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Größerer Rettungsschirm: OECD verlangt Billion-Schutzwall gegen Euro-Krise
REUTERS

Gerade erst hat Deutschland seinen Widerstand gegen die Aufstockung der Rettungsschirme EFSF und ESM aufgegeben, doch das scheint nicht zu reichen. Auf eine Billion Euro müsse die Hilfskasse aufgefüllt werden, fordert jetzt die OECD. Die Euro-Länder müssten in dem Fall erneut Geld bereitstellen.

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semaphil 27.03.2012, 14:49
130. kurzes Gedächtnis

Erinnert sich wirklich keiner mehr an die 1,5 bis 2 Billionen, die der "Schutzschirm" haben sollte, oder noch besser an "unbegrenzt"? Ist doch erst ein paar Monate her.

Wenn heutzutage schon kurz nach der Meldung "Merkel wehrt sich nicht mehr gegen .." gleich die nächste Forderung ( Billionenschutzwall ) kommt, dann haben die vor allem von den Ölfirmen gelernt: mehrmals am Tage die Spritpreise anpassen, so daß den Autofahrern ganz schwummrig wird und sie wie Schafe alles mit sich machen lassen.

Billionen oder unbegrenzt - der Unterschied interessiert noch nicht einmal mehr die Finanzfraktion. Was man sich auf der Zunge zergehen lassen muß, sind die Begleitumstände - die hier doch eher vernebelt werden. Nicht die Höhe ist entscheidend, sondern die Zeitdauer. Dreißig Jahre Haftung für andere Nationen - wer weiß, ob dann die Gelder zurückgezahlt sein werden. Es kommt mit Sicherheit mehr auf uns zu. Je kurzatmiger die Politik, umso länger die Laufzeiten der Programme. An der Nutzung der Kernkraft hat uns schon der gesellschaftliche Entwurf einer Technodiktatur über die Lebenszeit hunderter Generationen verstört, aber immerhin waren das sozusagen nur nationalstaatliche Entwürfe ( auch wenn die Realität da schon ganz anders aussieht, denn wir haften ja sogar als EU faktisch für Tschernobyl ).

Nun werden die internationalen Entwürfe einer nicht mehr zu überschauenden Haftungsgemeinschaft präzisiert. Dreißig Jahre sind da erst der Anfang, wir Deutschen kennen bessere "Laufzeiten" - mindestens 1000 Jahre sollten doch wohl drin sein. In jedem Fall verlässt nun auch der Vorwurf, unsere politische Klasse versündige sich an unseren Kindern und Enkeln, den nebulösen Elfenbeinturm der ewigen Nörgler und steigt in die Niederungen des täglichen Überlebenskampfes hinab: Tatsächlich, es soll eingestandenermaßen locker dreißig Jahre dauern.

Wie schiebt man den Piraten, den politischen Luftikussen, der Jugend einen Riegel vor - indem man vorgeblich unveränderbare Strukturen mit Mindestlaufzeiten von Generationendauer schafft. Was Rot-Grün zwar angedacht, aber in politischer Naivität nicht hinbekommen hatte - einen unumkehrbaren Ausstieg (aus der Kenrnenergienutzung), versucht man jetzt im Finanzbereich. Unumkehrbar soll es sein - dafür wurde ein Zwangskorsett ESM geschnürt. In der Hoffnung, für die nächsten Generationen dem Fluch der Demokratie entrinnen zu können.

Fremdhaften wird das Unwort des Jahres 2012 ( und der nächsten 30 Jahre ) werden. Mit "Fremmdhaften" werden wir unseren Kindern und Enkeln die Welt erklären. Mit "Fremdschämen" werden sie darauf reagieren, aber doch nicht wissen, wie sie ein freies, selbstbestimmtes Leben führen sollen.

Eine schreckliche Vorstellung, daß dereinst unsere Kinder auswandern wollen werden, um dem Sklavenjoch einer hochindustrialisierten Gesellschaft, die für Andere anschaffen muß, zu entgehen. Sie werden dann aus guten Gründen kein aufnahmewilliges Land mehr finden.

Ist das nun die späte Rache der DDR oder die noch spätere Rache der Römer und antiken Hellenen?

Nein zu den Plänen unserer Regierung, nein zum ESM, nein zur OECD, ja zum Leben - mit allen Mitteln.

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Tadaa79 27.03.2012, 15:01
131. Dann soll die OECD zahlen

d.h. die Staaten die allesamt dahinter stehen. Forderungen aussprechen ist leicht, v.a. wenn man nicht zahlen muss. Die QECD spricht für vieeeeeele Staaten, dann sollten die auch die Geldbörsen öffnen.

Aber mal im Ernst: Unsere FÜHRER, ja das sind sie - lieber Englisch? - na gut, unsere Leader (besser, gell?), haben soviel Rückgrat/Widerstand wie warmer Pudding.

Und wozu auch diejenigen befragen, die den Wahnsinn bezahlen müssen, die Bürger? Neeeein, das wäre Käse.

