Forum: Wirtschaft
Griechenland-Verhandlungen: Der Mythos von der allerletzten Deadline
AFP

Die Frist läuft ab, die Zeit wird knapp: Mit solchen Formulierungen wollen Athens Gläubiger Druck aufbauen. Doch egal ob es eine Einigung gibt oder nicht - auch nach dem 30. Juni geht das Durchwursteln weiter.

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ProDe 16.06.2015, 15:43
70. Irrtümer...

Zitat von ThomasGB
Erstens: Griechenland hat kein Recht auf Verhandlungen. Sie haben auch kein Recht in eine Bank zu stürmen und Verhandlungen über einen Kredit zu fordern. Und zweitens: Welche Deadline es nach der jetzigen noch geben sollte müssen Sie dem geneigten Publikum schon einmal erklären. Es ist für jeden ersichtlich, daß es kein dritte Hilfspaket geben wird, hinter den Kulissen der Euro-Gruppe rumort es ganz gewaltig. Um es einmal klar zu sagen: Es gibt zwei Möglichkeiten. Ein halbwegs geordneter Grexit jetzt oder ein Totalcrash, wenn den Griechen das Geld aus geht und die Rettungspolitik der EZB sich nicht mehr halten läßt. Und was uns im letzteren Fall alles um die Ohren fliegt, darüber möchte man garnicht nachdenken.
@Erstens: wenn sie sowas wollen müssen sie wohl nach Nordkorea auswandern... in den zivilisierten Ländern ist das etwas anders. Wenn Sie jemandem Geld leihen und der kann es nicht zurückzahlen können Sie es abschreiben oder verhandeln und sehen was sie noch retten können --- sie haben aber in der zum Glück noch halbwegs zivilisierten Welt kein Recht den Menschen zu versklaven, ihn umzubringen oder sonst was. Sie haben ihm das Geld schließlich freiwillig gegeben....

@zweitens. ersichtlich ist das nicht. Ja es rumort - v.a. wenn die Politiker sich die Börsenausschläge ansehen. Grexit = Börse im Keller. Fortschritt bei Verhandlungen und Hoffnungen für die EU = Börse steigt.
Ein Grexit ist unkalkulierbar und v.a. teuer. Allein für DE 50-80Mrd. Und dann stellen Sie sich noch den Supergau vor....Sollte dann in GR nicht die Hungernot ausbrechen werden alle anderen Krisenstaaten kippen. Dann hätte diese Linke Regierung in GR es geschafft von dem Joch auszubrechen. Das wäre für die meisten konservativen Regierungen ein Desaster - und für deren liberale Religion ebenfalls.

Für mich ist der Grexit der Totalcrash. Die griechische Regierung hat völlig Recht. Man muss Griechenland eine Zukunft aufzeigen. Dazu muss es Spielraum geben und einen Plan (Investitionen) und natürlich echte Reformen. Da haben 100 Jahre SPA und CDU regiert (ND, PASOK) - die sind verfilzter als Bayern oder der kölsche Klüngel. Syriza ist eine echte Chance für die Demokratie und Europa. Aber warum sollten sich solch machtbewusste Politiker wie Merkel oder diese Versager in Brüssel ohne Widerstand ihr Pfründe abnehmen lassen???

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tpro 16.06.2015, 15:43
71.

Zitat von salkin
Wieso wird immer behauptet, dass die griechische Wirtschaft zusammenbricht wenn der Staat seine Kredite nicht bedient? Wo ist da eine zwingende Verbindung? Firmen, die auf Importe angewiesen sind haben genug Zeit gehabt ihr Geld bei ausländischen Banken anzulegen ebenso die reichen Privatleute. Kleine Leute haben ihre Euro unterm Kopfkissen. Exporteure lassen sich die Gelder auf Banken im Ausland überweisen und die Touristen bringen auch noch Geld in Land. Wieso Grexit? Griechenland kann auch ohne Kapitaldienstzahlungen im Euro bleiben. Probleme haben nur die Geldgeber weil deren Lügengebäude, dass ja alles nur Bürgschaften sind, zusammenbricht
Sie glauben ehrlich, daß, wenn ein Staat finanziell zusammenbricht, das Wirtschaftsleben einfach so weiter geht?

Und wie kommen Sie auf den Zug, daß Bürgschaften Lügengebäude sind. Es werden täglich Bankbürgschaften ausgestellt, um z.B. Anzahlungsrechnungen von Investitionsgütern abzusichern.

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klaus47112 16.06.2015, 15:46
72. und immer wieder das gleiche...

Zitat von ProDe
Aber selbst dann ist es für Deutschland noch ein gutes Geschäft gewesen. Bisher profitieren wir von den Zinszahlungen Griechenlands, dem niedrigen Euro und den Null-Zinsen am meisten von dem Elend der Griechen.
...dumme Märchen wie sehr den D von GR profitiere!

