Forum: Wirtschaft
Griechische Schuldenkrise: Athen verkündet radikales Sparprogramm

Tausende Beamte sollen entlassen werden, Renten werden zusammengestrichen: Die griechische Regierung hat weitere*rigorose Sparmaßnahmen angekündigt, um neues EU-Geld zu bekommen.*Die Gewerkschaften laufen Sturm.

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tripelspiegel 21.09.2011, 20:49
40. Automatische Schuldenbremse

Zitat von sysop
Tausende Beamte sollen entlassen werden, Renten werden zusammengestrichen: Die griechische Regierung hat weitere*rigorose Sparmaßnahmen angekündigt, um neues EU-Geld zu bekommen.*Die Gewerkschaften laufen Sturm.
Spart Griechenland auch bei Politikern und höheren Beamten? Gilt das Prinzip "12 Monatsgehälter pro Jahr sind genug" auch in den Selbstbedienungszonen des Staates? Werden auch bei Selbstbereicherungs-Politikern und Lobby-Beamten die Anteile der staatlich finanzierten Einkommen oberhalb 1200 EUR (Existenzminimum) um 20% gekürzt, oder nur bei denen, die sich nicht wehren können? Der Staat hat nach einer Insolvenz erstmal Schwierigkeiten, neue Kredite zu bekommen. Ausser den Transferzahlungen von anderen EU-Ländern gibt es nichts, womit Griechenland nach einer Insolvenz seine Leistungsbilanz ausgleichen könnte, und die viel zitierte Schuldenbremse tritt systembedingt automatisch in Kraft - ganz ohne Verfassungsänderung und Verfassungsgericht. Bei einer Insolvenz des Staates verlieren alle Beamten ihre Posten und Pensionen. Nach einem Neuanfang gibts evtl. neue Verträge ohne Kündigungsschutz und Pensionen auf leistungsgerechtem Niveau - sofern die Betroffenen damit einverstanden sind.

Dasselbe Szenario wird nach der zu erwartenden Rezession auch in Deutschland eintreten. Es bleibt zu hoffen, dass der Deutsche Staat das Geld nicht nur bei sozial Schwachen einsparen will, sondern auch dort holt, wo es nach den rot-grünen Agenda-Reformen in solchem Überfluss angehäuft werden konnte, dass die Abzocker nicht mehr wussten wohin damit. Dieser Überfluss in den Selbstbedienungszonen wurde von den Banken in phantasiereich gestaltete "Blasen" geleitet. Nun platzen diese Blasen, weil dem Geldvermögen keine ausreichenden Realwerte gegenüberstehen, und die profitierende "Politische Klasse" will das einfach nicht akzeptieren. Sie vergreift sich kleptomanisch am Öffentlichen Eigentum und verschuldet künftige Generationen mit einer unerträglichen Last, um ihre eigenen Verluste auszugleichen.

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Fprester 21.09.2011, 20:50
41. Habe nichts dagegen!

Zitat von Spiegelkritikus
Es ist ein Skandal sondergleichen, der hier stattfindet. Während reiche Griechen inzwischen gut 600 Milliarden Euro bei ausländischen Banken (Schweiz, England, Deutschland, USA, Australien usw.) gebunkert haben und jeden Monat weitere Milliarden ins Ausland verschoben werden, soll das einfache Volk bis über die Schmerzgrenze zur Schuldentilgung beansprucht werden. ..... Die griechische Schuldenkrise könnte ganz einfach und schnell überwunden werden: Von den o.g. gigantischen Vermögen reicher Griechen im Ausland müssten lediglich 370 Milliarden Euro eingezogen werden! Damit wären die griechischen Schulden mit einem Schlag getilgt und die betreffenden Griechen wären immer noch unglaublich reich! Wenn man bedenkt, dass die Vermögen in dieser Höhe nur durch Betrug am Staat, sprich: Steuerhinterziehung zustande gekommen sind, wäre es nur gerecht, wenn der notwendige Solidaritätsbeitrag abgeführt wird.
Gemäss BIZ liegen in der Schweiz 17 Mrd. Euro an griechischen Guthaben.

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max.flügelschmied 21.09.2011, 20:54
42. Die Sache ist einfach Schlimm

Zitat von 2010sdafrika
Politanalysten mit Fokus auf Griechenland sehen im Lande eine Revolution kommen, etwa dem Vorbild Tunesiens. Die Sparpläne werden drastischer ausfallen, sodass sich die Athener Regierung durchaus in einem ernsten Dilemma befindet. Man kann nur hoffen, dass der Protest in Griechenland nicht ausartet und alles friedlich bleibt: .
Bei der Nächsten Wahl ist die Regierung weg. Die Schulden sind die Kehrseite der Steuerersparnis der Reichen. Über kurz oder lang geht die Sache schief. Da wird es eine Revolution geben und viel Menschen werden nach Mittel Europa kommen. Man kann jetzt schon mal Auffanglager einrichten. Diese Land wir auf lange Zeit in Armut leben. Wenn man dem Land helfen will sollte man dort hin in den Urlaub fahren. Wenn die Wirtschaft dort weniger erwirtschaftet muss der öffentliche Dienst beschnitten werden. Wie man das alles machen will ist mir ein Rätsel.

