Forum: Wirtschaft
Griechenland-Politik: Die verpasste Chance der SPD

Alexis Tsipras geht mittlerweile auch vielen Sozialdemokraten auf die Nerven. Schade, denn an der SPD hängt viel in der Eurokrise. Sie könnte helfen, das unrealistische Spardiktat zu durchbrechen.

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n.nixdorff 08.06.2015, 17:39
1. Ach je,

die SPD. Die hatte vorher schon abgewirtschaftet und seit Gysi weg ist, ist Rot-Rot-Grün auf lange Zeit mausetot. Was soll die SPD also gewinnen? Was Sie schreiben ist ja schön und gut aber eine Sollbruchstelle? Herr Münchau, wollen Sie die Sozialdemokraten tatsächlich für eine lange Zeit in der Opposition sehen und eine CDU/FDP-Regierung haben? Also mir ist es lieber, die SPD regiert mit, schluckt die eine oder andere Kröte, setzt aber sinnvolle Dinge wie z.B. den Mindestlohn durch und hält uns die schlimmsten Auswüchse neoliberaler Politik vom Hals.

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HighFrequency 08.06.2015, 17:41
2.

Genau, Herr Münchau, warum auf "unrealistischen Verträgen" herumpochen, bringt doch gar nichts!
Verträge sollten gebrochen werden, wenn sie einem nichts mehr bringen, denn genau dafür sind Verträge da!

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pace335 08.06.2015, 17:47
3. Gnadenlos

wie in diesem Bericht mal wieder über Fr. Merkel hergezogen wird. Aber was ist denn die Alternative zur sogenannten Sparpolitik von Fr. Merkel? Sollen wir deutsche Steuerzahler weiterhin zuschauen wie in Griechenland viel höhere Renten bezahlt werden als bei uns in Deutschland? Sollen wir Deutschland weiterhin kaputt sparen damit wir solche Länder wie Griechenland durchfüttern können, die es dann nicht einmal für nötig halten die Steuern im eigenen Land einzutreiben? Aber immerhin sieht auch Hr. Münchau nun endlich ein das die Währungsunion, also der Euro nicht funktionieren kann, welch wunder. Ich glaub jetzt erwacht sogar so manch grüner Traumtänzer.

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kaischek 08.06.2015, 18:02
4. Herr Münchau,...

...Sie hätten anders argumentieren können, dann hätte ich es vielleicht gefressen. Die Chance zur politischen Einheit bestand ja tatsächlich und war das einzige Ziel, für das es sich evtl .gelohnt hätte, weiter Geld in ein Fass ohne Boden zu werfen. Doch diese Chance ist schon lange vorbei. Europa ist in den letzten Jahren deutlich auseinandergedriftet und wie hätte Frau Merkel die damalige Chance auf eine politische Union ihren Freunden von der Regionalpartei, CSU, erklären sollen? Wie den Griechen, die, außer einem monetären Interesse, schon lange keinen Bock mehr auf Europa haben? Oder den Briten? Das war Frau Merkel schlicht zu mühselig und ich kann sie gut verstehen. Sie hätten jedoch erwähnen können, dass die Vereinigten Staaten von Amerika unter ähnlichen Startschwierigkeiten begonnen haben und dass es - rückwirkend betrachtet - heute niemanden mehr interessiert, ob irgendein Bundesstaat seinerzeit unberechtigt zuviel Kohle erhalten hat. In solchen Maßstäben betrachtet, ist wirklich etwas Gravierendes geschehen: Es ist nicht die SPD, die eine Chance verpasst hat. Es ist ganz Europa. Und die Griechen sind keine Opfer. Sie haben diese fatale Entwicklung zu verantworten, während sich Amerikaner und Chinesen wahrscheinlich leise ins Fäustchen lachen. Um gute Ratschläge aus dem Off sind unsere vermeintlichen Freunde darüber hinaus nie verlegen. Wir müssen das jetzt aushalten und den Griechen die Bühne für einen würdigen und hoffentlich endgültigen Abgang aus der EU bereiten. Das wird teuer! Dies jetzt nicht zu tun, wäre jedoch wieder eine verpasste Chance.

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viwaldi 08.06.2015, 18:03
5. Die Idee,

mit einem unregierbaren Land, wirtschaftlich einem dritte Welt-Land entsprechend, eine "vertiefte politische Union" eingehen zu wollen, kann nur einem politischen und wirtschafltlichen Schwachkopf einfallen. Guten Morgen, Herr Münchau. Wenn Demokratie auch etwas mit Mehrheitswillen der Bevölkerung zu tun hat, dann hat Frau Merkel genau das Richtige getan. Warum sollten wir die demokratische Entscheidung der Griechen immer lobend anerkennen und unseren eigenen demokratischen Willen fortwährend vergewaltigen? Los, Herr Münchau, fordern Sie eine Volksabstimmung in Deutschland über die Griechenland Politik. Sie werden ihr krachendes Wunder erleben. Ich bin dabei: Grexit now! Schätze mal, 70-80% der Deutschen sehen das ähnlich. Nehmen Sie das zur Kenntnis. Weiter so, Frau Merkel, nicht einknicken. Kein Verrat an europäischen und deutschen Interessen zugunsten von Lügnern und Betrügern.