Die Unternehmen, die immer noch von der Eurozone profitieren werden in dem Moment in andere Länder ziehen, wenn die Infrastruktur hier zusammenbrechen wird, und liebe Leute, das wird sie.

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elop 27.03.2012, 15:02
132. Aber, aber....

Zitat von karmamarga
Die Lösungsmöglichkeiten, die man im Geldgewerbe sucht sind die, wie man die Kuh permanent melkt, ohne dass sie umfällt. Da aber unter den Banken am Ende das Windhundprinzip gilt, fällt die Kuh am Ende um. Man wird sich und kann sich auch gar nicht beim Melken koordinieren. Die Gier, wissen Sie. Und von den Politikern kann man nur etwas erwarten, wenn man den Bundestag besetzt und sich vor denen auf die Pulte setzt und ihnen sagt, was das Grundgesetz zu diesen Dingen zu sagen hat und dass man nicht weicht, bis das Parlament sich auf das GG besonnen hat und auch so handelt. Es ist zwar bereits zu spät, aber es ginge noch.
Die große Mehrheit der Bevölkerung trägt doch diese Regierung , wird uns doch jeden Tag aufs neue in allen TV Shows erzählt?????

Da setzt sich keiner aufs Pult für seine Recht , sind doch eh alles linksextreme Spinner die so was machen. Lieber lässt sich das genügsame Wahlvolk der CDU/CSU, SPD, Grünen,die unaussprechlichen (FDP),Linke zur Schlachtbank führen und freut sich darüber wie gut es im doch geht im Vergleich zu seinem Nachbarn.

Die Dummheit des Menschen ist die beste Satire,
traurig aber wahr. ( weiß nicht ob ein gelehrter diese Worte schon mal sprach , wenn nicht nehme ich sie als nicht gelehrter in Anspruch* :)

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kaksi 27.03.2012, 15:11
133. Eine Billion - nur für die nächsten zwei Jahre? Und dann?

[QUOTE
Die Glaubwürdigkeitshöhe beziffert die OECD genau: Der geschätzte Refinanzierungsbedarf belaufe sich "auf mehr als eine Billion Euro über die kommenden zwei Jahre".
Größerer Rettungsschirm: OECD verlangt Billionen-Schutzwall gegen Euro-Krise - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft[/QUOTE]a

Nach spätestens zwei Jahren also mindestens ein weiteres Billiönchen, bitte?

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idealist100 27.03.2012, 15:12
134. Sie müssen

Zitat von abominog
und der will (verständlicherweise) auch immer mehr Geld verwetten und verzocken. Um seine Verluste mal irgendwann wieder reinholen zu können, lol!
Sie müssen es anders schreiben. Unsere Politiker aller Coleur stehen am einarmigen Banditen und schmeissen Geld hinein um die rotierenden Bilder zu betrachten und wissen das der, der im Glitzerkasten sitzt kommt und die Kohle hinten heraus nimmt. Aber die werfen immer wieder Neues nach und freuen sich, dass das Ding auch noch beim verschlucken des Geldes Musik macht.

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Gerdtrader50 27.03.2012, 15:12
135. Fond ist hier anders zu verstehen, das sind keine Anlagefonds

Zitat von stefan1904
Ich habe einmal ein paar Fragen. ... Danke schön.
Zu 1.) Die Bezeichnung Fond kann irreführen, weil Fonds sind für
Normalbürger Anlagefonds. Diese hier nicht. Die werden Fonds
genannt, weil daraus Staaten oder Gläubiger bedient werden.

Zu 2.) Die Fonds EFSF und ESM werden Ihre Konten bei ganz normalen
Banken, vermutlich aber wohl eher direkt bei der Bundesbank
oder sogar der EZB unterhalten.

Zu 3.) Das hängt von der Fähigkeit der Manager ab, ob sie Tagesgeld-
konten anlegen für die Beträge und teilweise Festgeldkonten,
wovon schon auszugehen ist, weil die ebenfalls benötigten
Girokonten von den Auszahlungstranchen ja ebenfalls zu
managen sind.

Zu 4.) Solange das kontoführende Institut in der Lage ist, auf Aus-
zahlungserfordernisse der benötigten Tranchen mit
dem Überweisungsauftrag des Managements unverzüglich
mit Liquidität zu begegnen, sicherlich.

Zu 5.) Die einzahlenden Staaten bekommen dann Zinsen, wenn die
angelegten Konten mit Giro (wohl eher keine Zinsen), Tages-
geldkonten(Zinsen), Festgeldkonten (Zinsen) als Unterkonten
angelegt wurden.

Zu 6.) Ihre Zinsvorstellungen passen nicht mehr in die heutige
Niedrigzinszeit mit 5 %.

Ich denke, so in etwa wird es kontenmässig laufen.

Die Fonds EFSF und ESM sind also keine Anlagefonds, sondern sie bedienen auf Anträge von hilfsbedürftigen Staaten der Eurozone Tranchen an Geldüberweisungen, welche diese Staaten benötigen, um Ihre Schulden aus den genommenen Staatsanleihen von den Investoren terminlich mit Zinsen bedienen zu können und zum Rückzahlungstermin diesen an die Investoren zurückzuzahlen mit dem geschuldeten Kapital.

