Forum: Wirtschaft
GroKo-Einigung: Was das Soli-Ende für Sie persönlich bedeutet

Nun ist klar: Der Solidaritätszuschlag soll wegfallen - aber nur für die unteren 90 Prozent der Steuerzahler. Gehören Sie dazu? Und wie viel Geld sparen Sie dadurch? Dieser interaktive Rechner zeigt es.

Seite 2 von 14
DerMuedeJoe 17.06.2019, 16:19
10. Berechungen korrekt?

Ich bin verheiratet, und ohne Kinder. Laut meinem Steuerbescheid zahle ich 235 Euro Solidaritätszuschlag und eine Lohnsteuer von 4280 Euro.
Laut ihrem Rechner würde ich keinen Soli zahlen und eine Lohnsteuer von 770 Euro. Was stimmt denn nun nicht?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Harald Schmitt 17.06.2019, 16:20
11. mal nachrechnen

Zitat von Sleeper_in_Metropolis
Zitat : "Für Steuerzahler stellen sich nun Fragen: Gehöre ich zu den unteren 90 oder doch zu den obersten 10 Prozent? Wird mir also der Solidaritätszuschlag künftig erlassen oder nicht? " Naja, für die oberen 10 Prozent ist es doch eh egal, ob die die paar Euro nun weiterhin zahlen müssen oder nicht. Für den Gegenwert können die sich ungefähr eine SUV-Tankfüllung mehr im Jahr "leisten", also nicht der Rede wert. Und für die restlichen 90 Prozent ist die Soli-Abschaffung auch eher symbolischer Natur, ist es doch mit Abstand der kleinste Posten auf der Steuer&Abgaben-Rechnung.
Der komische Steuerrechner sagt mit bei 60T€ brutto soll ich 682€ Soli! Und er sagt 92,2% der steuerpflichtigen zahlt weniger Steuern als ich. Das würde bedeuten mit so wenig Geld ist man schon reich! Ich kann mir nicht mal einen deutschen Mittelklasseneuwagen leisten, geschweige denn eine Immobilie hier kaufen! Eine Doppelhaushälfte aufm Dorf kostet hier über 400000€!

Da ist man noch nicht reich! Und wenn ich dann noch privat vorsorgen soll um dann ne mickrige Rente zu bekommen, die dann auch noch mal zu 100% versteuert wird, dann läuft hier was schief! Jeder Beamte mit dem gleichen Gehalt bekommt viel über doppelt so viel Pension und noch ne private Krankenversicherung!

Irgendwann sollten sie dringelnd mal die Definitionen anpassen. Das bekommen hier schon manche Facharbeiter und keine Manager!!!

Soli kommt ja eigentlich von solidarisch, wo bleibt die Solidarität, wenn nur 10% geschröpft werden, die es ohnehin schon schwer genug haben! Anscheinend gibt es nur noch Geringverdiener, Megareiche und Rentner, alle anderen haben hier in dem System verloren und dürfen die HAuptlast zahlen, weil sie sich nicht einfach nach Monaco oder in die Schweiz absetzen können!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
PolitBarometer 17.06.2019, 16:41
12.

Zitat von Bln79
Das halte ich für eine steile These. Bei den 10% sind Sie nämlich ganz schnell. Ein Brutto von 55.000€ p.a., ledig, keine Kinder, schon sind Sie mit drin. Und 4.600€ Monatsbrutto ist ein vollkommen normales mittleres Einkommen.
Aber nur nach Ihrer These. Das Deutsche Brutto-Durchschnittseinkommen liegt momentan bei rund 3820 EUR/mtl. Mit 4600 EUR/mtl. sind Sie dann schon nicht mehr im Bereich eines "vollkommen normalen mittleren Einkommens", sondern kratzen bereits am unteren Rand der im Artikel angesprochenen 10%.
Das mag von den Zahlen her verblüffen, aber so ist das.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Hennes Bock 17.06.2019, 16:45
13. Abwarten

Die nun auf Druck der SPD vereinbarte Regelung ist meines Erachtens grob verfassungswidrig. Spätestens mit dem Wegfall des Solidarpaktes II im nächsten Jahr entfällt der Rechtsgrund für die Erhebung. Wer eine stärkere Belastung mittlerer und höherer Einkommen will, so wie die Mütter und Väter der 90%-Regelung, der muß den Solidaritätszuschlag abschaffen und entsprechend die Einkommenssteuer erhöhen.
Also, warten wir die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts ab die da kommen wird.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Abbuzze 17.06.2019, 16:46
14. Jein...

