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Griechische Replik auf Lagarde: "Mitleid ist das Letzte, was wir brauchen"
DPA

Die harschen Worte von Christine Lagarde sorgen noch immer für Empörung. Die IWF-Chefin hatte gesagt, dass sie mit Afrika mehr Mitleid habe als mit Griechenland - und die Hellenen ermahnt: "Zahlt endlich eure Steuern!" In Athen ziehen rechte wie linke Politiker über die streitbare Französin her.

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luckyhamburg 28.05.2012, 13:14
190. Lagarde

sollte nicht Ihre Wort zurücknehmen sonder wir alle unsere Kohle... Die angebliche Wiege der Demokratie will anderen am liebsten vorschreiben was sie zu sagen habe. Sehr demokratisch....

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M.D.U.S2 28.05.2012, 13:14
191. So, so ...

Zitat von knut beck
Ok, wir können uns die nächsten zehn Jahren darüber streiten, wer welche Fehler gemacht hat, und ich sage Ihnen, daß uns das keinen Zentimeter weiterbringt.
Leute, die mit solchen Aussagen „glänzen“, wollen in der Regel nicht, dass sich was ändert: Den Status Quo beibehalten, bis in alle Ewigkeit ...

Das kann man aus dieser Aussage herauslesen. Sonst nichts.

Zitat von knut beck
Wir können jetzt aber auch die Ärmel hochkrempeln und gemeinsam sehen, daß wir Griechenland (gemeinsam mit den Griechen) wieder auf einen guten Weg bringen!
Was im Klartext jedoch nur bedeuten kann, dass die Nachfolger vom „Euro-Einführ-Kanzler“ und vom „Hartz-IV-Arbeitnehmer-Verräter“ wieder wollen, dass der kleine Mann hier in Deutschland mit weiteren Steuern und Abgaben für die Fehler dieser „ach so großen“ Staatsmänner bluten soll, oder?

Dafür zu sorgen, dass dort die Steuern von denen nachgezahlt werden, die am meisten von der Entwicklung der letzten 10 Jahre profitiert haben, wäre der bessere (gerechtere) Weg.

Dann bleibt der deutsche Steuerzahler vor unnützen Zahlungen verschont und kann dort in einigen Jahren, wenn tatsächlich anzunehmen ist, dass das Geld nicht wieder nur versickert, seinen Teil dazu beitragen, um dem Land (der Bevölkerung) wirklich zu helfen.

Aber bekanntlich hackt ja keine Krähe der anderen ein Auge aus. Das, als meine persönliche Prognose für das weitere Vorgehen in Griechenland.

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wolfgang.grueter 28.05.2012, 13:15
192. Danke Frau Lagarde

Frau Lagarde hat die Wahrheit gesagt. Danke

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ADie 28.05.2012, 13:15
193. Lagarde wäre etwas glaubwürdiger, wenn sie selbst Steuern zahlen würde

Zitat von sysop
... Lagarde ....: "Zahlt endlich eure Steuern!" ...
Lagarde bezieht selbst ein Gehalt von 467.940 US-Dollar plus 83.760 US-Dollar Repräsentationszuschuss und das wird ihr steuerfrei ausbezahlt.

Press Release: Terms of Appointment of Christine Lagarde as Managing Director of the International Monetary Fund

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Gebr.Engels 28.05.2012, 13:16
194.

Zitat von maximixa
sie meinen, jene sachverständigen wirtschaftsfachleute, die uns die abschaffung der dm dereinst schmackhaft zu machen versuchten? ausgerechnet die sollen uns jetzt auch noch die rechnung präsentieren - ganz objektiv und frei von eigeninteresse? die rechnung bekomme ich doch schon seit jahren präsentiert: meine alterversorgung "schmilzt wie ein eisbecher in der sonne" - vielen dank auch ihr sach- und fachverständigen!
Sehr richtig, mir klingt auch noch in den Ohren wie Don Bimbes und Vasallen getönt haben: Der Euro wird mindestens genauso stabil sein wie die DM -Ehrenwort, und der Euro sichert den Frieden in Europa !

