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GroKo-Einigung: Was das Soli-Ende für Sie persönlich bedeutet

Nun ist klar: Der Solidaritätszuschlag soll wegfallen - aber nur für die unteren 90 Prozent der Steuerzahler. Gehören Sie dazu? Und wie viel Geld sparen Sie dadurch? Dieser interaktive Rechner zeigt es.

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alph 17.06.2019, 17:11
20. Verstehe ich nicht wirklich...

Jetzt mal ehrlich, wenn sich hier Leute mit 60k+ Jahresbrutto über ihr schwieriges Leben beschweren, sind die Prioritäten dieser Leute nicht ganz richtig gesetzt.

Wir können uns als Berufseinsteiger mit zusammen 50k und einem Kind einen deutschen Mittelklassewagen (4 Jahre alt), einen Jahresurlaub und ein recht sorgenfreies Leben leisten, mit so viel übrig, dass wir innerhalb der nächsten 5 Jahre einen Wohnungs-/Hauskauf angestreben (Großstadt in Mitteldeutschland).

Was man natürlich nicht zu oft machen sollte, ist zwei Mal in der Woche in Restaurants dinnieren, wöchentlich ins Kino gehen oder jährlich einen Fernseher kaufen.

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bauigel 17.06.2019, 17:12
21. @ Harald Schmitt

Ja, aber genauso ist es. Das Problem ist, dass der Großteil der Bevölkerung keine Ahnung von der Einkommensverteilung hat obwohl es regelmäßig Übersichten hierzu gibt.
Ab ca. 55.000 € brutto im Jahr gehört man zu den Top 10%.
Diese Gruppe zahlt mehr als 50 % der Einkommensteuer. Ab ca. 110.000 € gehört man zu den obersten 1%, die wiederum etwa 10% der Einkommensteuer tragen - weil es davon nur wenige gibt. Der Großteil der Steuern wird also von denen gezahlt, die zwischen 55.000 bis 110.000 € verdienen. Wobei 60.000 brutto für einen Alleinstehenden etwa 2.600 € netto bedeuten.
Aber laut Kneipenmeinung sind die obersten 10% alle Millionäre.... das ist das Problem.

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ruediger 17.06.2019, 17:14
22.

Es ist wie angenommen, die Hälfte des Soli soll bleiben. Nur dass diese Hälfte jetzt von 10% der Steuerzahler bezahlt werden muss. Dass dies nicht gerecht , ist völlig klar. Ob es verfassungskonform ist erst recht nicht.

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dr.bernd_fabry@web.de 17.06.2019, 17:27
23. Von wegen Bagatelle ...

5,5 % vom Einkommen nenne ich auch als Gutverdiener, der garantiert weiter Soli zahlen muss, durchaus keine Bagatelle. Allerdings sehe ich das tiefenentspannt: die unterschiedliche Handhabung ist sehr wahrscheinlich nicht verfassungskonform, da Verstoß gegen das Gleichbehandlungsgebot. Da stimme ich Herrn Söder ausnahmsweise mal zu. Die FDP klagt mit Sicherheit und so sehe ich den Tag kommen, da sich die GroKo ein einmal mehr blamiert, weil sie nicht in der Lage ist, verfassungskonforme Gesetze zu erlassen.

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rocky_heike 17.06.2019, 17:27
24.

Und schon wieder kommen Beamte besser weg als angestellte Arbeitnehmer, weil sie Brutto weniger bekommen. Ich gehöre sicher zu den 10 % Besserverdienenden, und mehr Steuern, mehr SOLI ist vollkommen ok. Aber langsam habe ich keine Lust mehr die unglaublichen vielen Beamten, die sich unser Staat leistet, immer mit zu finanzieren. Was ich sagen will: Für Beamte und deren Beitrag zum SOLI müssen andere Regeln Anwendung finden.

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kamkam99 17.06.2019, 17:29
25. der Soli sollte generell entfallen.

Er hat seinen Zweck nicht erfüllt.Die Sektsteuer auch,die Reichsflotte ist versenkt.Der Spitzensteuersatz sollte wie früher angehoben werden,und nicht die getürkte SPD-Kiste.Ferner sollte die Möglichkeit der Steuerflucht stärker eingedämmt werden.Und nicht die Verweigerungshaltung von Herrn Scholz zur geplanten EU weiten Verhinderung von Steuerparadiesen wie Luxemburg.Es muß nicht der Leistuingsträger wie der Mittelstandsbauch sondern die Steuerbetrüger zur kasse gebeten werden.

