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Griechenland-Verhandlungen: Schäuble schlägt Grexit auf Zeit vor
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Die Euro-Finanzminister sehen die Athener Reformvorschläge äußerst skeptisch. Laut einem Zeitungsbericht bringt Wolfgang Schäuble einen vorläufigen Austritt Griechenlands aus der Eurozone ins Spiel.

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eu_buerger_2015 12.07.2015, 21:31
630. Referendum in den EU Ländern zu Europa und Euro

Obwohl ich bisher ein überzeugter Europäer war, muss ich sagen das England eigentlich Recht hat!
Auch wir sollten ein Referendum über unseren Verbleib in Europa und im Euroraum einfordern, damit dieses unfassbare Trauerspiel endlich ein Ende hat.
Dieses Permanente brechen von gemeinsamen Verträgen und das opfern von europäischen Grundwerten muss mit einem eindeutigen nein zu Europa beantwortet werden. Weil dieses Europa wollen wir nicht!
Außerdem sollten wir unseren Parteien (Linke, Grüne, Teile der SPD) endlich die rote Karte zeigen, da sie mit ihren Äußerungen und ihrem Verhalten unseren Interessen und den europäischen Interesse zutiefst schaden.
Mir scheint dass die einzigen die eine langfristige Strategie verfolgen die Griechen sind, wobei sie von Anfang an mit der gleichen Strategie unterwegs sind (d.h. die Syriza-Regierung hat in kleinster weise eingelenkt). Die griechische Regierung hat dies sogar im Rahmen des Referendums ganz öffentlich kundgetan, nämlich dass sie von Europa möglichst viel Geld bekommen (starkes Mandat, erpressen) wollen ohne Gegenleistungen erbringen zu müssen. Wenn Griechenland mit seinem aktuellen Peanuts Reformangebot durchkommt, und dafür von Europa über 100 Milliarden bekommt hat sich seine Strategie voll ausgezahlt. Für mich bedeutet das aber leider das das Ende von Europa und dem Euro eindeutig eingeläutet ist, da das Prinzip Leistung und Gegenleistung nicht mehr zählt und es somit keine gemeinsame Basis mehr vorhanden ist. Griechenland zockt Europa ab wie es im gerade gefällt und viele Europa Politiker folgen ihnen als ob Europa ohne Griechenland nicht möglich ist. Aber das ist ein völliger Trugschluss, auch ohne Griechenland kann Europa bestehen.
An Griechenland hat mich vor allen enttäuscht, das seine Oberschicht (Politiker, Parteienkader, Beamten, Wohlhabende, Reeder, Jachtbesitzer, usw.) sich völlig unsolidarisch gegenüber ihrem eigenen Land und ihren Mittbürgern verhalten haben. Sie haben die Zeit nur genutzt um hohe dreistellige Milliardenbeträge beiseite zu schaffen anstatt dem Staat und dem Volk das zu geben was ihm Zusteht.
Aus meiner Sicht wäre es ein möglicher gemeinsamer Weg zu einer Kompromisslösung, wenn die aktuelle griechische Regierung endlich mit harten Mitteln bei den Besitzenden die Solidarität einfordert. Steuerhinterziehung ist kein Kavaliersdelikt sondern pure Unsolidität und muss mit hohen Strafen angegangen werden. Aber leider scheint sie dazu nicht bereit zu sein, da sie selber davon betroffen wäre. Die aktuelle Regierung betreibt die gleiche Klientel Politik wie alle anderen Regierungen davor. Das erste was sie gemacht haben war, für ihre Klientel Jobs im Staatsapparat einzurichten, obwohl der Staat pleite ist und sich diese kostspieligen Jobs überhaupt nicht leisten kann.
Wir sollten endlich die Möglichkeit bekommen zu entscheiden ob wir dieses Europa wollen!

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bratwurst007 12.07.2015, 21:35
631.

Zitat von eu_buerger_2015
Allen anderen Politikern kann man nur sagen das Europa mehr ist als nur Griechenland! Alle die einen Austritt Griechenlands aus dem Euro auf jeden Fall verhindern wollen und dafür sogar den Charakter der Union fundamental verändern wollen (Transferunion) ja sogar dafür bereit sind die gemeinsamen Verträge zu brechen, verspielen gerade die Zukunft der Union. Die Akzeptanz der Union ist bei vielen europäischen Bürgern mittlerweile auf einem absoluten Tiefpunkt. Die Quittung wird Europa bei den nächsten Wahlen bekommen, wenn Europa ablehnende Parteien Mehrheiten bekommen und so das Ende der Union herbeiführen
Heute musste ich im Presseclub diesen Schreiberling von der BILD ertragen (Liebe Redaktion, WAS war denn das, selbst Schönenborn war etwas sprachlos...), der mit seinen fröhlich dahin fabulierten Zahlen selbst in dieser Runde, die von seinem Durchschnittsleser ganz bestimmt nicht verfolgt wird, weiter seine ganz eigene Form der Aufklärung betrieb.

Den Vogel abgeschossen hat er aber mit seiner völlig fantasielos in den Raum geworfenen These, die sinngemäß besagte: Der Verlust Griechenlands sei keiner und der EURO habe auch auch schon Mal mit weniger Staaten funktioniert.

