Forum: Wirtschaft
Griechenland-Poker: Tsipras schickt Börsen mit Kampfrede auf Talfahrt
AFP

Der Griechenland-Streit macht Europas Anleger nervös. Premier Alexis Tsipras hat weitere Finanzhilfen kategorisch abgelehnt, an den Börsen rauschen die Kurse in den Keller.

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Afrojüdischer_Sozi-Sinti 09.02.2015, 15:55
190. quatsch

Zitat von dissi_dent
Es hat sich nun doch in den vergangenen Jahren gezeigt, dass die Alimentierung Griechenlands nur zu hoher Arbeitslosigkeit in Griechenland und innereuropäischem Zwist führt. Wann werden die verantwortlichen Politiker dies endlich erkennen und Griechenland gestatten sich von dem Joch des EURO zu befreien. Dafür wurde die Syrizia letztlich gewählt. Dann müssten zwar die Forderungen abgeschrieben werden (was ein ordentlicher Kaufmann ohnehin längst getan hätte), aber besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.
dafür wurde Syriza nicht gewählt. Wenn man "das Joch des Euro" durch ein "Joch der Drachme" austauscht hat man rein garnix gewonnen. Gleiches gilt auch für "das Joch der DM" auf welches die AfD ja so scharf ist. Syriza ist keine anti- Euro, Europa, Ausland oder Ausländer Partei. Eine gewisse Abneigung gegenüber den Deutschen lässt sich allerdings nachvollziehen, wenn man die Duckmäuserrei von Regierung, Gewerkschaften und Bürgern gegenüber Interessenvertretern der Wirtschaft bedenkt. Das ist kein gutes Vorbild.

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mauskeu 09.02.2015, 15:56
191. Genug !

Genug ist genug. Wer so wenig Solidarität zeigt mit
den Partnern wie die Griechen, den sollte man gehen
lassen, selbst wenn es etwas kostet.

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BettyB. 09.02.2015, 15:56
192. Dumm gelaufen...

Aber auch entgegen den deutschen Medien: Tsipras hat recht. Die EU-Sparpolitik zu Lasten der Armen war erst einmal aus Sicht der Merkelisten als Reichenschutzpolitik zu verstehen, doch eben kein Ausweg aus, sondern ein Weg in die verstärkte Krise. Damit werden die zahlen müssen, denen Merkel die Last auferlegte, nämlich die deutschen Steuerzahler. Und keiner sollte behaupten, dass wäre nicht von vornherein absehbar gewesen. Jetzt fehlte zur Krönung noch eine Senkung des Spitzensteuersatzes. Merkel wäre es zuzutrauen...

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parisien 09.02.2015, 15:58
193. Banken und Troika

Langsam habe ich es satt:
Griechenland hatte Schulden bei den Banken.
Diese Schulden waren zu begleichen, auch wenn der Schuldner die ungeliebten Banken waren .
Oder sehe ich das falsch ?
Diese Schulden sind beglichen worden - und Griechenland hat nun einen anderen Gläubiger.
Dieser hat das Geld mit Auflagen vergeben :
U.a. mit der Aufforderung zu Reformen und zum Sparen.
Beides sollte nicht von der Troika, sondern von den Griechen durchgeführt werden.
Das hat nicht geklappt . Dabei hat aber nicht die Troika (Kontrollfunktion) versagt, sondern der autonome, souveräne griechische Staat mit seinen vom Volk gewählten Vetretern.
Indirekt hat Tsipras diesen Sachverhalt auch zugegeben, wenn er nun verlautbaren lässt, er wolle mit den Reformen nun ( endlich) beginnen .
Warum unterbreitet er nicht auf dieser Basis einen Vorschlag zur Vertragsänderung mit der EU ?

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piccolo-mini 09.02.2015, 16:02
194. Die Griechen werden endlich ernst genommen

Die konzertierten Strafaktionen an den Börsen lassen keinen anderen Schluss zu, als das man befürchtet, dass Tsirpas mit seiner Abkehr vom Troika-Wahnsinn tatsächlich Erfolg haben könnte.

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BürgerinS 09.02.2015, 16:05
195. Für alle Noch-Wohlstands-Kommentatoren

http://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/kinozeit/dokumentarfilm/videoagorvonderdemokratiezummarkt100.html
Kinozeit Dokumentarfilm - Agorá: Sendung vom 05.02.2015

Griechenland in der Krise - wie kam es dazu? Der
Filmemacher Yórgos Avgerópoulos portraitiert die Eurokrise aus griechischer Sicht über einen Zeitraum von mehr als vier Jahren. Er fängt die politischen und sozialen Auswirkungen in intensiven, teilweise erschütternden Bildern ein und spricht sowohl mit politischen Entscheidungsträgern als auch mit den direkt Betroffenen.

Sinngemäßes Schlusswort von Naomi Klein: Sie werden vor Deutschland nicht Halt machen - "Sie" das sind "die Märkte", der IWF .....

