Forum: Wirtschaft
Griechenland und der Euro: Ifo-Chef Sinn lobt Syriza-Chef Tsipras
AP/dpa

Griechenland kann nach Meinung von Hans-Werner Sinn eine neue Staatspleite nur abwenden, wenn es die Eurozone verlässt. Anders wird das Land nicht wieder wettbewerbsfähig, glaubt der Ifo-Chef - und setzt auf Syriza-Chef Alexis Tsipras.

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Skifahrer 06.01.2015, 13:53
80. Wieso wird Herr Sinn so häufig kritisiert?

Nur weil er Fakten benennt und unbequeme Wahrheiten verkündet?
Klar fehlt ihm manchmal etwas Sensibilität; aber wer traut sich denn sonst bei unserem linken Mainstream noch, wirtschaftliche Fakten darzustellen?

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haarer.15 06.01.2015, 14:03
81. Ist-Zustand betrachten

Zitat von spon-1203191786232
erklären, wie Griechenland mit einer New-Drachme die Euro-Schulden bedienen soll, das ist doch auch total unmöglich. Argentinien hat gezeigt, dass die Aufgabe der Dollar-Bindung auch nichts gebracht hat. Nur das radikale Ausmisten des griechischen Staatssektors kann helfen, aber das will Tsipras noch weniger als die jetzt regierenden.
Die Lage wird doch immer düsterer. Herr Sinn liegt meines Erachtens richtig. Griechenland im Euro zu halten führt in die vollendete Sackgasse. Der Konsens mit der Bevölkerung ist ohnehin verloren gegangen. Jetzt ist die Schuldenlast so hoch wie nie zuvor. Griechenland kann seine Euro-Schulden immer weniger bedienen und bald ist Schicht im Schacht. Was kommen muss, ist ein kompletter Schuldenschnitt und die Rückkehr zur Drachme. Was anderes hilft auch nicht mehr aus der Misere heraus.

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spannendezeiten 06.01.2015, 14:30
82. Ein Tag ohne Sinn ...

... scheint ein verlorener Tag zu sein, zu mindest fuer SPON. Koennen wir zwischendurch auch mal jemand anderen fragen oder muss Herr Sinn sich fuer sein neues Buch in die Oeffentlichkeit zwingen?

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ProDe 06.01.2015, 14:44
83. Ihr Kommentar ist ebenfalls Unsinn

Zitat von rolantik
Man sollte die Gedankenmodelle des Herrn (Un)sinn überhaupt nicht abdrucken, sie gehen am Thema vorbei. Führt GR die Drachme wieder ein, droht dem Land der wirtschaftliche Kollaps, da zur Wettbewerbsfähigkeit in EU diese derart abgewertet werden müsste, um Exporterfolge zu*erzielen und würde damit die eurpäischen Märkte mit niedrigen Preisen für ihre Waren überschwemmen. GR muss seine Hausaufgaben machen, die sie bei Eintritt in die EU nicht wahrheitsgemäss deklariert hatte. Dazu muss das Steuersystem reformiert werden und Sparen als Tugens verstanden werden. Man kann nicht mehr ausgrben, als msn einnimmt. Herr Sinn, prüfen Sie mal was aus Ihren Prognosen in der Vergangenheit wurde?
Sie fordern fuer die Griechen genau die Massnahmen, die Griechenland in die Rezession gefuehrt haben.
Sparen ist toedlich wenn die Wirtschaft schrumpft.
Dies ist nun schon mehrfach emopririsch bestaetigt...nicht nur in Griechenland.
Griechenland braucht eine Perspektive. AUsgabendisziplin funktioniert aber nicht bei 25% Arbeitslosenquote und einer kollabierten Wirtschaft.
Die Drachme waere eine Chance grundlegend neu anzufangen. Aber das will niemand - schliesslich ist das Modell Griechenland eine geniale Umverteilungsmaschine von Steuergeldern direkt zu Dividenden fuer die internationale, weitgehend auch deutsche Gekldelite.

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tobiash 06.01.2015, 14:45
84. Sinn macht Sinn!

Zitat von schwyz
Alexis Tsipras sagt nicht, daß Griechenland den Euro verlassen will, muß oder soll. Herr Sinn interpretiert (mal wieder) recht eigenwillig, so wie es in sein inzwischen recht abgestandenes "Mantra" zur Situation Griechenlands passen könnte. Wirtschaftsweiser? Das war mal.
Sinn hat mal wieder recht und er hat Tsipras sehr gut interpretiert! Sollte Tsipras seine Wahlversprechen auch nur ansatzweise einhalten, ist ein sofortiger Stopp der Finanzhilfen und ein daraus resultierenden Staatsbankrott unausweichlich. Zum ersten Mal in meinem Leben halte ich einen linken Weg für den richtigen! Auch wenn es sich selbst diesmal eigentlich um einen Irrweg handelt - er führt - zumindest aus deutscher Sicht - zum Ziel. Die Griechen werden kräftig abwerten, kräftig Lebensstandard einbüßen, und Syriza dafür hassen, sich fortan die Annehmlichkeiten des Lebens wieder selbst erarbeiten zu müssen. Aber egal, weiter so, Tsipras!

