist zunehmend grotesk. Politiker und Investoren sollten dem Konzernchef kein Wort mehr glauben.
Toller Beitrag :-( Wie lautet denn der Umkehrschluss? Tricky Ricky rauswerfen und alles wird wieder gut?

Der Autor sollte sich einmal ernshaft mit GM auseinandersetzen. Vielleicht kommt dann mal etwas besseres raus.

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audax 18.02.2009, 19:46
8. Manager-Synergien

Zitat von inci
und es war auch kein "fehlendes" oder "mangelndes" umweltbewußtsein, daß innovativere motoren und autos verhindert hat. ich halte jede wette, daß bei GM unter dem strich mehr analysten als entwickler angestellt waren.
Nur um die lieben Mitforisten etwas zu unterrichten...Das ach so oft gebrauchte melodiöse Wort “Synergie” beherbergt unter anderem auch ein “Doofekonsumentenpotenzial” das diese tollen Manager immer gerne ausnutzen. Synergie ist wenn Du dämlicher Endabnehmer ein “neues” Modell kaufst und dafür die Plattform eines alten Karren aus X-Stadt, das Fahrwerk eines alten Karrens aus Y-Stadt, und den Motor eines alten Karrens aus Z-Stadt unter einer neuen Blechverkleidung kaufst! Das ist dann “Synergie”,. Und du, ahnungsloser Käufer von “Sportsutilityoffroadsexytrackvehicles” fährst dann stolz mit dem Monstrum bis zum Supermarkt!. Das wollen solche “Supermanager” nämlich, dann gehts den Aktionären und Investmend-Fonds gut, den Firmenjets auch......und Dir auch....schliesslich haste was und biste was(auf dem Supermarktparkplatz), oder ?

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Wiedereinaussteiger 18.02.2009, 19:57
9. ...nur noch Arroganzija..

Zitat von Michael KaiRo
Toller Beitrag :-( Wie lautet denn der Umkehrschluss? Tricky Ricky rauswerfen und alles wird wieder gut?
DAS ist genau das wahre Elend: Was und wer kommt nach..?.. WER verträte andere, wirksame Konzepte !?!

WIE DENN sollte sich die Automobilindustrie reformieren, wie sollten sich Banken rekonstituieren, wie sollte die Politik endlich wieder Politik machen (=Gestaltung der Spielregeln zum Wohl des gesamten Volkes..), wenn es allüberall nur noch diese vollsreisten, selbstsüchtigen, machtversessenen Windbeutel gibt, denen das persönliche Wohlergehen - gedeckt von etwas wohlfeilem und möglichst unangreifbarem Blubb-Blubb, genannt "Bullshit bingo" - weit wichtiger ist als das ernsthafte, strukturelle Arbeiten in ihren Verantwortungsbereichen?

Fähige LEute in der Autoindustrie sind anscheinend extrem selten - das Päärchen Härter und Wiedeking bei Porsche, und der erfreulich unaufgeregt agierende, zupackende Zetsche beim Daimler.

BWL ist eine prototypische "Wissenschaft" für Schlaubergereien - andere in die Verantwortung bringen, und selbst CYA spielen - cover your ass.

Rick Wagoner ist da nur eines von mittlerweile Myriaden von Beispielen unfähiger, aber allzu offenbar unvertreibbarer "Manager". Denn die, die die Macht hätten, solchen Typen den Arxxxtritt zu verpassen, sind selbst von dem "ol' boyz network" und hätten extreme Schwierigkeiten, zu bekennen: "OK, da haben wir die falschen Kerle allzu lange unterstützt.." Das wäre Eingeständnis von Fehlern, und das ist das Letzte, was von Selbstsüchtigen zu erwarten wäre.

Gleiches beim Mehdorn - loswerden würden ihn schon viele wollen - aber wer kommt dann nach? Ein Pullover-empfehlender Finanzsenator Sarrazin aus Berlin? ...der bahnfahrenden Sozialhilfeempfängern wohl noch beim Bahnfahren eingesparte Heizkosten gegenrechnen und abnehmen wollte?

..oder dieses besoffen mit Todesfolge autogefahrene Teiggesicht von Wiesheu?

..weiß keiner.

Die heutige Rest-Autoindustrie ist völlig vor der Wand. Unreformierbar und auch zudem unwillig zu Reformen. Es solle alles nochmal eine Runde weitergehen.. Und je mehjr Geld der Steuerzahler ihnen hinterherwarf, umso leichter ist es, auf diegleiche linke Tour immer und immer noch wieder einen Nachschlag zu verlangen: indem man die Politik mit dem Verlust von Arbeitsplätzen erpresst. Um das zu meiden, werden allzu schnell Überlegungen wach, wie man Arbetsplätze=Wählerstimmen sich erhält.. Die Masse = der Stuerzahler soll es dann richten.

Da befinden Unbetroffene (=Politiker) über Unwillige (Manager) - die versammelte Arroganzija. Sie werden entscheiden zu lasten der nicht am Tisch Sitzenden (Steuerzahler).

Das ist in den USA so, in Deutschland, und auch wohl in der Schweiz. Schande über all das verantwortungslose Pack.

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