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huddi03 09.02.2015, 16:08
196. Ich denke mittlerweile

Zitat von kaischek
Nicht die Troika hat versagt, die griechische Politik hat versagt. Wenn Herr Tsipras statt Troika-Beamten lieber EU-Politiker zur Überwachung von Krediten & Reformprogramm in seinem Land sähe, hat das nur einen Grund: Politiker lassen sich leichter verarschen als Beamte. Und die griechische Würde, mit der Herr Tsipras den Rauswurf der Troika rechtfertigt, kann man sich auch selbst ruinieren. Europa driftet leider gerade auseinander und wer hat diese bedauerliche Entwicklung gefördert? Deutschland mit seinen Hilfskrediten (gegen Reformen) oder Griechenland mit seinen Nazi-Vergleichen?
dass Deutschland die griechischen Reparationsforderungen umstandslos anerkennen sollte. Um des lieben Friedens willen sollten gleich auch noch eventuelle Forderungen gegenüber Italien geprüft werden. Nachdem Deutschland beide beglichen hat scheidet Griechenland aus dem Euro aus und sieht zu wie es wieder auf die Beine kommt. Wenn die USA kein Interesse an einer möglichen stärkeren Hinwendung Griechenlands zu Russland haben sollen sie die Griechen doch dauerhaft alimentieren. Denn darauf laufen die Absichtserklärungen auch der neuen griechischen Regierung ja hinaus. Auch ein Schuldenschnitt von 90 oder 95% könnte meinetwegen gewährt werden. Nahezu alles dürfte besser sein als den Griechen für alle Zeit unter die Arme zu greifen.

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woanders 09.02.2015, 16:15
197.

Schon witzig, da steht endlich mal einer auf und sagt öffentlich "der Kaiser ist nackt" und drei Viertel der Menschheit echauffiert sich.

P.S.: Für alle diejenigen (besonders) Deutschen, die offensichtlich meinen, dass am deutschen Wesen die Welt genesen solle:

Deutschland hatte 1952 eine Schuldenlast von ca. 280% des BIP.
Ohne einen Schuldenschnitt von weit über 60% der Gesamtschulden im Jahre 1953 wäre das Deutsche Wirtschaftswunder niemals möglich gewesen und diejenigen, die heute sesselpupsend vor ihren modernen Desk/laptops sitzend den Griechen jeden finanziellen Verhandlungsspielraum absprechen, würden ohne diesen damaligen Schuldenerlass heute mit ziemlicher Sicherheit im Harz Ziegen hüten!

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macjackson 09.02.2015, 16:18
198. Wenn ich das schon höre ….

Zitat von BettyB.
Aber auch entgegen den deutschen Medien: Tsipras hat recht. Die EU-Sparpolitik zu Lasten der Armen war erst einmal aus Sicht der Merkelisten als Reichenschutzpolitik zu verstehen, doch eben kein Ausweg aus, sondern ein Weg in die verstärkte Krise.
Als ob irgend jemand aus der Troika oder in Deutschland gesagt hätte:

Bitte treiben Sie keine Steuern bei den Reichen ein. Holt euch alles bei den "Armen", die können sich nicht wehren. Das einzige was die gesagt haben war: Treibt überhaupt mal Steuern ein und wenn ihr das nicht hinbekommt, dann müsst ihr halt euren Wohlfahrtsstaat zurückfahren.

Griechenland hat es selbst in der Hand gehabt die ganzen Unzulänglichkeiten zu beseitigen. Und was haben sie gemacht? Nix!!! In einem Land, in dem 90% der Leute nicht bereit sind Steuern zu bezahlen und die meisten Verwaltungsangelegenheiten nur über Korruption geregelt werden, hätten die "Armen" vielleicht schon früher mal auf die Idee kommen können ihre Regierung abzuwählen. Aber die "Armen" haben an dieser riesigen Betrugsmasche genauso partizipiert wie der kleine Haufen Oligarchen. Z. B. die "armen" Beamten die jetzt wieder eingestellt werden sollen. Jene, die das Korruptionssystem und die Vetternwirtschaft in der Verwaltung maßgeblich mitgeprägt haben.

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huddi03 09.02.2015, 16:37
199. Gegen einen Schuldenschnitt

Zitat von woanders
Schon witzig, da steht endlich mal einer auf und sagt öffentlich "der Kaiser ist nackt" und drei Viertel der Menschheit echauffiert sich. P.S.: Für alle diejenigen (besonders) Deutschen, die offensichtlich meinen, dass am deutschen Wesen die Welt genesen solle: Deutschland hatte 1952 eine Schuldenlast von ca. 280% des BIP. Ohne einen Schuldenschnitt von weit über 60% der Gesamtschulden im Jahre 1953 wäre das Deutsche Wirtschaftswunder niemals möglich gewesen und diejenigen, die heute sesselpupsend vor ihren modernen Desk/laptops sitzend den Griechen jeden finanziellen Verhandlungsspielraum absprechen, würden ohne diesen damaligen Schuldenerlass heute mit ziemlicher Sicherheit im Harz Ziegen hüten!
spricht gar nichts. Sogar ein vollständiger Erlass der griechischen Schulden könnte angedacht werden. Aber Schuldenschnitt/-erlass bei gleichzeitigem Verbleib in der Eurozone würde langfristig die Gemeinschaftswährung zerstören. Erstens würden neuerliche Spekulationen gegen den Euro beginnen und zweitens würden in allen Ländern links- und rechtspopulistische Bewegungen erstarken, die jedem jede erdenkliche Wohltat versprechen. Der nächste Schuldenschnitt kann ja verhandelt werden.

Also Schuldenschnitt oder -erlass gegen Euroaustritt oder Einhaltung der durch griechische Regierungen eingegangenen Verpflichtungen.

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