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ProDe 06.01.2015, 14:46
85. das ist einfach

Zitat von Skifahrer
Nur weil er Fakten benennt und unbequeme Wahrheiten verkündet? Klar fehlt ihm manchmal etwas Sensibilität; aber wer traut sich denn sonst bei unserem linken Mainstream noch, wirtschaftliche Fakten darzustellen?
Er wird kritisiert weil er ein Propagandist und Demagoge ist, der vorgibt ein Wissenschaftler zu sein...
Mit Fakten hat dies alles nichts zu tun - nur mit Meinungsmache.

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tobiash 06.01.2015, 15:02
86. Genau das macht ihn ja so sympathisch!

Zitat von Skifahrer
Nur weil er Fakten benennt und unbequeme Wahrheiten verkündet? Klar fehlt ihm manchmal etwas Sensibilität; aber wer traut sich denn sonst bei unserem linken Mainstream noch, wirtschaftliche Fakten darzustellen?
Er benennt die Fakten, wie sie sind. Ohne politische, soziale oder Zeitgeist-Färbung. Erfreulich erfrischend, immer wieder.

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tobiash 06.01.2015, 15:14
87. Sie unterliegen...

Zitat von ProDe
Sie fordern fuer die Griechen genau die Massnahmen, die Griechenland in die Rezession gefuehrt haben. Sparen ist toedlich wenn die Wirtschaft schrumpft. Dies .....
... einem linksromantischen Irrtum und verwechseln Ursache und Wirkung! Das Sparen führt nicht in die Rezession, es ist die unausweichliche Folge davon, dass über einen langen Zeitraum mehr Geld ausgegeben wurde, als erwirtschaftet. Es wurde also lediglich eine Wirtschaftsleistung vorab verkonsumiert, was wunderbar funktioniert, so lange jemand bereit ist, der Volkswirtschaft Geld zu leihen. Da jedoch arge Zweifel an der Bonität Griechenlands aufkamen, war eben niemand mehr bereit dazu. Genau das ist das Problem. Und jetzt kommen Sie und sagen, sparen ist Gift für die Konjunktur! Ist das ein Treppenwitz? Nochmal: Geld alle! Nix mehr leihen! Finito! Kasse leer!

Ich frage mich wirklich, wie es angehen kann, dass. halbwegs gebildete Menschen diesen Umstand nicht verstehen (oder zumindest so tun)! Peinlich!

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haarer.15 06.01.2015, 15:32
88.

Zitat von tobiash
Sinn hat mal wieder recht und er hat Tsipras sehr gut interpretiert! Sollte Tsipras seine Wahlversprechen auch nur ansatzweise einhalten, ist ein sofortiger Stopp der Finanzhilfen und ein daraus resultierenden Staatsbankrott ......
Bankrotter als bankrott geht nicht mehr. Die Griechen haben ihren Lebensstandard sowieso schon so weit eingebüßt, dass man am Bodensatz angelangt ist. Tiefer im Keller geht nimmer. Die Schulden sind höher als je zuvor und es wird immer schwieriger die Schuldzinsen zu bedienen. Soviel zu den Finanzhilfen, von denen eh nur die Banken profitieren, nicht aber das Volk. Wenn die Bevölkerung keinen Konsens mehr mit den Herrschenden findet, so ist man nahe dran an der Staatskrise. Die Eurozone wird mit ihrem rigiden Sparkurs, der nicht für jedes Land hilfreich ist, komplett umsteuern müssen. Man sieht doch, wohin es bislang geführt hat.

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thinking_about 06.01.2015, 16:15
89. Sie haben völlig Recht

aber wer bringt Griechenland auf die Beine? Gr. selbst besitzt offenbar nicht die Fähigkeiten aus sich heraus dazu.

Die ausländ. Investoren scheuen es zudem, in einen Staat zu investieren, der permanent pleite ist, der nicht fähig ist, seine inneren Strukturen so zu ordnen, daß erst einmal eine Basis geschaffen werden kann auf der man aufbauen kann. Dort herrscht Chaos, abgesehen von der Strukturschwäche.
Es gibt dort nicht einmal ein geordnetes Müllbeseitigungs Syste, jeder wurschtelt vor sich hin. Im Norden hat ein Bürgermeister dies in die Hand genommen und es funktionierte,das wars aber auch. Ansonsten läuft das so wie in der Region Neapel.

Wie sehr richtig im Beitrag #17 sal.paradies schreibt:

""Neue Produkte herstellen? Wenn ja welche und mit welchen Fertigungsstätten? Mit welchem Geld sollen die gebaut werden und welche Fachkräfte sollen diese neagelneuen Produktionsstätten dann nutzen? ...
Und das Hauptproblem ist, dass, solange die Griechen in der EU verbleiben alle glauben, es geht auch ohne sich richtig anzustrengen und ohne Veränderung. Aber das ist nicht real. Dieses Land benötigt einen kompletten Neuanfang, aber ohne EU-Spardiktat. Ansosten wird das nie was werden....""
Was andrerseits dagegen spricht, Griechenland aus dem EURO zu lassen, füge ich nachfolgend an.

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