Mir dünkt, ihm dämmerte kurz danach, was er da sagte - jedenfalls war der Rest der Runde doch leicht belustigt, ob dieser Argumentation ganz im Sinne seiner Stammklientel, die sicher eifrig nickend vor dem Schirm gesessen hätte.

Lange Rede, kurzer Sinn: Der Rausschmiss eines Landes (sei es auch als "temporärer Exit" euphemisiert) ist ein Türöffner mit ungewissem Ausgang. Die Geschichte, gerade die Europas lehrt, dass es danach eben NICHT wieder besser wird. Das ist die "griechische Tragödie" für Europa - von der ganz menschlichen in Griechenland selbst einmal abgesehen.

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zieglerm 12.07.2015, 21:45
632. Das zeigt ja nur, auf welcher Seite der größere Irrsinn herrscht

Auch wenn Tsipras und Varoufakis sich alle Mühe gegeben haben: Der größere Wahnsinn sitzt in Berlin.
Stoppt diese Irrsinnigen, die Europa zerstören. Wenn in Europa keiner mehr vernünftig miteinander reden kann - und das können die Regierungen in London, Paris und Berlin offensichtlich schon länger nicht mehr - hat Putin leichtes Spiel.

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claudia1973 12.07.2015, 22:37
633. grexit

Ich mochte Schäuble nie besonders aber er hat meine Hochachtung und meine Stimme wenn er es ernst meint. Due griechen haben von anfang an gezockt halten sich nicht an abmachungen stellen tausende von beamten wieder ein, blockieren jede Einigung. Der Gipfel ist ja seine Werbung für bein beim Referendum gewesen. Dann nur zwei tage später vir dem europäischem Parlament gibt er indirekt zu ( zitat ich habe ein Mandat bekommen von meinem Volk fur sie das Best mögliche zu erreichen Zitatende) klar besser 80 milliarden als 15 milliarden. Das ist eine bodenlose Frechheit Europas Steuerzahler gegenüber

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Stadtpark 13.07.2015, 04:44
634. Schäuble ist Jurist. Nur verstehen das die Griechen nicht.

Das Mißverständnis um Griechenland

Schäuble ist ein Jurist: Verträge sind einzuhalten! Das ist typisch deutsch: dem Recht muß genüge getan werden, und wenn die Welt dabei untergeht.

Wegen der No-Bail-Out-Klausel darf Griechenland, so lange es in der Eurozone ist und seine Schulden von anderen Euroländern bzw. europäischen Rettungsschirmen gehalten werden, auf diese Schulden keinen Schuldenschnitt erhalten! (Wegen des Verbots der Staatsfinanzierung scheidet auch die EZB als direkte Lösung aus.).

Deswegen machte Schäuble eben die zwei Vorschläge: Entweder Griechenland scheidet freiwillig aus der Eurozone aus (- zwingen kann man es nicht, weil das im Vertrag nicht drin steht -), dann kann es einen Schuldenerlass erhalten.
Oder es bleibt im Euro, dann müssen die Schulden aber nominell beglichen werden, d.h. man würde die Schulden über Jahrzehnte hin immer wieder umwälzen, wenn auch zukünftig zu noch günstigeren Bedingungen: Zinsen unterhalb der Inflationsrate, also reell entschulden, aber eben nicht nominell, um nicht das i-Tüpfelchen an der No-Bail-Out-Klausel zu verletzen. Deshalb müssten dann die neuen Kreditpakete so groß sein: weil sie gebraucht werden, um über Jahre hinweg die alten Kredite immer wieder abzulösen (- und Griechenland hat nunmal ca. 300 Milliarden Euro Schulden afaik.)

Die Griechen wollen aber einen Schuldenerlass, und gleichzeitig wollen sie im Euro bleiben. Das geben aber die Verträge nicht her, und es würde einen "Moral Hazard" erzeugen: wenn man sich über die Verträge einfach hinwegsetzen kann, dann würden das ja alle so machen.

Könnte man die Grundlage für Eurozone und EZB nochmal neu aushandeln? Dann müsste man aber wieder Volksabstimmungen und Ratifizierungen in allen Parlamenten wiederholen. Und vor allem müßte man sich eben vorher einig werden!
Aber Deutschland beharrt ja mit guten Gründen auf der No-Bail-Out-Klausel und dem Verbot der Staatsfinanzierung durch die EZB. Unterstützung gibt es nur gegen Reformen, Geld nur gegen Kontrolle. Der Bundestag darf gar keine Risiken in unbekannter Höhe übernehmen (= Vergemeinschaftung der Schulden), da ist das Bundesverfassungsgericht vor.

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DieterWalther 22.07.2015, 18:29
635. Schuldenkrise Griechenland

Es muss sichergestellt sein, dass das Land nicht weiterhin einen sog. "Todeszins" zahlen muss. Bei einem Zinssatz von ca. 15% ist es nicht mehr möglich, Schulden zu tilgen. Letzlich müssen dann immer wieder neue Hilfskredite gewährt werden, bis auch das übrige Europa pleite ist.
Alle namhaften Wirtschaftswissenschaftler Deutschlands haben diese Entwicklung durch den Euro vorausgesagt und wurden nicht gehört.

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