Und nun das: Deutsche beschimpfen Griechen, Griechen beschimpfen Franzosen , Finnen beschimpfen Spanier -jeder zeigt mit dem Finger auf den anderen,

Und alles nur weil die Banken Jahrzente lang zu gierig waren und jedem Geld in den hintern gestopft haben selbst wenn er oder sie alles andere als solvent war.

Nach dem Motto ist doch egal wir sind ja systemrelevant wenn`s schief geht haut Mutti uns raus, -so kanns enden.

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Spiegelkritikus 28.05.2012, 13:17
195. Griechenland braucht einen echten Neuanfang!

Zitat von sysop
Die harschen Worte von Christine Lagarde sorgen noch immer für Empörung. Die IWF-Chefin hatte gesagt, dass sie mit Afrika mehr Mitleid habe als mit Griechenland - und die Hellenen ermahnt: "Zahlt endlich eure Steuern!" In Athen ziehen rechte wie linke Politiker über die streitbare Französin her.
Natürlich wollen nun alle griechischen Parteien die Karte des nationalen Stolzes spielen, um im Wahlkampf zu punkten. Das erinnert wie so Vieles bei der griechischen Groteske an kleine, ertappte Kinder, die auf jemand anderen zeigen, um von sich abzulenken, und sollte gar nicht weiter beachtet werden.

Es ist höchste Zeit, dass hochrangige Politiker endlich Tacheles reden und die wirklichen Probleme mit allem Nachdruck ansprechen: ausufernde Korruption und völlig unzureichende Einnahmen wegen Schonung der Reichen. Im griechischen Staat gilt das ungeschriebene Gesetz: Je reicher ein Kapitaleigner, desto effektiver kann er bestechen und desto weniger Steuern zahlt er. Daher sind Reeder-Milliardäre und schwerreiche Kirche mit immensem Landbesitz gänzlich steuerbefreit. Für viele Multimillionäre gilt Ähnliches.

Wirtschafts- und Finanzeliten bilden zusammen mit den beiden korruptesten Parteien: ND und Pasok, eine grosse Einheit, wo eine Hand die andere wäscht. Die staatliche Korruption straht allerdings weit ins Volk aus, weil von völlig überdiemsionierten Staatsapparat nicht nur die Beamten und Pensionäre profitieren, sondern diese noch ein grosses Netz von Clanangehörigen mitversorgen. Die innerfamiliäre Solidarität der Griechen ist gross, was materielle Unterstützung und Stellenzuschustern anbelangt. Der Staat ist somit eine gigantische Versorgungseinrichtung, die auf Pump immer weiter ausgedehnt wurde.

Wenn die ND jetzt in Umfragen führt, dann nur aus oben genannten Gründen: Die Melkkuh muss unbedingt weiter gemolken werden können - und zwar in Euro. Kein Wunder wollen 80% der Griechen im Euro bleiben. Dazu sind sie offenslichtlich auch bereit, den alten korrupten Parteien wieder ihre Stimme zu geben, zumal Brüssel und Berlin das regelrecht erzwingen, weil eine linke Machtübernahme mit allen Mitteln verhindert werden soll - schließlich könnte das in anderen Ländern Schule machen und die Finanz- und Wirtschaftsoligarchien könnten ernsthaft zur Ader gelassen werden, wie von Syriza geplant.

Das Ganze ist also ein mieses Spiel, bei dem einmal mehr die Interessen der einfachen griechischen Bevölkerung zugunsten einer markt- bzw kapitalkonformen "Demokratie" mit Füssen getreten werden. Ob diese Rechnung tatsächlich aufgeht, bleibt abzuwarten.
Einen echten Neuanfang könnten die Griechen jedenfalls nur mit eigener Währung und unbelasteten Parteien machen!

