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Griechische Replik auf Lagarde: "Mitleid ist das Letzte, was wir brauchen"
DPA

Die harschen Worte von Christine Lagarde sorgen noch immer für Empörung. Die IWF-Chefin hatte gesagt, dass sie mit Afrika mehr Mitleid habe als mit Griechenland - und die Hellenen ermahnt: "Zahlt endlich eure Steuern!" In Athen ziehen rechte wie linke Politiker über die streitbare Französin her.

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sachgerecht 28.05.2012, 11:28
90. Abzockerstolz

Es kommt bei Politikern selten vor aber diesmal äußerte sich die IWF-Chefin mit erfrischender Offenheit.

Wer sich mit allen Tricks unter massiver Bilanzfälschung die Mitgliedschaft in die EU ergaunert hat und dann glaubt auf Kosten der Gemeinschaft herrlich und in Freuden leben zu können, der kann wohl nicht auch noch den Fair-Play-Preis erwarten. So gesehen kann fast jede sachliche Kritik an Griechenland als Beleidigung aufgefasst werden denn sie beschreibt zwangsläufig eine teils kriminelle Abzockerpraxis der Griechen.

Der EU-Vertrag untersagt ausdrücklich finanzielle Hilfen für andere EU-Staaten. Warum schmeißen wir die Griechen nicht einfach wegen arglistigen Erschleichens der Mitgliedschaft aus der EU und stellen alle Zahlungen ein, dann brauchen wir uns nicht mehr über die Griechen zu ärgern und die Griechen lernen endlich einmal auf eigenen Füßen zu stehen. Unter den Voraussetzungen könnten sie dann auch auch jede Kritik als unzulässige Einmischung in ihre Angelegenheiten zurückweisen.
Solange sie sich aber dieser Konsequenz widersetzen und weiter die Rosinen aus dem EU-Kuchen picken wollen, müssen sie schon die begründete Kritik hinnehmen und die Regeln der Geldgeber akzeptieren.

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tauschspiegel 28.05.2012, 11:29
91. Worte fruchten da nicht mehr

Zitat von sysop
Die harschen Worte von Christine Lagarde sorgen noch immer für Empörung. Die IWF-Chefin hatte gesagt, dass sie mit Afrika mehr Mitleid habe als mit Griechenland - und die Hellenen ermahnt: "Zahlt endlich eure Steuern!" In Athen ziehen rechte wie linke Politiker über die streitbare Französin her.
*** ich bin der Meinung, dass Lagarde die öffentliche und klare Unterstützung des noch Verstand besitzenden Teils der europäischen Politkergilde verdient hätte. Wie sich die Politiker Griechenlands angesichts der selbstverschuldeten Lage verhalten ist eine Schande für Europa und schlimm für Hellas Zukunft. Der alte Trick: nicht wir sind schuld, sondern die anderen, so lenken wir am besten von der Wahrheit ab - zieht nicht mehr. Die Realtät ist so ziemlich genauso wie von Lagarde dargestellt - ob das die griechischen Politiker akzeptiert ist eigentlich bedeutungslos geworden, denn von dieser Riege kann man keine Besserung durch Verhandlungen erwarten - hier können nur noch Taten bzw. Konsequenzen fruchten.

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senfdazu 28.05.2012, 11:29
92. Finanzamt im Einkaufswagen......

....ich habe jetzt mehrmals auf verschiedenen Sendern, verschiedene Beiträge aus verschiedenen Städten aus verschiedenen Finanzämtern gesehen....die GESAMTEN Finazunterlagen des Ortes oder der Stadt waren mit Paketschnüren zusammen gebunden oder lagen im Einkaufswagen !!!!

Ich bin ja wirklich nicht für überbordende Bürokratie, aber Griechenland hat ja überhaupt keine Bürokratie, höchstens Fakelakikultur, ...also Grundbuch, Einkommen, etc....-ablage...FEHLANZEIGE....

Eine große Industriefirma hatte ihre gesamte Verwaltung in EINEM Ordner !

Wie hat das so lange überhaupt funktioniert ?????

Als ich vor über 20 Jahren die griechischen Inseln besegelte, konnte ich auch schon feststellen, das von SIEMENS installierte Solaranlagen und Windkraftwerke Defekt rumstanden...das Dieselkraftwerk der Insel aber IMMER lief....kein Wunder, dass die keine Energieindustrie auf die Reihe bekommen. Das ist wie mit Kindern, die von den Eltern (EU) verwöhnt wurden.......

