Forum: Wirtschaft
Griechenland-Hilfe: Varoufakis verteidigt schwammige Formulierungen in Reformliste
DPA

Vor der Entscheidung über die Griechenland-Hilfen sorgt Athen mit Vorstößen für einen Schuldenschnitt erneut für Irritationen. Die Empörung darüber versteht Finanzminister Varoufakis nicht: Allen sei klar, dass die harten Auflagen nicht zu erfüllen seien.

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jjcamera 27.02.2015, 11:42
90. Jedenfalls...

...muss man nicht Volkswirtschaft studiert haben, um festzustellen, dass sich Korruption, Steuerunehrlichkeit und Vetternwirtschaft nicht von heute auf morgen abstellen lassen. Dazu braucht es eine ganze Generation, also ca. 25 Jahre, wenn es überhaupt möglich sein sollte. Im Normalfall werden diese Dinge, wenn man daran herumsteuert, noch immer schlimmer und extremer.

Es ist also nicht "schwammig", sondern völliger Blödsinn, dies als Konzept zur Rettung Griechenlands innerhalb von 4 Monaten zu präsentieren. Das ist so, als würde man seiner Bank, der man 1 Million schuldet, sagen: morgen gewinne ich im Lotto, dann zahl ich alles zurück.

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Rolandissimo 27.02.2015, 11:42
91. Ist Herr Varoufakis extrem dreist oder extrem ungeschickt?

Wie kann man denn eine solche Farce-Übereinkunft am Tag der Abstimmung ausplaudern??? Und warum sind unsere Verhandler bereit, den Bundestags-Abgeordneten und der deutschen zahlenden Öffentlichkeit eine solche Farce-Übereinkunft vorzulegen??
Die Entscheider wissen spätestens jetzt, dass sie einem Vertrag zustimmen sollen, von dem jetzt schon klar ist, dass er nicht erfüllt wird. Was sie nicht wissen ist, wie sie dies in ihren Wahlkreisen vertreten sollen.

Möchte Herr Varoufakis - von Hause aus Spieltheoretiker (!) - durch das Ausplaudern der Farce-Übereinkunft erreichen, dass die europäischen Parlamente die Zustimmung verweigern?

Durch sein Vorgehen teilt er ja quasi unverblümt mit, dass wir Europäer uns hier ein Langzeitproblem aufhalsen, und er unterstellt, dass alle Entscheider ohne Weiteres bereit sind, über 2 oder 3 Jahrzehnte deutsches Steuergeld in ein griechisches Fass ohne Boden zu werfen.
Jetzt kommt die spannende Frage: Warum sollten wir deutschen Steuerzahler ein Interesse daran haben, das Loch im griechischen Staatshaushalt aufzufüllen?
Ist Griechenland ein so wichtiger Absatzmarkt für unsere Exporte, dass wir dessen Kaufkraft zunächst mit Geschenken herstellen müssen?
Würde uns Griechenland als Nato-Partner verloren gehen, wenn der Verfall nicht durch unser Steuergeld gestoppt wird. Hat Griechenland nicht ein stärkeres Eigeninteresse an einer Nato- und EU Mitgliedschaft als wir?
Worin bestünde UNSER Problem, wenn Griechenland aus dem Euro ausschiede, ggf. aus der EU austräte, und ggf. aus der NATO?

Könnte die Antwort lauten, dass wir Deutschen unser Steuergeld sparen und besser internen Verwendungen zuführen sollten?

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piccolo-mini 27.02.2015, 11:45
92.

Zitat von jaodernein
Gerade die linken Fraktionen stimmen plusminus geschlossen für die Griechenlandsubventionen ab ... die sie gleichzeitig als Ursache allen Übels erklären. Das scheint mir kein Zeichen von Gehirn zu sein.
Sie haben mich falsch verstanden.
Die Griechenlandsubventionen sind nicht die Ursache des Übels. Sie sind ein notwendiges Übel, über das man aber von Beginn an die Wahrheit hätte sagen sollen.

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wurzer 27.02.2015, 11:49
93. Verlängerungsprogramme

Jetzt hat der griechische Finanzminister klar und deutlich gesagt, dass alles mit der E U. abgesprochen ist.
Schäuble und Konsorten sollten sich schämen und Steuerzahler so zu belügen.
Pfui Teufel.

