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Griechenlands Ex-Finanzminister: Varoufakis macht Schäuble schwere Vorwürfe
REUTERS

Deutschland forciere absichtlich den Grexit, schreibt der ehemalige griechische Finanzminister Varoufakis im "Guardian". Damit wolle Schäuble sein "Modell einer Zuchtmeister-Eurozone" etablieren.

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kritischer-spiegelleser 11.07.2015, 13:46
290. Zuchtmeister-Eurozone?

Immerhin besser als der Selbstbedienungsladen, den sich Griechenland wünscht. Es geht um Garantien, für die alle Deutschen haften! Und da gehört ein strenges Regelwerk dazu. Strenger als die EU derzeit agiert!

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ja-sager 11.07.2015, 13:47
291. ja nee...

..man kann nur hoffen, das Bundestag und die anderen Parlamente die Hilfe ablehnen. Auch wenn Varufakis nicht mehr im Amt ist, seine rhetorischen Auswüchse sind Teil des Plans, den Rest Europas zu spalten. Aktuell versucht er Frankreich gegen Deutschland auszuspielen. Die Franzosen (Sozialisten) brauchen Erfolge, Hollande ist sehr unbeliebt. Und irgendwie ahnt Hollande, dass er genau die gleichen Probleme wie GR auch bald haben wird. Also schlägt er entsprechende Töne an. Zumindest hier hat Varufakis recht, Deutschland ist gegen ein aufweichen der Bedingungen. Das sollten wir auch sein, denn sonst gehen wir mit all den Anderen unter.

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worlorn 11.07.2015, 13:47
292.

Zitat von Theo Haenzi
... sind die Aussagen von Varoufakis wahrscheinlich unverständlich. Würde man aber versuchen, die Aeusserungen in einem europäischen und nicht nur deutschen Kontext zu sehen, sind sie absolut nachvollziehbar. Der deutschen Politlandschaft würde eine kritischere und volksnahere Betrachtungsweise sehr gut tun. Denn es gibt bekanntlich nicht nur einen Weg nach Rom!
Sehr richtig! Wobei es nicht einfach mehrere Weg nach Rom gibt, es gibt schlechtere und bessere. Seit die Krise in 2008 ausgebrochen ist, hat man in der Euro-Zone einen denkbar schlechten Weg eingenommen. Das deutsche hat Spardiktat hat sich verheerend ausgewirkt, was die wirtschaftl. Zahlen aller Krisenländer objektiv zeigen, überall großer Einbruch des BSP, gravierender Rückgang der Nachfrage (wichtiger Grund: Kaufkraftverlust durch Abbau Sozialstaats zu Lasten der einfachen Bevölkerung), Massenarbeitslosigkeit. Das gilt auch für die angeblichen Musterländer wie Spanien und Portugal. Spanien hat eine höhere Staatsverschuldung wie GR, die Jugendarbeitslosigkeit ist katastrophal hoch (in manchen Länder bei 50%!). Mit den Rezepten aus der neoliberalen Giftküche können Staaten nicht gesunden, genau wie ein Patient, dem der Arzt ständig die falsche Medizin gibt.

Wir Deutsche sind doch so amerikahörig-hörig, warum hört man nicht auf die US-Ökonomen? Es sind ja nicht nur die üblichen Verdächtigen wie Stieglitz und Krugmann, sondern fast alle dortigen Ökonomen, auch im konservativen Lager, die [b]in der deutschen Wirtschaftspolitik der Austerität das Hautproblem sehen[b/]. Man sollte sich klar machen, das ist die höchste Konzentration von Wirtschafts-Nobelpreisträgern, also nominell der höchste ökonomische Sachverstand. Was haben wir dagegen? Wirtschaftslaien in den entscheidenden Ämtern (eine Physikerin und zwei Juristen) und eine so einseitig neoliberal ausgerichtete Ökonomie, wie wohl in keinem anderen vergleichbaren Land, unter ihrem Oberguru Prof. "Unsinn". Diese Mischung aus Ideologen und Laien will es besser wissen, wie die US-Ökonomen? Da lachen ja die Hühner! Übrigens, die Mehrheit der Ökonomen weltweit sieht es genauso, wie die US-Ökonomen.

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thinking_about 11.07.2015, 13:48
293. Richtig beobachtet

Zitat von magier
Varufakis hat Recht. Hätte man 2010 einen Schnitt gemacht, hätte man viel Geld gespart und die Schulden wären nicht bei den deutschen Steuerzahlern gelandet. Dafür haben Merkel und "Fachmann" Schäuble nun gesorgt. Die Rettungsaktionen haben die Situation in Griechenland dramatisch verschlechtert. Klar ist auch, dass Schäuble seit der letzten Wahl in Griechenland ein Exempel an der linken Regierung statuieren wollte. Seinem Image als Zuchtmeister der Europäer hat das bei dem heimischen Wähler sehr geholfen. Die derzeitigen Überlegungen in seinem Ministerium zum Ausschluss nicht gefügiger Partner bestätigen doch die "unverschämten Vorwürfe" von Varufakis.
schon vor der Wahl gab es eine Warnung an Griechenland, indem man den Grexit in's Spiel brachte, falls "falsch" gewählt würde.
Dann kam der "Verein" dennoch an die Regierung und von Anfang an wurde die Aversion deutlich zelebriert.
Das Verhalten sollte auch als Warnung für "politisch gefährdete" Staaten wie Spanien und Portugal verstanden werden.

