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GroKo-Einigung: Was das Soli-Ende für Sie persönlich bedeutet

Nun ist klar: Der Solidaritätszuschlag soll wegfallen - aber nur für die unteren 90 Prozent der Steuerzahler. Gehören Sie dazu? Und wie viel Geld sparen Sie dadurch? Dieser interaktive Rechner zeigt es.

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phg2 17.06.2019, 17:44
30.

Zitat von curiosus_
..2 Kindern und 60 000 Euro Einkommen macht das gerade mal 202.- Euro mehr im Jahr aus. Gigantisch. Bei 50 000 Euro sind es exakt 0.- Euro. Und bei 120 000 Euro 1238.- Euro. Und bei 150 000 Euro 408.- Euro, bei 160 000 Euro ist man wieder bei 0. Also 0,34% / 0% / 1,0% / 0,27% / 0% des Brutto-Einkommens. Nicht nur absolut, auch prozentual profitieren die Besserverdienenden am meisten.
Bei 50.000 Euro wurden in dem Fall ja auch kein Soli gezahlt,
schon etwas skurril sich dann zu beschweren wenn's bei der Abschaffung des Solis nichts "zurück" gibt.
Und wenn's bei 60.000 nur 200 Euro sind hat man+frau ja auch nur 200 Euro pro Jahr bezahlt.
Richtig blöd ist das für die, die seit Einführung des Solis relevantere
Beiträge zur Solidaritätssteuer gezahlt haben und bald in Rente gehen, die haben dann entweder gar nichts oder nur sehr wenig davon.

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Zaphod 17.06.2019, 17:52
31. Leistung muss sich lohnen?

Zitat von bauigel
Natürlich gibt es ein Sozialprinzip und wer mehr hat kann auch mehr leisten. Aber irgendwann ist eine Grenze erreicht. Die oberen 10% (und davon ist nur ein extrem kleiner Teil wirklich reich) tragen bereits heute mehr als 50 % der Einkommensteuer. Das sind die, die sich mit 50-60 h/Woche den Hintern aufreißen und sich dann ständig anhören müssen, dass sie ja noch mehr zahlen können.
Es ist anzunehmen, dass auch sehr viele Steuerpflichtige, die nicht zu den 90 % Bestverdienern gehören, sich "mit 50-60h/Woche den Hintern aufreißen". Der Unterschied ist, dass diese Leute, z.B. im Pflegebereich, sich dann anhören müssen, dass für sie nicht mehr Geld da ist.

Insofern ist die wöchentliche Arbeitszeit kein Indiz für irgendetwas. Sehr wahrscheinlich macht vielen Bestverdienern ihre Arbeit sogar noch Spass und wird nicht als Belastung empfunden. Wer jedoch überdurchschnittlich viel arbeitet, überdurchschnittlich viel verdient und trotzdem mit seinen Lebensumständen unzufrieden ist, der sollte die Gründe hierfür nicht einfach im Steuerrecht suchen, sondern eher in sich selbst. Er sollte sich fragen, wie er wirklich glücklich werden kann.

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Sleeper_in_Metropolis 17.06.2019, 17:59
32.

Zitat von irritation
#2 Also einfach nicht abschaffen? Ist das die Botschaft, die sie senden möchten?
Nein, und ich finde die 10/90-Prozentregel auch völlig OK. Ich wollte nur darauf hinweisen, das der Soli verglichen mit allen anderen Abzügen auf dem Gehaltszettel eher als Peanuts zu bewerten ist, gerade für die besagten 90% aus dem Artikel. Weil einige nämlich so tun, als würden sie nach der Soliabschaffung demnächst im Geld schwimmen, um es mal überspitzt zu sagen.

Und für die 10% gilt : Wer 5000 EUR und mehr im Monat nach Hause bringt, den werden die 500-600 EUR Soli im Jahr auch nicht umbringen. Ich bin mir sicher, das es da im Lebensstil eine Menge anderer Einsparmöglichkeiten gibt.

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shotaro_kaneda 17.06.2019, 18:01
33. @ Bln79 #3

Zitat: "Und 4.600€ Monatsbrutto ist ein vollkommen normales mittleres Einkommen." Anscheinend ist es das nicht, sonst würde man nicht zu den oberen 10% gehören. Von 4600 Brutto können viele nur träumen.

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Sleeper_in_Metropolis 17.06.2019, 18:09
34.

Zitat von bauigel
Ja, aber genauso ist es. Das Problem ist, dass der Großteil der Bevölkerung keine Ahnung von der Einkommensverteilung hat obwohl es regelmäßig Übersichten hierzu gibt. Ab ca. 55.000 € brutto im Jahr gehört man zu den Top 10%. Diese Gruppe zahlt mehr als 50 % der Einkommensteuer. Ab ca. 110.000 € gehört man zu den obersten 1%, die wiederum etwa 10% der Einkommensteuer tragen - weil es davon nur wenige gibt. Der Großteil der Steuern wird also von denen gezahlt, die zwischen 55.000 bis 110.000 € verdienen. Wobei 60.000 brutto für einen Alleinstehenden etwa 2.600 € netto bedeuten. Aber laut Kneipenmeinung sind die obersten 10% alle Millionäre.... das ist das Problem.
Laut Kneipenmeinung sind die oben 10 % Prozent keinesfalls alles Millionäre, aber im vergleich Menschen die schon relativ gut verdienen. Und wenn ich mir ansehe, was für einen Lebensstil viele von denen führen macht es auch nicht den Eindruck, als wenn die am Bettelstab gehen würden und jeden Cent umdrehen müssten. Es sei ihnen ja auch gegönnt, die arbeiten ja auch dafür. Nur sollte man nicht so tun, als würde man vom Staat bis auf HartzIV Niveau geschröpft. Die Masse der Angestellten wird 2000 - 3500 EUR monatlich verdienen, wohl gemerkt Brutto. Da ist man mit 55 K Brutto (und darüber) im Jahr finanziell schon ganz gut dabei.

