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Griechische Reformliste: Jetzt aber wirklich - Tsipras kündigt Kampf gegen Steuerbetr
AP/dpa

Mit der Jagd auf Steuerhinterzieher will sich Alexis Tsipras die Gunst seiner Geldgeber erkämpfen. Das Problem: Die Maßnahmen ruft Griechenlands Premier schon länger aus. Doch Geld soll es nur für beschlossene Gesetze geben.

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liberaleroekonom 21.03.2015, 05:55
50. Neben Steuern eintreiben, wie wäre es einmal damit ...

GR hat in den Jahren 2004 und 2013 zwischen 2,3 bis 3,3 % seines GDP für Verteidigung ausgegeben und damit untern den europäischen Nicht-Atom-Mächten stets den Spitzenplatz eingenommen.
Insgesamt wurden in den 10 Jahren ca. 58 Mrd. €. in die Verteidigung gesteckt. Hätte sich GR mit jeweils 2 % des GDP (entspricht der NATO-Vorgabe) beschieden, hätte es ca. 16 Mrd. € eingespart. Pro Jahr wären dies 1,6 Mrd. € gewesen, die z.B. für soziale Zwecke hätten verwendet werden können; was 8!!! "Armutsbekämpfungsprogrammen" zu jeweils 200 Mio. € pro Jahr entsprochen hätte.
Ich bin mal gespannt, ob sich der Verteidigungsetat auf der neuen Reformliste wiederfindet. Auch jetzt ist es für ein Umdenken noch nicht zu spät.
DEU hat sich übrigens in diesem Zeitraum mit 1,3 bis 1,5 % des GDP für Verteidigung "begnügt". Hätte sich GR daran orientiert, wäre die durchschnittliche jährliche Ersparnis sogar bei ca. 3 Mrd. gelegen.

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rhein&fein 21.03.2015, 05:58
51. It's the NATO stupid

... doch veralberte Ohnmacht & Polit-Zynik bei Straftatbeständen wie Steuerbetrug / -Verkürzung im Euroland verbittern die Foristen hier zunehmend -
1) Luxemburg praktiziert's eher elegant & clam-heimlich
2) im kleineren Ausmaß GR, dabei frech & nur klamm

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sitges 21.03.2015, 06:10
52. Das gr. Listenmärchen

Das Märchen von der griechischen Liste, die niemals vorgelegt wurde, ist nun um ein Kapitel erweitert worden.
MP-Azubi Tsipras hat jetzt gelernt, dass er die eigentlich für griechische Liste zuständige Eurogruppe aushebeln kann, wenn er nur seinen Finanzminister genug rumpöpeln lässt und dann, natürlich wegen der Würde, auf direkt Gespräche mit Papa Juncker und Mutti Merkel drängt. die werden ihm, wegen der erwünschten Dramaturgie, auch gewährt, und um 3.00h morgens dann stolz als "jetzt aber wirklich eine neue griechische Liste, schon bald" vor der Presse verkündet.
Wer glaubt denn das alles noch?
Das Geschäftsmodell "griechische Liste" geht voll auf - und bedeutet doch am Ende nur, das die Griechen ein Blutegel am Allerwertesten der Rest-EU-Staaten bleiben wird. Dass das eine langfristige und nachhaltige Staatsstrategie ist, darf bezweifelt werden.

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hj.binder@t-online.de 21.03.2015, 06:29
53. Gesetze

ist das eine, sie durchsetzen eine andere Sache.

Die griechische Regierung muss vor allem sehr schnell internationale Haftbefehle für die Steuerbetrüger ausstellen - und dann wollen wir mal sehen wie es mit der Euro-Solidarität aussieht.

Mann stelle sich vor: In Davos stürmt die Polizei ein teures Bankett und verhaftet die Hälfte der anwesenden Spesen-Ritter !!!!

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tanzbaer211 21.03.2015, 06:32
54. Und Griechische Aerzte

halten vor einer Behandlung weiterhin die Hand auf um einen "Umschlag" entgegen zu nehmen. Das war so und wird so bleiben. Fuer die Bevoelkerung ist das vollkommen normal. Handgeld das nie versteuert wird....
Grundbesitzabgaben? Ach nee. Einkommen- und Umsatzsteuer? Lieber nicht.

