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Greenpeace-Studie: Deutsche Städte investieren nur wenig in sichere Radwege
DPA

Radfahrer riskieren in deutschen Städten oft Kopf und Kragen. Schuld daran sind laut einer Greenpeace-Studie zu niedrige Investitionen in sichere Infrastruktur. Eine süddeutsche Metropole ist besonders geizig.

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taste-of-ink 28.08.2018, 08:16
1.

Wer einmal in den Niederlanden Rad gefahren ist, weiß wo in Deutschland das Problem liegt. Während bei unseren Nachbarn Fahrradfahrer meist abseits des Autoverkehrs auf gut gepflegten Wegen oder wenigstens auf breiten, optisch deutlich von der Fahrbahn abgehobenen Fahrradstreifen fahren dürfen, an jedem Kreisverkehr Vorrang haben und Umleitungen für Fahrradwege schneller eingerichtet sind, als die für Autofahrer, muss muss man in Deutschland mit einem Flickenteppich an Radwegen auskommen, oftmals mit dem motorisierten Verkehr auf einer höchstens durch eine schmale weiße Linie unterteilten Fahrbahn konkurrieren, sich vor kopflos die Tür aufreißenden, mit einem spaltbreit Sicherheitsabstand überholenden Autofahrern und abbiegenden LKW-Fahrern in Sicherheit bringen. Zum Abbiegen muss dann auch noch teilweise mehrere Autospuren kreuzen, um sich in die "Radfahrerbox" vor der Ampel einordnen zu dürfen. Wenn es grün wird, muss man hoffen, dass man durch die Schießscharten moderner Stadtpanzer noch rechtzeitig erkannt wird. Nein, in Deutschland muss man sich wirklich nicht wundern, dass man eine Feinstaub- und Stickoxidproblem in Innenstädten hat.

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toledo 28.08.2018, 08:26
2. Wenn es.nur um Geld geht..

wie wäre es, Radfahrer an den Kosten zu beteiligen?

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mhuz 28.08.2018, 08:26
3.

Warum kümmert sich eigentlich niemand um eine Fußgänger Gerechte Stadt.

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rumpelstilzchen1980 28.08.2018, 08:27
4.

Alles in Ordnung in Deutschland, es wurden in Chemnitz keine Autos angezündet und das Autoministerium erklärt sich sowieso nicht für zuständig.

Die Greenpeacestudie wird vom BMVI vermutlich erst nach Rücksprache mit der Autolobby kommentiert, das Urteil steht aber schon fest: "Fakenews".

Da seit Jahren nur auf die Todesopfer geguckt wird, die Medien immer brav die Zahl der Verletzten ignoriert, die nämlich nicht ernsthaft sinkt, weil die Erstversorgung funktioniert und die Opfer erst brav später versterben, gibt es solche Jubelstatistiken, was die Toten angeht.

In der Zwischenzeit geben Städte wie Essen bekannt "an der grünen Welle" zu arbeiten, die zwar nachweislich nicht funktioniert, aber schöne Symbolpolitik ist.

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ali3imbali 28.08.2018, 08:32
5. Ein schlechter Witz

Ich nutze vorwiegend das Rad, um zur Arbeit zu kommen. Alleine durch die Gewerbesteuer, die ich mit dieser Arbeit verdiene, bekommt die Stadt mehrere tausend Euro. Und die wendet davon ganze 2.90 für mich auf, damit ich schnell und sicher den Arbeitsplatz erreichen kann?
Vermutlich ein weitaus vielfaches, um mir mit möglichst vielen Autos die Fahrt zu behindern...klingt alles irgendwie nach einem schlechten Handel für mich.

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saschad 28.08.2018, 08:35
6.

Ich bin für jeden EUR dankbar, den die Stadt München nicht für Radwege ausgibt. Nun müsste sie nur noch die Benutzungspflichten bei den bestehenden Radwegen intensiv und schnell prüfen und dann die ca. 30% unrechtmäßig angeordneten aufheben, dann wäre schon viel gewonnen.

Es ist jetzt auch nicht besonders verwunderlich, dass bei stetig erhöhter passiver Sicherheit in PKW und gleichzeitig stetig steigendem Radverkehrsanteil die Anzahl der tödlichen Fahrradunfälle weniger stark sinkt als die der tödlichen PKW-Unfälle. Aber noch vor 20 Jahren starben ja ca. doppelt soviele Radfahrer pro Jahr. Da stehen wir doch gar nicht so schlecht da. Und auch bei der Zahl der Todesfälle pro Mio. Fahrradkilometer liegen wir m.W. noch besser als die so hoch gelobten Niederlande.

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saschad 28.08.2018, 08:35
7.

Zitat von toledo
wie wäre es, Radfahrer an den Kosten zu beteiligen?
Ah, Radfahrer zahlen keine Steuern? Gut zu wissen...

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Patrik74 28.08.2018, 08:36
8. Das ist doch mal ein Argument

das selbst 'wirtschaftsnahe' konservative überzeugen dürfte:

Mehr Radfahrer=weniger Feinstaub und Stickoxide=die heiß geliebten Autokonzerne müssen nicht einmal ihre Schummelsoftware korrigieren und sparen Geld!

Und diese Verlagerung von privaten Kosten auf die Öffentlichkeit kann man auch noch als bürgernah und umweltbewusst verkaufen. Also, baut mehr Radwege, das sind doch Peanuts. Ihr müsst das Budget lediglich von 0,5% auf 1% erhöhen - das wird doch wohl noch irgendwo drin sein...

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tinnytim 28.08.2018, 08:39
9.

Zitat von mhuz
Warum kümmert sich eigentlich niemand um eine Fußgänger Gerechte Stadt.
Weil man zu Fuß ohne ÖPNV nicht zur Arbeit kommt.
Der Geschwindigkeitsvorteil von Auto zu Fahrrad liegt in der Stadt bei höchstens Faktor 2. Von Fahrrad zu Fußgänger aber schon mindestens bei Faktor 5

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