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turo 28.05.2012, 13:18
196. ohne Titel

Zitat von ArminSchoenau
Das man sich in Griechenland aufregt über Lagardes Äusserungen ist nachvollziehbar, nicht zuletzt weil der Wahlkampf läuft. Aber was sieht Tsipras wenn er quer durch Griechenland fährt? Überall sieht man Häuser mit, nach oben abstehenden, Eisenstäben. Ich wunderte mich vor Jahren darüber und erhielt die Erklärung eines Griechen: wenn die Bewehrung am Haus noch raussteht, gilt das Haus als noch nicht fertiggestellt, dann werden auch noch keine Grundsteuern fällig! - Ein Schelm wer Schlimmes dabei denkt!
Diese Praxis gilt nicht nur in Griechenland sondern auch in Spanien,
Italien , Kroatien usw.

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BSchiff 28.05.2012, 13:18
197. Klare Ansage

Die Frau hat schlicht und einfach recht, die Griechen müssen den Tatsachen in die Augen blicken und endlich mal aufhören bei anderen de Schuld zu suchen. Mitleid muss man da eher weniger haben.

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lezel 28.05.2012, 13:21
198.

Zitat von Zaphod
Es wäre schön, wenn es eine Solidarität zwischen den Menschen geben würde, und gemeinsam versucht würde, sich aus den Fängen der Krake des Finanzssystems zu befreien.
Genau diese Solidarität gibt es, und Griechenland erfährt sie bald in besonderem Maße - es wird vollständig aus den Fängen der Krake des Finanzsystems befreit. Kein Geld wird das Land mehr knechten.

Die Leute werden frei und ungefährdet vom Tauschhandel leben.
Jedenfalls diejenigen, die nicht in den ersten Jahren sterben.

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knut beck 28.05.2012, 13:21
199.

Zitat von friedrich_eckard
Mitforist/in diathermie, der oder die gleichermassen des Griechischen wie des Deutschen mächtig ist, hat an anderer Stelle mit Link zum griechischen Originaltext eine Zusammenfassung des Programms von Syriza wiedergegeben, das u.a. folgende Punkte enthält (ich zitiere mir vermuteter Einwilligung): 1) Anhebung des Steuersatzes für Unternehmen, mindestens auf EU- Durchschnitt 2) Drastische Anhebung der Spitzensteuersätze 3) Besteuerung von Finanztransaktionen und Luxuseinkäufen 4) Die bisherige Steuerfreiheit für Reeder und Kirche (enorme Besitzgüter!) wird aufgehoben 5) Einsicht (endlich!) in erfolgte große Finanztransaktionen 6) Verbot der Offshore- Aktivitäten in GR 7) Listung und Besteuerung von Vermögen über 1. Mio. im In- und Ausland 8) Senkung der Ausgaben für Verteidigung, und last not least: Hartes Durchgreifen bei der Eintreibung der geschuldeten Mrd. an Steuergeldern. Was wollen Sie mehr? Man sollte Syriza Erfolg wünschen, man sollte eine Syriza-Regierung nach Kräften unterstützen - aber man sollte sie auch beim Wort nehmen. Aber was, so frage ich, wird denn wohl passieren, wenn eine von Tsipras geführte Regierung die Umsetzung dieses Programmes ernsthaft in Angriff nähme? Ich will es Ihnen sagen: marktkonforme Demokraten aller Farben, Formen und Grössen und ihre Schreibsöldner würden sich zusammenrotten und unisono etwas vom Joch des Kommunismus murmeln, von dem es das beklagenswerte Land dringendst zu befreien gelte!
Die PASOK fordert dasselbe. Und die PASOK ist eine Schwesterpartei der deutschen SPD.

Wir brauchen keine Syriza mit einem Oskar Lafontaine an der Spitze, um in Europa Wohlstand und soziale Gerechtigkeit durchzusetzen.

Für die Einheit der Arbeiterbewegung - für ein sozialistisches Europa!

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