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nic 11.07.2015, 13:50
294.

Zitat von infoalex
...würde der Euro-Zone auch sehr gut tun. Hoffentlich bleibt Schäuble hart. Das andere Modell - das einer Schulden- und Transfer-Union - hat keine Zukunft und füllt nur die Taschen korrupter Regierungen und Oligarchen. *hb
Immer mehr Dumpinglöhne einerseits und mehr Milliardäre andereseits? Sowas tut der Eurozone nicht gut aber eben besagten Kapitalisten. Ich bin klar gegen das von Ihnen unterstützte Modell und somit an Klarheit nicht zu überbietend gegen Schäuble.

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rockham 11.07.2015, 13:52
295. wie immer

Er lifer

Er hatte Monate Zeit seine Lösungen zu gestalten. Hatte dabei die Eurogruppe mit einem Hörsaal verwechselt. Mehr als dozieren war nicht. Ein nachtretender Verlierer der Geschichte. Welcome to reality, Mr Varoufakis.
Sowohl Griechenland als auch die EU und Eurogruppe müssen reformiert werden. Aber warme Worte reichen nicht.

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Flotto 11.07.2015, 13:52
296. Irrelevant...

was da ein schlechter Verlierer zu Protokoll gibt. Da es im Guardian steht, hier das passende englische Proverb: sour grapes.

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tallinn1960 11.07.2015, 13:54
297.

Zitat von busytraveller
Seine andere Aussage: Die "Reform der Wirtschaft" hätte auch von den Gläubigern kommen müssen? Interessant, dies von einem Mann zu hören, der sich vehement jede Einmischung verbietet. Außerdem: Wieder einmal kein Wort zur Entstehung der Krise. Über Jahrzehnte viel mehr ausgegeben als eingenommen. Sich dies ab 1981 durch EU Zuwendungen finanzieren lassen und ab 1995 (feste Wechselkurse) und weiter ab 2000 (Euro) dann Staatsschulden aufgehäuft, dass es nur so kracht.
Die Reform der Wirtschaft fordert er nicht von den Gläubigern. Die Auflagen der Gläubiger haben nach seiner Auffassung eine gesunde Reform verhindert.

Die Schuldenkrise Griechenlands begann zwischen 2006 und 2010, vorher war der Schuldenstand Griechenlands ziemlich stabil bei etwa 100% seines BIP.

Wir erinnern uns: 2007 war die Bankenkrise.

Griechenland war nicht das einzige Land, das in Folge dieser Krise in Schwierigkeiten geriet. Die Mittel zur Rettung des Finanzmarkts mussten ja irgendwo her kommen, und natürlich haben sich alle Staaten dieses Geld geliehen.

Ihre Analyse der Schuldenentwicklung Griechenlands wir den Fakten nicht gestützt.

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againstthewind 11.07.2015, 13:55
298. Unüberlegt

Varoufakis scheint mit schöner Regelmässigkeit zu vergessen, dass die Finanzierung Griechenlands gegenwärtig (und wer weiß wie lange noch) nicht ohne fremdes Geld zu gewährleisten ist. Linke Politik muss wie jede andere finanzierbar sein aus einem eigenen Staatshaushalt. Muss ich mir zur Aufrechterhaltung eines Staatshaushaltes Geld leihen, geht das selbstverständlich nicht ohne Bedingungen, und Reformen sind selbstverständlich, um überhaupt einmal wieder finanziell auf die Füße zu kommen. Wenn das Land, aus welchen Gründen auch immer (Oligarchen, Korruption, Steuergroßzügkeit, fehlende Verwaltungsstrukturen), in diese Situation gekommen ist, müssen zwingend zu der Alimentierung, die immer nur auf Zeit sein kann, parallel eigene Maßnahmen zur Steigerung der Einnahmenseite erfolgen.

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Fakler 11.07.2015, 13:56
299. Schäuble und Lafontaine

Im Grunde stimmen sie dem zu dass Griechenland in der Eurozone nix zu suchen hat (Hat Varoufakis das nicht begriffen ?). Wirtschaftlich ist es eben ein Entwicklungsland das von Hilfsgeldern lebt. Wenn Griechenland den Kreditbedingungen zustimmt, warum soll Griechenland dann nicht in der Eurozone bleiben ?

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