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localpatriot 21.09.2011, 20:56
43. Nicht den Deutschen in die Schuhe schieben - Made in GR

Zitat von Herman Winterthal
Die direkt vor unseren Augen Form annehmende Parteien- und Finanzdiktatur wird leider gerade von den Deutschen sehr unterschätzt. ... Die Deutschen haben sich offenbar entschieden, ihre traurige Geschichte mit weiteren Tiefpunkten fortzusetzen.
Den Deutschen kann man die Griechenlandmisere kaum in die Schuhe schieben. Es ist eine heimgeschneiderte Misere, Made in GR, allerdings unter den schlafenden Augen der Eurofinanzoberhoheit und das sind die Deutschen nur am Rande dabei, eher F, I und die ganze Buchstabensuppe hat da mit gepennt.

Greichenland ist wie alle Laender in der Eurozone ein Staat ohne volle Waehrunghoheit und durch die Ueberschuldung wurden die restlichen Handlungmoeglichkeiten ziemlich eingeengt.

Wie alle Schuldner, ist das Land in den Haenden des IWF und der Eurogruppe, wobei der IWF, der in solchen Dingen grosse Erfahrung bringt, erst einmal alles was am Staatsgebilde Fett darstellt wegoperiert.

Was rauskommt wird hoffentlich ein schlanker, effizienter Staatsbetrieb der die Privatindustrie nicht nur wie heutzutage hindert, sondern stuetzt und produktivitaetverbessernd wirken kann.

Natuerlich ist das fuer die Menschen verheerend. Anstatt lebenslanger Anstellung muss man sich ploetzlich neue Arbeit suchen, wobei klar ist dass dieses Schrumpfen noch einige Jahre gehen wird, denn 3% der Angestellten in einem aufgeblaehten Staatsgebilde sind ein relativ sanfter Anfang.

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auri sacra fames 21.09.2011, 20:57
44. Stunde der Wahrheit

Zitat von emil_sinclair73
Endlich hat man diese Habenichtse richtig bei den Hammelbeinen... Ein negatives Wachstum von 5% und jetzt ein ordentliches Deinvestitionsprogramm nach dem Anderen. Wir werden gerade Zeugen von einer Entwicklung, die den Grichen und uns erwürgen wird. Die EU macht die Griechen fertig.
Abwarten. So oder so ist es die Stunde der Entscheidung für uns alle. Es ist jetzt nicht mehr nur eine Sache von abgehalfterten Brüsseler Politikern, die im Auftrag der Groß- und Fianzindustrie Politik machen.

Jetzt trifft es das erste Volk direkt. Wenn die sich erfolgreich wehren, haben wir alle noch eine Chance gegen Brüssel.

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Pascal Meister 21.09.2011, 20:58
45. Zu viele beim Staat angestellt

Zitat von BeitragszahlerwiderWillen
Was ich nicht verstehe: warum werden Tausende im öffentlichen Dienst entlassen? Wäre es nicht viel sinnvoller und gerechter, das Gehalt statt dessen für alle um 10-20% zu kürzen? Damit könnte jeder überleben und wäre zudem sozial abgesichert (Rente und Krankheit etc.)
Wenn die Informationen stimmen, dann ist jeder 4. Arbeitsplatz in Griechenland beim Staat, das sind extrem viele. Teilweise können sich ganze Clans ein schönes Leben leisten (dolce-far-niente), weil 1-2 Personen beim Staat ein Gehalt erhalten, und zwar in einer Grössenordnung wie in Deutschland. Man muss ich das mal vorstellen. Und: Arbeitsplätze verursachen nicht nur Lohnkosten, sondern auch Miete, Strom, PC, Software, Personalverwaltung usw. - von daher sind Einschnitte dringend notwendig.

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tola2000 21.09.2011, 20:58
46. Shocktherapie

Was gerade in Griechenland vor sich geht hat Naomi Klein in ihrem Buch SCHOCKTHERAPIE eindrücklich dargestellt:
Erst wird ein Land in den Bankrott virtuellen getrieben. Dann wird auf Teufel komm raus (auf Kosten der Bürger) privatisiert. Und wenn dann auch das letzte Stück Tafelsilber in der Hand irgend eines Konzerns ist, muss die Bevölkerung dankbar sein den neuen total liberalisitischen Herren für einen Hungerlohn zu Diensten sein zu dürfen.
Das haben die Chicago Boys vor Jahren schon in Südamerika gemacht.

Würde mich nicht wundern, wenn über kurz oder lang das griechiche Militär putschen würde um die aufmüpfigen Bürger ruhig zu stellen und das neoliberale Gesocks vollends ans Ziel zu bringen.

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Nr82136 21.09.2011, 20:58
47. ...