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pace335 27.02.2015, 11:49
94. Ja so ähnlich sind doch die Griechen auch in den Euro eingetreten.

Nun, wie lange lassen sich die Europartner noch an der Nase herum führen von den Griechen?

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Strichnid 27.02.2015, 11:50
95. ...

Die Ehrlichkeit des V. finde ich sehr erfrischend. Schäuble dagegen kennt nur Phrasen und Lügen, genau wie Merkel.

Aber gegen ökonomische wie mathematische Gesetze sind sie nicht gefeit. Varoufakis benennt sie nur offen, und verunmöglicht damit weitere zum Scheitern verurteilte Versuche, sie zu umgehen, indem er die politische Rückendeckung in den Geberländern gezielt untergräbt. Ich finde das nicht nur ehrlich, sondern auch mutig und richtig.

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claus.w.grunow 27.02.2015, 11:50
96. Spiegelleser

Zitat von spiegelleser861
Zumindest ist Herr Varoufakis so ehrlich zuzugeben, dass alle Beteiligten - also sowohl die griechischen als auch die deutschen - unehrlich sind und die Vereinbarung das Papier nicht wert ist, auf dem sie steht. Schlimm nur, dass trotz oder wegen dieser Unehrlichkeiten Milliarden unserer Steuergelder verbrannt werden...
Alle wissen, dass Griechenland seine Schulden an die Banken nie zurückzahlen kann oder will. Griechenland hat guten Grund anzunehmen, dass ein Schuldenschnitt kommen muß. Darauf warten die anderen Sünder in der EU auch. Es wird erst Ruhe einkehren, wenn alle pleite sind.

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brux 27.02.2015, 11:52
97. +++++

Ich kann mich nicht erinnern, wann zuletzt ein politischer Idiot dieser Güteklasse die Bühne betreten hat.

Der Mann schiesst mit seiner Dampfplauderei Griechenland ganz alleine ab.

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bi-rma 27.02.2015, 11:57
98. Betrug?

Hier im Forum ist im Zusammenhang mit den Aussagen des Artikels viel von "Betrug" die Rede.

Dieser Tatbestand dürfte aber schwerlich nachzuweisen sein. Der griechische Finanzminister ist des Betrugs in der Sache unverdächtig, da er mit den Gründen für den Interpretationsspielraum in der Maßnahmenliste nicht hinter dem Berg hält.

Auch den anderen europäischen Finanzministern kann man einen Betrug kaum vorwerfen. Allenfalls einen Selbstbetrug. Andererseits kann die Abkehr von der Idee, Griechenland werde in den nächsten Jahrzehnten kontinuierlich ein BIP-Wachstum von 4,5 % ausweisen, auch als Abkehr von einem anderen Selbstbetrug gesehen werden.

Angesichts der aufgeheizten Stimmung sowohl in Griechenland als auch andernorts war es wichtig, einen Weg zu finden, der es allen Vertragspartnern ermöglicht, das Gesicht und die eigene Handlungsfähigkeit zu wahren.

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PerIngwar 27.02.2015, 11:58
99. Tellerrand...

Zitat von kilix.brandenburg
Mal selbstständig zu denken und über den Tellerrand hinauszusehen fällt Ihnen offensichtlich nicht ein. Sie plappern nur das nach, was Schäuble vorgibt. Wenn die Griechen statt 320 Milliarden nur noch 100 Milliarden Schulden hätten und die damit tragfähig wären für den Staat, müssten sie für neue Staatsanleihen keine 10 % Zinsen bezahlen, sondern nur noch 4 %. Nur mal so als Beispiel. Und für diese Zigmillionen können die am Ende was kaufen. Fragen Sie mal Ihren Tankwart, Bäcker, Vermieter....
Tellerrand?
Mit Verlaub - offensichtlich essen Sie von der Untertasse.

1. In einem Staatswesen ohne funktionierende Einnahmenseite sind auch 10 Millionen nicht "tragfähig".

2. Wer sollte den GR jetzt für 4 % Geld geben?
Butter bei die Fische - Gelächter ist Ihnen sicher.

3. Tatsächlich lebt GR längst zu Bedingungen eines Schuldenschnittes - mit einem grandios getürkten "Primärüberschuss".

4. Tatsächlich wird bereits über das nächste Hilfspaket für Anfang Juli verhandelt.

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