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curiosus_ 08.06.2015, 18:18
6. Merkels großer Fehler ….

Zitat von Münchau
Merkels großer historischer Fehler war ihre Unfähigkeit, die Krise im Euroraum als eine Chance zur politischen Vertiefung zu begreifen, und stattdessen auf unrealistischen Regeln und Verträgen herumzupochen.
…(ob historisch oder nicht) war, dass Sie sich 2010 nicht für die Insolvenz Griechenlands inkl. (zeitweiligem) €-Austritt entschlossen hat. Aber das ist Schnee von gestern. Jetzt ist sie im Stadium der Tragödie angekommen, es geht nur noch um eine Schadensminimierung (ich hoffe für das deutsche Volk, immerhin ist sie dafür zuständig).

Zitat von Münchau
Die Große Lektion dieser Krise lautet, dass eine Währungsunion entweder Staaten braucht, die einander sehr ähnlich sind, so wie Deutschland und Österreich, oder eine übergeordnete politische Union. Ohne politische Union kann die Währungsunion langfristig nicht funktionieren.
Auch Schnee von gestern. Jetzt so hopplahopp eine „übergeordnete politische Union“ herbeizuzwingen zu wollen wäre Harakiri. Womit wir wieder bei der Tragödie von oben wären.

Zitat von Münchau
Ich würde den Sozialdemokraten empfehlen, die Griechenland-Politik der Kanzlerin als die Sollbruchstelle der Koalition zu begreifen, anstatt diese Politik inhaltlich und verbal zu verstärken. Ich fürchte, dass sich die SPD hier eine einmalige Chance durch die Lappen gehen lässt.
Welche Change? Weitere (viele) Milliarden in das Fass ohne Boden zu werfen? Dann wären wir wieder bei obigem Harakiri.

Herr Münchau, der Königsweg ist nicht existent.

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salkin 08.06.2015, 18:20
7.

Zitat von pace335
wie in diesem Bericht mal wieder über Fr. Merkel hergezogen wird. Aber was ist denn die Alternative zur sogenannten Sparpolitik von Fr. Merkel? Sollen wir deutsche Steuerzahler weiterhin zuschauen wie in Griechenland viel höhere Renten bezahlt werden als bei uns in Deutschland? Sollen wir Deutschland weiterhin kaputt sparen damit wir solche Länder wie Griechenland durchfüttern können, die es dann nicht einmal für nötig halten die Steuern im eigenen Land einzutreiben? Aber immerhin sieht auch Hr. Münchau nun endlich ein das die Währungsunion, also der Euro nicht funktionieren kann, welch wunder. Ich glaub jetzt erwacht sogar so manch grüner Traumtänzer.
Alles das hätten wir uns erspart, wenn wir 2010 und 2012 nicht sinnlos Hunderte von Milliarden Kredite zu einem Zeitpunkt gegeben hätten in dem bereits klar war, das Griechenland diese Kredite nie zurückzahlen kann, damit die privaten Gläubiger ihre Renditen sichern konnten. Diese Form der "Rettungspolitik" war der grundlegende Fehler. Bloß das will Frau Merkel nicht zugeben, da das in ihrer Regierungszeit verbockt wurde. Hier wäre jetzt die Chance der SPD Frau Merkel und Herrn Schäuble gegenüber zu treten und anzuerkennen, dass diese Politik sich als falsch erwiesen hat. Eine schonungslose Aufarbeitung dieser falschen Politik würde der SPD wieder Glaubwürdigkeit verschaffen.

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rreniar 08.06.2015, 18:31
8. Folgekosten

Die Verluste sind doch längst da, es ist doch nur eine Frage der Zeit, wann man diese endlich realisiert. Mit immer noch mehr Milliardenhilfen an Griechenland kann man natürlich den Buchverlust immer weiter in die Zukunft verschieben - allerdings wird der Verlust dann auch immer höher.
Aber bis dahin hofft Frau Merkel wohl nicht mehr an der Regierung zu sein - und nach ihr die Sinnflut...

Herr Kohl war ja auch nicht mehr an der Regierung als die Folgen der zu frühen Euro-Einführung zu Tage traten.

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GueMue 08.06.2015, 18:34
9. Muenchau

will vom deutschen steuerzahler, dass er griechische Misswirtschaft zahlt. schuld ist die Merkel, dass man sich wenigstens so wehrt, dass aus Misswirtschaft, wirtschaft werden soll. Aber unser wirtschaftsweiser weiss es ja.

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