Forum: Wirtschaft
Griechische Replik auf Lagarde: "Mitleid ist das Letzte, was wir brauchen"
DPA

Die harschen Worte von Christine Lagarde sorgen noch immer für Empörung. Die IWF-Chefin hatte gesagt, dass sie mit Afrika mehr Mitleid habe als mit Griechenland - und die Hellenen ermahnt: "Zahlt endlich eure Steuern!" In Athen ziehen rechte wie linke Politiker über die streitbare Französin her.

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LeToubib 28.05.2012, 11:59
130.

Zitat von Deutscher__Michel
Ein "Über den Kamm scheren" von allen Griechen - Super Sache! Ich frage mich wie die Deutschen bei sowas reagiert hätten - wir haben kein MItleid mit euch, denn den Afrikanern gehts noch viel schlechter. [...]
Ja, wer hat denn Mitleid mit Deutschland?

Bemitleidete uns irgendjemand, als wir die bankrotte DDR aufnehmen mussten? Als wir teuer Geld fuer den Abzug der sowjetischen Besatzungssoldaten zahlen mussten?

Bemitleidet uns jemand, weil wir den Loewenanteil tragen von dem vielen Geld, das Griechenland zur Zeit vor dem Staatsbankrott rettet?

Und bemitleidet etwa jemand unsere Hartz-IV-Empfaenger?

Nein ...

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knut beck 28.05.2012, 12:01
131. Zukunft Europa

Zitat von c++
Welche Rückzahlungen? Griechenland zahlt seit Jahren nichts zurück, weil es keine Kredite mehr bekommt. Die Rückzahlung an die Banken übernehmen Sie und ich?
Im Moment kann Griechenland keinen Schuldendienst leisten, weil es total am Boden liegt. Wir können Griechenland aber helfen, damit es wieder in die Lage kommt, seine Schulden zu bedienen. Und wir sollten das auch tun: Denn Hilfe zur Selbsthilfe ist allemal zielführender als Ihr sinnloses "Bashing"!

Zitat von c++
Kein Land in der EU hat gemessen an der Bevölkerungszahl so viele Hilfen bekommen. Es liegt nicht an fehlenden Investitionshilfen, sondern an fehlenden Strukturen?
Ok, wir können uns die nächsten zehn Jahren darüber streiten, wer welche Fehler gemacht hat, und ich sage Ihnen, daß uns das keinen Zentimeter weiterbringt. Wir können jetzt aber auch die Ärmel hochkrempeln und gemeinsam sehen, daß wir Griechenland (gemeinsam mit den Griechen) wieder auf einen guten Weg bringen!

Massiv in die Infrastruktur des Landes investieren. Klotzen, nicht Kleckern! Und ich sage Ihnen: die Karre kommt wieder in Schwung!

(haben wir '48 ganz genauso gemacht...)

Zitat von c++
Lagarde sagt nicht mehr als die SPD auch, nämlich dass genug Steuern gezahlt werden müssen, damit der Staat seine Aufgaben erfüllen kann. Da von Bashing zu reden ist Unsinn. Es ist schlicht und einfach eine richtige Forderung. Oder ist die SPD jetzt die Partei der Steuerprivilegien und Steuerhinterzieher? Oder gelten für Griechenland andere Regeln als für Deutschland?
Die SPD ist immer dafür gewesen, daß jeder seine Steuern bezahlt (Arme wie Reiche). Erzählen Sie mir also bitte nichts von Steuergerechtigkeit. Aber wer die Kuh melken will, muß ihr zuweilen auch Gras geben. Viele Salon-Sozialisten und Pseudo-Anarchisten verstehen das nicht. Ich sage Ihnen: Nur wenn in Griechenland eine junge, risikobereite und begeisterungsfähige Unternehmerschaft entsteht, "die Blut leckt" (wenn ich das mal so sagen darf, ohne falsch verstanden zu werden), entstehen in Griechenland auch sozialversicherungspflichtige und sozialversicherungsfähige Arbeitsplätze.

