Forum: Wirtschaft
Größter Staatsfonds der Welt: Die Öl-Nation Norwegen wird immer grüner
Jan Kare NESS / NTB scanpix / AFP

Seine Öl-Einnahmen verwaltet Norwegen im größten Staatsfonds der Welt. Doch dieser zieht nun Milliarden ab aus fossilen Industrien und investiert sie in Erneuerbare. Ein Parlamentarier aus Oslo erklärt, warum.

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NorddeutschePflanze 12.06.2019, 20:03
1. So sollte es auch in Deutschland laufen....

CO2-Steuer und parallel Senkung der Einkommenssteuer.
Die Norweger machen vor, dass es funktioniert.
Aber ich fürchte, dass unsere Entscheider hier - mal wieder - vollkommen beratungsresistent nach dem Motto "Verwirren Sie mich nicht mit Fakten, mein Lobbyist erzählt mir was anderes" verfahren werden.

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Meineserachtens 12.06.2019, 20:06
2. Was für ein Interview, wow ...

Wenn ich mir hier die Diskussion in Deutschland anschaue kann ich vor den Norwegern nur meinen Hut ziehen.
Sie machen trotz wirtschaftlicher Rahmenbedingungen, die ihnen nahe legen würden den irrsinnigen, neoliberalen Weg weiterzugehen, genau das Richtige.
Ressourcen sozialisieren und an die Zukunft unserer Kinder denken.
Ich liebe die Norweger...

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marthaimschnee 12.06.2019, 20:15
3. die Preisfrage ist allerdings

Was machen die Länder, die keinen Milliarden-Fonds angehäuft haben? Ein solches Konzept kann nur jemand kopieren, der über die gleichen Mittel verfügt. Deutschland hat diese Mittel nicht und deswegen scheitert hier auch die E-Auto-Initiative, weil eben ein paar tausend den hingeworfene Euro hier nicht die selbe Wirkung entfalten, wie ein paar zehntausend an Steuerersparnis in Norwegen. Und genauso wird es mit einer CO2 Steuer, die wird sich hierzulande als Zumutung und weitere, einseitige Belastung für die ganz unten niederschlagen. Wir brauchen andere Konzepte und an der Stelle muß man Union und SPD gratulieren, die haben mit ihrer langjährigen Politik, der Masse zu nehmen und den Wenigen zu geben, dies so gut wie nur irgend möglich sabotiert. Der Klimawandel muß in der Quantität bekämpft werden, in der Masse, die man prekarisiert hat. Toll gemacht, wirklich!

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Andersstern 12.06.2019, 20:27
4. Relativierung der Überschrift

Norwegen investiert nicht in erneuerbaren Energien, Norwegen streut sein Risiko stärker! Schließlich verdeutlicht ja der Interviewpartner, dass sie ihre Öl- und Gaseinnahmen aus Gründen der Risikominimierung nicht wieder in Öl investieren wollen. Und das Gerede von dem Modell für Deutschland hinsichtlich der Senkung der Einkommensunterschiede ist einfach nur schlecht recherchierter Journalismus. Schließlich zahlen in Deutschland knapp 50% der Einkommenssteuerzahler gerade 8% der gesamten Einkommenssteuer! 20% zahlen nicht mal 0,1%! Was bringt da jetzt genau eine Einkommenssteuersenkung? Über den Spiegel kann man leider nur noch den Kopf schütteln und den Mantel des Schweigens decken. Sorgfältiger Journalismus R.I.P

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hasselblad 12.06.2019, 20:29
5.

Skandinavien macht, mal wieder vor, wie sich Realismus und Nachhaltigkeit sinnvoll verbinden lassen. Leider nicht möglich im Autofahrerwunderland südlich von Dänemark, wo das Verheizen von Kraftstoff ohne Tempolimit dem Verkehrsminister zufolge dem gesunden Menschenverstand entspricht, und man lieber die obsoleten Kohle-Arbeitsplätze mit Milliarden subventioniert, anstatt in zukunftsfähige Infrastruktur zu investieren. So lange das "Weiter so" propagiert wird als gäbe es kein Morgen, um dem Bürger keine Veränderungen zumuten zu müssen, weil er bekanntermaßen geschützt werden muss vor allem, was er nicht kennt, wird Deutschland Stück für Stück ökonomisch irrelevanter und irrelevanter. Als könne man den Dinosauriern beim aussterben zusehen. Schon faszinierend, aber auch gruselig, wie so eine Industrienation von gestern sich selber abschafft, obwohl die Rezepte alle auf dem Tisch liegen.