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winkler00 21.03.2015, 06:34
55. Wir sind auch keine Weisenknaben.

Ich kann nur nicht verstehen, warum wir die besseren Steuerzahler sein sollen. Prozentual wird bei uns wohl genauso viel am Fiskus vorbei geschafft, wie bei
den Griechen. Das fällt nur nicht so grass auf, da die Verteilung höher ist. Wenn wir nur von der Steuergerechtigkeit der oberen abhängig waren, sehe es bei uns auch so aus. Wenn es anders wäre, hätten die Steueroasen wohl nichts zu verbergen und London waerre wohl nicht so überkauft. Man sollte versuchen, nicht anderen sich als Vorbild zu präsentieren, wenn man auch nicht viel besser ist. Erst eine europäisches Steuersystem kann da helfen, Kritik zu heben, wenn beim Nachbarn nicht klappt. So lang dies nicht vorhanden, braucht sich keiner über den Nachbarn zu beschweren.

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Leberwurstnektar 21.03.2015, 06:40
56. Eigentlich....

sollte es doch eine Selbstverständlichkeit sein, dass hinterzogene Steuern eingetrieben werden. Warum ist das für die Griechen so ein Problem?

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eskimoser 21.03.2015, 06:49
57. Schlimmer noch:

Zitat von austromir
... Ein Merkwürdiges Spiel. Die Geldgeber tun so als ob sie Forderungen hätten, der Schuldner tut so als ob er zahlen würde und wir alle tun so als ob das kein Problem sei....
Oben drauf packen die Geldgeber immer noch mehr Geld, damit die Forderungen, von denen sie glauben, diese jemals zurueck zu bekommen, noch hoeher werden.
Der schuldner, hingegen, ist seit ewig sehr konstant, in seinem tun!

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nichzufassen 21.03.2015, 06:53
58. Brille ab!

Zitat von nestor01
hätte er in der ersten Woche seiner Amtszeit Kapitalverkehrskontrollen verhängt. Es ist ihm aber nicht ernst. Mit voller Absicht lässt er die kompletten Einlagen der griechischen Banken ins Ausland transferieren. Die Staatsfinanzen steuert er absichtlich in den Konkurs. Natürlich in der Erwartung, dass Lakaien wie Schulz und Juncker schon für den Nachschub an Geld sorgen werden. Dies ist keine Tragödie, sondern ein Betrugsschauspiel der übelsten Sorte.
Sind Sie so naiv oder spielen Sie das, um Ihre ideologische Brille nicht absetzen zu muessen? Die Zeit, ihr Geld im sicheren, steuerfreien Ausland zu verbringen und verscleiern, haben die Reichen in Griechenland schon weit vor der Amtsuebernahme der jetzigen, linken Regierung genutzt. Die wurde denen von der konservativen Regierung, einer Schwesterpartei der CDU uebrigens, grosszuegig zugebilligt, indem sie Reformen zwar ankuendigte, aber nie tatsaechlich in Angriff nahm. Dies wurde auch gern von der EU ueber Jahre so hingenommen. Nur jetzt, wo diese korrupte Bande vom Volk abgewaehlt worden ist, soll die sich erst kurz im Amt befindliche, linke Regierung all diese vorher tolerierten Schweinereien ploetzlich ganz schnell umsetzen, die die korrupten Konservativen jahrelang absichtlich verschlampten. Absurde 'Argumenation'

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wibo2 21.03.2015, 06:55
59. Seltsame Finanzpolitik

Zitat von nestor01
Wenn es Tsipras ernst wäre, hätte er ... Kapitalverkehrskontrollen verhängt. Es ist ihm aber nicht ernst. Mit voller Absicht lässt er die kompletten Einlagen der griechischen Banken ins Ausland transferieren. Die Staatsfinanzen steuert er absichtlich in den Konkurs.
Der Grexident wird wohl absichtlich angestrebt. Die
Eurokraten sehen offenbar hilflos zu. Die EU verliert ihr
Ansehen. Das einzige, was die wohll können, ist Steuern im Inland einzuteiben und im Ausland zu verteilen. So haben wir uns den Euro aber nicht vorgestellt.

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