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"Goldener Windbeutel": Wer wirbt mit den dreistesten Slogans?
foodwatch

Zu süß, zu fett, zu viele Zusatzstoffe: Die Verbraucherorganisation Foodwatch nominiert fünf Produkte für den "Goldenen Windbeutel", den Schmähpreis für die dreisteste Werbeaussage des Jahres. Die Kandidaten.

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Tharsonius 06.11.2018, 11:17
1. Gute Kampagne

auch wenn ich selber in der Lage bin mir die Zutaten von produkten anzuschauen (was heutzutage jeder können sollte) und darauf basierend meine Kaufentscheidung zu treffen, sind solche kampagnen wichtig um den Herstellern etwas reputativ Paroli zu bieten. Weiter so. ;)

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dasfred 06.11.2018, 11:56
2. Langsam übertreiben sie es

Wenn im Erbseneintopf die Zusatzstoffe im Speck und Kasseler stecken, dann unterscheidet er sich kaum vom selbst gekochten Eintopf. Da kommen schließlich auch Kasseler und geräuchertes Fleisch als Geschmacksträger hinein. Und Ketchup für Kids ist ein Marketing Gag. Die verzehren doch sowieso den meisten Ketchup. Riegel, die nicht aus Fett und Zucker bestehen, ist doch kein Mensch freiwillig. Wer trotz Schule, Internet und Fernsehen immer noch glaubt, Fertigfraß ist so gesund, wie frisches Gemüse, der will auch nichts ändern.

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Strafjurist 06.11.2018, 11:57
3. Klarer Favorit

Auch wenn die anderen Produkte in unterschiedlichem Umfang ärgerlich sind: Das "Smartwater" schießt hier eindeutig den Vogel ab. Wasser erst zu destillieren um es dann künstlich zu mineralisieren ist angesichts der hierzulande erhältlichen Trinkwasserqualität aus dem Wasserhahn ohnehin eine vollkommen sinnlose Ressourcenverschwendung, und die irrwitzigen Kosten dafür auch noch dem Endverbraucher aufdrücken zu wollen, ist schlicht unverschämt. Erstmals begegnet bin ich so beworbenen Wässern letztes Jahr in London, und auch da habe ich mich schon darüber aufgeregt, was für einen Werbequatsch Hersteller betreiben, um das von ihnen verwendete kohlensäureversetzte Leitungswasser so aufzumotzen, dass Tafelwasser als Premiumprodukt vermarktet wird - hierzulande soll der Namensbestandteil "Glaceau" wohl an Eis-, also Gletscherwasser, erinnern und damit dem Verbraucher eine besondere Herkunft des Wasser suggerieren, die gar nicht existiert. Dann doch lieber ein echtes Mineralwasser - oder eben einen Leitungswasserprudler, um sich die Schlepperei zu sparen. Damit schafft man mit dem Preis von fünf Litern des Sinnlosprodukts von Coca Cola über 60 l gesprudeltes Trinkwasser...

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sponskinny 06.11.2018, 12:01
4. Goldener Windbeutel aber Smart-Innovationspreis

geht an das Wasser. Gibt es dafür eine CO2-Bilanz?
Wie genial ist das denn, olles Leitungswasser nehmen, destillieren, dann wieder 3 Mineralien hinzufügen, dass es trinkbar ist und halbwegs schmeckt, und dass sich noch teuer bezahlen lassen. RESPEKT!!!! Die Idee ist ja noch besser als das bisherige Wasser der Cola Company (kam das nicht bei Frankfurt aus dem Wasserhahn?).
Nur noch zu toppen, indem man einzelne Flaschen in Folienschlauch mit Griff einschweißt, als Outdoor-Wasser für unterwegs...

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zieglerm 06.11.2018, 12:38
5. Etwas enttäuschend

Das Wasser und der Müsliriegel sind sicher ärgerlich, aber früher gab es drastischere Preisträger. Gibt es die nicht mehr ? Dann wäre die Kampagne ja tatsächlich ein Erfolg. Schlimmer finde ich Fruchtjoghurt ohne Frucht, angeblich gesunde Süßigkeiten wie Vitamin-Bonbons oder Milchschnitte, Bio Produkte mit umweltzerstörend gewonnenem Palmöl, ...

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metastabil 06.11.2018, 12:58
6.