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Moralist 28.05.2012, 11:30
93. Gtroffener Hund bellt

Unerträgliche Reaktionen aus Griechenland. Man konnte bisher absolut keine vernunftige Eigeninitiative erkennen, in Gegenteil, die Situation wird immer konfuser. das Land, seine Bürger und die Politische Führung kann ind will keine Verantwortung für Die durchaus auch selbst herbeigeführte Lage übernehmen. Stattdessen wird die Versntwortung bei anderen gesucht, Vereinbahrungen wie selbstverständlich in Frage gestellt und Kritik mit Polemik beantwortet.
Die nächste Generation wird schon in diesem Kontext erzogen. Das bedeutet die Zukunft des Landes kann nicht aus den Fehlern lernen und es besser machen.
Narürlich ist die Lage für den Einzelnen kritisch, aber wann fängt der Einzelne endlich bei sich an und ändert was. Nur so kann die Situation nachhaltig verbessert werden.
Das wäre auch das einzig richtige Signal für die Europäischen Partner und Mitbürger, gemeinsam an der Lösung des Problems, dass uns alle betrifft mitzuarbeiten.

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exminer 28.05.2012, 11:31
94. Alexis Sorbas

Wer sich diesen Streifen zu Gemüte geführt hat, kennt ein wenig
griechische Seele, und kann das auf die Verwaltung übertragen, nicht 1:1,
aber in groben Zügen.
EURO- Hilfe rangiert in meinen Augen auf einer Ebene die in Wunschvorstellungen die Realität sehen will.
Was ich schon seit Beginn der Misere sehe, griechische Papiere sind
von den Banken ausgelagert worden, und jetzt ist es zweitrangig für das Europa der Banken ob die Griechen mit EURO oder Drachme zahlen.
Und wer seinen Brecht kennt weiß, daß diese Misere mehr oder weniger
eine der Systenfehler ist, die immer wieder auftreten werden, von
einigen Nutznießern angeschoben, für die Folgen steht das Fußvolk
gerade, man ist gerade zu versucht in die Mottenkiste zu greifen und
einige Sprüche loszulassen, doch ich denke, daß das unötige Polarisationen zur Folge hätte.

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odhissea 28.05.2012, 11:33
95. Replik griechischer POLITLANDSCHAFT

Na ja, zu sagen, dass die Replik einfach eine griechische ist, ist genauso platt wie die Aussage, dass "DIE Griechen" selbst an allem Schuld sind. Bin Grieche, lebe aber in Deutschland und habe daher leider keinen direkteren Einblick, aber ein Blick in die Kommentare beim Online-Auftritt der wohl wichtigsten politischen, griechischen Zeitung "TO BHMA" zeigt Anderes. Die Leser zeigen sich dort eigentlich sehr selbstkritisch und reflektiert. Ich übersetze mal einen der kürzeren Kommentare über die Empörung mancher Griechen:
"Und wo beleidigt Sie denn bitte unser Volk? WIR zahlen kein Geld an unseren ehrlosen Staat! Das ist unsere nationale Tradition! Ist es etwas IHR Geld, warum stellt die sich so an? Alle Völker schulden uns was! Das sagen auch unsere Tapfersten Tsipras und Kammenos! (Ich seh uns schon, dass sie uns nicht nur aus Europa, sondern gar aus der UN werfen!)"

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knut beck 28.05.2012, 11:33
96. Aus Verantwortung

Zitat von Litajao
Also Ihr Beitrag ist schon lustig. ...
Es war aber ernst gemeint.

Zu Ihren Fragen:

ad 1) Die Schuldentilgung sollte zunächst ausgesetzt werden, damit das Land Zeit erhält, wieder zu Kräften zu kommen.

ad 2) Die wirtschaftliche Lage ist durch Strukturdefizite gekennzeichnet, die es auszugleichen gilt. Dies ist mit massiven finanziellen Hilfen verbunden für Investitionen in Infrastruktur und zukunftsfähige Wirtschaftsprojekte (Tourismus, Sonnenenergie etc.).

ad 3) Die Wahrheit ist auch, daß Deutschland in einer historisch begründeten Pflicht steht, den Griechen dabei zu helfen, ihr Land wieder auf einen guten Weg zu bringen.