Ich hoffe, Ihnen hiermit in etwa auskunftsmässig gedient zu haben. Genauer kann man das als Nichtbeteiligter eigentlich nicht beschreiben.

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homeuser 27.03.2012, 15:12
136.

Zitat von ofelas
Vor 6 Monate hatte ich mal gesagt " wenn jemand eine Partei gruendet die als Ziel den Austritt vom Euro vertritt, wird diese auf Anhieb die Mehrheit erzielen", und ich bleibe bei dieser Prognose, leider sehe ich weit und breit niemanden (wohne im Ausland..)
Ich will den Euro- oder die ganze EU-Geschichte jetzt gar nicht verteidigen oder ähnliches.

Aber mit Verlaub, wie vermessen muss man denn sein um zu glauben dass mit dem Euro-Austritt oder EU-Austritt oder EU-Auflösung die Probleme verschwinden?

In erster Linie haben wir aktuell ein Schuldenproblem, und auch ein Verteilungsproblem.

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tizian 27.03.2012, 15:13
137. Wahnsinn

Zitat von sysop
Gerade erst hat Deutschland seinen Widerstand gegen die Aufstockung der Rettungsschirme EFSF und ESM aufgegeben, doch das scheint nicht zu reichen. Auf eine Billion Euro müsse die Hilfskasse aufgefüllt werden, fordert jetzt die OECD. Die Euro-Länder müssten in dem Fall erneut Geld bereitstellen.
Damit ist das "Denkspiel" der Staatsschefs und das Einlenken von Frau Merkel bezüglich der Zusammenlegung von ESFS und ESM schon im Vorfeld gescheitert. Hatte durch dieses Szenario bereits der ESM jede Legitimation verloren, Finanzmärkte beruhigen zu können (wer sagt eigentlich, dass die "beruhigt" werden wollen/können???), hat jetzt diese Aufforderung der OECD doch gezeigt, es können keine Deiche/Brandmauern wirkungsvoll errichtet werden. Die Lösung muss endlich darin bestehen, von dieser "Alternativlosigkeit" ständig zu fragen, wie hoch die Mauer noch soll, wegzukommen. Abkoppeln oder was auch immer, auch wenn es verlustreich ist, aber um Gottes willen, wenn da etwas besteht, was für eine Billion Ausfälle gerade stehen soll, da kann mir doch keiner erzählen, dass einfach mal einen Karren gegen die Wand fahren lassen wirklich schlimmer sein soll!

Wenn Frau Merkel schon bei der Atomfrage eine 180 Kehre macht, weil ja so unglaublicherweise tatsächlich das Restrisiko eintritt und man damit nicht rechnen konnte (PHYSIKERIN!), jetzt aber reagiert, was sagt uns die Bundeskanzlerin a.D. dann in etwa 10 Jahren ? Es war unvorhersehbar, dass gegebene Garantien tatsächlich abgerufen werden, das hatte man ja noch nie ? Wenn eine Billion kommt, dann haftet Deutschland mit seinem DOPPELTEN Staatshaushalt, wenn dazu noch Target2 ausfällt, dann sind wir beim VIERFACHEN! Alleine wegen dieser Riskiken wird es ncht mehr lange dauern, bis sich der Daumen der Ratingagenturen über Deutschland senken wird, und dann gut Nacht...

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fk85 27.03.2012, 15:17
138. Zu wenig!

Zitat von sysop
Gerade erst hat Deutschland seinen Widerstand gegen die Aufstockung der Rettungsschirme EFSF und ESM aufgegeben, doch das scheint nicht zu reichen. Auf eine Billion Euro müsse die Hilfskasse aufgefüllt werden, fordert jetzt die OECD. Die Euro-Länder müssten in dem Fall erneut Geld bereitstellen.
Hinter vorgehaltener Hand spricht man von 6-8 Billionen die für die nächsten 5 Jahre nötig sind.

Die eine Billion sind herzlich wenig.

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fortion 27.03.2012, 15:17
139.

Zitat von rolforolfo
.....irgendwann ist es egal. Ob man nun für 1 oder 2 oder 3 Billionen bürgt. Ob man nur für einen Teil davon bürgt oder über Target Hintertüren für noch viel mehr. Egal wieviele Chips auf dem Roulettetisch liegen, im Falle eines Falles ist es nicht "gedeckt". Somit ist es "wurscht". Es gibt keine griechsichen Inseln für die Gläubiger und es gibt auch kein deutsches Staatsgebiet für irgendjemand. Ein Gesetz am Tag X reicht aus und der Haftungswitz ist genauso beendet wie die gemeinsame Währung.
Dann wird vielleicht Inkasso mit Waffengewalt betrieben und dann sieht auch der letzte Naive, daß das dumme Geschwätz der unfähigen Euro-Väter von der "Friedenswährung" Euro reiner Betrug war.

Wir als wehrloses friedliebendes Land haben dann keine Chance mehr.

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