Zitat von sponskinny
geht an das Wasser. Gibt es dafür eine CO2-Bilanz? Wie genial ist das denn, olles Leitungswasser nehmen, destillieren, dann wieder 3 Mineralien hinzufügen, dass es trinkbar ist und halbwegs schmeckt, und dass sich noch teuer bezahlen lassen. RESPEKT!!!! Die Idee ist ja noch besser als das bisherige Wasser der Cola Company (kam das nicht bei Frankfurt aus dem Wasserhahn?). Nur noch zu toppen, indem man einzelne Flaschen in Folienschlauch mit Griff einschweißt, als Outdoor-Wasser für unterwegs...
Nicht nur in Frankfurt - das für Bonaqa verwendete Wasser wurde generell von den jeweiligen Stadtwerken bezogen, gefiltert, mit Mineralien angereichert und mit Kohlensäure versetzt. Natürlich nur im Interesse des Kunden, der nach Ansicht der Coca-Cola Company ja einen global gleichbleibenden Geschmack wünscht.
Die Coca-Cola Company geht auch in anderen Ländern so vor: die 2004 im Vereinigten Königreich eingeführte Alternativmarke "Dasani" basierte auf Leitungswasser, welches dem Londoner Trinkwassernetz entnommen und durch die Coca-Cola Company aufbereitet wurde. "Dasani" havarierte übrigens wenige Monate später wieder: der Aufbereitungsprozess führte zu einer unzulässig hohen Bromatkonzentration in "Dasani".

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dudeldumm 06.11.2018, 13:08
7. Warum macht SPON kostenlose PR für Foodwatch?

Ich finde es ja eigentlich gut, dass Foodwatch Verbrauchertäuschung aufzeigen will. Was ich nur wirklich befremdlich finde, ist, wie regelmäßig das Wirtschaftsressort daraus immer Meldungen mit Klick-Fotostrecken strickt. Foodwatch ist eine NGO mit eindeutiger Agenda, also eine Lobbyvereinigung. Würde SPON dasselbe auch für die Gegenseite machen? Glaube ich nicht.
Hat SPON auch alle Vorwürfe überprüft? Warum hat Foodwatch ausgerechnet diese Produkte ausgewählt und nicht andere?
Immerhin scheint SPON die kritisierten Firmen mit den Vorwürfen konfrontiert zu haben. Ich hoffe es jedenfalls, dass es SPON selbst war und nicht Foodwatch.

Trotz allem bleibt der Eindruck, dass SPON sich hier vor den Karren von Foodwatch spannen lässt. Es wirkt sehr anprangernd, sehr einseitig. Ich würde mir eine ausgewogenere Darstellung und Aufbereitung dieses Themas wünschen.

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hektor2 06.11.2018, 14:04
8. dudeldumm heute, 13:08 Uhr

Bei diesem Beitrag ist aber auch der Name des Verfassers Programm.

An dem Artikel ist m. E. nach nichts propagandistisch, sondern zeigt exemplarisch, wie wichtig es ist, nicht auf diese dümmliche Werbung zu hören.

Weiter so foodwatch!

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simie 06.11.2018, 14:08
9.

Zitat von dudeldumm
Ich finde es ja eigentlich gut, dass Foodwatch Verbrauchertäuschung aufzeigen will. Was ich nur wirklich befremdlich finde, ist, wie regelmäßig das Wirtschaftsressort daraus immer Meldungen mit Klick-Fotostrecken strickt. Foodwatch ist eine NGO mit eindeutiger Agenda, also eine Lobbyvereinigung. Würde SPON dasselbe auch für die Gegenseite machen? Glaube ich nicht. Hat SPON auch alle Vorwürfe überprüft? Warum hat Foodwatch ausgerechnet diese Produkte ausgewählt und nicht andere? Immerhin scheint SPON die kritisierten Firmen mit den Vorwürfen konfrontiert zu haben. Ich hoffe es jedenfalls, dass es SPON selbst war und nicht Foodwatch. Trotz allem bleibt der Eindruck, dass SPON sich hier vor den Karren von Foodwatch spannen lässt. Es wirkt sehr anprangernd, sehr einseitig. Ich würde mir eine ausgewogenere Darstellung und Aufbereitung dieses Themas wünschen.
Die Redaktion von Spiegel hat wohl einfach entschieden, dass es sich lohnt, über diesen Preis zu berichten. Da im Text auch erwähnt wird, dass es sich um eine Aktion für Foodwatch handelt, gibt es auch keine handwerkliche Kritik an diesem Artikel. Im Gegenteil. Wenn man sich die Berichterstattung über so manche Sportawards anschaut, informiert dieser Artikel geradezu beispielhaft über den Hintergrund. Es wäre natürlich wünschenswert, wenn die Medien auch abseits dieses Preises von Foodwatch über die zweifelhafte Kennzeichnung und Irreführung bei Lebensmitteln berichten würde.
Und zur Ausgewogenheit: Wie soll so ein Artikel ausgewogen sein? Manche Sachen gar man nun einmal nicht verteidigen. Oder finden sie nur ein positives Argument für das Coca Cola Wasser?

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