Die europäische Verantwortung gemeinsam wahrnehmen!

Deine SPD

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fengshuikater 28.05.2012, 11:33
97. Warum an Europa denken???

Zitat von Obi-Wan-Kenobi
Jeder der Lagarde jetzt zur Heldin Europas machen will soll man drüber nachdenken, wie sie dass hier gemeint hat: ... Sie kann gerne bei einem Entwicklungsprojekt anheuern, wen sie eh die ganze Zeit daran denkt. Ansonsten soll sie an Europa denken und den Job machen für den sie sich fürstlich von den Steuern der Leute, die sie beleidigt bezahlen lässt.
Nur mal so:
Frau Lagarde steht dem IWF vor, d.h. einer Weltorganisation.

Wer denkt da noch an die Probleme der Welt von Japan z.Bsp., oder Zentralafrika, Sudan?
Eigentlich muss sich Europa selber helfen und Griechenland als entwickeltes Land, wir sprechen von der 1. Welt, auch.

Das ist alles Jammern auf hohem Niveau. Kann verstehen, dass ihr der Kragen platzt und dafür hat sie meine Hochachtung.

Vorallem, weil wieder einmal eine Frau vorpreschen muss!!! Oh ihr armen Politiker (m).

Miau

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grunge217 28.05.2012, 11:34
98. Die Griechen werden Antworten!

Christine Lagarde hat als Chefin des IWF, hiermit öffentlich ihre Inkompetenz bewiesen.
Griechenland ist ein Land in Europa, dass zur EU gehört, was systematisch runtergewirtschaftet und kaputtgespart wird. Die Wirtschaft des Landes basiert mitlerweile lediglich auf Naturalien. Hier geht es anzuknüpfen und Struktur aufzubauen!
Griechenland bruacht einen Marshall-Plan nach deutschem Vorbild, denn genau aus diesem Grund steht die deutsche Wirtschaft überhaupt international gut da.
Ebenfalls spricht Lagarde darüber, dass die Griechen angeblich keine Steuern zahlen, womit sie zum Teil Recht hat, denn gerade die reichen Helenen, welche zumeist ihr Geld ins Ausland gebracht haben - eben jene sind zumeist vor der Steuer geflüchtet.
Und sein wir mal ganz ehrlich: Griechenland wird sich mit einer solchen Politik lediglich kaputt sparen und es ist wirklich nicht hinnehmbar, dass in einem Land, welches zur EU gehört die Krankenversorgung unter solchen Maßnahmen leidet, Eltern ihre Kinder ins Heim schicken müssen und jede Art von Staatsbesitz verkauft wird.
DAS ist purer Raubtierkapitalismus und die griechische Bevölkerung wird sich soetwas auf längere Zeit nicht mehr gefallen lassen.
Insofern wird Lagardes Äußerungen auf Unmut stoßen und das natürlich nicht nur bei den Politikern.
In diesem Beitrag schreibe ich nicht, dass ich kein Mitleid mit den Menschen im Niger habe - das habe ich natürlich auch, aber dennoch muss man zur Kenntnis nehmen, dass hier ein Land ruiniert wurden ist, was lediglich aufgrund offensichtlich falscher Politik zustande kam und somit wirklich unnötig ist!

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toskana2 28.05.2012, 11:34
99. Schuss nach hinten

Zitat von sysop
Die harschen Worte von Christine Lagarde sorgen noch immer für Empörung. Die IWF-Chefin hatte gesagt, dass sie mit Afrika mehr Mitleid habe als mit Griechenland - und die Hellenen ermahnt: "Zahlt endlich eure Steuern!" In Athen ziehen rechte wie linke Politiker über die streitbare Französin her.
Beide Seiten haben Recht!

Lagarde mit ihren Äußerungen,
weil sie den Nagel auf den Kopf trifft.

Jeder Grieche ist sich der Nächste,
ein Verantwortungsgefühl für das Gemeinwohl
ist wenig bis nicht vorhanden.

Aber auch die Griechen haben ein bisschen Recht:

Bei einem, der schon am Boden liegt,
darf man nicht durch an Zynismus
grenzende Äußerungen nachtreten.

Lagarde hat also ihr durchaus ehrenwertes Ziel durch undiplomatische Äußerungen vermasselt.

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