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StefanieTolop 12.06.2019, 20:33
6. Dumm sind die Norweger nicht

Die riesigen Fonds, in denen das norwegische Staatsvermögen verwaltet wird, werden zum Wohle der Norweger eingesetzt. Das ist auch der Grund, weswegen die Norweger nie der EU beitreten wollten und es auch nicht werden. Sie wissen genau, dass ihr Vermögen dann das Ziel der ganzen Südländer sein wird. Also bleiben sie lieber draußen und können ihr Geld mit Verstand verwalten und vor allem erhalten. Die Norweger sind auch keine Rassisten, nur weil sie dem "Wer-nicht-für-die-EU-ist,-ist-rechts"-Dogma widerstehen. Nein, sie sind einfach clever. Natürlich haben sie auch schlichtweg Glück gehabt, dass ihr Staatsgebiet so umfangreiche Ölquellen umfasst. Wäre das aber in Deutschland der Fall gewesen, dann hätten die deutschen Politiker diesen Schatz verschenkt.

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Ein_denkender_Querulant 12.06.2019, 20:34
7. Diese Kommunisten!

Was bilden sich diese Kommunisten eigentlich ein, die Gewinne nicht wie im Kapitalismus üblich an wenige auszuschütten? Das kann doch gar nicht funktionieren. In einem ordentlichen Staat wie Deutschland haben 45 Menschen soviel wie die untere Hälfte, also soviel wie 40 Millionen, So gehört sich das. Unverschämtheit!
https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/vermoegen-45-superreiche-besitzen-so-viel-wie-die-halbe-deutsche-bevoelkerung-a-1189111.html

Ja, danke Norwegen. Da zeigt sich, wie man sinnvoll haushalten kann, um staatliches Vermögen zu verwalten. Bei uns läuft es ja immer darauf hinaus, dass nur die Kosten sozialisiert werden, die Gewinne aber in die Taschen weniger fließen. Übrigens haben die reichen Deutschen ca. 8 Billionen an Werten akkumuliert, während zwei Drittel von der Hand im Mund leben. Aber gut, der Deutsche tritt wie eh und je lieber nach ganz unten, anstatt die vorhandenen Früchte gerecht zu verteilen.
https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/wohlstand-in-deutschland-wer-profitiert-wirklich-vom-dauerboom-a-1230464.html

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ossimann 12.06.2019, 20:35
8. Ja die haben es drauf .

Aber auch den geologischen Vorteil der "hohen Berge und tiefen Täler" . Da die Bevölkerungsdichte auch gering ist kann man der Wasserkraft als grüne Stromerzeugung frönen . Vorrausgestzt es kommt immer ordentlich was runter von den Bergen . Wo sollen wir Stauseen errichten ? Da würden wohl viele Orte unter Wasser verschwinden . Müssen wohl unsere eigene Iden verwirklichen . Habe heute im Fernsehen einen interessanten Ansatz gesehen "Propellerstrom" zu speichern . Durch Erhitzen von
"Gesteinsbrocken" auf etliche hundert Grad , Hitze soll bis 1 Woche anhalten , wenn Energie benötigt wird wird mit dieser Hitze wieder Strom erzeugt . Mal sehen ob das Zukunft hat , klingt aber interessant da keine Akkus benötigt werden und somit ökologisch vorteilhaft .

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fortelkas 12.06.2019, 20:40
9. Norwegen war mir

....immer schon sympathisch. Natürlich können andere Industrieländer so etwas nicht einfach 1 zu 1 einführen und übersetzen, aber ein konsequentes Umsteuern ist in einigen Bereichen schnell möglich, z. B. in der Verkehrspolitik: In Norwegen gibt es auf allen Straßen konsequente Geschwindigkeitsbegrenzungen, die auch unnachsichtig geahndet werden, und das ist richtig so. In Deutschland scheinen endlich politische Mehrheitsverhältnisse zu kommen, die einschneidende Geschwindigkeitsbegrenzungen, vor allem auf Atobahnen, schnell möglich machen. Ich freue mich schon darauf.
Erwin Fortelka

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