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Sleeper_in_Metropolis 17.06.2019, 18:13
35.

Zitat von Harald Schmitt
Der komische Steuerrechner sagt mit bei 60T€ brutto soll ich 682€ Soli! Und er sagt 92,2% der steuerpflichtigen zahlt weniger Steuern als ich. Das würde bedeuten mit so wenig Geld ist man schon reich! Ich kann mir nicht mal einen deutschen Mittelklasseneuwagen leisten, geschweige denn eine Immobilie hier kaufen! Eine Doppelhaushälfte aufm Dorf kostet hier über 400000€!
60.000 /Jahr sind 5000 Brutto/Monat, damit verdienen sie ungefähr das doppelte von dem was ein einfacher Angestellter im Monat kassiert. Reich ist man für meine Definition damit nicht, aber schon gut verdienend. Und wenn Sie sich damit nicht mal einen deutschen Mittelklassewagen leisten können, sorry, aber dann machen sie auf der Ausgabenseite irgendwas falsch.

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phg2 17.06.2019, 18:14
36.

Zitat von dr.bernd_fabry@web.de
5,5 % vom Einkommen nenne ich auch als Gutverdiener, der garantiert weiter Soli zahlen muss, durchaus keine Bagatelle. Allerdings sehe ich das tiefenentspannt: die unterschiedliche Handhabung ist sehr wahrscheinlich nicht verfassungskonform, da Verstoß gegen das Gleichbehandlungsgebot. Da stimme ich Herrn Söder ausnahmsweise mal zu. Die FDP klagt mit Sicherheit und so sehe ich den Tag kommen, da sich die GroKo ein einmal mehr blamiert, weil sie nicht in der Lage ist, verfassungskonforme Gesetze zu erlassen.
Es sind 5,5 Prozent Ihrer Einkommensteuer und nicht 5,5 Prozent von Ihrem Einkommen. Das ist schon ein ordentlicher Unterschied.
@8. curiosus:
Wäre aber schon etwas kurios wenn ein Ehepaar mit 2 Kindern
und 50.000 Brutto, das keinen Soli zahlt nach der Abschaffung des Solis was bekommen würde. Nie gezahlt, aber profitieren?
Dumm ist das nur für die, die bald in Rente gehen und Jahrzehnte
lang den Soli gezahlt haben - die haben nix oder fast nix mehr von der Abschaffung.

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locate 17.06.2019, 18:15
37. Harte Grenze?

Wenn jemand (ledig) bisher 54.600€ im Jahr verdient hat, und demnach bisher keinen Soli von run 500€ zahlen muss, und dann eine Gehaltserhöhung auf 54.700€ bekommt, stünde derjenige plötzlich alleine wg. der Soligrenze um die 400€ schlechter da?

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liberaleroekonom 17.06.2019, 18:16
38. Die Beschäftigung mit dem interaktiven Soli-Rechner ist völlig sinnlos

Es lohnt sich wirklich nicht, sich mit diesen interaktiven Soli-Rechner zu beschäftigen. Bevor dieses Gesetz am 01.01.2021 in Kraft tritt, wird es sowieso spätestens 2020 vom BVerfG einkassiert.
Wer wissen will warum, har hier etwas Lesestoff.

1. Die absolut dilettantischen Abbauvorschläge der GroKo (auf Wunsch der SPD) und die leistungsfeindlichen Grenzbelastungen in der Gleitzone (ca. 61.000 bis 76.000 Euro zu versteuerndes Einkommen) mit Spitzensteuersatz von 42 Prozent Einkommensteuer zuzüglich darauf 20 Prozent Soli lassen sich sehr gut hier nachlesen:
https://www.iwkoeln.de/fileadmin/user_upload/Studien/Gutachten/PDF/2018/IW_Gutachten_Soli_Freigrenze_Sondierungsergebnis.p df

2. Die höchstwahrscheinliche Verfassungswidrigkeit, lässt sich eigentlich in jedem Gutachten dazu nachlesen. Sehr ausführlich beispielsweise hier:
https://www.insm.de/fileadmin/insm-dms/text/steuern-finanzen/Gutachten-Kube-zum-Solidaritaetszuschlag.pdf

Und ganz aktuell in einem von Ex-Verfassungsgerichtspräsident Hans-Jürgen Papier erstelltem Gutachten.
https://www.fdpbt.de/sites/default/files/2019-05/Papier_Soli-Gutachten.pdf

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Bastian__ 17.06.2019, 18:25
39. warum immer so kompliziert?

Einfach eine Freibetrag auf der Zahllast der Einkommenssteuer einführen und den jedes Jahr erhöhen. Zuerst werden auf die ersten 5.000 Euro Einkommenssteuer kein Soli mehr erhoben. Das nächste Jahr dann auch die ersten 10.000 Euro Einkommenssteuer kein Soli mehr. Eine einfache Rechnung, alle werden gleich behandelt und "nur" die "reicheren" werden später entlastet. - Aber wie ich die Politik kenne, wird es komplizierte Rechnungen geben, mit Öffnungsklauseln und Hinzurechnungsfaktoren, vielleicht noch irgend wie geartete Ausnahmen oder Ergänzungen. - Eventuell noch ein Ökofaktor für den CO2 Wert der Steuererklärung.

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