In die Zukunft investieren,
soziale Gerechtigkeit wahren!

Deine SPD

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Deutscher__Michel 28.05.2012, 12:02
132.

Zitat von LeToubib
Ja, wer hat denn Mitleid mit Deutschland? Bemitleidete uns irgendjemand, als wir die bankrotte DDR aufnehmen mussten? Als wir teuer Geld fuer den Abzug der sowjetischen Besatzungssoldaten zahlen mussten? Bemitleidet uns jemand, weil wir den Loewenanteil tragen von dem vielen Geld, das Griechenland zur Zeit vor dem Staatsbankrott rettet? Und bemitleidet etwa jemand unsere Hartz-IV-Empfaenger? Nein ...
Super vergleiche.. ok dann gucken wir mal, wann es uns wirklich schlecht ging.. 1946 z.B. da hätten die Amis mal sagen sollen: Ach Berlin...dehnen gehts doch gut..denen in Afrika gehts viel schlechter..

UNS gehts am aller besten von allen aus er EU.. und zwar nicht zu Letzt auf die Kosten anderer Länder...und da wollen Sie vielleicht auch noch Mitleid?

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sorata 28.05.2012, 12:04
133. Warte vergeblich,

dass Herr Tsipras mit seiner Syriza vorschlägt, alle die riesigen Villen, Yachten und Luxus-Autos der Reichen nach seiner Wahl zu konfiszieren. Wurde doch all das mit hinterzogenen Steuergeldern erworben. Im Prinzip handelt es sich um Diebesgut und rechtmäßige Eigentümer ist der griechische Staat und deren Bürger. Das wäre einmal ein richtiger Ansatz, um endlich Flagge zu zeigen und mit Korruption und Steuerhinterziehung aufzuräumen.

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lomert 28.05.2012, 12:04
134. Nichts verstanden !

Zitat von knut beck
Vielen Dank für Ihren Beitrag. Aber ich denke, daß uns der Vergleich zwischen der Türkei und Griechenland nicht wirklich weiterbringt. .... Was wir jetzt brauchen, ist die der starken Schultern mit den schwachen Schultern! Aber eins muß auch klar sein: Klare Kante gegen Spekulanten und Finanzjongleure!
Griechenland ist ein gescheiterter Staat (failed state), das lässt sich auch nicht mit noch soviel Solidarität übertünchen oder gar revidieren. Was Sie fälschlicherweise als Solidarität bezeichnen wäre nichts anderes als das brutale Ausnutzen Anderer, auch noch Schwächerer wie z. B. Slowenien etc., zugunsten der griechischen Kleptokratie. Zur "Solidarität der starken Schultern" bedarf es zu allererst einmal den Willen zu einschneidenden Schnitten und einer totalen Neuausrichtung des "schwachen Griechenlands". Dieser Wille und diese Bereitschaft ist immer noch nicht vorhanden. Man will noch nicht einmal die angebotene kostenlose Hilfe beim Aufbau einer funktionierenden Finanzverwaltung.
Mit den derzeitigen Griechen darf es keine Solidarität geben !

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semaphil 28.05.2012, 12:05
135. Endzeitwirren

Zitat von sysop
... "Zahlt endlich eure Steuern!" ....
Lagarde ist noch von Sarkozy aus relativer Mittelmäßigkeit an exponierte Stelle gehievt worden. Sie hat sich seitdem nicht als besonders schlau erwiesen und singt das Lied französischer Großmachtträumer.

Wenn nun einer zweitrangigen ehemaligen Politikerin, nun Funktionärin, der Faden durchbrennt, dann offenbart das den hysterischen Zustand, in den sich die herrschenden Eliten selbst hineingeritten haben. Die schutzlosesten Opfer der großen menschlichen Gesellschaftssysteme zu instrumentalisieren ist zynisch und verdeckt u.a. die zweifelhafte Rolle, die der IWF selbst bei der Verschärfung der Armutsproblematik in der dritten Welt spielt.