Allein durch die politisch niedergeknüppelten Zinsen verlieren Sparer und Altersvorsorger jedes Jahr Milliarden! Inzwischen kommen sogar Firmen in Schwierigkeiten weil sie Pensionsrückstellungen aufstocken müssen um die betriebliche Altersversorgung zu finanzieren!

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lizenz 16.06.2015, 15:47
73. Arbeiten für die Griechen, ganz privat.

"Vor allem weil Griechenland kaum noch private Gläubiger hat" - lieber Herr Kwasniewski, für das Geld, das in Griechenland versickert, wird der liebe Staat auch Ihnen ganz privat in die Tasche greifen.

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silverhair 16.06.2015, 15:47
74. Schöne Hetzworte sind nicht die Realität

Zitat von GoaSkin
Warum liest man in allen Zeitungen seit Jahren, dass Griechenland in ein paar Tagen pleite sei?
Weil das Wort Pleite so schön aufregend ist?

Und weil die meisten Bürger mit Pleite einfach den Nulllstand eines Kontos meinen?

In Realität ist das aber nicht so .. Wirtschaft beruht auf einer Warenproduktion und einem entgegengesetzen Zahlungsmittelkreislauf! Wenn man die Warenproduktion als "Werte" definiert , dann ist in jedem Unternehmen eine Buchhaltung dafür zuständig, Einnahmen minus Ausgaben, das gleiche Für den Staat apparat, wie aber auch dem Bürger der das klugerweise für sich auch macht!

Einnahmen und Ausgaben sind aber nie zeitlos , Forderungen und Verbindlichkeiten bauen sich langsam auf , aber auch langsam normal ab, und der Puffer dazwischen ist das sog. Eigentkapital (was bei der EZB liegt).

Solange Einnahmen > Ausgaben+Eigengenkapital sind, funktioniert der Laden, sobald er unterschritten wird redet man korrekterweise von Insolvenz.

Die Idee ist , das ein Unternehmen das "kurzfirstige Zahlungsverpflichtungen dann nicht mehr bedint weden können.. In der Realität läuft aber jedes dieser Systeme prinziell eigentlich noch sehr sehr lange, was auch die Jahrelangen Bemühungen der Insolvenzverwalter zeigen!

Das Guthaben der Bürger auf dem Konto ist letztlich nur deren Persönliches EIgenkapital, und da sie weder unternehnem noch Staat sind, ist dessen "aufbrauchen" tödlich.. das gilt für alle anderen Wirtschaftsbeiteiligte aber absolut nicht!

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eks2040 16.06.2015, 15:48
75. GR Berichte

Wir brauchen die Info und leider lernen wir dabei, dass unsere Politiker ihre Meinung und Aktionen nach der Wetterfahne ausrichten... es gibt keine Prinzipien, kein Rueckrat... aber die Steuergelder werden vergeudet.
Es ist nicht schwer und natuerlich auch mit Schaeden verbunden, den Geldhahn der EZB zuzudrehen, aber nichts zu tuen ist viel teurer. Wie grosszuegig will BK Merkel mit unserem Geld sein??? Wir werden wir Kinder behandelt, warum??? Karl

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skorpianne 16.06.2015, 15:49
76. Richtig

Zitat von lemmy01
So kompliziert ist das nicht. Entscheidend sind die ELA-Notkredite. Werden diese nicht mehr erhöht "brennt den Griechen der Kittel" und alles andere geht dann schnell.
Und die können derzeit nur gewährt werden, weil "steuerliche Verlustvorträge" (also steuermindernde Anrechnung auf evtl. anfallende spätere Gewinne) auf das Eigenkapital angerechnet werden.
( kleine "Besonderheit" in Italien, Spanien, Griechenland und Portugal, die derzeit von der EU geprüft wird).
Es geht um 40 Milliarden Euro.
Wenn also der Staat pleite ist, ist auch dieses "Eigenkapital" weg. Und dann gibt es keine Basis mehr für ELA. So rein theoretisch unter Beachtung von Verträgen. Und da sage noch mal einer, bei der EU handele es sich um ein starres Bürokratiemonster.
http://www.n-tv.de/wirtschaft/EU-prueft-Bilanztricks-bei-Suedeuropas-Banken-article14852256.html

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hockeyversteher 16.06.2015, 15:52
77. Sie haben ja Recht

Die eine Deadline nach der der Totalabsturz kommt, gibt es nicht.

Aber, bedient Tsipras die IWF-Kredite nicht, tritt dort automatisch ein Mahn- und Ausschlussverfahren in Kraft.
Dies dauert bis zu 2.Jahren.