Zitat von Bln79
Das halte ich für eine steile These. Bei den 10% sind Sie nämlich ganz schnell. Ein Brutto von 55.000€ p.a., ledig, keine Kinder, schon sind Sie mit drin. Und 4.600€ Monatsbrutto ist ein vollkommen normales mittleres Einkommen.
Mit 4600€ brutto im Monat verdient man tatsächlich mehr als ca. 70-75% aller Einkommenssteuerzahler. Normales mittleres Einkommen ist das somit schon nicht mehr.
Bei ca. 3000€/Brutto liegt der Medianlohn.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
burlei 17.06.2019, 16:49
15. @Bln79, #3

Zitat von Bln79
Das halte ich für eine steile These. Bei den 10% sind Sie nämlich ganz schnell. Ein Brutto von 55.000€ p.a., ledig, keine Kinder, schon sind Sie mit drin. Und 4.600€ Monatsbrutto ist ein vollkommen normales mittleres Einkommen.
Na, bei 4.600 Euro Monatseinkommen müssen Sie aber schon Social-Media-Manager, Systemadministrator oder ähnliches sein. Ein Maschinenbau-Ingenieur liegt bereits darunter, von Mechatronikern, Marketing-Assistenten, Großhandelskaufmann oder Gebäudereinigern mal ganz zu schweigen. "Zeit Online" beschreibt die Mittelschicht schön in zwei Sätzen: "Demnach gehören alle Haushalte zur Mittelschicht, deren monatliche Einkünfte in einem bestimmten Korridor um das mittlere Einkommen liegen. Für einen Singlehaushalt liegt dieser Median bei knapp 1.400 Euro pro Monat, bei drei Personen sind es rund 3.400 Euro." 1.400 Euro Netto, da ist es noch ein weiter Weg bis zu Ihren 4.600 Euro, auch wenn das Brutto ist.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
irritation 17.06.2019, 16:53
16.

#2 Also einfach nicht abschaffen? Ist das die Botschaft, die sie senden möchten?
Generell: Unverheirateten ohne Kindern wir bis zu einem Bruttoeinkommen von ungefähr 55.000 Euro der Solidaritätszuschlag erlassen. Mit zwei Kindern können sie etwa 58.500 Euro verdienen. Ein verheiratetes Paar ohne Kindern kann auf etwa 101.500 Euro kommen und mit zwei Kindern dürfen es 104.000 Euro sein. Das sind aus meiner Sicht in München noch keine Großverdiener, die im SUV fährt zum Supermarkt fahren. Von der/dem Alleinerziehenden mit zwei Kindern möchte ich da garnicht anfangen. Umgekehrt kann es einem da in Brandenbrug, dem Saarland oder zwischen Hof und Wunsiedel schon gut gehen (auf das kinderlose Paar gerechnet).
Wird eigentlich ein Freibetrag (dynamisch orientiert) festgelegt oder sind die die es garde in die "oberen" zehn Prozent schaffen die Dummen? Müssen die den vollen Solidaritätszuschlag auf ihre gesamte Einkommenssteuer zahlen und stehe dann viel schlechter da als die die ihn gerade so nicht zahlen müssen?
Ein Beispiel zu meiner Frage: Alleinstehend und ohne Kinder zahlt man mit einem Bruttoeinkommen von 54.500 Euro etwa 10.400 Steuern und etwa 500 Euro Solidaitätszuschlag, der dann wegfällt, weil 10,2 Prozent mehr Steuern zahlen. Mit einem Bruttoeinkommen von 55.000 Euro ist man untern den obersten 10 Prozent und zahlt knapp 10.600 Euro Steuern und zusätzlich knapp 600 Euro Solidaitätszuschlag. Hat man dann trotz 500 Euro mehr Bruttoeinkommen 760 Euro weniger Nettoeinkommen? Das Spiel funktioniert auch für Paare und mit Kindern....

Beitrag melden Antworten / Zitieren
telarien 17.06.2019, 16:55
17. Für die 10%

Ich finde das völlig daneben. Ein Einkommen wird also weiter belastet, ein Vermögen nicht. Wer arbeitet, wird bestraft, wer geerbt hat, wird belohnt?
Na gut, dann aber bitte mit Auswahlmöglichkeiten. Soli den Alleinerziehende bekommen, Soli für die Bundeswehr, gerne mehr. Aber bitte Alternativen für Soli für den Osten!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
bauigel 17.06.2019, 17:05
18. @ Zaphod

Natürlich gibt es ein Sozialprinzip und wer mehr hat kann auch mehr leisten. Aber irgendwann ist eine Grenze erreicht. Die oberen 10% (und davon ist nur ein extrem kleiner Teil wirklich reich) tragen bereits heute mehr als 50 % der Einkommensteuer.
Das sind die, die sich mit 50-60 h/Woche den Hintern aufreißen und sich dann ständig anhören müssen, dass sie ja noch mehr zahlen können.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Stäffelesrutscher 17.06.2019, 17:08
19.

@10 und 11: Sie haben sich vermutlich von dem unsinnigen Begriff Bruttoeinkommen täuschen lassen, den es im Steuerrecht nicht gibt. Geben Sie mal zum einen die Bruttoeinnahmen und zum anderen das zu versteuernde Einkommen ein - und Sie sehen den Unterschied.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 2 von 14