Zitat von ProDe
vielleicht aber auch eine Chance. Es wird nicht lange dauern, bis die griechische Wirtschaft komplet am Boden ist und die Menschen sich radikalisieren. Wenn dann auch die ewig-gestrigen erkennen, dass Sparen ein Staatsschuldenproblem nicht lösen kann sondern stattdessen Regelung des Finanzmarktes und die Beteiligung der Verursacher an der Krise die Lösung ist - dann hat es vielleicht was gebracht...wenn es auch extrem schmerzhaftes Lernen aus Erfahrung sein wird.
Die Wirtschaft Griechenland wurde auf Pump aufgeblasen seit 2001. Das wird jetzt korrigiert.
Deshalb ist Vergleich mit Weimarer Republik/Brüning nicht zulässig.

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pkeszler 21.09.2011, 21:01
48. Athen verkündet radikales Sparprogramm!

Aber offensichtlich wird wieder nur bei den sog. „kleinen Leuten“ gespart.
Wer in der ARD die gestrige Sendung Report Mainz gesehen hat, der weiß, wo der griechische Staat noch große Reserven hat. Der Beitrag „Reich im Pleitestaat“ macht das sehr deutlich.

http://www.swr.de/report/-/id=233454/sgpaia/index.html

Jeder, der nur die kleinen Leute in Griechenland kritisiert, was zum Teil auch aus verschiedenen Gründen berechtigt ist, sollte auch die andere Seite betrachten. Steuereinnahmen kann ein Staat, wie in Deutschland, nur von Leuten eintreiben, die ein ausreichendes Einkommen haben und davon etwas abgeben können.

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rabenkrähe 21.09.2011, 21:01
49. jaja

Zitat von diathermie
Ich möchte eine These aufstellen, und bin gerne bereit zu diskutieren, denn ich glaube, dass keiner der nicht vor Ort ist, sich wirklich ein Bild von dem machen kann, was hier in GR lief und läuft.Beispiel 1: Stellen Sie sich vor Sie sind ein Jahr arbeitslos, wohnen in einer von den Eltern geerbten (in Griechenland ist für die meisten Bürger seit Jahrzehnten die eigene Wohnung/Haus ein Lebensziel, auf das sie meist viele viele Jahre lang hinarbeiten) 2- Zimmerwohnung (80 m2), bekommen vom Staat keinen Cent mehr (nach einem Jahr ist Schluß mit allem)und sollen plötzlich innerhalb von zwei Monaten etwa 1200 Euro zahlen, sonst wird der Strom abgestellt (das Gesetz ist bereits beschlossen, 17% ist die offizielle Arbeitslosigkeit).Beispiel 2: Sie bekommen 501 Euro Monatsgehalt, sollen in einem Land mit höheren Lebenshaltungskosten als in Deutschland damit auskommen, jetzt sollen Sie voll Steuerpflichtig werden (dies wird so von der Troika verlangt). Beispiel 3: Sie sind Arzt in einer der 150- 200 zu schliessenden bzw. 'zu entlastenden' öffentlichen Anstalten, haben dort als 'hochbezahlter'staatl. Angestellter meist für die unterprivilegierten (wohin sollen diese wiederum?) für 1500 Euro/mtl. geackert,Schulden, und jetzt sollen Sie entlassen werden, mit 460 Euro im Monat- für ein Jahr natürlich nur (ab Oktober so geplant)... Na dann, bei dem bekannten deutschen Familienzusammenhalt, viel Spaß auf der Straße.. Tatsache ist: Die Ökonomie ist zu einem Machtkampf spätkapitalistischer Art zwischen Kapital und Rest der Bevölkerung pervertiert: Alle (!!)Einsparforderungen der Troika betreffen Arme, Arbeitslose, Angestellte, Rentner etc. Niemand, weder EU, noch die EZB, der IWF, geschweige denn die griechische Regierung sind daran interessiert die über 60 Mrd. Euro Schulden der Firmen und Reichen einzutreiben (und die Steuerhinterziehung dieser läuft munter weiter), allein die Bekämpfung der Schwarzarbeit (offiziell 20% des BSP in GR) könnte theoretisch GR in 8 Jahren schuldenfrei machen, warum gehören solche Dinge nie zu den Forderungen Europas?? Der Wahnsinn ist nämlich, dass Ideologie so borniert gemacht zu haben scheint, dass Europa lieber Staatspleite, Dominoeffekt und weltweite Krise in Kauf nehmen will, als gegen die politisch- ökonomische Oligarchie vorzugehen. In diesem Rahmen wird auch weiterhin mit denselben Personen in der Regierung GR's verhandelt, die das Land rücksichtslos über Jahre in den Ruin getrieben haben.
..

Statt ausgerechnet den Konsumenten und den Ärmsten noch mehr zu nehmen, sollte das Militärbudget drastisch beschnitten werden. Was den erfreulichen Nebeneffekt hätte, daß ein Militärputsch unwahrscheinlicher würde.
rabenkrähe

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