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a.weishaupt 17.06.2019, 17:37
26. Absetzen ins Ausland

Zitat von Harald Schmitt
Irgendwann sollten sie dringelnd mal die Definitionen anpassen. Das bekommen hier schon manche Facharbeiter und keine Manager!!! Soli kommt ja eigentlich von solidarisch, wo bleibt die Solidarität, wenn nur 10% geschröpft werden, die es ohnehin schon schwer genug haben! Anscheinend gibt es nur noch Geringverdiener, Megareiche und Rentner, alle anderen haben hier in dem System verloren und dürfen die HAuptlast zahlen, weil sie sich nicht einfach nach Monaco oder in die Schweiz absetzen können!
Die hohen Steuersätze waren durchaus mal für Manager gedacht, sie sind nur durch die Inflation seit den 1970ern auf das heutige Niveau gedrückt worden.
Ins Ausland abwandern lohnt sich teils jetzt schon für Facharbeiter, z.B. zahlt man in Dubai keine Einkommensteuer oder Mehrwertsteuer. Paar Jahre die Taschen vollmachen und dann zurückkommen. Kenne Leute, die das erfolgreich durchgezogen haben, und ich denke auch darüber nach. Denn meine Arbeit ist anspruchsvoll, und ich muss damit rechnen, das nicht bis zum Rentenalter machen zu können. Ansparen ist bei diesem Steuersatz aber kaum noch möglich, abgesehen davon dass bei Kapitalerträgen nochmal hingelangt wird, während etwa UK und Frankreich hohe Freibeträge für Kleinsparer haben.
Diese Regierung schafft es noch, dass normale Arbeitnehmer machen, was früher nur wirklich Reiche als Ausweg genutzt haben.

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hesse2004 17.06.2019, 17:38
27.

Zitat von curiosus_
..2 Kindern und 60 000 Euro Einkommen macht das gerade mal 202.- Euro mehr im Jahr aus. Gigantisch. Bei 50 000 Euro sind es exakt 0.- Euro. Und bei 120 000 Euro 1238.- Euro. Und bei 150 000 Euro 408.- Euro, bei 160 000 Euro ist man wieder bei 0. Also 0,34% / 0% / 1,0% / 0,27% / 0% des Brutto-Einkommens. Nicht nur absolut, auch prozentual profitieren die Besserverdienenden am meisten.
Das liegt daran, dass der Kinderfreibetrag mit dem Kindergeld verrechnet wird. Dieser liegt zur Zeit bei 7.620 Euro. Das Kindergeld liegt bei 204 Euro pro Monat. Das sind im Jahr 2448 Euro.

Das bedeutet vom 2448/7620 = 0,32. Das heißt das man erst ab einem Grenzsteuersatz von 32% vom Kinderfreibetrag profitiert. Menschen die den Spitzensteuersatz zahlen (45%) haben im Jahr 981 Euro mehr für ihr Kind als Menschen die einen Steuersatz kleiner 32% haben.


Bisher konnte mir keiner erklären, warum es Kindergeld und Kinderfreibetrag gibt, bzw. warum das Kindergeld nicht so hoch ist, dass es exakt 45% des Kinderfreibetrags entspricht. Wahrscheinlich brauchen gutverdienende Menschen einfach mehr Geld um ihre Kinder zu erziehen. Klavierunterricht, Ballett und Golfkurs geht halt ins Geld genauso wie die Privatschule ...

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Crom 17.06.2019, 17:39
28.

Zitat von curiosus_
..2 Kindern und 60 000 Euro Einkommen macht das gerade mal 202.- Euro mehr im Jahr aus. Gigantisch. Bei 50 000 Euro sind es exakt 0.- Euro. Und bei 120 000 Euro 1238.- Euro. Und bei 150 000 Euro 408.- Euro, bei 160 000 Euro ist man wieder bei 0. Also 0,34% / 0% / 1,0% / 0,27% / 0% des Brutto-Einkommens. Nicht nur absolut, auch prozentual profitieren die Besserverdienenden am meisten.
Profitieren? Die "Besserverdienenden" wurden in der Vergangenheit stärker belastet und durch Abschaffung des Solis kommt man nur wieder zurück zum Status quo ante.

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Das Pferd 17.06.2019, 17:39
29.

Zitat von Sleeper_in_Metropolis
Zitat : "Für Steuerzahler stellen sich nun Fragen: Gehöre ich zu den unteren 90 oder doch zu den obersten 10 Prozent? Wird mir also der Solidaritätszuschlag künftig erlassen oder nicht? " Naja, für die oberen 10 Prozent ist es doch eh egal, ob die die paar Euro nun weiterhin zahlen müssen oder nicht. Für den Gegenwert können die sich ungefähr eine SUV-Tankfüllung mehr im Jahr "leisten", also nicht der Rede wert. Und für die restlichen 90 Prozent ist die Soli-Abschaffung auch eher symbolischer Natur, ist es doch mit Abstand der kleinste Posten auf der Steuer&Abgaben-Rechnung.
eher nicht. Wieder ein Posten auf dem Steuerbescheid weniger, auch der erzeugt Erfassungskosten. Und macht dem Mist übersichtlicher. Für mich erfreulich.

Und mit dem SUV liegen Sie falsch, es sind eher 10 Tankfüllungen bei Ehepaar mit 2 Kindern. Was da auch nicht wirklich weh tut. Aber eben eine populäre Maßnahme, und Sie würden vermutlich auch bei der 10. Maßnahme, die jeweils "nur" einen Tausender mehr Steuern bedeutet, auch noch sagen, daß es Kleinkram ist. Aber auch da haben die Leute Frust. Und es gibt immer wieder irgend eine soziale Wohltat, für die noch ein Tausender, dann auch sicher wieder bei der Mittelschicht, eingesammelt wird.Und irgendwann wird versucht die Steuer nach unten zu frisieren. oder, eigentlich noch problematischer, einfach weniger zu arbeiten. auch jenseits der 100k/a hat der Mensch kein Gemüht wie ein Schaukelpferd.

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