Gleichzeitig wird kein einziger privater Investor noch eine einzige griechische Staatsanleihe kaufen. Auch Griechische Banken könnten das nur noch unter Nutzung der ELA-Zahlungen. Meines Wissens ist das bei einem Zahlungsausfall nicht mehr zulässig. Der Hahn ist also zu. Gleichzeitig verlieren die als Sicherheit hinterlegten Staatsanleihen der Griechischen Banken jeden Wert, so dass deren Avallinien schlagartig Absinken. Damit währen Griechenlands Banken, sicher zur Freude aller Feinde von Bankstern, schlagartig Pleite. Daher wohl auch die Pläne zur Zahlungsverkehrskontrolle.

Aber auch jeder Grieche, der sein Gehalt oder seine Rente über eine Griechische Bank bezieht, würde dann vor dem Nichts stehen. Das die zum Wochenende hin die eigenen Banken stürmen, um alle noch verfügbaren Barbeträge abzuheben, sollte klar sein. Das wiederum versetzt den Banken einen weiteren Stoß in den Abgrund.

Das die Spieltheoretiker dann noch irgendwelche Tricks in der Tasche haben, ist durchaus möglich. Mit dem ersten wirklichen Platzen der griechischen Finanz-Seifenblasen ist jedoch der Sturz in den Abgrund eingeleitet. Wie lange die Griechen stürzen, wie hart sie "unterwegs" anschlagen wird durch das Verhalten der griechischen Regierung bestimmt. Stürzen werden sie aber auf jeden Fall.

Um so mehr ein Grund dafür, der bereits verbrannten Unmenge Geldes nicht noch weitere Miliarden hinterherzuwerfen.

Lasst Sie endlich fallen. Sie sehnen sich so sehr danach!

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skorpianne 16.06.2015, 15:53
78. Banken

Zitat von salkin
Wieso wird immer behauptet, dass die griechische Wirtschaft zusammenbricht wenn der Staat seine Kredite nicht bedient? Wo ist da eine zwingende Verbindung? Firmen, die auf Importe angewiesen sind haben genug Zeit gehabt ihr Geld bei ausländischen Banken anzulegen ebenso die reichen Privatleute. Kleine Leute haben ihre Euro unterm Kopfkissen. Exporteure lassen sich die Gelder auf Banken im Ausland überweisen und die Touristen bringen auch noch Geld in Land. Wieso Grexit? Griechenland kann auch ohne Kapitaldienstzahlungen im Euro bleiben. Probleme haben nur die Geldgeber weil deren Lügengebäude, dass ja alles nur Bürgschaften sind, zusammenbricht
Die Banken sind die Verbindung. Die gehen dann pleite und können die Wirtschaft nicht mehr mit Krediten etc. versorgen. Was die Anlage bei ausländischen Banken angeht, haben Sie wohl recht. ich vermute das ist auch genau der Grund, warum man das einfach so laufen lässt.

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Andraax 16.06.2015, 15:54
79. Können Sie auch Ihren persönlichen Unmut...

Zitat von unixv
hören wir jetzt das bla, bla? Die ' sollen sich lieber mal um unsere Infrastruktur kümmern, dafür werden die Bezahlt! Bei uns gibt es nur noch Tempo 30 und jetzt als letzter Schluss, Tempo 10 Zonen, die merken NICHTS mehr, oder? 'Die = Politiker! :-)
über irgendwelche StVO-Regelungen von einer allgemeinen Diskussion über Griechenland trennen?
Wenn es Ihnen noch dazu zuviele Tempo-30-Zonen (oder gar Tempo 10) gibt, ist das eher ein Hinweis darauf, dass sich die von Ihnen Bescholtenen zuviel um ihr persönliches Verkehrs-Umfeld gekümmert haben.

On-Topic: Solange GR in der Euro-Zone bleibt, wird es immer weiter gehen, da GR (und viele andere Länder der EU) nicht mit einer überbewerteten Währung existieren können. Ich vermute, dass nach einem Grexit andere Länder (für die der Euro ebenfalls überbewertet ist) auch einen Exit aus dem Euro anstreben werden. Am Ende werden sich den Euro nur ein paar wenige Länder teilen können. An dieser Stelle sieht man auch, dass wir (DE) von dieser für uns unterbewerteten Währung massiv profitieren, während alle anderen daran darben, weil er für sie noch überbewertet ist. Dafür gibt es nur zwei mögliche Lösungen: 1. Euro reduzieren auf Länder, deren Wirtschaftskraft ähnlich ist, oder 2. Transferleistungen. Beides ist für uns weniger angenehm als mit einer unterbewerteten Währung leben auf Kosten anderer.

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