Die Reakion griechischer Politiker auf L.s Affront ist jedoch ebenso entlarvend, wie zynisch. Griechische Politiker, die gefühlte Ewigkeiten nicht einsehen wollten, daß ihr Land dringend auf das Krankenlager müsse, haben zunächst eine Intensivbehandlung gefordert - mit allen Attitüden eines schwerreichen Menschen, der nicht einsehen will, daß die Segnungen der Medizin nicht ihm allein zustehen. GR hat zwei Nieren, eine Leber, eine Milz eingepflanzt bekommen, so daß die wenigen Spender mittlerweile selbst todkrank darniederliegen und auf die Intensivstation gehören. Griechische Politiker möchten nun aber auch noch das Herz bekommen - und alles nur, weil es GR doch zustehe, denn Griechen haben vor Äonen Zeus erfunden, der die kuhäugige Europa geschwängert und mit seinem Samen sozusagen zu heutiger Größe geführt hat.

Diese Politiker demontieren sich selbst, wenn sie innergriechische Angelegenheiten - die Verantwortlichkeit für griechische Steuermoral - zum Thema der EU oder des IWF machen ( Tsipras ) oder den Zustand des Kranken auf die verabreichte Medizin zurückführen ( Michelakis ) - wobei ersichtlich der Zustand des Kranken schon vor irgendeiner Verordnung letal war. Venizelos dringt immerhin mit staatsmännischer Attitüde auf ein Überdenken der Äußerungen - natürlich seitens Lagarde. Allen ist gemeinsam, daß sie sehr wohl verschweigen, wie sich GR heimlich weitere Schlucke aus der (Medizin)Pulle genehmigt hat ( allerdings mit Wissen des Oberarztes ) - die Anzahl der über ELA - jenseits jedweder europäischer Kontrolle - selbstgedruckter Euro liegt deutlich über der 100 Milliardengrenze ( wir haben jetzt auch noch einen Lungenflügel rausgeleiert).

Eine von allen Seiten bewusst fehlgeleitete Rhetorik kann nicht darüber hinwegtäuschen, daß die sogenannten Retter mittlerweile selbst darniederliegen. Deren Überleben ist überhaupt nicht gesichert, zumal sie durch weitere Eigenmächtigkeiten des Patienten fortlaufend geschwächt werden.

Wo also die Anwälte der Retter und Patienten mittlerweile blind - ohne Ringrichter -aufeinander einprügeln, muß der Kampf abgebrochen werden. Da weitere Patienten in langer Liste anstehen, gibt es nur einen vernünftigen Weg: Die Retter steigen selbst aus. Sie können dadurch den falschen Weg der Organtransplantationen - der stückweisen Selbstentleibung - verlassen und die eigenen regenerativen Möglichkeiten wieder aufbauen. Die Intensivpatienten haben schon längst eingesehen, daß sie die Organe der Retter gar nicht haben wollen, wenn dabei die Retter draufgehen. Sie hätten einen Feind weniger und könnten sich durch vernünftige Diät innerhalb der nächsten drei Jahre deutlich revitalisieren.

Der Euro ist damit Geschichte, die EU könnte dann besser zu einem lockeren Staatenbund zurückfinden.

