Forum: Wirtschaft
Größtes US-Handelsdefizit seit zehn Jahren: Vorher ist man immer schlauer
AFP

Dass Amerikas Handelsdefizit weiter wächst, brachte dem US-Präsidenten diese Woche viel Spott ein. Auch aus Deutschland. Dabei sollten gerade die Deutschen gewarnt sein, wie schnell der Zoll-Rosenkrieg die eigene Wirtschaft treffen kann.

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hannesmann 08.03.2019, 13:20
1.

Vielleicht wäre es auch mal eine Idee wert, darüber nachzudenken aus dem Euro wieder eine Hartwährung zu machen. Bei einem Dollarkurs von 1,40 bis 1,50 würde die Kaufkraft in der Eurozone, und insbesondere auch in Deutschland, erheblich steigen. Dann bräuchten die Privathaushalte z.B. für Benzin, Heizung u.a. nicht so viel Geld auszugeben und könnten mehr in anderen Gütern konsumieren. Dann braucht man auch keine staatlichen Investitionsprogramme, die in vielen Bereichen ohnehin nur durch Preiserhöhungen aufgefressen würden. Da man aber in Europa lieber die "Weichwährungstour" fährt braucht man sich nicht zu wundern das Trump etwas entgegen setzt.

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hefe21 08.03.2019, 13:40
2. Bilanzfälscher

Man nennt es wohl Eulenspiegelei, wenn die Kapitalgeber eines Landes vor ca. 40 Jahren beschlossen haben, die "Arbeit" auszulagern und nun der nicht eingeweihte Stammeshäuptling der USanier auf diesem Teilbereich der Zahlungsbilanz herumreitet. Der ja saldenmässig gar nicht anders sein kann. So schnell zumindest nicht.

Zum Ausgleich haben dieselben Kapitalgeber ja massiv in ihre ausländischen Lieferketten investiert und damit statt Exporterlöse Dividenenerlöse lukriert. Sie haben statt interner Produktion einst auch mitbeschlossen, sich am Binnenmarkt vorrangig mit gegenseitiger Immobilienschacherei zu beschäftigen und die Schundkredite, die die dortigen "Gewinne" ermöglicht haben, verpackt zu exportieren. Ein bis heute ungesühntes Kapitalverbrechen, ganz nach dem Geschmack des Potus.

Sie verlangen über Ihre entwicklungsgehätschelten Monopolkonzerne aktuell nur für die Top 20 an die 10 Billionen Dollare an den Börsen als "Preisaushang" und sie können mit ihrer militär- und geheimdienstgestärkten Justiz unglaubliche "Entschädigungszahlungen" weltweit (na, ja fast) eintreiben.

Und statt dort, wo sich diese Gewinne in der US-Oligarchie angesammelt haben, einen Ersatzausgleich für die "abgehängten" Gebiete vorzunehmen, hat er sie auch noch mit einer Steuerreform bonifiziert.
Immerhin kann man der US-Oligarchie nicht nachsagen, dass sie sich nicht um das selbstgeschaffene Prekariat gekümmert haben. Es wurden ihm Opiate und Drogen aller Art zur Bewältigung seiner Krisen verschafft.
Oh holy Land of Sickness.

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curiosus_ 08.03.2019, 13:49
3. Wo..

Zitat von Thomas Fricke
..dass in Europa jene Länder zu einem Investitionsprogramm ansetzen, die es sich dank überschüssiger Etats leisten können. Also wir zum Beispiel.
..soll denn investiert werden? In der Bauwirtschaft? Die ist doch jetzt schon am Kapazitäts-Anschlag.

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Pfaffenwinkel 08.03.2019, 14:17
4. Schadenfreude

ist die schönste Freude, sagt der Volksmund. Zumal sich Trump ja selber als "Genie" bezeichnet.

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Europa Ja 08.03.2019, 14:20
5. Europa nicht Deutschland

Wir sollten aufhören von einzelnen Staaten zu reden und bilaterale Abkommen machen, sondern von Europa reden und Europa als ganzes gegen ausländische Staaten (USA, CN) Handels/Wirtschaftspolitik betreiben lassen. Dann können wir uns mit breiter Brust hinstellen und auf Augenhöhe verhandeln und nicht nach der vermeintlich besseren duckmäuserischen Alternative suchen.

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Ein_denkender_Querulant 08.03.2019, 14:21
6. Wieso Spott?

Das ganze ist eine rieisge Gefahr. Die US-Wirtschaft wird immer instabiler, eine kleine Zinssteigerung der Auslandskredite und die US sind pleite. Oder sie senken den Dollarkurs und reißen viele andere Volkswirtschaften mit, deren Dollarbestände wertlos werden.

Nein, Spott und Häme ist völlig falsch, Besorgnis eher am Platz. Besorgnis darüber, wann die wichtigste Nation der Welt endlich wieder einen angemessenen Präsidenten bekommt.

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archi47 08.03.2019, 14:25
7. Und es gibt tatsächlich noch Wissenschaftler,

die diese Form von feudalen Kapitalismus, also eine Art von Plünderwirtschaft, als die erstrebenswerte Form der Marktwirtschaft anpreisen.
Dabei fehlt bei dem Slogan "Amerika first" nur das dritte Wörtchen:
"down". Der Schuß ins eigene Knie perfekt inszeniert und die sogar mehrheitfähig. Bin gespannt, wie viele hier bald diesem Rattenfänger hinterherwatscheln werden...

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oligol127 08.03.2019, 14:30
8. Und wozu das Ganze?

Leistungsbilanz Defizit (USA): Ich bekomme Waren gegen Schuldscheine.
Leistungsbilanz Überschuss (Deutschland): Ich liefere Waren gegen Schuldscheine.
Er ewig Defizite produziert, bekommt Waren 'geschenkt' und wer ewig Überschüsse produziert, der 'verschenkt' seine Waren. Wer ist hier wohl der Dumme?

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hisch88 08.03.2019, 14:32
9. ""...dass die Chinesen einfach effizienter im Handelskrieg sind. ""

Nicht nur, Chinesen sind auch noch nationalistischer als die US-Amerikaner.

Sobald Chinesen sich angegriffen fühlen, wächst sofort der eigene Nationalstolz und der Hass auf "die entsprechenden Ausländer".

Beste Beispiele aus der Vergangenheit sind Konflikte mit Japan, was sofort zu einem wirtschaftlichen Einbruch führte. Oder auch Carrefour im kleinen.

Zur Zeit werden eben die USA Produkte verschmäht, da der Herr Präsident China angegriffen hat. Vielleicht lernt er das auch noch, der Herr Präsident.

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