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hessiejames 28.05.2012, 12:06
136. da haben sie recht

Zitat von gruenelinie
gewähren sie sich selbst überreichlich. Und dann immer die Masche mit "Schuld waren die vergangenen Regierungen, nicht das Volk". Eine demokratisch gewählte Regierung ist immer auch Ausdruck des Staatsvolks, besonders seiner Mentalität. So lange die Abzockertour lief, haben alle mitgemacht, nur jetzt Verantwortung übernehmen will keiner.
es galt zu Bedenken das die deutsche Regierung auch die EU wusste welche Ganoven da an der Regierung ist.
Aber die mussten ja unbedingt aufgenommen werden.
Dafür war es richtig das wir gezahlt haben. Wen das stört (auch mir stinkt das ) muss bei der nächsten Bundestagswahl diese Parteien meiden.
Aber jetzt muss ein Stop erfolgen. Richtig gesehen ist der Staatsbankrott längst eingetreten. Auch nach einem Ausscheiden kostet es uns noch weiter Geld.Doch nun muss ein Schlusstrich gezogen werden.
Jetzt müssen die Europäischen Wirtschaftsfachleute mal Klar dem EU- Volk die Rechnung dalegen für beide Fälle. Von den regierungen vorallen BERLIN wird weiter die Wahrheit gebeugt

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DocMoriarty 28.05.2012, 12:07
137.

Zitat von sysop
Die harschen Worte von Christine Lagarde sorgen noch immer für Empörung. Die IWF-Chefin hatte gesagt, dass sie mit Afrika mehr Mitleid habe als mit Griechenland - und die Hellenen ermahnt: "Zahlt endlich eure Steuern!" In Athen ziehen rechte wie linke Politiker über die streitbare Französin her.
Je nee is klar. Die brauchen kein Mitleid. Die brauchen Kohle. Unsere Kohle. Und deswegen zeichnen wir auch alle schön folgende Petition gegen ESM und Fiskalpakt: https://epetitionen.bundestag.de/ind...petition=24314

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funnukem 28.05.2012, 12:07
138. noch mal @ knut beck

Zitat von knut beck
Es war aber ernst gemeint. Zu Ihren Fragen: ad 1) Die Schuldentilgung sollte zunächst ausgesetzt werden, damit das Land Zeit erhält, wieder zu Kräften zu kommen. ad 2) Die wirtschaftliche Lage ist durch Strukturdefizite gekennzeichnet, die es auszugleichen gilt. Dies ist mit massiven finanziellen Hilfen verbunden für Investitionen in Infrastruktur und zukunftsfähige Wirtschaftsprojekte (Tourismus, Sonnenenergie etc.). ad 3) Die Wahrheit ist auch, daß Deutschland in einer historisch begründeten Pflicht steht, den Griechen dabei zu helfen, ihr Land wieder auf einen guten Weg zu bringen.
1) Griechenland kommt mit EURO nie mehr auf die Beine... Dann können wir gleich die Schuldentilgung für alle Länder aussetzen. Dass könnte Helfen. Wir resetten unser Finanzsystem auf 0. Allerdings wäre dann das schöne Ersparte aller Bürger auch so gut wie weg.

2) Das ist Planwirtschaft a la Sozialismus. Wo das endet haben wir ja schon eindrucksvoll bei der DDR gesehen... Blühende Landschaften soweit das Auge reicht

3) Historische Pflicht ist völliger Blödsinn. Das ist ein Märchen aus 1001 Nacht. Wir schulden niemanden etwas und ich fühle mich auch nicht für die Fehler der Vergangenheit verantwortlich. Wenn sie Buße tun wollen, dann spenden Sie ihr Gehalt. Die einzige Verpflichtung die wir haben ist die unseren Kindern gegenüber. Und diese liegt in der Zukunft.

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jrcom 28.05.2012, 12:11
139. Quasikolonialistischer Zynismus ist das,

was Frau Lagarde da von sich gegeben hat. Und überdies der größte Unsinn. Nach dieser Maxime - den Kindern im Niger geht es schlechter als euch - braucht man in Europa überhaupt keine Rechte mehr einzufordern: uns geht es ja allen gut genug. Lasst die großen Onkels und Tanten die Politik machen und haltet selber den Mund. Die Quittung wird Frau Lagarde bekommen: Ich wünsche Syriza 40%.

Und den Griechenland-Verächtern hier auf den biligen Rängen wünsche ich 25 % Lohnabzug sofort.

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